Wahlkampf in Bremen (1)

In der schönsten Stadt der Welt hat der Wahlkampf begonnen und die lustigsten Plakate zieren die Straßen. Ab heute wollen wir in loser Folge über den Wahlkampf berichten.

Als Teil 1 stellen wir euch ein Wahlplakat der FDP vor. Die nennen sich liberal und begeistern mich deshalb mit diesem Plakat. Zunächst mal frage ich mich, ob hier “schönreden” oder “schön zu reden” gemeint ist. Vielleicht auch beides? Vielleicht redet ja jemand mit schönen Worten die schlimme Sicherheitslage in Bremen schön. Dass die Liberalen dieses Thema überhaupt besetzen wollen, irritiert mich. Wir haben einen Innensenator und Bürgermeister, der sich in Sachen tödlichem Brechmitteleinsatz bereits hervorgetan hat und auf dem Gebiet des Sicherheitspopulismus kaum zu überholen sein dürfte. Zurück zur FDP:

Ohne Sicherheit gibt es keine Freiheit und ohne Freiheit keine Sicherheit.
Die Bremer FDP steht für die Freiheit der Bürgerinnen und Bürger. Nur wer sich sicher fühlt, ist frei und kann frei handeln. Der liberale Staat muss Sicherheit und Freiheit bieten.

Dass mit umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen auch die Freiheiten eingeschränkt werden, geschenkt. Die weiteren Ausführungen zum Thema beziehen sich auf mehr und bessere Polizei, was auch nicht wirklich kreativ ist. Wer harte Sicherheitspolitik will, wird Tommy wählen, wer unkontrolliert leben will, wird wahrscheinlich gar nicht wählen. Schade für die FDP. Würde sie ihren Liberalismus nicht nur auf die Wirtschaft beschränken, könnte man was mit ihr anfangen.
Bundes-Guido kassiert heute übrigens in vielen anderen Blogs. Das letzte Wort hat heute Georg Schramm: “Guido Westerwelle, das ist doch keine Comicfigur, den Mann gibt es wirklich!”

Fortsetzung folgt.

  1. Manchmal ist´s wirklich schade um den Liberalismus. Danke aber für die Erwähnung von Schramm. So verlasse ich dann doch beschwingt den Blog.

  2. Wahlplakate genauer zu analysieren ist ne schöne Sache. Das trifft gleichermaßen Politikpopulisten und Marketingdeppen. Doppelbashing vom feinsten.

    Weiterhin unerreicht ist für mich das Plakat zum Wahlkampf in HB “Wer uns wählt wird reich, schön und berühmt” der (ja so isses leider, lieber Enno:) Grünen/B90 irgendwann Anfang der 90er oder so. So ehrlich war danach nie wieder jemand. Ausser vielleicht einige wenigen Splittergruppen ohne nachweisbare Ambitionen zur Berufspolitik.

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