Gewalt am Rande von Fußballspielen in Bremen

Die CDU fragt, der Senat informiert, wir dokumentieren in Auszügen:

Der Kategorie -B- sind ca. 50 Personen, überwiegend aus der Ultra-Szene, zuzurechnen. Je nach Spiel, beispielsweise gegen die Vereine Hamburger SV, Eintracht Frankfurt und Hannover 96, oder aus besonderem Anlass, müssen aufgrund ihres konkreten Verhaltens weitere 30 bis 50 Personen dieser Gruppe zugerechnet werden.
In die Kategorie -C- sind derzeit 60 Personen, überwiegend Hooligans, eingestuft.

Mit Stand vom November 2008 sind 120 Personen mit der Vereinszuordnung „Werder Bremen“ in der Datei „Gewalttäter Sport“ gespeichert.

In der Hooliganszene Bremen im Stadtgebiet Bremen gibt es drei polizeibekannte Gruppierungen: Standarte Bremen, City Warriors und Nordsturm Brema. Während die Standarte Bremen bereits seit ca. 20 Jahren existiert und dieser Gruppierung überwiegend ältere Personen angehören, können die beiden anderen Gruppierungen als sog. „Nachwuchsgruppen“ bezeichnet werden. Die Mitglieder dieser Gruppen sind deutlich jünger als die der Standarte Bremen, sie sind dem rechten Spektrum zuzuordnen. Mitglieder der Standarte Bremen weisen ebenfalls rechtsextremistische Tendenzen auf. Dies gilt jedoch nicht für die gesamte Mitgliedschaft der „Standarte Bremen“.

Aus den oben angegebenen drei Gruppierungen und mit ihnen sympathisierenden, nichtorganisierten Personen entsteht ein Potenzial von ca. 60 Bremer Hooligans. Darüber hinaus gibt es Freundschaften sowie Koalitionen zu bzw. mit C-Fans anderer Standorte. Bei bestimmten Spielpaarungen handeln die Hooligans gemeinsam und auf Bremer Seite können dann 80 bis 90 Hooligans gezählt werden.
Hooligans suchen von vornherein die gewalttätige Auseinandersetzung in der Regel mit ihresgleichen bzw. verabreden sich dazu. Dementsprechend werden sie der Kategorie -C- zugeordnet. In Stadien kommt es nur selten zu Zwischenfällen durch Hooligans. Sie suchen vielmehr körperliche Auseinandersetzungen mit Hooligans anderer Spielorte an so genannten Drittorten, die abgesetzt vom Stadion und den üblichen Anmarschwegen liegen. Auf diese Weise versuchen sie sich den polizeilichen Interventionsmöglichkeiten zu entziehen.
Die polizeilichen Erkenntnisse und die Lageeinschätzung zu den Hooligans haben sich über die Jahre nicht wesentlich verändert. Die Anzahl der Hooligans ist im wesentlichen konstant geblieben. In jeder Saison sind maximal zwei bis drei Fußballbegegnungen von besonderem Interesse für Hooligans und werden mit hoher Beteiligung „begleitet“.
Zurzeit ist zu beobachten, dass die Bremer Hooligans sich durch das Wirken von Ultras provoziert fühlen. In der Folge sind Provokationen und Aktionen durch Hooligans am Rande von Fußballspielen vermehrt festzustellen.
In Bremerhaven gibt es keine Hooliganszene.

In der Bremer Ultraszene gibt es mehrere bekannte Gruppierungen. Die Gruppennamen lauten: Infamous Youth, Racaille Verte, Wanderers, Roland’s Erben, UTB (Ultra Team Bremen). Die Gruppen haben jeweils zwischen 15 und 30 Mitglieder. Dazu kommen etliche nichtorganisierte Personen, die sich den Aktivitäten von Fall zu Fall anschließen. Insgesamt umfasst die Bremer Ultra Szene bis zu 200 Personen.
Bis auf die Gruppierung Infamous Youth tragen alle anderen Ultragruppierungen Fanutensilien. Die Mitglieder der Infamous Youth tragen generell schwarze Kleidung. Nahezu alle Mitglieder dieser Gruppe sind in die Kategorie -B- eingestuft.
Ultras treten öfter als Hooligans polizeilich in Erscheinung. Von ihrer Einstellung her sind die Ultras gegen die Polizei eingenommen und lehnen den Kontakt zur Polizei ab. Für den Umgang mit Polizeibeamten haben sie Verhaltensregeln festgelegt. Durch szenekundige Beamte ist ihr Verhalten grundsätzlich nicht zu beeinflussen.
Beim möglichen polizeilichen Einschreiten solidarisiert sich regelmäßig der gesamte „Ultra-Block“. Die einschreitenden Beamten werden grundsätzlich bedroht und auch angegriffen. Diese Solidarisierung geht soweit, dass größere Ultra-Gruppen versuchen, auf polizeiliche Einsatzmaßnahmen Einfluss zu nehmen. So wurde in der Vergangenheit versucht, in Gewahrsam genommene Gruppenmitglieder „freizupressen“ oder identifizierte Straftäter in den eigenen Reihen vor polizeilichen Zugriffsmaßnahmen zu schützen.
In der vergangenen Saison 2007/08 kam es im Anschluss an Auswärtsspiele auf der Sielwallkreuzung zu Fußballspielen Bremer Ultras. Dabei wurden einschreitende Polizeibeamte angegriffen.

Die polizeibekannten Ultras sind eher der linken Szene zuzuordnen. In ihrem Auftreten und Verhalten wenden sie Strategien an, die bisher aus dem linksautonomen Spektrum bekannt sind. So sind Ansätze für die Bildung so genannter „schwarzer Blöcke“ zu beobachten.
Bremer Ultras suchen nicht die Drittortauseinandersetzung, sondern eher die Provokation und Auseinandersetzung im Umfeld der Stadien mit dem „rechten Gegner“ oder der Polizei. Im Weser-Stadion erhöhen sie den Druck auf die im Stadion befindlichen Hooligans, um das Weser-Stadion „nazifrei“ zu machen. Gefahren für Unbeteiligte gehen von ihnen grundsätzlich nicht aus. Sie suchen nicht von vornherein die gewalttätige Auseinandersetzung, sind aber ständig zur Ausübung von Gewalt bereit. Damit entsprechen sie der Definition der Kategorie -B-.
Die Entwicklung der Ultras ist noch nicht abgeschlossen und wird aufmerksam verfolgt. Ein zahlenmäßiges Anwachsen der Mitgliedschaft wird von der Polizei Bremen erwartet.

In Bremerhaven gibt es keine Ultraszene.

  1. Zwei Dinge fallen mir an der Antwort des Senats aus: Die geringe Zahl der zur Anzeige gebrachten Straftaten im Zusammenhang mit Werder (Frage 5) in der Saison 07/08, nämlich 93, darunter nur acht Mal Widerstand gg. Vollstreckungsbeamte. Bei 17 Heimspielen allein in der Liga mit jeweils um die 40.000 Zuschauer ist das durchaus wenig wie ich finde.
    Und in Frage 11 wird ein Eintrag in die Datei Gewalttäter Sport immer noch als präventive Maßnahme bezeichnet, dass, obwohl die gesamte Datei nun bereits in zwei Urteilen als rechtswidrig festgestellt wurde: http://www.stadionwelt.de/neu/sw_fans/index.php?folder=sites&site=news_detail&news_id=2242

  2. War doch klar: Linke attackieren Polizisten, die nur ihre Arbeit machen.
    Fussballspiele sollten verboten werden linke Gruppen sollten verboten werden.

  3. Deutsch sprechen sollte verboten werden lange aufbleiben sollte verboten werden.

  4. Bei Kommentaren URLs anzugeben sollte aus Gründen der Unterhaltung auf jeden Fall erlaubt bleiben.

  5. in bremerhaven gibt es zum glück keine ultras..

  6. Leute wie ,,Deutschsprecher” wiedern mich einfach nur noch an. Verbote und Regeln, einen anderen Lebensstil kennst du wahrscheinlich nicht.

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