Die Bildungsaristokratie meldet sich zu Wort

Schon vor gut einem Jahr stellten wir klar:

verbrochenes.net ist kein JU-Watchblog, sondern ein Fanzine für Inkompetenz

Und als solches gehört es nach wie vor zu unseren Aufgaben, die Junge Union im Auge zu behalten, denn wo sonst findet man so viele motivierte junge Menschen, die nichts besseres zu tun haben, als einem Chef nachzueifern, der zwecks Medienpräsenz mal alten Menschen das Recht auf eine neue Hüfte abspricht und mal befürchtet, dass HartzIV-Bezieher mit der Verwaltung der ihnen anvertrauten Unsummen überfordert sein könnten.

Die Bremer Vertreter dieser putzigen Organisation haben sich nun mal wieder etwas ganz besonderes einfallen lassen: Sie wollen das Gymnasium retten. Dort fordern sie mit schniekem Logo inklusive Rotstern “Bildung statt Sozialismus” und stellen eindrucksvoll unter Beweis, dass sie offenbar weder von Bildung noch von Sozialismus eine blasse Ahnung haben.

Ihr Bild vom Sozialismus ist nur aus Sicht einer privilegierten Schicht zu verstehen. Denn gegen “Zwangseinheit” unter Kindern kann wohl nur sein, wer seine Sprösslinge als nicht den Schmuddelkindern zugehörig sieht. Letztlich geht es dann auch ziemlich offen um den Erhalt des Gymnasiums, weil dieses Freiräume schafft, “um Bildung und Erziehung zu stärken, Verantwortung zu fördern und Qualität zu entwickeln!” All das ist an guten Gymnasien sicher gegeben, aber eben per definitionem nur für Gymnasiasten. Den anderen wird an ihrer anderen Schule mit ihren Begabungen, Talenten (ja, Begabungen und Talenten) sowie Interessen eine optimale Förderung zuteil. “Und dafür ist Schule schließlich da!” Vielleicht sollte die Junge Union einfach eine Privatschule für alle mit einer Liebe zu Ausrufezeichen gründen!

In Bezug auf Bildung laufe die JUler wie viele deutsche Liberale und im Gleichschritt mit ihrer verkrusteten Mutterpartei in die Falle, Individualität mit Exklusivität zu verwechseln. Es ist schlichtweg nicht haltbar, die Einsortierung in eine von zwei Schulformen als individuelle Förderung zu verkaufen. Von der ganz antiliberalen Ungerechtigkeit, die man damit Zehnjährigen antut, einmal ganz zu schweigen.

  1. “pro Geymnasium”

    Bildung tut not.

  2. Das ist bestimmt irgendwie Absicht. Briefkastenfirma, von der man sich am Ende einfach wieder lossagt oder so.

  3. “Die Einheitsschule bringt ein niedrigeres
    Leistungsniveau, aber einen höheren
    Zusammenhang zwischen Herkunft und Schulerfolg
    als gegliederte Schulsysteme” (von der ju-homepage)

    xD

    den zusammenhang haben sie sich ja schön zurecht gedreht. was für ein schwachsinn.

    oder:

    “Das gegliederte Schulsystem bietet beste
    Voraussetzungen, um Kinder und Jugendliche
    entsprechend ihren Begabungen, Talenten und
    Interessen optimal zu fördern! Und dafür ist Schule
    schließlich da!”

    genau. schule soll selektieren, um auch schon die kleinsten in die ellenbogengesellschaft einzubeziehen. außerdem, belebt konkurenz nicht nur das geschäft auf dem markt, sondern auch in der bildung.

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