Der beste auf der ganzen Welt

Lionel Messi

Er guckt mürrisch, das Trikot hängt ihm schlabbernd am Leib, sein Charme wie sein Äußeres werden nie für einen sexy Werbespot genügen. Und trotzdem, sobald er an den Ball kommt, ist man ihm unweigerlich auf den Fersen. Seine Dribblings, deren Ausgänge einem nie bekannt sind, fesseln einen, man fährt förmlich mit ihm auf seinen riskanten Ausweichmanövern, man zuckt zusammen, man gluckst, man schreit, wenn er nach wirrem Umkurven gegnerischer Abwehrspieler plötzlich frei vor dem Torwart steht. Es ist eine wahre Freude, Lionel Messi zuzuschauen, der zwar irgendwas von Maradona hat, mit seinen zwanzig Jahren aber kaum seine Klappe aufreißt und stattdessen lieber Fußball spielt.

Gestern zum Beispiel im heimischen Camp Nou gegen Villareal, wo er wahlweise drei, vier oder fünf Gegner satt machte. Einen davon hat er, und ich meine hat er, innerhalb von fünf Minuten mit gelb-rot vom Platz gestellt, nachdem der bemitleidenswerte Verteidiger ihm zwei Mal nur den Ball wegnehmen wollte und jeweils Messis Beine erwischte - der Ball war längst fort.

Da ist es schade, dass Spieler wie Andrés Iniesta, hochbegabter Mittelfeldspieler der Katalanen, etwas in seinem Schatten dahinwelken. Sowieso hat man den Eindruck, Messi überfordert mit seinem Können die eigenen Kollegen. Mag sein, dass selbst der FC Barcelona eine Nummer zu klein für ihn ist.

Vom gestrigen Spiel habe ich leider nur dieses Video gefunden. Spult eine Minute vor und ihr bekommt eine Vorstellung davon, wie herrlich es ist, ihm Woche für Woche zuzugucken.

  1. Wunderbar!

  2. Das ist doch auch der der Werder (des öfteren schon) aus der CL gekegelt hat…

  3. Diego ist schöner!

  4. Wer will den nen Fußballer, der einfach nur besser als die anderen ist? Dann lieber auf Drogen.

  5. Dem Einwand von Erik kann ich mich nicht ganz entziehen, wenngleich mir Maradona mit seinen ‚politischen‘ Ambitionen gehörig auf den Geist geht. Der globale Wettbewerb unter Spielern nimmt komische Züge an, durch die Virtualisierung mittels PC- und Konsolenspielen kennt inzwischen jeder Grundschüler die Stars der Weltszene und berichtet stolz von dessen Fähigkeiten und dem daraus resultierenden Marktwert. Der konkrete Bezug zum Spiel geht dabei zunehmend verloren. Und das auratische des Stadionbesuchs begegnet einem bei der Auseinandersetzung mit Spielen in einer vollkommen stilisierten und unwirklichen Dimension. Ebenso trägt die TV-Berichterstattung dazu bei. Durch die fortschreitende Mediatisierung des Spielumfeldes versuchen die Vereine, die Wirklichkeit der digitalen Simulation anzupassen. Ich hoffe, dass es morgen wieder ganz konkret wird! Auf einen gelungenen Rückrundenauftakt!

  6. Ich kann diese Freude Michaels absolut verstehen und teilen. Hier noch ein Beweis seines Ausnahmekönnens http://www.youtube.com/watch?v=N3BkVZni0wI

  7. Der Kommentator ist aber auch ganz groß. Das ist übrigens Alltag bei Fußballspielen in Argentinien, dass die Kommentatoren so abgehen. Ich find´s traumhaft!