Bedingungslose Solidarität mit Diego

Es ist an der Zeit, dass wir uns in die Sommerloch-Debatte um Diegos Olympiateilnahme einmischen. verbrochenes.net unterstützt Diegos unentschuldigte Abreise zu einhundertundzehn Prozent. Während der Rest des Kaders in Schruns trainiert, fliegt Diego nach Peking, um dort Weltruhm und eine Menge Spaß zu erspielen. Wie ihm jemand allen Ernstes vorwerfen kann, die falsche Entscheidung gefällt zu haben, ist uns schleierhaft. Hinweise auf die Beweggründe nennt Werders Fanbeauftragter Dieter Zeiffer.

“Die Fans sind enttäuscht, sie können auch nicht einfach auf der Arbeit blau machen Sich so zu verhalten, darf nicht sein.”

Was sich hier als entscheidender Impetus der Diego-Kritiker herausstellt, nennt man Mißgunst. Weil Hans Mustermann bei diesem schönen Wetter bei Daimler am Band steht, soll Diego gefälligst auch in Schruns schwitzen, anstatt etwas zu machen, was Spaß macht. Schlimm genug, dass der Mann vom Fußball so gut leben kann. Dass Mustermann so oder so am Band stehen muss, ist nicht das Problem. Das Problem ist, dass es anderen besser geht. Das darf nicht sein, es soll allen schlecht gehen.

Nicht nur lehnen wir die Argumentation der Diegokritiker ab, wir sind auch der Meinung, dass jemand, der so unfassbar gut aussieht wie dieser kleine Kicker, im wesentlichen ALLES tun darf, wozu er Lust hat.

Nun würde man von uns als Werder Fans natürlich erwarten, dass wir den besten Spieler unbedingt dabei haben wollen, wenn es gegen Nordhorn oder Schalke geht. Das ist aber gar nicht so, es ist ganz anders. Wir fordern einen Stammplatz für Mesut Özil, der in Schalke die Frechheit besessen hat, mehr Geld zu fordern, und deshalb dort von den Fans gehasst wird. Es ist deshalb dringend nötig, dass er am zweiten Spieltag einen Hattrick gegen den Reichsrekordmeister hinlegt. Diego brauchen wir erst im Frühling wieder, wenn es darum geht, mal wieder die Vizemeisterschaft zu sichern, über die sich dann alle freuen, die nur zum Fußball gehen, um sich zu freuen.

Mal ehrlich, ob wir nun wieder Zweiter oder Siebter werden, das ist doch echt scheißegal.

  1. Ausgerechnet Ihr solidarisiert Euch mit jemandem, der lieber zu (s)einer NATIONALmannschaft fährt anstatt ehrlicher Fussballarbeit nachzugehen? Das kommt unerwartet!

    Warum spielt Schland eigentlich nicht bei Olympia?

  2. Diego ist viel zu Süß über ein Nationalbewusstsein zu besitzen.

  3. Nun ja, Sommerloch ist halt Sommerloch also passt sich die Qualität des geschriebenen ihrem Kontext an.
    Das Diego ein süszer Hüpfer ist kann so stehen bleiben.

  4. diego is ein teddybär und will nur mit seinen brasi atzen chillen

  5. Ich finde das gut-aussehen-Argument toll. Damit hat Diego seinen Kritikern in der Regel auch einiges voraus.

  6. “Ausgerechnet Ihr solidarisiert Euch mit jemandem, der lieber zu (s)einer NATIONALmannschaft fährt anstatt ehrlicher Fussballarbeit nachzugehen? Das kommt unerwartet!”
    Kann mich dieser Aussage nur anschließen,ich kann eure Meinung zu diesem Standpunkt echt nicht nachvollziehen!

  7. Ich kann mich u.a. “ob wir nun wieder Zweiter oder Siebter werden, das ist doch echt scheißegal” nicht anschließen…

  8. Ich habe Schwierigkeiten Mesut Özil und Gonzo aus der Muppetshow auseinander zu halten.

  9. Zu Nachvollziehbarkeit möchte ich mein großes Vorbild zitieren:

    Ich weiß, daß es mit Deutschland zu tun hat und auch mit diesem grauenhaften Nazi-Leben hier und damit, daß die Menschen, die ich kenne und gern habe, so eine bestimmte Kampfhaltung entwickelt haben und daß es für sie nicht mehr anders möglich ist, als aus dieser Haltung heraus zu handeln und zu denken. Das verstehe ich ja noch. Aber manchmal verstehe ich den Ansatz dieser Haltung nicht, die Herangehensweise, und dann frage ich mich, ob das immer schon so war und ob ich nicht vielleicht auch so bin, eben für die anderen überhaupt nicht mehr nachvollziehbar.

    Das ist so unglaublich gut, das ist gar nicht zu fassen.

  10. Irgendwann schrieb vor Jahren jemand in der guten alten Tante ZEIT über Hermann L. Gremliza. Das war durchaus lesbar und hübsch. Der Autor/ die Autorin berichtete, dass Gremliza sich immer wieder voller Ehrfurcht und Respekt über Karl Kraus äußere, den er als unerreichbar darstelle. Der ZEIT-Mensch kam aber nach einschlägiger Lektüre zu dem Schluss, dass der Konkret-Herausgeber dem österreichischen Schriftsteller in der Qualität seiner Ausführungen keineswegs generell nachzuordnet sei- im Gegenteil, in einigen Belangen übertreffe Gremliza gar Kraus. Da ich das Oeuvre der beiden nur ausschnittweise kenne, mag ich mich hier nicht final auslassen. Der Vergleich zur Beziehung zwischen dem verehrten Bonde und dem mir nach wie vor etwas suspekten Kracht scheint mir aber im Falle des Bonde-Beitrages und des Krachtzitats auf der Hand zu liegen. Die Diego-Argumentation ist erfrischend und von angenehmen Einsichten begleitet, während ich das Kracht-Zitat etwas ordinär und belanglos finde. Im Fin de siècle hätte man Kracht sicherlich keinen Platz in einem der top Cafés angeboten, weder in Prag, Wien, Paris noch in London!

  11. Es hilft ja nichts!

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