November 2007

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Vor einigen Monaten schon war in der Textezusammenstellung für deutsche Lehrer, Aus Politik und Zeitgeschichte, ein Artikel* zu lesen, der den Islam, wie er sich heute darstellt, als das Ergebnis eines großen Missverständnisses darstellt. Karl-Heinz Ohlig argumentiert, dass der Prophet Mohammed nie gelebt hat. Seiner Theorie zufolge hat sich der Islam als eine Abspaltung des Christentums entwickelt, die die Göttlichkeit Jesu und des Heiligen Geistes verneinte und forderte, nur einen Gott anzubeten. Mit dem Namen Mohammed, der ja nun einmal im Koran auftaucht, sei Jesus gemeint.

Die aufgestellte These ist radikal und laut Wikipedia eine krasse Außenseiterposition. Doch immerhin wurde sie in APuZ veröffentlicht, und wenn sie einer kritischen Prüfung standhält, ist der Islam um ein Riesenproblem reicher, vorrausgesetzt es findet sich jemand, der sich für die Forschung eines westlichen Ungläubigen interessiert. Leider kann ich nicht den Optimismus teilen, den der Autor mit seiner Theorie verbindet:

Die Wahrnehmung der historischen Bedingtheit der Anfangsprozesse könnte die Chance eröffnen, Dogmatismen aufzulockern und den notwendigen Schritt in die Moderne, vergleichbar der Wirkung der Aufklärung auf das Christentum, zu ermöglichen.

Dem Christentum wurde mit der Aufklärung der letzte Rest Macht genommen, den es noch hatte. Eigene Truppen hatte es damals schon kaum noch. Beim Islam sieht das heute anders aus. Der unaufgeklärte Islam steht unter Waffen und ist bestens motiviert. Noch mehr Aufklärung würde diese Menschen endgültig in den Wahnsinn treiben. So sehr es der Nachwelt zu wünschen wäre, für uns wäre es die Hölle.

*Eventuell lässt sich das pdf-Dokument nicht direkt öffnen. Dann könnte es helfen, es per Rechtsklick auf die Festplatte runterzuladen und dann zu öffnen.

Im StudiVZ gibt es diverse Gruppen, die sich mehr oder weniger kämpferisch gegen Israel wenden, von „Anti Israel und Usa!!“ mit 850 Mitgliedern bis „Israel-öffentlich-kritisieren-können-Gruppe“ mit 1170. Zu letzterer gibt es eine Parodie, „Äquatorialguinea-öffentlich-kritisieren-können-Gruppe“, da gehts schon lustig daher.

Neben diesen antizionistischen Gruppen, die zum größten Teil von arabischen Menschen besucht werden, gibt es noch sehr deutsche Gruppen wie „Liebe Juden, jetzt ist doch gut, oder?“, die den Holocaust für längst abbezahlt halten.

So kann also jeder seinen Antisemitismus mehr oder weniger verhüllt durch eine Art politische Meinungsäusserung durch die Gegend tragen. Die offenste Variante wählt eine Gruppe, die sich einen bestimmten Juden rausgesucht hat. Wer könnte das anderes sein als Michel Friedman, und was anderes als „Hass“ sollen sie für ihn übrig haben? Also heisst die Gruppe auch „ich hasse friedman“. Die Mitglieder sind größtenteils Deutsche und so geht es dort auch zu.

Ein Klaus Klitsche (Name geändert) findet den Holocaust offenbar gerechtfertigt und auch ziemlich lustig:

Er bedient einfach alle jüdischen Klischés. Sehr gute Wahl ausgerechnet diesen Deppen als Repräsentant des Judentums in Deutschland darzustellen. Es gibt Völker,die lernen einfach auch nach Tausenden von Jahren Verfolgung nichts dazu…*lol*

Kultur wird auch großgeschrieben, und so zitiert Maik Hausmann, offensichtlich strammer Faschist, die Neonaziband „Division Germania“
mit ihrem Lied „Paolo Pinkel“. Textprobe:

Die Deutschen sind schuldig für alle Zeiten, ja immer dasselbe Lied. Und das von einem Berufsankläger, der sich Koks durch seinen Rüssel zieht.

Da singt auch Julian S. gerne mit, den sein Profil vermummt mit einem St Pauli Schal zeigt, der sich in der Gruppe „SPD“ aufhält und der alle seine Rechte kennt:

und? dann müssen wir die ganze gruppe umbenennen. was können die uns denn? hier wird nichts volksverhetzendes geschrieben. und ein recht auf meinungsfreiheit haben wir immernoch.

Da liegt er nicht so ganz richtig, denn spätestens seit 5 Tagen wäre die Gruppe auch für den Staatsanwalt interessant. Seitdem steht dort ein antisemitisches Pamphlet erster Ordnung.

Wer soll sonst Völker in Kriege treiben,die Menschen dieser Welt manipulieren,versklaven,siebenutzen und ausbeuten? […]

andere Ländere und Armeen für seine Beutezug auszunutzen und dingbar zu machen ist ebenso richtig wie andere Regierungen zu unterwandern und Länder in den Ruin zu treiben und auszusaugen…. Wer sonst soll diese Rolle übernehmen? Wer sonst trägt den schönsten mit Pomade oder Butter geschniegelten Haarschnitt…

Es ist und bleibt der….

Ein immerhin anonymisierter ( „Sepp weißt du doch nicht“ ) Nazi nach autonomer Nationalistenart, der in seinem Profil Hitler zitiert, postete es. Reaktionen blieben bisher aus, vielleicht ist das vielen doch zu offen, man hat schliesslich auch Angst. Angst besonders vor Juden in Person des Zentralrats. Denn der könnte sie dabei erwischen, wenn z.B. Landser zitiert wird.

Das sag ich jetzt besser nicht, sonst kritisiert mich der Zentralrat.

Keine Sorge, das habe ich ja jetzt übernommen.

Die Gruppe oder z.B. den Herren mit dem Hitler-Zitat den Administratoren zu „melden“ bringt rein gar nichts, offensichtlich hat das StudiVZ gegen solche Kunden nichts einzuwenden. Lösen liesse sich das Problem so ohnehin nicht. Aber wenn ich es so angucke, hätte ich schon gerne einen Baseballschläger.

Nachtrag, 2.12.: Die Gruppe wurde umbenannt, an den Inhalten hat sich nichts geaendert. Siehe Kommentare.

Nützliches

Seit gefühlten 100 Jahren nervt mich die Sitzungswiederherstellung von Firefox, die mich nach jedem Hochfahren wieder fragt, ob ich die alte Sitzung wiederherstellen möchte. Ich hatte mir schonmal Abhilfe ergooglet, dann aber nicht umgesetzt und mich dann stattdessen jedes Mal wieder geärgert. Damit ist jetzt Schluss. Und weil die verehrten Leser sicher genauso faul sind: Hier klicken, 20 Sekunden investieren, Problem gelöst.

Annapolis

FAZ

Die Jüdische Gemeinde Bremen wächst, zahlreiche Bürger jüdischen Glaubens finden hier eine Heimat.
Elvira Noa, die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde in Bremen, wird über das Verhältnis der Jüdischen Gemeinde zum Staat Israel sprechen.

Dienstag, 27. November 2007, 20 Uhr
Foyer Theater am Goetheplatz

Das könnte sehr interessant sein, zumal im Zusammenhang mit der Verleihung des Hannah-Arendt-Preises an Tony Judt am Wochenende.

Demnach schubsten die vier glatzköpfigen jungen Männer das sechs Jahre alte Kind einer Spätaussiedlerfamilie vor einem Supermarkt herum. Es habe bereits laut geweint, als die junge Frau den Männern zugerufen habe, sie mögen das Kind in Ruhe lassen. Die vier Männer hätten darauf von ihrem Opfer abgelassen. Drei von ihnen hätten dann die 17-Jährige zu Boden gerissen und sie festgehalten, während der vierte ihr mit einem scharfen Gegenstand ein Hakenkreuz in die Hüfte ritzte.

Weiter bei der FAZ

Eigentlich wollte ich nur dieses Lied hier verlinken, weil mich der Bass gerade mal wieder richtig geflasht hat. Aber wenn ich schon dabei bin, lege ich euch gleich den ganzen Künstler ans Herz. Hier gibts verhältnismäßig viel Content legal zum Downloaden.

Neben dem bereits verlinkten Titel besonders empfehlenswert:

Schönes Wochenende!

Immer nur Ärger

Ein Bekannter von mir sagte heute:

Fußball finde ich irgendwie faszinierend. Man trifft sich dort und ärgert sich. Und bei den Vereinen, bei denen man sich selten über die Mannschaft ärgert, ärgert man sich über den Verein als solches.

Selten erfassen es Außenstehende so gut.

POW!

Kicker

Bild: „Dieser Mann ist verrückt!“

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