Nie wieder Deutschland!

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Anlässlich des Holocaust-Gedenktages.

  1. Schönes Bild mit der “Bild”-Werbung im Vordergrund. Finde es trotzdem irgendwie unpassend, das Transpi. Vor allem, weil es nicht wirklich klar ist im Hinblick auf Aussage und Hintergrund (in der Form finde ich es absolut populistisch) und auch bezweifle ich, dass diese Meinung von vielen geteilt wird. Auch ist nicht klar wer dahinter steckt, für die meisten zumindest. Somit fällt es auf die Kurve zurück…

  2. Das Spruchband kam von Racaille Verte, das obligatorische Kürzel wurde schlichtweg vergessen.

    Dass ein Spruchband nicht differenziert ausformuliert werden kann, liegt in der Natur der Sache, ansonsten müsste es mehrfach ums ganze Spielfeld gehen. Ich denke aber auch, dass das gar nicht mal so schlimm ist, schließlich nötigt dies zu pointierten Aussagen.

    Das ist auch ganz gut gelungen. Dass man “Nie wieder Deutschland!” mehr oder weniger radikal auslegen kann (ich plädiere für ersteres), ist kein Mangel. Und populistisch ist der Spruch ganz bestimmt nicht. Ein populistisches Spruchband hätte so ausgesehen: “Deutschland!” Deine Zweifel an der Konsensfähigkeit teile ich hundertprozentig.

  3. Ganz Recht, Joinsen, der Raum des Spruchbandes ist begrenzt, da lässt sich kein Diskurs darstellen. Und in dieser Verkürzung finde ich die Aussage ebenso pointiert wie kräftig. Stimmt es, dass Ihr bei RV Aspiranten habt? Jüngst brüstete sich ein sehr junger Mann damit, diesen Status inne zu haben. Leider stellte sich bei ihm das Verhältnis zwischen Werderleidenschaft und politischem Bewusstsein sehr unausgewogen zu Gunsten der fußballerischen Seite dar, aber daran lässt sich hoffentlich arbeiten.

  4. könnte mir mal einer den Spruch genauer erklären? Richtet er sich gegen das 3. Reich oder einfach gegen das heutige Deutschland?

    Ich habe auch schon gegooglet, aber entweder viel zu lange Texte oder welche, die um den heißen Brei herumreden.

    Füe eine kurze und knackige Erklärung wär ich sehr dankbar ;-)

    mfg

    Jascha

  5. Für mich richtet sich der Spruch gegen Deutschland an sich und gegen das, was “deutsch” ist, unabhängig von der Zeit.
    Nimmt man den Anlass, den Holocaust-Gedenktag, dazu, dürfte die Sache noch einfacher werden. No Krauts – No Holocaust. Gibt es Deutschland nicht mehr, kann sich auch der Holocaust nicht wiederholen. Und das sollte bekanntermaßen das Ziel allen politischen Handelns hier sein.

    Ich habe hier auch schonmal grob und unzureichend ausgeführt, was ich unter Deutschland verstehe:
    http://www.verbrochenes.net/2007/10/03/gegen-deutschland/

    Wenn du Lust auf Gehirnfick hast, kannst du auch mal im Fanszeneforum lesen:
    http://board.fanszene-bremen.net/thread.php?threadid=9422

  6. @Joinsen: Wo liegt der Unterschied zwischen “Deutschland!” und “Nie wieder Deutschland!”? Das eine ist eine Negation, das andere eine Befürwortung, beides radikal und meiner Meinung nach populistisch.

    @ Bonde: Deine Aussage, dass das sich der Holocaust nicht wiederholen kann, wenn Deutschland nicht mehr existiert, finde ich schlichtweg falsch, denn es gibt sicher andere Nationen/Länder, die zu so etwas fähig sind (Iran, …). Holocaust heißt ja nicht, dass es von Deutschland begangen werden muss.

    Ich weiß auch, dass Spruchbänder kurz und knackig sein sollten. Trotzdem kritisiere ich jenes, da es für mich mind. zweideutig ausgelegt werden kann, was manchmal wünschenswert ist, ich dieses hier jedoch nicht sehe. Ganz krass und überspitzt formuliert ist es sehr ähnlich, wie ein Spruchband “Deutschland für immer!”, nur in entgegengestzter politischer Aussage. Auch dieses würde ich in keinster Weise begrüßen.

    Gut, das Spruchband steht unter Verantwortung von RV (mir bewusst, anderen bestimmt nicht). Das kann ich durchaus akzeotieren, darf es aber auch kritisieren.

    Beste Grüße aus Buenos Aires. Bald geht´s zurück und zum Spiel gegen Dortmund bin ich dann wieder in der Kurve!

  7. Ja, sagen wir hierzulande nicht wiederholen, du hast recht. Wobei der Iran seinen Judenmord derart anders organisieren würde, dass das Wort vielleicht nicht mehr passt.

    Den Rest halte ich für groben Unfug. Du fragst, wo der Unterschied zwischen einer Aussage und ihrem Gegenteil liegt? Bitte? Es ist das Gegenteil!

    Wenn ich dich richtig verstehe lehnst du die Aussagen ab, mit der alleinigen Begründung, _dass_ sie radikal sind, also soundso weit von der gesellschaftlichen Mitte entfernt sind. Das allein reicht aber nicht aus.

    Wer “Nie wieder Deutschland!” ablehnt, sollte Argumente vorbringen, warum Deutschland jetzt oder später eine notwendige oder gute Sache ist.

    Ich finde die Aussage übrigens auch überhaupt nicht zweideutig, im Gegenteil, viel besser kann man etwas nicht auf den Punkt bringen. Die Forderung ist völlig klar: Es soll Deutschland nicht mehr geben. Wenn man die BRD und “das System” meinte, würde man das schreiben. Wenn man ein Äusserung machen wollte, was danach kommen soll, würde man das tun.
    All die Beschwerden über Unverständlichkeit oder Radikalität haben meines Erachtens die Ursache darin, dass man der Aussage einfach nicht zustimmt, das aber nicht begründen will oder kann.

    Grüße aus Bremen-Miami, wo ein perfektes Grau herrscht, und das nicht nur beim Wetter. Es ist ekelhaft!

  8. alles klar. Dankeschön

    die Antwort im Forum von “Vogeltill” hat mir geholfen. Der ist ja selber bei RV und weiß darum auch, was gemeint ist.

    Vielen Dank!

    @ Bonde:

    “Gibt es Deutschland nicht mehr, kann sich auch der Holocaust nicht wiederholen. Und das sollte bekanntermaßen das Ziel allen politischen Handelns hier sein.”

    Denken wir uns mal, es würde Deutschland nicht mehr geben. Dieses Stück Land wäre politisch nicht organisiert und es würde somit auch keine “Deutschen” mehr geben. In diesem Fall sehe ich die Gefahr, dass der Holocaust nach und nach in Vergessenheit gerät. Deutschland ist unmittelbar mit diesem verbrechen verbunden. Existiert Deutschland also nicht mehr, dauert es nicht lange und Deutschland ist vergessen. Ist Deutschland vergessen, dauert es nicht lange und der Holocaust (meiner Meinung nach das historisch “wichtigste” deutsche Ereignis) gerät in Vergessenheit. gerät der Holocaust in Vergessenheit, besteht die Gefahr, dass er sich wiederholt, da die Welt, nicht mehr schnell genug die Zeichen erkennen kann, die einen neuen Holocaust ankündigen.

    Um das kurz klar zu stellen: Ich finde den Staat Deutschland bestimmt nicht toll. Fände ich das, würde ich wohl kaum regelmäßig diese ganz bestimmt nicht patriotisch gerichtete Seite besuchen ;-)

  9. Ja, ich stimme dieser Aussage nicht zu, was aber nicht unbedingt damit zu tun hat, dass sie radikal ist. Ich sehe durchaus viele Dinge kritisch in Deutschland (sich ausweitende Überwachung, soziale Ungerechtigkeit, latente Ausländerfeindlichkeit und Abwertung gesellschaflich benachteiligter Schichten in großen Teilen der Bevölkerung, etc.). Wohlgemerkt sehe ich sie kritisch und lehne deshalb Deutschland noch lange nicht ab, beziehungsweise spreche ihm das Existenzrecht ab. Denn der Staat Deutschland sorgt durchaus für eine soziale Ordnung, hat ein weitaus besseres soziales Sicherungssystem als viele andere Staaten, sichert Infrastruktur, etc. Wie gesagt, ich bin von der Art und Weise nicht immer absolut überzeugt. Aber das reicht für mich nicht Deutschland abzulehnen. Ich denke das Konzept des Staates ist zumindest bisher die beste Organisationsform von menschlichem Zusammenleben. Ich wäre sofort dabei, wenn es eine alternative und überzeugendere Organisationsform geben würde (am liebsten wäre mir eine sozialsolidarische Weltgesellschaft).

    Zu deiner Aussage, dass das Spruchband nicht zweideutig ist. Das stimmt für dich zu. Ich würde jedoch meinen, dass dies auf viele andere, auch in RV, nicht zustimmt, und sie nicht unbedingt das Ende Deutschlands fordern. Genau deshalb finde ich diese Aussage problematisch, da sie einfach auf wenige in der Kurve so zutrifft, wie auf dich.

    Wir können ja mal beim Bierchen im Bumpers darüber diskutieren ;-) Bis bald

  10. Es wurde ja nicht gefordert, dass “dieses Stück Land politisch nicht organisiert” sein soll. Es soll nur nicht Deutschland sein. Die Erinnerung an den Holocaust (und dann an Deutschland :) ) lässt sich dann immer noch (oder erst recht) aufrecht erhalten.

    Edit: Wie gesagt, es geht hier nicht um die Ablehnung einer liberalen Demokratie, das steht auf einem anderen Blatt. Es geht um Deutschland an sich. Ob das nun der Kommunismus, die Abschaffung von Herrschaft an sich, das Aufgehen von Deutschland in Europa, die Zerteilung Deutschlands in x verschiedene Staaten oder schlicht die “Republik in Mitteleuropa” sein soll, das alles lässt das Spruchband offen.

    Ich glaube im übrigen nicht, dass bei RV irgendjemand Wert auf Deutschland legt. Bei den oben genannten Beispielen findet sich sicher der ein oder andere hier oder da wieder, mit durchaus sehr unterschiedlichen Auffassungen, aber dass jemand sagt “Wir sind Deutsche und wir müssen uns als solche organisieren!” möchte ich doch ausschliessen.

    Rumpelbude wird super, wenn all ihr verlorenen Söhne denn endlich mal zurück nach Deutschland kommt ;)

  11. Zweischneidiges Schwert.

    Einerseits ist es eine Sauerei, dass es nach dem Holocaust und dem 2. Weltkrieg einen Staat geben kann, der identisch (Bundesverfassungsgericht!) mit dem Deutschen Reich ist.

    Auf der anderen Seite, lieber Bonde, ist es nicht viel weniger rassistisch, bestimmte Eigenschaften, von denen du uns noch schuldig bist zu sagen, welche genau du meinst, als “deutsch” zu klassifizieren und daher eine Auflösung des Staates zu fordern.

  12. Kleine Gehirne, grosse Füsse. Ich glaube, das war es.

    Es behauptet übrigens niemand, dass die Staaten “identisch” seien, auch wenn die BRD der Rechtsnachfolger des Reiches ist.

    Ich erschüttere ungern dein antirassistisches Weltbild, aber verschiedene Verhaltensweisen verschiedener Menschen haben vielerlei Gründe, Rasse ist keiner davon. Das Benennen dieser Unterschiede im Verhalten ist deshalb auch keineswegs rassistisch, deine Behauptung in dieser Richtung hingegen sagt vieles über dich aus.
    Dass die Kritik an schlechten Verhaltensweisen “fremder” Menschen und deren kulturellen Hintergründen rassistisch genannt wird, ist der große Fehlschluss der überdrehten Antirassisten.

  13. Du bist doch selbst son bloeder chauvinistischer Rassist!

  14. Also ich glaub den Kommentar über mir kann gelöscht werden. Schwachsinn.

    Bonde, ich denke, dass alleine der Name “Deutschland” oder generell “deutsch” sofort mit dem Holocaust in Verbindung gebracht wird. (Die Ösis hätten gerade fast das 1-0 gemacht). Von daher wär es einfach nur gefährlich, wenn der Staat Deutschland nicht mehr existieren würde. Nur aus diesem Grund bin ich kein Befürworter von “Nie wieder Deutschland”

  15. “Es behauptet übrigens niemand, dass die Staaten “identisch” seien, auch wenn die BRD der Rechtsnachfolger des Reiches ist. ”

    Ich bezog mich auf folgenden Auszug eines BVerfGE-Urteils (1973):

    >> Mit der Errichtung der Bundesrepublik Deutschland wurde nicht ein neuer westdeutscher Staat gegründet, sondern ein Teil Deutschlands neu organisiert […]. Die Bundesrepublik Deutschland ist also nicht „Rechtsnachfolger“ des Deutschen Reiches, sondern als Staat identisch mit dem Staat „Deutsches Reich“, – in bezug auf seine räumliche Ausdehnung allerdings „teilidentisch“, so daß insoweit die Identität keine Ausschließlichkeit beansprucht. <<

    “Ich erschüttere ungern dein antirassistisches Weltbild, aber verschiedene Verhaltensweisen verschiedener Menschen haben vielerlei Gründe, Rasse ist keiner davon.”

    Warum erschüttern? Wir scheinen es doch beide so zu sehen, dass die Eigenschaften eines Menschen nicht auf seine Herkunft oder “Rasse” zurückzuführen ist. Oder nicht?

    “Das Benennen dieser Unterschiede im Verhalten ist deshalb auch keineswegs rassistisch, deine Behauptung in dieser Richtung hingegen sagt vieles über dich aus.”

    WENN sie auf die Herkunft zurückgeführt werden, irgendwo schon.
    Wie in verschiedenen Kulturen und Staaten die Sozialisation aussieht ist die andere Frage..
    Und was sagt das über mich aus?

    “Dass die Kritik an schlechten Verhaltensweisen “fremder” Menschen und deren kulturellen Hintergründen rassistisch genannt wird, ist der große Fehlschluss der überdrehten Antirassisten.”

    Ich habe nicht gesagt, dass Kritik an Verhaltensweisen (des Einzelnen) und Kulturen (also von vielen) rassistisch ist. Die Begründung einer Verhaltensweise eines Individuums durch die Herkunft ist es allerdings schon. In meinem Weltbild zumindest. ;)

    Und deswegen halte ich es für falsch, alles “deutsche” auslöschen zu wollen. Rassismus und Faschismus sind zu bekämpfen, Antisemitismus und Homophobie ebenso. Alles sehr präsent in Deutschland.
    Allerdings nicht “typisch deutsch”. Kein Deutscher kommt als Antisemit oder Rassist auf die Welt, eben weil er deutsch ist. Man wird im deutschen Kulturkreis auch nicht zwangsläufig sozialisiert zum Rassisten oder Antisemiten etc.
    Die Vernichtung Deutschlands bringt also imho wenig, viel mehr sollte jeder seinen Kopf einschalten, um -banal ausgedrückt- festzustellen wie beschissen Rassismus, Antisemitismus etc. sind.

    “Bonde, ich denke, dass alleine der Name “Deutschland” oder generell “deutsch” sofort mit dem Holocaust in Verbindung gebracht wird. ”

    Leider nicht. Wenn ich mich umschaue, sind die meisten einfach nur stolz.
    Tolles Land, schönes Land, unser Land, könnten auch mal wieder Stolz entwickeln usw.
    Weil man ja so rechtsstaatlich, human, tolerant, fortschrittlich,… ist.

  16. Nein, das sehen wir nicht beide so.
    Ich meine, dass vieles an einem Menschen auf seine Herkunft zurückzuführen ist und nein, “Sozialisation” ist keine andere Frage, sondern gehört zum Thema.
    Nein, die Begründung einer Eigenschaft mit Herkunft ist nicht rassistisch, die Begründung mit Rasse ist rassistisch.

    Ich wünsche dir dann noch viel Spass dabei, Deutschland zu verbessern und die Mängel, die du festgestellt hast, zu beseitigen. Der wirksamste Weg dafür dürfte der Eintritt in eine politische Partei sein, wahrscheinlich findest du in der Linkspartei sehr viele Menschen, die ähnliche Ansichten wie du vertreten. Ernst gemeint.

  17. >”Edit: Wie gesagt, es geht hier nicht um die Ablehnung einer liberalen >Demokratie, das steht auf einem anderen Blatt. Es geht um Deutschland >an sich. Ob das nun der Kommunismus, die Abschaffung von Herrschaft an >sich, das Aufgehen von Deutschland in Europa, die Zerteilung >Deutschlands in x verschiedene Staaten oder schlicht die “Republik in >Mitteleuropa” sein soll, das alles lässt das Spruchband offen.”

    Gib dem Kind einen anderen Namen und gut ist, oder wie? Sorry, aber das ist ja nun relativer Schwachsinn, nur weil das territoriale Gebiet dann nicht mehr Deutschland heißt, ändert sich alles???

    Ich denke eher man sollte innerhalb der Bundesrepublik Deutschland die Schwächen bekämpfen, was meiner Meinung nach nicht durch Abschaffung geschieht, denn die gleichen Menschen mit der gleichen Geschichte, gleicher Bildung, gleichen (Vor-)urteilen werden dann Basis dieses neues “Etwas” sein…

  18. Es geht nicht darum, dass Deutschland anders heisst. Es geht darum, dass Deutschland nicht mehr ist.

  19. Jeder einigermaßen gebildete Mensch wird der Ansicht zustimmen, dass die Idee Deutschland, zu der sich Menschen zugehörig fühlen, sozial konstruiert ist. Ich finde diese Idee scheiße und lehne sie ab, weil sie aufgrund ihrer Entstehungsgeschichte (deutsche Romantik, völkisches Gehabe, Faschismus und dann wieder Volk, Volk, Volk) nicht den Ansprüchen genüft, die ich an eine lebenswerte Umgebung stelle.

    Da sie nun einmal konstruiert und nicht angeboren ist, kann man sie bewusst ablehnen und ablegen. Wenn nun einer den Standpunkt vertritt, man sei natürlicherweise Deutscher, wenn die Eltern es waren und das Land in der Mitte Europas sei natürlicherweise deutsches Land, so sieht er diesen Prozess als Veränderung eines Deutschen in Deutschland. Ich bin dafür, sich von Deutschland komplett zu lösen. Der deutsche Staat steht dem sicher entgegen, die Hauptprobleme sind aber wohl eher kulturell.

  20. endlich mal eine ordentliche Diskussion!

    Hat ja leider Seltenheitswert im Internet bekommen.

  21. als ich das erste mal in meinem leben im weserstadion war (ende der 90er), wurde ich vor der ostkurve mit dem host-wessel-lied begrüßt, und auch bei auswärtsspielen gehörten “eine u-bahn…” und “tranzonspor, besiktas…” zum standardrepertoire. ich kam mir damals fast vor wie ein alien, weil dieser latente oder offene rassismus konsens war. zumindest kams mir so vor. manche, die damals gern den rechten arm gehoben haben, seh ich auch heute noch im stadion. würd mich mal interessieren, ob die ihre meinung geändert haben, oder mehr oder weniger akzeptiert werden, weil sie ihren müll nicht im stadion verzapfen. es gibt da z.b. so einen kleinen mann mit bart aus dem süddeutschen raum…

    was ich eigentlich zum thema sagen will: ich bin froh, dass sich die zeiten geändert haben und es tut einfach gut so ein transparent in der ostkurve zu sehen.

  22. das ist klar:

    lieber links als rechts!

  23. Weeß nich’. Irgendwo hab’ ich mal gelesen: ‘Nie wieder Deutschland!’ wäre ein Trinkspruch von Marlene Dietrich gewesen. Ich weiß nicht, ob das stimmt, aber ich find’ es eine ziemlich – nun sagen wir mal – charmante Vorstellung. Es bringt ja nun die Auffassung dieser Frau, die emigrierte und Deutschland zunehmend verabscheute und sich überhaupt nicht mehr vorstellen konnte, HIER, unter diesen Menschen, wieder zu leben, ziemlich gut zum Ausdruck.
    Es folgt daraus – glaub’ ich – nicht so sehr ein ‘Es geht darum, dass Deutschland nicht mehr ist.’ , sondern eher die Frage, ob man wirklich vorhat, sein Leben hier zu verbringen.
    http://www.timesonline.co.uk/multimedia/archive/00277/1_277094a.jpg

  24. Dietrich sagte “Deutschland? Nie wieder!” auf die Frage eines Reporters hin. Angeblich.

  25. Ich würde den Spruch vielleicht so schreiben:

    “Nie wieder, Deutschland!”

    Ich denke mal, den Unterschied brauche ich dem aufmerksamen Leser nicht erklären ;-)

  26. Man könnte den Spruch so oder so oder so schreiben. Wir wollten ihn aber so schreiben, wie er auf dem Bild oben zu sehen ist, weil wir ihn so meinen.

  27. “Nie wieder Deutschland” ist eine sinnlose Aussage, da sie impliziert, Deutschland könne wiederkommen. Folglich ist Deutschland zur Zeit weg. Zum Glück war es aber noch da, als ich neulich aus dem Ausland zurückgeflogen bin. Sonst wär ich ja jetzt noch auf der Suche nach meinem zuhause…

    Oder man ist aus Deutschland weggegangen und meint diesen Satz wie in dem Dietrich-Zitat. Das hat dann auch einen Sinn.

    Wenn man mit “Nie wieder Deutschland” nicht nur z.B das dritte Reich und/oder andere Vergangenheiten meint, sondern auch die Gegenwart, passt besser “Deutschland zerstören/stoppen”, “Deutschland muss sterben” oder gar “Deutsche raus!”.

    Das historisch, sozial und kulturell hochkomplexe Gesamtbild dessen, was Deutschland ist und war (bzw. die vielen verschiedenen Länder in den wechselnden Grenzen dessen, was man unter Deutschland zur jeweiligen Zeit subsumierte) sowie was an Persönlichkeiten, Philosophien, Kunst und Kultur im Laufe der Jahrhunderte aus (ich sag mal) “den verschiedenen Deutschlands” kam, allein auf den Nazifaschismus zu reduzieren erscheint mir atemberaubend engstirnig. Und das bedeutet keinesfalls, dass diese Entwicklung keine wesentliche für Deutschland war. Und natürlich auch für den Rest der Welt. Aber das ist eben auch nicht alles was deutsch ist.
    Es sei denn, man beschäftigt sich mit 1933 als Jahr 0 allen Denkens. Besser wäre, man nimmt einfach einen Begriff, der den Kern trifft und -siehe die oben genannten Gründen- nicht so diffus ist wie eben “Deutschland”.

    Selbsthass als grundlegende Basis einer Ideologie erscheint mir einfach nicht sonderlich gesund.

    Das ist mein Hauptkritikpunkt an dieser antideutschen Denke. Faschismus und dessen Folgen sind nicht nur Deutschland vorbehalten. Dieselbe Unterwürfigkeit, Feigheit und derselbe blinde Gehorsam in Verbindung mit Nationalismus, Hass und (angeblich gerechter) Rache lässt sich in sehr vielen Gesellschaften wiederfinden und unter bestimmten Umständen auch als Massenphänomen erzeugen.

    Der Begriff “Deutschland” ist in diesem Kontext falsch, weil zu kurz gegriffen, unverständlich und selbstzerstörerisch. “Nie wieder Faschismus” oder “Wehret den Anfängen” wäre hier viel angebrachter gewesen.

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