Oktober 2007

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Dingdingding

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Schnodderseuche

Ich werde mich noch in dieser Woche totschnoddern. Seit gestern morgen bin ich ein großer Haufen Matsch. Die Ärztin gab mir Standardmedikamente für 17,69‚¬. Mit den 10‚¬ Praxisgebühr war das eindeutig viel zu viel Geld. Letzte Nacht hatte ich fiese Fieberalpträume, unterbrochen durch häufiges Aufwachen. Seit heute dann noch äusserst schmerzhafter Husten.
Ich verpasse beide Pokalspiele, aber das macht nichts. Ich habe einen gelben Schein. Warum kümmert sich hier niemand um mich? Bei Mama war Kranksein schöner.

Lifestyle-Terror oder Terror-Lifestyle, das ist hier die Frage.

Die Antwort: Hippes Accessoire mit Revoluzzer-Faktor.

Scan offenbar von hier.

Für alle, die nicht zufällig mehr oder weniger aktive Fans des SV Werder Bremen sind, ist diese Meldung völlig uninteressant.

Döhlen hat zum vierten Mal die Fahne verloren. Diesmal allerdings nicht an gegnerische Fans, sondern an einen Werder-Fan, der den runtergefallenen Lappen fand und keine Mühen scheute, sie unauffällig den Besitzern zurückzubringen. Darauf scheinen diese aber keinen Wert zu legen. Vielleicht sollten verantwortungsbewusste Werder-Fans ihnen das Textil wegnehmen und ihnen verbieten, eine neue Fahne herzustellen.

Der vorige Beitrag lässt es erahnen: Heute war Fussek angesagt. Und nicht irgendein Spiel, nein, das Derby und Spitzenspiel der zweiten Kreisklasse stand auf dem Zettel. Als ob ein Derby gegen Platjenwerbe nicht schon thrilling genug wäre, gab die Tabellenkonstellation auch noch einiges her. Platjenbüttel reiste mit 10 Siegen aus 10 Spielen und schnuckeligen 42:3 Toren an. Wir lagen 7 Punkte dahinter. Ich selbst war auf einen ruhigen Nachmittag eingestellt, war ich doch zuletzt nur selten bei den Spielen und überhaupt nicht beim Training anwesend. Eigentlich hätte das einen Platz auf der Bank bedeutet, und so war ich einigermaßen überrascht, als ich mich mitten in der Innenverteidigung wiederfand.

Hinter den vier Verteidigern fand sich noch ein Libero ein, Beton anrühren war das Ziel. Das gelang wunderbestens, ich will Fabio Cannavaro kein Unrecht tun, aber er könnte sich schon einiges bei mir und meinen Mitspielern abgucken. Der Feind sah nur selten den Strafraum von innen, während unser einziger Stürmer vorne ab und zu für Unruhe sorgte. Man mochte nach der torlosen ersten Halbzeit behaupten, dass unsere Taktik ganz gut aufging.

Mitte der zweiten Halbzeit entschieden wir uns schließlich, das Spiel zu gewinnen. Ein sauberer Konter endete mit einem einsamen 30-Meter Lauf auf den gegnerischen Torwart, der dem Ball nur noch hinterher gucken konnte.
Das Tor verunsicherte mich ein wenig. Jetzt lagen wir vorne und hatten auf einmal alles zu verlieren, hei, das wäre aber ärgerlich. Zum Ärger für den Gegner blieben wir aber weiterhin viel zu gut organisiert, als dass irgendeine über Ecken hinausgehende Gefahr für unser Tor entstehen konnte.

Kurz vor Schluss war es Zeit für eine Klarstellung der Verhältnisse und ein Jokertor brachte das 2:0 und den Sieg.

Der Grund, aus dem ich das überhaupt blogge, ist, dass ich mich lange nicht so gefreut habe wie heute über dieses Spiel. Völlig unerwartet ins Spiel und auf eine ungewohnte Position gerutscht, fand ich mich auf einmal zentral in der Abwehr und damit mitten im Geschehen wieder. Dass ich das dann ganz gut auf die Reihe bekommen habe und wir den Gegner, zu dem es ganz besonders für die älteren Spieler eine wirkliche Rivalität gibt, überzeugend besiegt haben, macht mich ziemlich glücklich. Was für ein schöner Sport!

Was ich meine, kann eigentlich nur Arnold Schwarzenegger verdeutlichen.

Any given sunday

10:17:09 cule: du fährst gar nicht mehr auswärts.
10:17:38 MrBonde: ich fahre gar nicht mehr nach gelsenkirchne.
10:17:43 MrBonde: so ist es richtig!
10:18:07 cule: weil du es scheisse findest.
10:18:19 MrBonde: weil ich es scheisse finde.
10:18:29 cule: aber werder braucht dich.
10:21:32 MrBonde: werder scheisst auf mich.
10:24:22 cule: :(
10:24:35 cule: du hast recht.

Allgemein begrüßt wurde in der vergangenen Woche die Entscheidung des Holiday Inn in Dresden, die NPD-Kader Holger Apfel und Alexander Delle zu bitten, von einer Buchung eines Zimmer abzusehen. Zurecht, ein wirtschaftlicher Boykott ist ein effektives Mittel im Kampf gegen Nazis. Eine Aussage über das Holiday Inn in der Meldung der Freien Presse mag mir aber nicht so recht gefallen:

Unternehmen sollten eine gewisse Ethik haben, sagte Lohmeyer der „Freien Presse“. Deswegen seien Sekten bei ihm ebenso unerwünscht wie Politiker – gleich, ob vom rechts-oder linksextremistischen Rand.

Das Hotel hätte also möglicherweise ebenso linksradikale Politiker ausgeladen. Oder eine Religionsgemeinschaft, die einen buntgepunkteten Vogel anbetet. Die getroffene Entscheidung ist nach wie vor lobenswert, doch auf der guten Seite scheint die Herberge mir nicht ganz zu stehen.

Die Not des deutschen Volkes , das mit seinen mehr als 60 Millionen in eine unerträgliche Enge eingezwängt ist, kann durch Innensiedlung allein nicht behoben werden. Unser Bevölkerungsüberschuß braucht Raum. Man mag das Problem ansehen, von welcher Seite man will: Wir brauchen Neuland, nicht um andere Völker zu unterdrücken, sondern um selbst die nötigste Luft zum Atmen zu haben.

Es kommt nicht in erster Linie darauf an, wo dieser Siedlungsraum liegt. Aber es ist eine Lebensfrage, daß wir überhaupt Siedlungraum bekommen, wo Millionen von Deutschen leben können.

Es handelt sich nicht um eine koloniale Spielerei, sondern darum, uns eine Existenzmöglichkeit zu schaffen und die Nachkommen deutscher Eltern dem Deutschtum zu erhalten. Diese Nachkommen, die deutsche Jugend und die deutsche Zukunft geht es an.

Lettow-Vorbeck

zitiert nach: Jambo. Monatsschrift für Schule und Elternhaus, November | Nebelmond 1933

Ich könnte Stunden damit verbringen, solche und noch viel haarsträubendere Zitate aus diesen Heften, die ich heute bekam, abzuschreiben. Doch ist hier der Urheber ein gewisser Lettow-Vorbeck, Generalmajor Paul von Lettow-Vorbeck. Die oben zitierten Zeilen sind einer Ausgabe von Jambo, einer kolonialistischen und nationalsozialistischen Jugendzeitschrift aus den Endjahren der Weimarer Republik, die sich mit einem „Ruhmesblatt in der Geschichte des Verteidigungskampfes der deutschen Schutztruppe unter Lettow-Vorbeck in Deutsch-Ostafrika“ beschäftigt, vorangestellt. Nachdem Lettow-Vorbeck Deutschland in den Kolonien gute Dienste geleistet hatt, verhielt er sich widersprüchlich gegenüber den Nazis, aber offenbar nicht ausreichend unbequem, um nicht mehr für den Posten des Staatsrates in Bremen in Frage zu kommen. 1938 ernannte ihn Hitler sogar zum General zur besonderen Verwendung, 1945 wurde sein Haus von Bomben zerstört. Danach war er Gärtner und machte Reisen in die alten Kolonien und bemerkte danach, „wie schnell auch aus einfachen Schwarzen Menschen mit beträchtlicher Kultur werden können, die ihr Schicksal selbst bestimmen und frei von Bevormundung werden wollen.“ Nach seinem Tod stellte die Bundeswehr einige Offiziere zur Ehrenwache ab. Bis heute tragen Kasernen der BRD seinen Namen, laut Telefonbuch gibt es eine Lettow-Vorbeck-Allee und zehn Lettow-Vorbeck-Straßen in Deutschland. Ein verdammtes Land muss es sein.

Alle Informationen über Lettow-Vorbeck zitiert nach Wikipedia. 

 

 

 

Duce, Duce!

Schon kurz vor Beginn der Partie gab es den ersten Eklat im Gästeblock. Als über Lautsprecher die bei Champions-League-Spielen übliche Aufforderung zu Fairness und gegen Rassismus verlesen wurde, streckten im Oberrang der Westkurve italienische Fans den rechten Arm in den Bremer Himmel. „Ich hab€™ zur Seite geguckt und nur noch Arme gesehen“, schilderte eine im Block nebenan sitzende Bremerin die Szene. Andere Augenzeugen bestätigen: Die Mehrheit der Lazio-Anhänger – laut Werder waren 485 Karten an die Gäste verkauft worden – habe den Hitlergruß gezeigt.

Dabei blieb es während der 90 Minuten nicht. Mehrfach hallten Affenrufe aus dem Gästeblock aufs Feld, Adressat war Werders ivorischer Stürmer Boubacar Sanogo. Nach dem Anschlusstor der Römer durch Christian Manfredini feierte der Anhang mit „Duce, Duce“-Rufen den früheren faschistischen Diktator Italiens, Benito Mussolini.

Komplett.

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