Die aktuelle Startseite von tagesschau.de ist schon irgendwie bemerkenswert. Dort steht direkt untereinander:
Ackermann zahlt 2,8 Milliarden Euro für Postbank
Mehdorn verzichtet auf 2,50 Euro
Daneben jeweils ein Bild der beiden Bosse, Ackermann munter aktionsfreudig, Mehdorn eher griesgrämig.
Es ist schon ziemlich unwahrscheinlich, dass die beiden Herren die Entscheidungen ganz alleine gefällt haben, die zu diesen Schlagzeilen führten. Doch selbst wenn sie eigenmächtig handeln, ihre Beschlüsse werden doch von ihren Firmen durchgeführt. Natürlich ist es völliger Unsinn, dass Josef Ackermann auch nur einen Cent für die Postbank bezahlt, und ebensowenig wird Hartmut Mehdorn auf irgendwas verzichten müssen. Das weiß auch tagesschau.de. Der kleinere Text geht einmal mit “Die Deutsche Bank übernimmt …” und einmal mit “Die Deutsche Bahn hat …” los.
Was also bewegt die Jounalisten des öffentlich-rechtlichen Internetprogramms dazu, große Konzerne zu personifizieren? Wollen sie sie vielleicht menschlicher machen? Oder elitärer? Es ist müßig darüber zu spekulieren. Klar ist, dass diese Art der Berichterstattung den Blick auf die Realität vernebelt. Die Deutsche Bank kauft nicht deshalb andere Banken, weil sie diesen oder jenen Chef hat, sondern weil sie ein großes Unternehmen ist und nur so überleben kann. Und gerade der Rückzug beim Thema Bedienzuschlag hat sowas von gar nichts mit der Person Mehdorn zu tun, sondern stellt ein gutes Beispiel von medial und politisch transportierter Kundenmacht dar.
Nur wenn man diese Zusammenhänge so berichtet, wie sie sind und nicht in die simple Chef-hat-entschieden-Rhetorik überträgt, lässt man denjenigen eine Chance zu einer vernünftigen Meinungsbildung, die bei derart langweiligen Meldungen nur die Überschriften lesen.
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oh, ich glaube da weiß jemand nicht was eine personifizierung ist.
aber inhaltlich richtig. -
Du hast wahrscheinlich recht.
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Laut Wikipedia meinte ich wohl Personalisierung. Und einmal mehr merke ich, dass ich mir mehr Mühe geben muss, um besser zu werden. Zum Beispiel, indem ich Wörter einfach mal eben nachschlage, bevor ich sie verwende.

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