April 2007

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Die Ohren lang

Gestern in Bielefeld wollte die Polizei die Personalien von jemandem aus unserer Mitte feststellen. Wir starteten einen absolut untauglichen Versuch, das zu verhindern, indem wir uns mit vielleicht 60 Leuten um ihn herum postierten. Nachdem dann die Überredungskünste nichts taugten und ausreichend Personal aufgefahren war, begann die Polizei die Leute von aussen weg zu ziehen bzw. zu bitten. Ich ließ mich nicht bitten, und da passierte es. Während ihr Kollege mich am Arm packte, zog eine Polizistin mir AM OHR! Sie zog mir buchstäblich das Ohr lang! Das tat weh, ist aber irgendwie trotzdem lustig. Sah auch bestimmt so aus.

Schliesslich mit Platzverweis ausgestattet und dem Nachdruck verleihenden Drohungen eingedeckt, fragte ich nach dem Umfang dieses Platzes. Die Antwort war, dass man das auch auf die ganze Stadt ausdehnen könnte. Ich fragte noch einmal, wo denn da die Grenzen lägen, schliesslich könne man mir ja kein Weltverbot oder eine polizeirechtlich begründete Ausbürgerung auferlegen. Antwort: „Es gibt keine Grenzen!“ Das fand ich dann aber wieder klasse.

Von der Bremer Antifa gibts auch einen Beitrag zum Wahlkampf, und zwar in Aufkleberformat. In verschiedenen Varianten wird jeweils gefordert „Keine Stimme den Nazis!“ zu geben. In der Unterzeile wird das dann allerdings ein wenig in Frage gestellt: „Wenn Wahlen etwas ändern würden, wären sie verboten.“

Liebe Antifa, wenn Wahlen nichts ändern, muss man auch nicht zu einem bestimmten Wahlverhalten aufrufen. Entweder sind Stimmen für die Nazis eine schlimme Sache oder sie ändern sowieso nichts. Der Zusatz auf einigen Klebern „Wahlzettel ungültig machen!“ ist zwar meiner Meinung nach nicht dumm, passt aber eben auch überhaupt nicht zur offenen Gegnerschaft zur repräsentativen Demokratie, die nebenbei angedeutet wird.

Ich kann mir allerdings lebhaft die Diskussionen zwischen überzeugten Systemgegnern, nazifixierten Glatzengegnern und Grünensympathisanten vorstellen, die zu so einem Ergebnis geführt haben. Schön!

„Bremen muß leben“ hat phantastische Wahlbriefe und die besten und ungewöhnlichsten Wahlprospekte! (pdf)

Das kann ich nur bestätigen. Diese unbescheidene Äusserung findet man in einer Anzeige, die die Deutschen Konservativen in der rechten Zeitung „Junge Freiheit“ geschaltet haben, um Unterstützer zu finden, die den Wahlkampf für sie führen. Das scheint geklappt zu haben, denn gestern abend lagen acht Briefe von ihnen in unserem Hausflur. Da sich offensichtlich niemand aus dem Haus bedienen wollte, habe ich alle acht genommen.

Enthalten ist ein Brief von Joachim Siegerist an die „lieben Nachbarn“. Zu Anfang zieht der über Murat Kurnaz her. Denn der im Gegensatz zu Herrn Siegerist in Bremen geborene Kurnaz soll offensichtlich nicht in Bremen leben. Der sollte nach Ansicht der „Konservativen“ am besten Fahrrad fahren und sich, Zitat, „Hoppla, kapeister“ mit dem Bart in den Speichen verfangen! Das wäre doch lustig. Denn Kurnaz hat „Bremen mehr geschadet als die negativen Schlagzeilen vom toten Kevin im Kühlschrank“.
Im Anschluss wird natürlich noch gegen die USA gewettert, „auch das muß gesagt werden“ und dann ein wenig zurückgerudert. Ausgangsbild bleibt die ganze Zeit, dass der Türke ein Cabrio fährt und der der Leser des Briefes vermutlich nicht. Ein Skandal!
Ausländerfeindlichkeit ist das Wahlmotto, denn

glauben sie mir diese 2 Sätze: Kein einziger Deutscher in Bremen und Bremerhaven müßte in Not leben, wenn die Kosten bei überflüssigem Sozial-Schnick-Schnack für „Nicht-Deutsche“ nicht so hoch wären. Die wahren Zahlen werden den Bürgern nur in sehr, sehr verschlüsselter Form und für Laien nicht erkennbar präsentiert!!!

Klar dürfte sein, dass für echte „Konservative“ jede Leistung für „Nicht-Deutsche“ (was sollen die Anführungszeichen im Original eigentlich?) überflüssiger Schnickschnack ist. Und selbst wenn sie berechtigt wären, wären die Kosten doch bedauerlich hoch. :( Und wie verschlüsselt man die wahren Zahlen? Sind da Mathematiker am Werk?
Allen Ernstes wird schliesslich noch eine „freiwillige Bürgerwehr“ gefordert. Die Begründung ist so dumm, dass sich der Eindruck einer Realsatire weiter aufdrängt:

Es gibt eine freiwillige Feuerwehr und eine Berufs-Feuerwehr. Das muß in ähnlicher Form auch bei der Polizei möglich sein.

Im Gesamtzusammenhang lässt sich das so lesen, dass Feuer und Ausländer allgemein anerkannte Übel sind, die auch gleichwertig zu bekämpfen sind.

Noch ein bisschen Größenwahn, denn wer will schon seine Stimme verschenken:

[…] weil unsere Gegner wissen, daß wir bei den Bürgerschaftswahlen bis zu 25% der Stimmen bekommen und dann den Parteibuch-Bonzen auf die Finger klopfen können.“

Dieser Absatz mit den „Parteibuch-Bonzen“ wird übrigens überschrieben mit: „Wir sind keine Partei – aber bei uns arbeiten viele mit: Von der SPD bis zur CDU“

Wer sich jetzt denkt, dass er da auch gleich die DVU wählen kann, weil die es wohl dank Bremerhaven zumindest in die Bürgerschaft schaffen werden, sollte sich diese herzerweichende Bitte zu Herzen nehmen:

„Und bitte: Wenn sie Zorn auf die großen Parteien haben: Wählen sie nicht den braunen Sumpf. Das bringt Bremen noch tiefer in den Keller.“

Zumindest dem möchte ich mich anschließen.

In einem Blog kann man die Beweggründe der Leute, die kürzlich am Reichstag in Aktion traten (Wort) (Bild), nachlesen. Und sich im Großen und Ganzen auch inhaltlich anschliessen.

So gefällt uns das doch, Stuttgart ist schon mal draußen, und wir haben doppelte Chance.

Korrektur: Mich hat von Anfang an die Sorge geplagt, dass das im Verlauf dieses Eintrages verlinkte Video für viele nicht mehr ganz so neu sein dürfte. Jene Sorgen haben sich in diesem Moment bestätigt: Es ist ein alter Hut! Trotzdem lasse ich den Beitrag online, weil die Aufnahmen auch beim zweiten oder dritten Mal noch herrlich sind.

Original-Überschrift:

Fast wie bei uns, oder?

Diese Frage stellt sich einem, wenn man in der Aprilausgabe der 11 Freunde vergnügt durch die Seiten blättert, dem Linktipp auf Seite 68 nachkommt und schließlich bei einem Video hängenbleibt, wie es erfrischender einfach nicht sein kann. Zu sehen ist eine Hauptversammlung des griechischen Sportvereins PAOK Saloniki, der seinen 80. Geburtstag feiert und dabei einen äußerst festlichen Rahmen vorgegeben hat. In Bremen würde das bedeuten: kühler Sektempfang und ein bisschen Koks auf der Herrentoilette, später dann Schicki-Micki-Dance zu widerlichem Soul, und letztendlich ein stinkbesoffenes Spielerrudel rund um Tim Borowski. Super-Party, was Tino? Dann guck dir mal das hier an.

Extra3 über aufstrebende Jungpolitiker in Wittmund

Werdersee

Werdersee

Ahja, dann guck dir doch mal die Vergangenheit von Amerika,Frankreich und England an, fast jede Nation hat Dreck am stecken, wir Deutschen sind dazu nicht predisziniert alleine „böses“ zu tun, da sind andere Nationen leider auch mitbeteiligt ( Imperialismus,KKK etc.)
Bestes Beispiel ist noch USrael, möchte nicht wissen, wie viel unschuldige Muslimische Kinder die auf dem Gewissen haben!

In diesem Sinne,

Lang lebe Deutschland!

So stand es im Fanszene Bremen Forum, bis ich es löschte. Es ist eine verdammt alte Leier, die hier zu hören ist, leider macht sie das nicht weniger populär. Wenn Deutsche erklären wollen, dass sie gar nicht so schlimm sind, suchen sie sich als Vergleich am liebsten ihre Opfer aus. So lässt sich der Holocaust nicht nur relativieren, sondern wenn man konsequent weiterdenkt auch noch rechtfertigen. Soweit geht natürlich niemand, denn Antisemitismus ist in seiner offenen Variante in Deutschland nicht mehr gesellschaftsfähig.
Was ich hier gerade schreibe, habe ich schon in hundert Varianten selbst gelesen, von daher erscheint es mir doch irgendwie sinnlos. Doch wenn einem dann so ein Paradebeispiel vor die Flinte läuft, muss man darauf eingehen, so oft es eben nötig ist.

Ultrastark

Durch einen geschickt angelegten Betrug bin ich in den Besitz der wertvollen Domain ultras-bremen.de gelangt. Da stellt sich nun die Frage, was man damit Sinnvolles anfangen könnte.

1. Eine Gruppe von Internet-Ultras gründen und das halbe FSB-Forum aufnehmen
2. Pornoseite
3. Weiterhin auf die wahren Ultras von verbrochenes.net weiterleiten
4. Auf die Spacken von Racaille Verte weiterleiten

Meine Präferenzen entsprechen der Reihenfolge. Andere Meinungen?

Ich muss dabei zugeben, dass ich euch eigentlich nur zum Kommentar-Schreiben animieren will. Denn trotz annehmbarer Zugriffzahlen finde ich die Beteiligung auf der Seite bedauerlich gering. Besonders unter dem Aspekt, dass die meisten Beiträge doch durchaus provokant und diskutabel sind.

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