Studenten in Panik

Im StudiVZ lässt sich aktuell wieder einmal die Unvernunft ansonsten gar nicht so blöder Menschen in großen Gruppen beobachten. Das mit den Gruppen ist wörtlich zu nehmen, denn seitdem die Betreiber des Selbstdarstellungsnetzwerkes seinen Nutzern neue Geschäftsbedingungen zur Bestätigung vorgelegt hat, sprießen als Teil eben dieses Netzwerks Gruppen, als deren Mitglied man sich gegen die AGBs aussprechen kann, wie die Pilze aus dem Boden. Freilich kann man ab dem 8. Januar gar nicht mehr Mitglied dieser Gruppen sein, wenn man nicht eben diese AGBs akzeptiert. Deshalb haben sich schon etliche abgemeldet. Wieder andere haben einfach ihre komplette Freundesliste gelöscht, warum auch immer.

Es ist eine verrückte Sache mit dem Social Networking, vielleicht mehr noch als andere Internetaktivitäten scheint es süchtig zu machen. Obwohl vielen bei der Vorstellung, wo mit ihren Daten wohl was gemacht wird, mehr als unbehaglich wird, fällt ihnen nicht besseres ein, als innerhalb der kritisierten Plattform rumzunörgeln. Das ist nicht nur bei StudiVZ der Fall, das gleiche Phänomen kann man seit der Übernahme flickrs durch Yahoo beobachten. Doch nicht nur bei den Onlinefotoalben gibt es Alternativen.

Man kann nämlich durchaus zu anderen Netzwerken wechseln. Zum einen wäre da Facebook, dessen unglaublich billigen Abklatsch das StudiVZ darstellt. Doch auch dort gehorcht man den Gesetzen der Marktwirtschaft und versucht so viel wie möglich Geld aus der guten Idee zu machen. Anders kaioo: Der Betrieb dieses Netzwerkes wird allein durch Spenden finanziert. Doch Spenden gehen natürlich nur an gemeinnützige Organisationen, und kaioo ist gemeinnützig, weil die Einnahmen aus Werbung, die es dort genauso gibt wie überall sonst auch, komplett gespendet werden. Das mag für ein billiges gutes Gewissen reichen, die Problematik aber, die bei der freiwilligen Abgabe aller möglichen Daten entsteht, wird damit nicht gelöst. Aber das stört ja die eifrigen Gruppengründer nicht. Sie lassen verlauten, dass sie mit Inkrafttreten der neuen AGBs zu kaioo wechseln.

Dabei wäre alles so einfach. Ein falscher oder abgekürzter Name, irgendeine Spam-Email-Adresse und etwas mehr Sparsamkeit bei der Angabe von Hobbys machen den trendigen Webzweipunktnuller einen schlauen, und wenn er dann noch ein bisschen an den Einstellungen rumdreht, sind den Community-Freuden keine Grenzen gesetzt.

  1. Woher kommt eigentlich dieser Kaioo Schwachsinn?

    Unabhänig? kaioo gehört zu 50% Rolf Schmidt-Holtz und der ist weiterhin als CEO von SonyBMG tätig. SonyBMG ist die Firma die gerade erst erwischt wurde, weil sie Spyware auf ihren MusikCds hatten.

  2. Unabhängig habe ich zumindest nicht geschrieben. Oder beziehst du dich auf die Leute, die das toll finden?

  3. kaioo hat darüber hinaus aber nichts mit Sony am Hut, nur weil der Typ da arbeitet. Ob kaioo deswegen “besser” als die Alternativen ist, wäre zu diskutieren.

  4. Nene, ich meinte schon die Leute die das toll finden.