Januar 2008

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Bewaffnete Einwohner

Spiegel Online meldet, dass Israel in einer Militäraktion im Gazastreifen mindestens 15 Palästinenser getötet habe.
Interessant ist dabei die Beschreibung der Getöteten.

Nach Angaben einer Militärsprecherin wurden die vordringenden Truppen von bewaffneten Einwohnern mit Mörsergranaten und Schnellfeuergewehren angegriffen.

Bewaffnete Einwohner heisst natürlich nichts anderes als Terroristen, die den Kampf gegen Israel zu ihrer Hauptbeschäftigung gemacht haben und im selben gestorben sind. Nicht einmal die Hamas leugnet das.

Ich frage mich vor allem, woher die Formulierung “bewaffnete Einwohner” kommt, ob sie von der genannten Militärsprecherin kommt und wie das wohl auf englisch heissen soll. “Armed inhabitants” bringt ein paar Googletreffer, aber nicht zu diesem Angriff. “Bewaffnete Einwohner” hat auch der Tagesspiegel, die deutsche Formulierung kommt also auf jeden Fall aus den Nachrichtenagenturen.

Naja, ist auch egal.

Nachtrag
: SPON erweitert den Artikel ständig und ändert auch den Titel, ohne das irgendwie zu kennzeichnen. Inzwischen schreiben sie denselben Quatsch wie die junge Welt, ich erwähnte es in den Kommentaren bereits:

Im Verlauf der Gefechte erschoss ein palästinensischer Heckenschütze in einem israelischen Grenzort einen 20-jähriger freiwilliger Helfer (sic!) aus Ecuador in einem Kibbuz. Der junge Mann arbeitete den Angaben zufolge in der Nähe des Grenzzauns auf einem Feld, als er getroffen wurde.

Beide Vorfälle haben nichts miteinander zu tun, könnten bestenfalls zeitgleich passiert sein. Die Formulierung “Im Verlauf der Gefechte” suggeriert etwas anderes und rechnet den Tod des Kibbuznik implizit den Angriffen der IDF zu. Als ob neben einem Gefecht mit Panzern und Hubschraubern jemand in Seelenruhe auf dem Kartoffelacker arbeitet, wie es der junge Mann tat, als er von einem Scharfschützen aus dem Gazastreifen erschossen wurde.

Im aktuellen Zeit Magazin Leben ist eine Reportage über die erste EU-weite Sammelcharterabschiebung zu lesen, die von deutschen Behörden organisiert wurde. Wie immer zieht sich der Organisator der Aktion dabei auf den Standpunkt zurück, er würde die Gesetze nicht machen. Auch wenn ich mich ungerne auf eine solche Argumentation einlassen würde, um mein eigenes Handeln zu entschuldigen, so fällt doch auf, dass man als Macher der Gesetze nicht nur von den Autoren solcher Reportagen unbehelligt bleiben, sondern sogar Wahlen gewinnen kann oder es zumindest versucht.

Daher lässt der Text einen einfach traurig und allein zurück, beschämt angesichts des unverdienten Glücks, von den Behörden hierzulande als Deutscher angesehen zu werden und also seine Menschenwürde behalten zu dürfen. Man muss sich durch den Text quälen, obwohl er sehr sachlich und dennoch lebendig geschrieben ist, nur um am Ende zu erfahren, dass eines der Abschiebeopfer nach seiner Rückkehr zu seiner deutschen Verlobten seine “Reise” auch noch selbst bezahlen musste. This is Germany.

Auf Wiedersehen

Ein bisschen überrascht war ich schon, als ich eben von Timos Abgang lesen musste. Andererseits sagt Klaus Allofs nicht ganz zu unrecht:

“Wir haben Tim noch im alten Jahr ein Angebot gemacht, es kam danach von seiner Seite aber nicht zu Verhandlungen. Wenn ein Spieler aus dem erweiterten Kreis der deutschen Nationalmannschaft frei zu haben ist, muss man mit einer solchen Entwicklung rechnen. Wir können und wollten uns in diesem Fall nur in einem gewissen finanziellen Rahmen bewegen.

Schließlich spielt Hochwürden seit Ende der Weltmeisterschaft auf außerordentlich mittelmäßigem Niveau, während er selbst noch davon überzeugt ist, ein unverzichtbarer Führungsspieler mit galaktischen Fähigkeiten zu sein. Da würde ich an Managers Stelle auch nicht mehr allzu tief in die Tasche greifen. Anfangs habe ich seine gesunde Arroganz noch geschätzt, ihm seine Überheblichkeit nach der WM allerdings übel genommen (der feine Unterschied: Arroganz ist Überheblichkeit, die man sich leisten kann). In den letzten Monaten habe ich mich dann wieder über Meldungen seiner baldigen Genesung gefreut, um heute auf ein Neues mit dem Meckern anzufangen.

Klar ist: Ähnlich wie Torsten Frings wird sein Versuch kläglich scheitern, in der großen weiten Welt Fuß zu fassen. Es wird vielleicht zwei oder drei Jahre dauern, dann steht wieder etwas Großes, Blondes und sehr Kleinlautes bettelnd auf Bremer Matten.

Das Bild zeigt Leute vor und auf der einzigen Tribüne, die es auf dem Trainingsgelände, auf dem das Jugendderby von Hapoel gegen Maccabi stattfand, gibt.

Ganz hinten standen die wenigen jungen Ultras mit Fahne und Trommel, die sich ab und zu vernehmen liessen. Auf der Tribüne vertrieben sich die Leute wie in Israel beim Fussball üblich die Zeit vornehmlich damit, Sonnenblumenkerne zu essen. Auf dem Fussboden häufen sich deswegen unappetitlicherweise die Schalen und kompostieren langsam vor sich hin. Um den eingezäunten Platz herum standen auch noch überall Menschen, die das Spiel verfolgten, Eintritt musste man ohnehin nicht zahlen. Das Spiel endete 0:0 und ist nicht weiter erwähnenswert, zumal wir darüber ja schon einmal kurz berichtet hatten.

Kreuzzüge

Was nur die wenigsten wissen: Joinsen kann die Wikipedia auswendig. Deshalb nehme ich es ihm ein wenig übel, dass er mich nie auf diesen Artikel darin hingewiesen hat. Ich zitiere ausführlich, es geht um die Kreuzzüge und die Belagerung des islamischen Jerusalems durch lauter Kreuzfahrer mit lustigen Namen im Jahre 1099. Hilarious.

Angesicht eines anscheinend unmöglichen Ziels wurde ihre Moral gehoben, als ein Priester namens Peter Desiderius von einer göttlichen Vision mit dem Geist Adhemars sprach, der sie angewiesen habe, drei Tage zu fasten und danach barfuß um die Stadtmauern zu marschieren, wonach die Stadt innerhalb von neun Tagen fallen werde. Obwohl bereits hungernd, fasteten sie und begannen am 8. Juli ihren Umzug, bei dem der Klerus Trompeten blies und Psalmen sang, und bei dem sie von den Verteidigern der Stadt die ganze Zeit über verspottet wurden. Der Umzug hielt am Ölberg.

Mittlerweile waren aber die Belagerungsmaschinen fertig gestellt und konnten in der Nacht des 14. Juli zur großen Überraschung und Besorgnis der Garnison an die Mauern geschoben werden. [...]
Nachdem die Kreuzfahrer die äußeren Mauern durchbrochen hatten und in die Stadt eingedrungen waren, wurde fast jeder Einwohner der Stadt im Laufe des Nachmittags, des Abends und des nächsten Morgens getötet, Muslime, Juden und die verbliebenen Christen ohne Unterschied.

Viele Muslime suchten Schutz in der Al-Aqsa-Moschee, wo nach einem Bericht in der Gesta Francorum “…das Gemetzel so groß war, dass unsere Männer in Blut bis zu ihren Knöcheln wateten… ” Nach Raimund von Aguilers “…ritten die Männer in Blut bis zu ihren Knien und ihrem Zaumzeug hinauf”. In den orientalischen Quellen schwanken die Zahlen zwischen 30.000 Getöteten nach einer anonymen syrischen Chronik und 70.000 bei dem Chronisten Ibn al-Atir.
[...]
Auch die Anzahl wird von Historikern wie Peter Thorau in Zweifel gezogen, zwar ist die Einwohnerzahl Jerusalems im Jahr 1099 unklar, es ist aber nahezu ausgeschlossen, dass die Stadt eine solch hohe Bevölkerungszahl gehabt haben kann.

Man beachte, dass das Töten damals noch bestenfalls mit Schwertern erledigt wurde. Ein ziemlich anstrengender Job.

Am 5. August entdeckte Arnulf, nachdem er einige der zurückgekehrten Verbannten befragt hatte, das Heilige Kreuz.

Einen Klick weiter gibt es Details über Arnulfs “Entdecken”:

Jerusalem wird erobert und die Kreuzfahrer stoßen bei ihrer Suche nach dem “wahren Kreuz” auf einen syrischen Christen, dessen Familie das Kreuz hütet. Da er sich weigert, es herauszugeben, treibt man ihm brennende Pinienspäne unter die Nägel und bricht ihm Knochen, bis er das Versteck preisgibt. Ab diesem Zeitpunkt wird das Kreuz zu allen wichtigen Feldzügen und Schlachten gegen die Sarazenen bis zur Schlacht bei Hattin 1187 mitgeführt.

Ich finde das alles zum Totlachen.

Nobel

Bewegte und bewegende Bilder vom Maskottchenwettlauf “Mascot Grand National” in England. Gelaufen wurde am 7. Oktober 2007 und gewonnen hat Wacky Macky Bear vom Saffron Walden FC, ganz knapp vor dem sich bereits als Sieger wähnenden Spike The Hedgehog. Der alljährliche Favorit Chaddy the Owl, ruhmreiches Maskottchen von Oldham Athletic, welches das Sportevent insgesamt zwei Mal, in den Jahren 2002 und 2003, für sich entscheiden konnte, schaffte es nicht einmal in die Top Ten. Doch bevor wir zum eigentlichen Rennen kommen, heften wir uns kurz an die Fersen von Stokie The Dragon, seines Zeichens Glückstier vom Basingstoke Town Football Club:

Jetzt habt ihr zwar schon das Rennen gesehen, die entscheidenden Vorgänge an der Spitze allerdings verpasst. Eine andere Perspektive bietet dieses Video, indem der Zweikampf zwischen Wacky Macky Bear und Spike The Hedgedog so richtig zur Geltung kommt. Besondere Beachtung schenkt ihr bitte dem bravurösen Ausweichmanöver von Wacky Macky Bear kurz vor dem Ziel, als ein wegelagerndes und bösartiges Maskottchen ihm ein Bein zu stellen versucht.

Well done, Wacky Macky!

Streetart

Ich habe jetzt mal angefangen, Fotos von Streetart aus Bremen bei ipernity hochzuladen. Den Anfang macht armsrock, ein einigermaßen bekannter Künstler aus Kopenhagen, der seit einiger Zeit in Bremen lebt und die Stadt verschönert. Wie man sehen kann, arbeitet er auf der Straße mit Papier, auf das er sehr scharf beobachtete Characters zeichnet. Dass er auch mit Farbe arbeiten kann, lässt sich hier ganz schön sehen. Die Seite, von der der Link kommt, sei hiermit auch in die Blogroll aufgenommen.

Nach und nach wird das Album wohl erst mal mit Sachen von meinen Lieblingskünstlern USLS aufgefüllt, und dann kommen all die anderen feinen Sachen aus Bremen dazu.

Nachtrag 14. Januar: Jetzt ist auch USLS drauf.

Die Kirche ist kein Staat, sondern eine NGO. Heiliger Stuhl raus aus der Uno!

(Uni Bremen, Keksdose, Herrentoilette)
Wörtlich gemeint oder die poetische Umschreibung einer Obstipation?

Gestern fand ich in der Bahn eine Bild von vorgestern. Dort wurde eine Umfrage von Men´s Health unter dem großartigen Titel “Studie über unsere Bäuche” wiedergegeben. Völlig richtig analysierte die Zeitung, dass nach dieser Erhebung in Thüringen die dicksten Menschen wohnen. Obwohl unter den vier weißen Buchstaben auf rotem Grund der Name unserer Stadt stand, versäumte man es aber, die wichtigste Information wiederzugeben und mal eine positive Bremer Schlagzeile zu bringen. Im Ranking der dünnen Menschen steht Bremen nämlich auf Platz 2, nach den Hamburgern, die eh alle hässlich sind. Der bremische Durchschnittsbauchumfang liegt immer noch gute 2 cm (Männer) bzw. 3,63 cm über der Grenze, oberhalb derer es laut Men´s Health ungesund wird. Als einer, der die übelste Not direkt nach dem Zusammenbruch noch mitbekommen hat, kann ich sagen: Lieber ein bisschen zu viel auf den Rippen als Idealmaß, man weiß ja nie, was kommt.

Interessant übrigens die Geschlechterverhältnisse in NRW und Hessen. Während sich die Platzierungen der Männer in allen anderen Bundesländern kaum von denen der Frauen unterscheiden, haben es die relativ dicken Durchschnittsfrauen in Nordrheinwestfalen mit dünnen Durchshnittsmännern zu tun, während es sich in Hessen gerade andersherum verhält. Durchschnittsschwule und -lesben finden per definitionem überall gleichdicke Durchschnittspartner, außer sie wildern im Nachbarland.

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