Folgende Beispiele sind gültige Anwendungen des Wortes “schade”:
1. Schade, dass Van der Vaart nicht zu Valencia gewechselt ist.
2. Schade, dass du heute nicht kommen kannst.
3. Schade, aber das wird nichts mehr mit uns.
Ich wollte euch nur darin erinnern, was mit diesem Wort so alles möglich ist. Vielleicht könnt ihr euch mit Hilfe dieser Vorahnung der Lektüre des folgenden FAZ-Schnipsels hingeben:
Dariusz Wdowczyk, der Trainer des polnischen Fußball-Zweitligaklubs Polonia Warschau, hat nach Angaben polnischer Medien zugegeben, Schiedsrichter und Spielbeobachter bestochen zu haben.
“Schade, es ist passiert“, sagte der Trainer nach seiner Vernehmung durch die Staatsanwaltschaft in Breslau. Nach Zahlung der Kaution wurde Wdowczyk entlassen.
Ja, Wdowczyk, so etwas ist wirklich äußerst schade. Die fremden Mächte, die sich deines Gehirns bemächtigt hatten, haben dich ausgenutzt, und nun stehst du plötzlich ganz allein da und bist sehr traurig. Es ist alles einfach so dumm gelaufen. Was soll jetzt bloß mit dem armen polnischen Fußball passieren. Dir wird ein bisschen schwindelig. Nicht schon wieder ein Skandal im Profifußball! Du weißt, du hättest es ahnen können. Zum Beispiel, als du dem Schiri Woche für Woche Geld und Anweisungen gegeben hast. Oder als du auf die Tribüne zum Spielbeobachter gegangen bist, um ihm mit hundert Euro beide Augen zuzudrücken. Aber du bist eben auch nur ein Mensch, ein kleines Zahnrad in einem unübersichtlichen Maschinensystem. Du konntest die Zusammenhänge einfach nicht erkennen, aber trotzdem fühlst du dich ein kleines bisschen schuldig und niedergeschlagen. Du warst bloß eine Marionette und hast das nicht kapiert. Wer würde bei soviel Schicksal nicht seinen Kopf betreten nach unten wenden, wer würde da nicht “Schade, es ist passiert” murmeln. Aber weißt du Wdowczyk, mach dir da nicht so viele Gedanken. Niemand wird dir einen Vorwurf machen. Diese bösen Mächte hätten schließlich jeden treffen können. Alles halb so wild. Aber schade ist es natürlich trotzdem irgendwie! Vielleicht sogar so schade, dass du dafür ins Gefängnis musst. Wir drücken dir die Daumen.

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