Wohin führt der Weg?

Aus Angst um die innere Sicherheit und das deutsche Saubermann-Image ist man sich im Zuge Heiligendamms offenbar für nichts mehr zu schade. Die tagesschau berichtet heute:

DJV: Keine Akkreditierung für kritische Journalisten

Der Deutsche Journalistenverband (DJV) rügte unterdessen, dass einige Journalisten nach globalisierungskritischen Berichten nicht zum Gipfel zugelassen worden seien. Offenbar wolle das Bundespresseamt ihnen die freie Berichterstattung verwehren, kritisierte DJV-Chef Michael Konken. Betroffen seien Journalisten, die im Vorfeld kritisch über Globalisierungsthemen berichtet hätten. Ihnen habe das Bundespresseamt mitgeteilt, “dass die Akkreditierung für den G8-Gipfel auf Empfehlung des Bundeskriminalamts nicht erteilt werden kann”. Der DJV verlangte eine Erklärung. Auch die Tageszeitung “taz”, deren Journalist Felix Lee betroffen ist, protestierte und beklagte eine unzulässige Beeinflussung der kritischen Berichterstattung. Das Bundespresseamt verteidigte das Vorgehen und wies die Vorwürfe “nachdrücklich” zurück.

Weiter lesen wir (und sind dabei keineswegs überrascht):

Bahnbegleiter arbeiten der Polizei zu

Die Deutsche Bahn wird die Anreise größerer Reisegruppen in Richtung G8-Gipfel in Heiligendamm der Polizei melden. Dies entspreche der “geübten Praxis” bei Großereignissen wie Kirchentagen, der Love Parade oder Fußballspielen, sagte ein Bahnsprecher in Berlin. Er reagierte damit auf einen Bericht der “Süddeutschen Zeitung”, demzufolge Zugbegleiter in Fernzügen angewiesen sind, potenzielle Demonstrantengruppen zu melden. In einer Weisung an das Zugpersonal, aus der das Blatt zitiert, heißt es: “Da die globalisierungskritische Szene nicht unbedingt als solche zu identifizieren ist”, sei “anlassbezogen eine Vormeldung von größeren Reisegruppen in Richtung Mecklenburg-Vorpommern (z.B. Rostock) an interne Stellen vorzunehmen”. “Möglichem Gefahrenpotenzial” sei durch “polizeiliche bzw. betriebliche Maßnahmen frühzeitig und konsequent entgegenzuwirken”.

Ich weiß gar nicht genau, inwiefern dieses kollegiale Miteinander zwischen Bahn und Polizei in der Vergangenheit an Fußballfans erprobt wurde, bin mir aber trotzdem sicher, dass es genug solcher Trainingseinheiten gegeben hat. Vielleicht könnte man am Samstag alle 100000 Nervensägen einfach einkesseln, genetisch erfassen und fortan mit einem Peilsender durch die Gegend laufen lassen? Das würde Aufwand sparen.

  1. Ist es nicht im Sinne eines jeden Bürgers der Polizei zu zuarbeiten? Wenn ich potenzielle Störer, Randalierer, Chaoten, Autonome, etc. ausmachen würde, so melde ich sie natürlich der Polizei. Leider können die Polizisten ja nicht alles sehen- deshalb Obacht- Melden macht frei.
    Man könnte die Subjekte auch noch mit dem Handy, notfalls auch mit einer Camera, ablichten und zum Bildreporter werden.