Die neue Bahamas ist raus und bietet neben wirrem Kram z.B. im Editorial offenbar auch einige interessante Sachen. Im Netz zu lesen ist ein Artikel über die Protestplanung für Heiligendamm und die programmatische Einigkeit von links- und rechtsradikalen Gipfelgegnern.
Währenddessen wirft man bei den Nazis alten Ballast über Bord: „Der Weg über einen Griff in die verstaubte Mottenkiste der Geschichte ist nicht mehr möglich. Dies nicht einsehen zu wollen, ist die größte Schwäche der nationalen Opposition“, klagen die Jungen Nationaldemokraten (JN) in ihrem Pamphlet „Nationalismus heißt Kapitalismuskritik“ und wünschen sich Kritik statt Verklärung: „Begreifen wir doch endlich, daß sich dem Normalbürger heute andere Lebenswelten begegnen [sic.], als sich dies nationale Ideologen in ihren Elfenbeintürmen vorstellen können. Sie erleben heute eine riesige Betonwüste. Sie erleben Arbeitslosigkeit, Obdachlosigkeit, Armut, Verwahrlosung, trostlose Supermärkte und eine völlig gleichgeschaltete Gesellschaft. Sie erleben eine Ellbogengesellschaft, von welcher entfernt anonym und weit weg die ‚Bonzenschweine‘ hausen und über ihre eigenen Köpfe hinweg regieren. Ihr erlebtes Deutschland ist Kälte, Staatsgewalt, Dumpfheit, Mittelmäßigkeit, Ausbeutung und Entmenschlichung an jedem Ort. Hier ist das wirkliche Deutschland, welches eben anders aussieht als in der deutschen Romantik von ‚rechten‘ Träumern herbeigesehnt – dieser Traum ist eben nicht Wirklichkeit! Das reale Deutschland ist eben ein Grauen für Leib und Seele. Hiergegen gilt es aufzustehen, sich zu wehren, eine Entschlossenheit zu demonstrieren, diesem System keinen Fußbreit zu überlassen.“ (www.jn-buvo.de) Die Antifa hätte diesen Text wörtlich übernehmen können, und doch haben hier nicht Junge Nationaldemokraten bei den Linken geklaut, sondern nur ehrlich aufgeschrieben, was alle deutschen Antikapitalisten umtreibt: Die Sehnsucht nach nationalem Sozialismus.
Weiter gibts einiges über die Linkspartei zu lesen, wobei aber auch nichts Neues zu vermelden ist. Wo sind hier noch die Unterschiede zu den Rechten? Für plausible Antworten wäre ich sehr dankbar.
Als das entscheidende Merkmal zur Unterscheidung zwischen links und rechts werden immer wieder die Positionen zu Migration und Einwanderung angeführt. Während aber der Antirassismus zunehmend zur Gemeinschaftsideologie linker Deutscher und grüner Nazis verkommt und randständig bleiben wird, weil seine Ideologen jede Auskunft über zivilisatorische Mindeststandards verweigern, haben andere Linke inzwischen ein Ausländerproblem entdeckt. Oskar Lafontaine sprach mutig aus, was Millionen radikaler Bürger sich noch offen auszusprechen scheuen: „Die forcierte Zuwanderung wird in Deutschland einzig von den oberen Zehntausend gefordert, die von deren Folgen gar nicht oder nur am Rande betroffen sind“, schrieb er in seinem Buch „Politik für alle“.
Es folgen einige andere Beispiele für Fremdenfeindlichkeit und Nationalismus bei der Linkspartei. Und zumindest was den Nationalismus angeht, lässt sich das auch auf die radikalen Globalisierungsgegner übertragen. Zur leidigen Linkspartei lässt sich hier auch gut bei der NPD weiterlesen.

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