Herr Nouripour!

Vorgeschichte

Sehr geehrter Herr Nouripour,

ich hatte bereits vor einer Woche versucht, Sie über Ihre Webseite zu erreichen, leider bekam ich bisher keine Antwort. Ich las in einem Interview der taz mit Ihnen folgende Aussage:

“Ich habe auch zwei Pässe, den deutschen und den iranischen. Wenn ich im Bundestag sitze, ist es für mich selbstverständlich, dass ich Deutscher bin. Das Existenzrecht Israels ist auch mein Primat der deutschen Außenpolitik. Wenn ich aber als Abgeordneter einer offiziellen Delegationsreise nach Israel fahren würde, hätte das für mich im Iran rechtliche Konsequenzen. Aber soll ich jetzt mein Mandat abgeben?”

Nun frage ich mich, wie Sie zu der Möglichkeit einer tatsächlichen Reise nach Israel stehen. Ihre Aussage klingt ein wenig danach, als würden Sie eine solche Reise gerne vermeiden, um nicht mit iranischem Recht in Konflikt zu geraten. Habe ich Sie da richtig verstanden?
Angenommen, Sie würden über den Ausschuss für EU-Angelegenheiten nach Israel eingeladen, Sie hätten Zeit und fühlten sich wie der richtige Ansprechpartner für die angestrebten Gespräche, würden Sie in diesem (zugegebenermaßen konstruierten) Fall nach Israel reisen?
Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen,

Ich habe es diesmal über die Bundestagswebseite versucht.

Findet eigentlich noch jemand, dass man seine Antwort da durchaus so wie angedeutet verstehen kann, oder bin ich da gerade sowieso auf dem Holzweg?

  1. Er hat keine Zeit für moralische Überlegungen und versucht an viel Geld zu kommen. Jetzt nervst du ihn mit dieser Frage.
    Klare Sache: Er kann nichts dafür und zur Not ist seine Sekretärin Schuld.

    Mich hätte es eher überrascht, wenn er dir sofort geantwortet hätte. Interessant ist es allemal.

  2. Ich fand seine Äußerung auch bestenfalls missverständlich oder hätte es eben aufgefasst, wie Du es tust. Man könnte argumentieren, dass er lediglich den größeren Zusammenhang der Dejagah-Sache darstellen und darauf hinweisen wollte, dass bestimmte Probleme alle Bürger mit iranischem Pass betreffen. Muss man aber nicht und deshalb ist es gut, dass Du fragst.

    Als Ex-Briefe-und-mails-an-MdBs-beantwortender-Praktikant würde ich allerdings immerhin sagen, dass es insofern ein gutes Zeichen ist, noch keine Antwort bekommen zu haben, als dass jene, die keine wirkliche Antwort bekommen sollen, zügig mit Standardfloskeln abgearbeitet werden und andere eben etwas dauern können. So viele Mitarbeiter rennen da schließlich auch nicht rum - schon gar nicht bei den Grünen ;) . Hast Du schon mal an Abgeordnetenwatch gedacht? Öffentlichkeit wirkt manchmal Wunder.

  3. Ich warte jetzt noch ein paar Tage, ob da noch Antwort kommt. Danach kann man ja vielleicht ein wenig ‘Zionist Lobby Action’ anstoßen. :)

    Das gäbe auch mal eine schöne Zaunfahne…. hmmmm.

  4. was ein zufall: ich habe nouripour kürzlich gesehen und auf die geschichte hier angesprochen. mein informationsstand ist, dass er ende oktober auf deine anfrage geantwortet hat, davon ist hier aber nichts mehr zu lesen. ist die antwort nicht angekommen? oder passt’s nicht ins weltbild, dass ein politiker auf anfragen antwortet? ich bin schon etwas verwundert. grüße, morten.

  5. Doch, die ist angekommen und das hätte hier dann wohl auch reingehört. Die Mail beginnt mit “Selbstverständlich würde ich eine Reise nach Israel nicht boykottieren.” Das glaube ich ihm nicht. Aber was will man dazu noch großartig schreiben? Dass er geantwortet hat, richtig, sorry dafür.