Bis eben kannte ich Geert Lovink nicht, obwohl er doch “Europas prominentester Internettheoretiker” ist. Dabei sprach die Zeit vor schlappen acht Jahren noch über “Hacker oder Freaks wie Geert Lovink”. Steile Karriere!
Prominent, wie er jetzt ist, wird er über Internet und Blogs interviewt, und bald ahnt man, warum das im Feuilleton stattfindet:
Lovink: Sie [Blogs] beschränken sich ganz auf den affektiven Raum, den sie flüchtig besetzen. Medienphilosophisch gesehen, handelt es sich um dekadente Artefakte, die den Schritt von der Wahrheit ins Nichts wagen.
Zeit: Hat es nicht etwas Frivoles, den Abschied von der Alternative zu feiern?
Lovink: Nun, ich feiere es ja nicht. [...]
Bis auf die Hervorhebungen habe ich dem nichts hinzuzufügen. Ausser: Käsekuchenhilfe.
Ausserdem erfährt man folgende shocking Nachricht:
Die beliebtesten Blogs handeln von Katzen, das Katzenthema ist weltweit die Nummer eins. Dann kommen Ferienreisen.[...]
Es gibt sachliches, heroisches und desperates Bloggen.
Eine kurze Überprüfung ergab eben, dass wir bisher keinerlei katzenbezogene Inhalte anbieten. Dafür halte ich dieses Blog für sowohl sachlich als auch heroisch, und in Sachen DESPERATION macht uns sowieso keiner was vor. Es wird ja alles immer schlimmer. Also, alles, ich meine: Die Situation. Und dabei hängen wir uns so ins Zeug…
Wo wir zwei gerade so schön plaudern: Es scheint weisse Weihnachten zu geben. Das ist doppelt schlimm, wenn man just aus dem Land ohne Weihnachten kommt, wo es schön warm ist.
Aber, na klar, materiell rechnet sich Weihnachten ja schon. Zumal man auch da gewinnen kann, wo man eigentlich investiert. Gestern stand ich nämlich vor der Entscheidung, welches Buch ich innerfamiliär verschenke. Zwei Möglichkeiten: Ein Buch, dass der Beschenkte gerne lesen würde (naheliegend), oder eins, dass er nur vielleicht, ich aber auf jeden Fall gerne lesen würde. Ich habe mich dann für letzteres entschieden. Denn so wird es auf jeden Fall einmal mit Freude gelesen (von mir) und eventuell sogar noch ein zweites Mal von ihm.
Eine andere Geschenkauswahl habe ich an eine Expertin outgesourced. Das spart Arbeit und garantiert Erfolg. Spitze.
Wer noch nichts zu verschenken hat, sollte unbedingt dieses Buch von Dietmar Dath verschenken. Oder das hier.
Letzteres empfiehlt sich besonders, sollte jemand aus irgendeinem Grunde mir etwas schenken wollen. Her damit! Der Dietmar war letzte Woche hier zur Lesung, da habe ich dann 5€ bezahlt um ihn mal angucken zu können, oben drauf hat er auch noch ne dreiviertelstunde gelesen. Schon sympathisch.
Im Golden Shop in Bremen und sicher auch anderswo gibts von Sukultur kleine Heftchen a ~15 Seiten mit Texten u.a. von Dietmar Dath. Das kostet dann einen Euro, kann man also auch getrost verschenken.
Wie immer öfter, altersbedingt, habe ich etwas nachzutragen: Hahahah, die Bilder!

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