Ich las gerade bei Spirit of Entebbe, wie dort ein Kommentar in der SZ von gestern systematisch auseinander genommen wird.
Dabei fiel mir wieder ein, was ich heute in der SZ gelesen habe. Dort geht es um die Islamkritik von Ralph Giordano. Der hatte, nicht gerade als erster, auf die Gemeinsamkeiten von antisemitischen Nazis und antisemitischen Islamisten hingewiesen. Diese Gemeinsamkeiten werden denn auch in der SZ aufgezählt.
Nun geistert die Schreckensvision einer islamistisch-nationalistischen Verbrüderung seit ein paar Jahren durch die Republik, und nie schien sie so drohend wie im Oktober 2000, als junge Muslime Molotow-Cocktails auf eine Düsseldorfer Synagoge warfen. Immer wieder gibt es Kontaktanbahnungen: Wenn die NPD Irans Präsidenten Ahmadinedschad bei der WM zujubeln möchte, wenn deutsche Nazis zu Konferenzen islamistischer Holocaust-Verleugner in Beirut und Teheran geladen werden; wenn Rechte bei Aufmärschen das Palästinensertuch tragen.
In der arabischen Welt fasst unterdessen die Mär von der Auschwitz-Lüge Fuß. Antisemitische Machwerke wie ,,Die Protokolle der Weisen von Zion‘‘ waren Grundlage für Filme.
Aber Moment. Judenmörder sind nicht gleich Judenmörder. Denn nur die einen waren verrückt, die anderen haben einen guten Grund.
Doch trotz der gleichlautenden Rhetorik des Hasses – für eine wahre Allianz zwischen Rechtsextremen und Islamisten fehlen die gemeinsamen Ziele. Der deutsche Antisemitismus steht singulär in der Tradition eines biologistischen Judenhasses, der im Mord an sechs Millionen Juden kulminierte.
Der muslimische Judenhass ist dagegen ohne die Krisen im Nahen Osten undenkbar.
“Die Krisen im Nahen Osten” heisst in diesem Fall: Die Existenz Israels. Und im Gegensatz zu den Nazis haben die Araber damit einen sehr guten Grund, Juden zu töten. So sieht das jedenfalls Sonja Zekri.
Wenn deutsche Antisemiten etwas mehr Selbstbewusstsein hätten, würden sie das aber andersrum formulieren. Denn wäre der deutsche Antisemitismus denn “denkbar”, ohne die Allmacht der Juden in der Finanz- und Wirtschaftswelt!?
Na siehste, wir hatten doch auch unsere Gründe.
Über die muss tatsächlich nicht mehr geredet werden, denn dass Nazis krank sind hat man auch hier begriffen. Deshalb muss man auch nicht mehr darauf hinweisen, dass ihr Judenhass irrationale Scheisse ist. Dass dieselben Inhalte aber bei völlig anderen Leuten trotzdem dieselben Inhalte und genauso krank und irrational sind, ist aber wohl noch nicht klar. Denn vom Antisemitismus scheint es für viele eine gute und eine schlechte Variante zu geben.




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