ZEVEN. Wegen des Brandanschlages auf einen muslimischen Gebetsraum in Sittensen (Kreis Rotenburg) hat das Amtsgericht Zeven einen 19-jährigen Neonazi zu drei Jahren Haft verurteilt. Das bestätigte gestern der Sprecher des Landgerichts Stade, Björn Kaufert. Der bereits zuvor einschlägig verurteilte Christian S. gilt als Rädelsführer des Anschlages.
Mit dem Urteil folgte die Richterin dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte auf zwei Jahre Haft plädiert. Als Mittäter verurteilte das Amtsgericht zwei weitere junge Männer zu je zwei Wochen Jugendarrest. Zudem müssen sie je 80 Stunden für eine Sozialeinrichtung eines muslimischen Vereines arbeiten.
Die drei Rechtsextremisten haben in der Nacht zum Ostersonnabend dieses Jahres zwei Molotowcocktails in den muslimischen Gebetsraum in Sittensen geworfen, nachdem sie die Fensterscheiben des Raumes zuvor zerstört hatten. Nur durch Zufall kamen keine Menschen zu Schaden: Zur Tatzeit schliefen in einem angrenzenden Wohnhaus fünf Personen. Sie hatten Glück, denn das Feuer erlosch von allein. Die Polizei bezifferte den Sachschaden auf insgesamt 10 000 Euro.
Vor dem Amtsgericht gab sich der geständige Hauptangeklagte geläutert: Er bedauere den Anschlag und distanziere sich ausdrücklich von der NPD. Die Täter hatten wenige Stunden vor der Tat einen “Stützpunkt Sittensen” der rechtsextremen Partei gegründet. Angesichts der einsichtigen Äußerungen verneinte die Richterin einen politischen Hintergrund ausdrücklich. Sie stellte Christian S. auch eine vorzeitige Haftentlassung in Aussicht.
In Verhandlungspausen war von Reue allerdings kaum noch die Rede. Der Brandanschlag habe lediglich die Falschen getroffen, sagte Christian S. Journalisten, aus seiner heutigen Sicht wären Polizisten und Politiker sinnvollere Ziele gewesen. Nach seiner Haftentlassung werde er “weitermachen”, kündigte S. an, aber dann nicht mehr für die “verweichlichte” NPD aktiv werden, sondern in der militanten Kameradschaftsszene.
Christian S. war einige Zeit vor der Tat aus Hamburg nach Sittensen gezogen und hatte bereits in der Hansestadt unter anderem wegen Gewalttaten im Jugendgefängnis eingesessen. Noch Anfang dieses Jahres hatte er während des niedersächsischen Landtagswahlkampfes für die NPD geworben und war für die Partei auch als Redner aufgetreten.
aus dem Weser-Kurier und nicht zu fassen.
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unsere “schöne” “heimat” “stadt”. hier fühlen sich faschos wohl und seit einiger zeit auch massenweise “unpolitische” fallschirmjäger. zum kotzen!

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