Mai 2007

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Aus Angst um die innere Sicherheit und das deutsche Saubermann-Image ist man sich im Zuge Heiligendamms offenbar für nichts mehr zu schade. Die tagesschau berichtet heute:

DJV: Keine Akkreditierung für kritische Journalisten

Der Deutsche Journalistenverband (DJV) rügte unterdessen, dass einige Journalisten nach globalisierungskritischen Berichten nicht zum Gipfel zugelassen worden seien. Offenbar wolle das Bundespresseamt ihnen die freie Berichterstattung verwehren, kritisierte DJV-Chef Michael Konken. Betroffen seien Journalisten, die im Vorfeld kritisch über Globalisierungsthemen berichtet hätten. Ihnen habe das Bundespresseamt mitgeteilt, „dass die Akkreditierung für den G8-Gipfel auf Empfehlung des Bundeskriminalamts nicht erteilt werden kann“. Der DJV verlangte eine Erklärung. Auch die Tageszeitung „taz“, deren Journalist Felix Lee betroffen ist, protestierte und beklagte eine unzulässige Beeinflussung der kritischen Berichterstattung. Das Bundespresseamt verteidigte das Vorgehen und wies die Vorwürfe „nachdrücklich“ zurück.

Weiter lesen wir (und sind dabei keineswegs überrascht):

Bahnbegleiter arbeiten der Polizei zu

Die Deutsche Bahn wird die Anreise größerer Reisegruppen in Richtung G8-Gipfel in Heiligendamm der Polizei melden. Dies entspreche der „geübten Praxis“ bei Großereignissen wie Kirchentagen, der Love Parade oder Fußballspielen, sagte ein Bahnsprecher in Berlin. Er reagierte damit auf einen Bericht der „Süddeutschen Zeitung“, demzufolge Zugbegleiter in Fernzügen angewiesen sind, potenzielle Demonstrantengruppen zu melden. In einer Weisung an das Zugpersonal, aus der das Blatt zitiert, heißt es: „Da die globalisierungskritische Szene nicht unbedingt als solche zu identifizieren ist“, sei „anlassbezogen eine Vormeldung von größeren Reisegruppen in Richtung Mecklenburg-Vorpommern (z.B. Rostock) an interne Stellen vorzunehmen“. „Möglichem Gefahrenpotenzial“ sei durch „polizeiliche bzw. betriebliche Maßnahmen frühzeitig und konsequent entgegenzuwirken“.

Ich weiß gar nicht genau, inwiefern dieses kollegiale Miteinander zwischen Bahn und Polizei in der Vergangenheit an Fußballfans erprobt wurde, bin mir aber trotzdem sicher, dass es genug solcher Trainingseinheiten gegeben hat. Vielleicht könnte man am Samstag alle 100000 Nervensägen einfach einkesseln, genetisch erfassen und fortan mit einem Peilsender durch die Gegend laufen lassen? Das würde Aufwand sparen.

Heute hat der deutsche Präsident des Europäischen Parlaments, Hans-Gert Pöttering, vor der Knesset gesprochen. Dort war man nicht sehr freundlich zu ihm. Das könnte Gründe haben.
Zunächst mal weiss man vermutlich auch in Israel, dass das Europäische Parlament eine recht unbedeutende Einrichtung ist. Von daher kann man das Desinteresse der israelischen Politiker nachvollziehen.
Pöttering kam als Vertreter der EU, dem größten Geldgeber der palästinensischen Autonomiebehörde. Man nennt das ganze zwar „Friedensprozess“, die korrektere Bezeichnung für das Verhältnis zwischen Israel und den palästinensischen Behörden ist aber „Krieg“. In demselben stützt die EU eben den Feind der Israelis, trotzdem erwartet man offensichtlich, dass den Europäern in Jerusalem die Herzen zufliegen.
Im Atomstreit mit dem Iran, der für die Israelis eine existenzielle Sache werden könnte, denkt man weder in Pötterings deutscher Heimat noch auf europäischer Ebene daran, ernsthaften Druck auf Teheran zu machen. Welche Rolle dabei z.B. Deutschland spielen könnte, hat Matthias Küntzel aufgezeigt.
Wie Realität und Prioritäten im Verhältnis zu Iran tatsächlich aussehen, kann man in der Tagesschau sehen.
Unter diesen Vorzeichen fährt der gute Mann also ins gelobte Land. Dort besitzt er dann eine beeindruckende Dreistigkeit. Zunächst schwallt er ausgiebig über die europäische Einigung daher und betont dabei die Friedlichkeit dieses Prozesses, die Notwendigkeit des Dialoges usw. usf.. Bald kommt er auch zum Ziel dieser Ausführungen: Nach 60 Jahren Israel sei es doch auch hier nun Zeit, Frieden zu machen. Der Adressat dieses Apells muss logischerweise auch der Verursacher des Kriegs sein, also die israelischen Politiker.
Dass der europäische Weg zum dauerhaften Frieden nicht ansatzweise mit dem Kampf, den Israel zu führen hat, vergleichbar ist, ficht Pöttinger nicht an. Er will missionieren und sagen „Macht es so wie wir, seid friedlich.“ Wie man den entschlossenen Terrororganisationen gegenüber friedlich bleiben könnte, können wohl auch nur völlig unbeteiligte, ahnungslose Europäer wissen.
Im weiteren Verlauf forderte er dann die Freilassung von palästinensischen „Politikern“, darunter Bildungsminister Nasser al Shaer. Der gehört zur Hamas, deren primäres Ziel die Zerstörung Israels und die Ermordung von Juden ist. Die neuesten Äusserungen, die das bestätigen, und passenderweise auch viele Beispiele der „Bildung“, die Minister al Shaer den Kindern angedeihen lässt, finden sich bei Lizas Welt.

Und jetzt lesen wir in unseren Medien, wie peinlich und unhöflich und schlecht sich die israelischen Politiker verhalten hätten. Wie dumm, dreist, deutsch und peinlich sich Herr Pöttering verhalten hat, wird hier natürlicherweise nicht weiter auffallen.

P.S. Die ganze Rede von Pöttinger habe ich nirgendwo gefunden, ich sah vorhin nur einen Teil davon.

Update: Die ganze Rede kann man nun hier nachlesen. Den Link habe ich hier gefunden, wo die Rede auch sehr treffend kommentiert wird.

Normalerweise benutzt man Google ja, um zu einem oder zu mehreren Wörtern etwas in den Weiten des Internets zu finden. Nur was erhofft man sich, wenn man

ab ,,oida“

eingibt? Weltweit gibt es keinen Ort mit Bahnhof, von dem man abreisen könnte. Die bedeutenste Aussage, die die Suchmaschine zu diesem Thema im Netz findet, entstammt diesem Blog. Sollte etwa ein gedächtnisschwacher Leser nur diese beiden Wörter behalten haben, wollte aber das geile Video noch einmal sehen? Nur wozu dann die verschiedenen Anführungszeichen? Angekommen ist er oder sie jedenfalls.

USLS

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Ihr seid so cool!

Für die Folgen von echt Böhmermann, die es hier zu sehen gibt, könnte man fast einsehen, dass man für Internet Rundfunkgebühren zahlen soll.

Mit diesen Hobbys werde ich beliebt: Ich bin Golferin, tanze aber auch sehr gerne.

Gerade musste ich an die Zeit zurückdenken, in der ich auto motor und sport las. Das coolste waren immer die ausführlichen Berichte von Autorennen, die ich heute total sinnlos finde. Nach wie vor fasziniert mich aber dieser Unfall beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Mercedes verlor übrigens in dem Jahr zwei seiner drei Autos auf diese Art und Weise, das dritte wurde gar nicht eingesetzt. Das Auto war wohl nicht so gut.

Hat aber bestimmt Spaß gemacht.
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Donnerstag den 7.6. ist Jamie T im Römer in Bremen. Das kostet wohl so 15‚¬. Allerdings ist die Lahnkommune reich, sehr reich, und sie liebt Jamie.
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Achmachmirdendjihad streichelt Naziseelen.
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Man kann Lizas Welt nicht oft genug empfehlen. Der letzte Beitrag über die „Nakba“ ist mal wieder ziemlich interessant.
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Kleine Textsammlung zum G8-Gipfel (FSB User kennen sie schon): FAZ, GWG, Antisemiten.
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Die schönsten Patzer.
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Samsonow, du Muschi!

Weil es mir Spass macht, anderer Leute Profile dort anzugucken, habe ich mir wieder einen Account bei StudiVZ gemacht. Da gibts jetzt auch reichlich Werbungstelegramme. Und heute lese ich dann, dass mir ein toller Job bei Wesser angeboten wird!

Bei Wesser bist Du für die größten Hilfs- und Umweltschutzorganisationen Deutschlands im Einsatz. Deine Aufgabe ist es, Bürgerinnen und Bürger an den Haushalten zu informieren und Interessierte als Fördermitglieder zu gewinnen.

Du arbeitest in einem unserer bundesweit tätigen Teams mit fünf bis zehn Studenten. Die Bezahlung ist leistungsorientiert und einen Mindestverdienst gibt es auch.

Dazu hat man sich noch drei Leute gesucht, die bei Wesser arbeiten und positive Statements abgeben:

Als ich damals auf der Homepage gelesen habe, dass man bei Wesser 2000,- ‚¬ im Monat verdienen kann, war ich zwar sehr interessiert, aber auch skeptisch.

Aber holla! Ich arbeite also „an den Haushalten“ und mir wird eine völlig unrealistisch hohe Summe angeboten. Hm! Das klingt unseriös. Kurz das Orakel nach „Wesser + Drückerkolonne“ befragt und gleich ein schönes Ergebnis (inzwischen nicht mehr erreichbar) gefunden.

man lernt die leute vollzulabern bis sie eine unterschrift leisten, mit „informieren“, „von der guten sache begeistern“ und „überzeugen statt überreden“ hat das wahrlich nichts zu tun.

Der ganze Text ist sehr lesenswert, denn hier wird anscheinend (!) nicht nur betrogen, sondern auch mit den eigenen „Mitarbeitern“ ganz mies umgegangen, eine Drückerkolonne eben. Lustig auch zu sehen, wie in dem Forum dann mehrere extra dafür angemeldete Leute Wesser verteidigen, das ist doch sehr auffällig. Dabei kommen dann wundervolle Formulierungen zustande:

Der Großteil der Leute, die man wirbt sind weder altersschwach, noch verwirrt.

Also bitte, nur jeder Fünfte ist altersschwach oder verwirrt! Und dann ist es doch okay, oder nicht!?

Ein Highlight bei der Bezahlung:

Im Falle eines Stornos entwischt der Firma das Geld und auch bei der Ausbezahlung wird eine Stornorücklage einbehalten, die dann mit Stornos verrechnet wird. Wenn wenige Mitglieder abgesprungen waren, bekam man nach 2 Jahren noch etwas Geld überwiesen, wenn viele stornieren, muss man an Wesser Kohle zurücküberweisen.

Wie gesagt, der ganze Thread ist (war) lesenswert. Er beschrieb in etwa folgende Arbeitsweise, für mich nicht nachprüfbar: Das Konzept beruht demnach darauf, zuerst die neuen Drücker über Arbeit und Verdienst zu täuschen, wobei jetzt das ruhmreiche StudiVZ hilft. Die Angestellten werden dann, laut dem oben verlinkten Bericht, mit verschiedenen Methoden unter Druck gesetzt, andere Leute zu belabern und ebenfalls zu täuschen. Täten sie das nicht, würden sie wieder weggeschickt und sähen nicht mal ihren eigentlich versprochenen Fix-Lohn. Das alles mag zwar größtenteils legal sein, eklig wäre es trotzdem.

Die StudiVZ Kundschaft kann aber wahrscheinlich noch froh sein, dass sie bisher nur als Drücker geworben werden sollen. Vielleicht kommt irgendwann mal jemand bei ihnen vorbei und weiss schon vorher über sie, was man ihnen verkaufen könnte, was ihnen gefallen würde und wie man es ihnen schmackhaft machen könnte.
Diese und andere Informationen haben sie schliesslich kostenlos an dieses vertrauenswürdige Unternehmen abgegeben. Glückwunsch!

Da geht was

Protest gegen den Asem-Gipfel, Hamburg.

Just läuft der Protest gegen den ASEM-Gipfel in Hamburg. Hier ein Bericht vom NDR. Bei Bremen Eins sprach man vorhin unterdessen von Demonstranten, die sich untereinander mit Stahlseilen verbunden haben, um dem Leute-Rauscashen der Polizei wirksam entgegentreten zu können. Es scheint also jede Menge krasses Volk am Start zu sein, unter anderem aus Skandinavien, den Benelux-Ländern und Großbritannien. Die Polizei wartet ihrerseits beinahe mit einer 1:1-Manndeckung auf: 4000 Knapp 3000 Coopers stehen 4000 Demo-Teilnehmern gegenüber.

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