Heute spielte Werders U23 gegen die zweite Mannschaft von Energie Cottbus. Mit dabei war Knut, der Eisbär Ivan Klasnic. Der kommt gerade zurück in den Profifussball, nachdem er im zweiten Anlauf erfolgreich eine neue Niere transplantiert bekam.
Er spielte ziemlich bescheiden, stand viel herum oder bewegte sich zielsicher genau dahin, wo kein Ball ihn erreichen konnte. Damit passte er sich ans ideenlose Spiel unserer Mannschaft heute an. Bis er dann nach etwa einer halben Stunde mit einer Zerrung ausgewechselt werden musste. Vorher wurde er schon, wie auch bei seinem ersten Spiel am Dienstag, bestaunt wie eine Attraktion aus der Tierwelt.
Nachdem er nun vom Platz gegangen war, nahm er in der Plexiglaskabine am Spielfeldrand platz und verwandelte sich damit endgültig in Knut, den Eisbären. Immer wieder kamen staunende Fans, meist jung, meist weiblich, heran, starrten durch die Scheibe und raunten sich gegenseitig die großen Erkenntnisse zu: Da sitzt er! Guckt aber grimmig! Das musste natürlich mit dem Handy fotografiert bzw. direkt der besten Freundin zu hause auf dem Sofa erzählt werden. Es fehlte wohl nicht viel, dann hätte man ihm Erdnüsse zugeworfen. Und wenn er sich trotzdem nicht bewegt hätte, hätte man ihn mit einem Stock gepiekst, bis eine Reaktion zu Sehen gewesen wäre.
Doch zivilisatorische Standards schienen das zu verhindern, und dann war auch Halbzeit.
Zum Spiel sei noch gesagt, dass es furchtbar öde war, Werder verschoss einen Elfer vor der Pause und langweilte auch in der zweiten Halbzeit noch. Wir veralberten die Zeit mit entschlossenen Klatscheinlagen, Ausbuhen und anderem Gedöns. Dabei konnten wir viele Umstehende mitreissen und für den Kuttengedanken begeistern. Allen voran zwei englischsprachige Damen (USA?), von der die eine der anderen regelmässig all den Blödsinn, den wir so quatschten, übersetzte und sie so zum Lachen brachte.
Man muss die Zeichen der Zeit auch mal deuten und daraus seine Lehren ziehen!
Schliesslich schossen unsere Jongens noch drei Tore und wir gewannen, yeah. Die Cottbusser, allen Ernstes mit zehn Leuten und zwei Zaunfahnen bei diesem Kick vertreten, gaben die größere der beiden, “Amateure Supporters”, dann einem ihrer Spieler mit. Ich schätze, unser als Gewaltblock zu verkennender Haufen hatte ihnen mächtig Angst gemacht.
Amateure machen schon Spaß, muss man sagen.
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und hier ist das lustige Spiel zum Beitrag:
http://www.sandmann.de/flash/sm/spiele/spiel.jsp?key=9_84300&noExport=true

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