Finanzkrise

Meine Bankkarte ist kaputt. Sie ist erst gefühlte 4 Wochen alt, und sie ist kaputt. Vielleicht ist es in Bielefeld um sie geschehen, vielleicht später. Denn nachdem ich sie aus zu bedauernden Gründen eine Woche lang sowieso nicht benutzt hatte, schritt ich am Sonntagabend zum Automaten, um mit ihm in Verhandlungen über eventuelle Kleinstbeträge zu treten. Barsch verkündete er, dass diese Funktion nicht verfügbar sei. Welche Funktion, ich hatte bisher nur die Karte eingeschoben. Der nächste Automat gab mir schliesslich, was ich wollte.
Im neuen Monat probierte ich wiederum einen anderen Automaten, der allerdings die Karte mit einer neuen Meldung ablehnte: Kartenfehler. Rüber zum Auszugsautomaten, der mir bereitwillig Auskunft gab. Also weiter zum zuletzt noch gefügigen Geldroboter, der meine Karte nun auch verschmähte. Später stellte sich heraus, dass auch der Kartenleser bei Penny mit mir nichts mehr zu tun haben wollte.
Nachdem ich mich nun schon bei meinen Kommunardenkollegen hoch verschuldet hatte, teilte mir meine Bank am Telefon mit, dass ich eine neue Karte kriegen würde. Nun gut, immerhin hat der Ausfall keine graviererenden Gründe.
Vorhin überlegte ich mir dann ganz anti-modern: Wie abhängig wir doch von diesen Karten geworden sind! Findet ihr nicht auch? Im zweiten Gedanken fiel mir auf, was das für ein Schwachsinn ist. Karten und Automaten sind ein Segen, den man zwar genießt, von dem man aber lange nicht abhängig ist. Denn genau wie früher kann man ja bestens zur Bank gehen. Von einer Verschlechterung der Zustände, wie sie mein “wie abhängig” suggeriert, kann ja nun wirklich keine Rede sein. Interessant dabei auch, dass man das Abhängigmachen der technischen Neuerung selbst zuschreibt. “Wie abhängig das Internet (!) mich (!) gemacht hat!”

Wäre diese meine Finanzkrise nicht aufgetreten, würde dieser Beitrag übrigens “Lozowick again and again” heissen. Denn so fehlten mir die letzten Tage die 4,80€, die ich sonst in die neueste “konkret” investiert hätte. So verweise ich nur kurz darauf, dass dort ein langes Gespräch mit Yaacov Lozowick drin ist. Und auch sonst ist das Geld sicher gut investiert.
Deshalb werde ich den Kauf in den nächsten Tagen auch nachholen, um dann bei den interessanten Artikeln die Grundgedanken zu klauen und hier in eigene Beiträge zu verarbeiten. Vorausgesetzt natürlich, die Herrschaft der Maschinen macht mir da keinen Strich durch die Rechnung.

  1. Doch! Jede Bequemlichkeit (EC-Karte) bringt neue Abhängigkeit (Geldautomat). Wie werden immer abhängiger, weil wir immer bequemlicher werden.

  2. Von einer Bequemlichkeit kann man schwerlich abhängig sein, weil sie grundsätzlich eine besonders angenehme aber eben nicht notwendige Sache bezeichnet.
    Und wenn ich Geld für Essen brauche, ist es auch egal, wie bequem ich da rankomme, solange ich überhaupt rankomme.

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