Anlässlich des heutigen 2. Internationalen Day des Denglish fragen sich viele, wie sie besser Denglish sprechen können. Sie haben eingesehen, dass das eine gute Sache ist, wollen mitmachen, aber es fehlen ihnen die Worte. Dabei ist die denglishe Sprache so reich an Möglichkeiten. Ein paar davon sollen hier mit wenig Wissen und ohne den Anspruch auf Vollständigkeit vorgestellt werden. Ergänzungen sind herzlich willkommen.
- Die einfachste Methode, Denglish in seinen Sprachalltag aufzunehmen, ist die Verwendung von ganz normalen englischen Wörtern. Besonders simpel zu handhaben sind die Adjektive: Kopieren, einfügen, fertig - ganz easy. Ebenfalls einfach machen es einem die Substantive, sie können genauso verwendet werden wie ihre deutschen Entsprechungen, bei der Pluralbildung orientiert man sich meistens an der Herkunftssprache und hängt ein s an. Die Artikel richten sich meistens nach den deutschen Entsprechungen. Damit ist man dann noch kein Pro, aber man kann die Chicks auf jeden Fall beeindrucken. Bei Verben sollte man berücksichtigen, dass sie sich nur gut einfügen, wenn man sie auch entsprechend konjugiert, ansonsten kann man auch gleich Englisch sprechen, wogegen natürlich auch nichts einzuwenden ist. Manchmal kann man auch konsidieren, die Wörter ganz in eine deutsche Schreibweise zu übertragen. Wenn man dann den Girlfriend an der Station aufpickt und mit ihr zum Date cruist, ist man in Sachen Freshness kaum noch zu toppen.
- Die zweite Möglichkeit, die deutsche Sprache mit englischer zu bereichern ist die Übernahme von Wendungen und Sprichwörtern. Diese werden entweder direkt in den sonstigen Sprachbrei eingestreut oder vorher ins Deutsche übersetzt. Insbesondere Ausrufe der Verwunderung (”Gosh!”) wirken auf Englisch authentischer, manchmal macht es aber auch Sinn, zu übersetzen. Dann ist es Zeit, keinen Fick mehr zu geben auf althergebrachte Gleichgültigkeitsbekundungen.
- Eine Mischform stellt das sogenannte ingen da. Hierbei nimmt man einen beliebigen Substantiv aus dem Englischen und hängt das bekannte -ing an, das man normalerweise an Verben anhängt, wenn man etwas gerade in diesem Moment tut. Ticketing ist zur Zeit das einzige Beispiel, das mir einfällt, aber dieses Feld ist bei weitem noch nicht abgeerntet.
- Wem diese Sourcen der Vielfalt noch nicht reichen, muss selbst kreativ werden und sich englische Wörter ausdenken. Das ist ein anspruchsvolles Unterfangen, und man kann gehörig auf die Nase fallen, wenn man ein Fußballevent mit dem amerikanischen Wort für eine öffentliche Leichenschau belegt. Daher sind solche Scheinanglizismen auch sehr selten und bieten eine große Angriffsfläche für Sprachnazis.
Als Krautkiller sagen wir dann aber ganz easy: Wir kümmern uns nicht.

21 comments
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4. Juli 2008 at 14:00
Südländer
“Den Girlfriend”. Das ist ja sogar Denglisch mit bereits fertig gefuckten gender roles. Oder wie? Toll!
4. Juli 2008 at 19:18
Jan
Extrem Denglishing! Yeah!
4. Juli 2008 at 20:18
weltnetz suckz
fällt also auch:
“I think I spider” und “There goes the dog in the pan crazy”
unter die denglishe sprache? Tja…… that makes me nobody so fast after.
ps: ich finde es ist wieder soweit, dass hier bier verlost wird.
4. Juli 2008 at 21:20
Lady Lim
Du bist ja fast so gut wie Herr Dr. Lübke. But equal. I am also therefor that you become a beer. Aber ich habe leider keins. Sry.
5. Juli 2008 at 09:51
ROxIN
aight, das rockt mal richtig und wer slangt gewinnt.
5. Juli 2008 at 11:04
Deutscher
Wie kann man eine schöne Sprache, wie unsere Deutsche, nur so verunstalten? *kotz*
Scheiss Hippies.
5. Juli 2008 at 11:40
YHN
Ich hab nicht genug Softskills um zu erkennen, ob das schlechte Ironie oder Doofheit ist. Ich source out, erwarte Briefing und chille out!
5. Juli 2008 at 11:57
Auf die Fresse
Es ist bemerkenswert, dass sich hier Menschen dergestalt äußern, dass es nicht mehr der Analyse bedarf, um zu erkennen, wie schlecht es um ihr Denkvermögen, Ihren sprachlichen Ausdruck und somit auch um sie selbst bestellt ist. Wenn da jemand das Deutsche in einem Satz verteidigt, der von Fehlern nur so strotzt, dann ist das einigermaßen offenbarend. „Deutscher“, da hast Du den Versuch unternommen, aus Deinem Wortschatz, der gefühlt 800 Wörter umfasst, etwas zusammenzustellen, was als Verteidigung der Sprache dienen sollte. Und dann entgleiste alles in dem Maße, wie Dir die Pizza auf die Tastatur fällt während Du vorzeitig angesichts des angezeigten Schmuddelbildchens ejakulierst. Dass Dein Ärger ob des Unglücks dann in solchen Postings wie dem obigen mündet, ist erbärmlich. Versuch es doch einmal mit der Abendschule, dickhead.
5. Juli 2008 at 12:04
YHN
Crass Cometic, du hast Skills! Ich sags mal ganz direkt: Hippie ist Denglish. Ich ertrage es nicht mehr. Viel witziger aber:
“Man wird echt total mit Anglizismen zugepowert!”
5. Juli 2008 at 21:49
Aufs Maul
@Auf die Fresse: Geht DIR bei solchen pseudo-intelligenten Beiträgen einer ab? Es soll ja Menschen geben, die “können” nur, wenn sie andere ‘runter machen.
Deutscher mag ja kein begabter Autor sein, doch er hat Recht. Es ist eine Schande, wie unsere Sprache in den Medien und teilweise auch im privaten Bereich verhunzt und vergewaltigt wird. Unsere türkischen… *hüstel*… Freunde (”Ey Alder, ich mach Disch Mesash”) tragen genauso Ihren Teil dazu bei, wie der gemeine Fußgängerzonen-Assi im Hausanzug mit der Bierflasche. Als Hauptschuldige betrachte ich jedoch die Werbefritzen, denen offenbar einer abgeht, wenn sie auf so etwas wie “Come in and find out” kommen - inzwischen wurde dieser beispielhafte Spruch ja glücklicherweise ersetzt.
5. Juli 2008 at 23:18
Caspar Below
Hier begegnen wir augenscheinlich der Tragödie der kommunikativen Verfügbarkeit. Da wünscht man sich die Clubs zurück, in denen es minderbemittelten Fanatikern wie denen, die hier den deutschen Fußballpatriotismus verteidigen und sich zu Verfechtern einer reichlich ominösen Sprachkultur aufschwingen schlicht verwehrt war, Zugang zu finden. Die schwarz-rot-gold-stolz-Debatte wies schon unerträgliche Züge auf. Dass sich diese Kretins jetzt auch noch berufen fühlen, sprachliche Blockwartfunktionen zu besetzten, ist noch enervierender.
„Aufs Maul“ kann man nicht vorwerfen, dass er „Pseudo“ ist, das Attribut “intelligent” würde man ohnehin nicht auf ihn anwenden- hier handelt es sich ganz einwandfrei und eindeutig um einen waschechten Vollidioten, dessen dümmliche Ressentiments treffend den Focus- Spiegel und BILD-Mainstream widerspiegeln. Während die Qualität der Beiträge der geschätzten Redaktion von solide über komisch bis hin zu brillant variieren, zeigt sich das Niveau einiger Entgegnungen in schockierendem Zustand. Ich fordere die Einsetzung eines Wohlfahrtsausschusses oder zumindest eines Saalschutzes, der an dieser Stelle hart durchgreift!
Lieber Joinsen, bitte kläre noch einmal, ob es sich um mehrere Spacken handelt oder ob es immer derselbe ist, der hier unter Beweis stellt, dass man ihm kräftig ins Hirnkasterl gekackt hat.
6. Juli 2008 at 01:14
Unruheherd
Sprachnazis hier, ominöse Sprachkultur dort. Dazu gebe man:
- jemanden, der keine Ahnung von den so verhassten Hippies zu haben scheint und sich bei der Nutzung des Wortes augenscheinlich auf Eric Cartman stützt
- den Angehörigen irgendeiner selbsternannten Möchtegernelite, dessen Ausdrucksweise ihm vom Regisseur eines Pornos mit Hochschulthematik in den Mund gelegt wurde.
“Internationaler Day des Denglisch” - klingt drollig. Zu drollig für einen ernstzunehmenden Protest. Irgendwie bemüht. Protest wogegen eigentlich? Dagegen, dass man seine eigene Muttersprache in einem verständlichen Rahmen halten möchte? Ich verkenne wohl den politischen Kampf hinter der Sache. Wahrscheinlich kann man auch der Farbe des Morgenschisses einen politischen Sachverhalt andichten.
6. Juli 2008 at 10:55
Caspar Below
“Ernstzunehmen”? “Seine eigene Muttersprache”? “Verständlicher Rahmen”? Unruheherd, über die angeführten Begriffe und Phrasen noch einmal gut nachdenken und dann einen Besinnungsaufsatz schreiben! Den kannst Du dann in Deiner schwäbischen Parteiortsgruppe vortragen.
6. Juli 2008 at 11:35
Caspar Below
Korrigiere: niedersächsischen Parteiortsgruppe. Und wie wär’s einfach den VW-Job fester ins Auge zu fassen und das Schreiben aufzustecken?!
6. Juli 2008 at 13:30
Unruheherd
Sei mir bitte nicht böse. Ich verrate mein Vaterland und fahre ein koreanisches Auto, VW bekommt von mir nichtmal Arbeitskraft. Einer Partei müsste ich zunächst einmal beitreten und das habe ich nicht vor.
Nun kennen wir uns können Busenfreude sein.
Das mit der verständlichen Muttersprache war so gemeint: jedes Kind könnte auf anhieb für jeden Finger eine der gesprochenen Sprachen oder einen Dialekt abzählen, wie man sie innerhalb der BRD hören kann. Ein urbayrischer Bua kann mit neederdütschem Klönschnak nicht viel anfangen. Glücklicherweise haben wir Hochdeutsch als Amtssprache. Da muss man regionale Mundarten etwas zurückschrauben, aber man sich mit seinem Gegenüber verständigen. Dass sich auch die hochdeutsche Sprache verändert, ist normal und tut nicht weh. Nicht in einem gewissen Maße. Mir sind selbst mehr als “genug” englische Begriffe in Fleisch und Blut übergegangen. Kritisch wird es in meinen Augen zum Beispiel bei diesem grässlichen Wirtschaftsjargon. Persönliche Eigenschaften werden zu Softskills. Firmenidentität klingt altmodsich, also muss eine Corporate Identity her. Gleichzeitig müssen Human Ressources (schrecklicher Begriff) und Workflow optimiert werden. Werden die Begriffe innerhalb der Kreise angewandt, in denen man sie versteht, dann ist alles in Butter. Dies ist jedoch nicht der Fall und hier stellen sich Unverständlichkeiten ein, die nicht sein müssen. Oma und Opa müssen nicht jedes Wort verstehen und zur Not spricht man eben für ein paar Minuten “normal”. Im Gegenteil versucht man einen sprachlichen Keil immer tiefer zwischen die Menschen zu treiben und sich mit Gleichgesinnten abzuschotten. Übermorgen wird dann moniert, dass Organisationen wie die Radikale Christdemokratische Splittergruppe RCDS Leute gegeneinander aufhetzen. Anstatt sich zurückzulehnen und jene Comedy zu genießen, die von den ganz Harten unter den VdS’lern mittels zwanghafter Eindeutschungen präsentiert wird.
6. Juli 2008 at 15:44
janH
Verbrochenes.net, IHR SEID UNNORMAL WICHTIG FOR ME!
6. Juli 2008 at 20:34
Deutscher
nur scheisse hier! unsere deutsche sprache ist gut, die sollten wir nicht kaputt machen lassen…….. DEUTSCH IST SCHWARZ-ROT-GEIL!!!
6. Juli 2008 at 21:50
Joinsen
Hei, was sollen denn die ganzen Punkte? Schon Gegenmaßnahmen im Kopf?
Nebenbei: Mit der Taste unter der Feststelltaste kann man auch einzelne Buchstaben in groß schreiben. Nur mit diesem Feature macht die deustche Sprache so richtig Spaß.
Und zu dem Comment da oben irgendwo: Ich persönlich bin kein besonders kämpferischer Denglishsprecher und dabei nicht politischer als bei sonst allem, aber wenn ich sehe, wen man damit ärgern kann, macht es mir richtig Spaß.
6. Juli 2008 at 23:11
Peter Death Bredon Wimsey
Liebe Redaktion, bitte entwickelt doch anschauliche Graphiken, die zeigen, in welchem Maße Eure Themen Resonanzen hervorrufen. Ein Tortendiagramm, das demonstriert, wie qualitativ und quantitativ auf Artikel hier Bezug genommen wird. Qualitative Faktoren könnten Kraftausdrücke und Beleidigungen sein, und auch das Maß des entgegneten Sarkasmus. Für die Quantität müsste der Umfang der jeweiligen Kommentare und die Anzahl der beteiligten Personen einbezogen werden.
Stil, Orthographie und Interpunktion geben unter Umständen Auskunft über den Erregungsgrad der Postenden.
Wird die Sprachdiskussion jetzt Statthalter für die unsägliche Fußballpatriotismusdebatte? Sind die neuen Vaterlandsfreunde etwa auf der Suche nach Orten, wo ihnen in ihrem klammheimlich zutiefst verunsicherten Selbstverständnis jemand in Variationen ans virtuelle Bein pinkelt? Welche Heiligtümer lassen sich außer Fußball und Sprache aufgreifen, um patriotischen Zorn auf sich zu ziehen? Wie wäre es mit einem kräftigen Adenauer-Dissing? Letzterer gilt laut ZDF-Umfrage als wichtigster Deutscher und auch der Ex-Werderaner Christian „Bassumer Junge“ Schulz nannte den „Alten aus Bonn“ als bedeutendste Persönlichkeit. Ich wage hier einen zaghaften Anfang: Adenauer roch aus dem Mund wie ein Fisch aus dem Arsch, und er betrog beim Boccia-Spielen. Denn letzteres konnte er ebenso wenig wie alles andere.
7. Juli 2008 at 15:04
janH
Adenauer-Dissing?? Wieso denn dat?
Früher haben wir auf rausgekramte pics unseres Allergrößten gespickt, also gedartet…
14. August 2008 at 21:51
mkorsakov
Die Hippies vom Reichshauptstadtgewässer ham zu so was ähnlichem auch so ihre Ausfälle.