Feuer und Flamme…

Im aktuellen Zeit Magazin Leben ist eine Reportage über die erste EU-weite Sammelcharterabschiebung zu lesen, die von deutschen Behörden organisiert wurde. Wie immer zieht sich der Organisator der Aktion dabei auf den Standpunkt zurück, er würde die Gesetze nicht machen. Auch wenn ich mich ungerne auf eine solche Argumentation einlassen würde, um mein eigenes Handeln zu entschuldigen, so fällt doch auf, dass man als Macher der Gesetze nicht nur von den Autoren solcher Reportagen unbehelligt bleiben, sondern sogar Wahlen gewinnen kann oder es zumindest versucht.

Daher lässt der Text einen einfach traurig und allein zurück, beschämt angesichts des unverdienten Glücks, von den Behörden hierzulande als Deutscher angesehen zu werden und also seine Menschenwürde behalten zu dürfen. Man muss sich durch den Text quälen, obwohl er sehr sachlich und dennoch lebendig geschrieben ist, nur um am Ende zu erfahren, dass eines der Abschiebeopfer nach seiner Rückkehr zu seiner deutschen Verlobten seine “Reise” auch noch selbst bezahlen musste. This is Germany.