Toll, wie der Stern es elegant schafft seine Leser ganz nebenbei zu bilden:
Es ist nicht davon auszugehen, dass die Wirrköpfe, die im Namen Werder Bremens mit nach Südfrankreich gereist waren, wussten, dass die Stadt Saint-Etienne einst für ihre Waffenproduktion berühmt war. Bereits im 15. Jahrhundert waren hier Handwerker mit der Herstellung von Schusswaffen beschäftigt, in beiden Weltkriegen spielte die Stadt mit seiner Montanindustrie eine bedeutende Rolle bei der Versorgung der französischen Armee mit Waffen und Munition. Das entschuldigt nicht, dass einige Bremer Chaoten während des Uefa-Cup-Spiels des SV Werder beim AS St. Etienne (2:2) im Stade Geoffroy-Guichard teilweise kriegsähnliche Zustände ausriefen.
Gegenvorschlag:
Es ist nicht davon auszugehen, dass die Wirrköpfe, die im Namen Werder Bremens mit nach Südfrankreich gereist waren, wussten, dass in der Stadt Saint-Etienne 1830 von Barthélemy Thimonnier die Nähmaschine erfunden wurde. Das entschuldigt nicht, dass einige Bremer Chaoten während des Uefa-Cup-Spiels des SV Werder beim AS St. Etienne (2:2) im Stade Geoffroy-Guichard teilweise kriegsähnliche Zustände ausriefen.
Bringt bei Jauch wahrscheinlich sogar mehr…
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Ein kleiner Tip an die Werderfans zur Wiederherstellung der Reputation:
Die in den St.Etienne-Fanblock abgefeuerten Silvesterraketen waren diversen Verlautbarungen nach ja lebensgefährlich.
Beim nächsten UEFA-Cup-Spiel also lieber auf Qassamraketen zurückgreifen, die gelten nämlich z.b. einem Norman Paech – sowie einem Gutteil der deutschen Medien – auch als Silvesterraketen, allerdings nicht als lebensgefährlich.
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Zum Thema Reputation: http://board.fanszene-bremen.net/thread.php?threadid=8232
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Dass das Feuerwerk im Werderblock Ausdruck von „Fankultur“ und „Widerstandsgeist“ ist, wage ich zu bezweifeln, es ist in erster Linie Qualm und Licht und wird für meinen Geschmack von einigen zu sehr zu etwas konkret Politischem hochstilisiert. Das erinnert ein bisschen an „Saufen gegen Faschismus“.
@Gegenkritik: Der Vergleich von Qassam und Werderraketen ist brillant und bringt die Relationen in der öffentlichen Wahrnehmung verdammt gut auf den Punkt! A la bonne heure! -
Der Begriff „Kultur“ wird für mein Empfinden zu inflationär gebraucht, auch im Zusammenhang mit bengalischem Feuer. Lieber wäre es mir, hier schlicht von Ritualen zu sprechen, die unter Umständen ein Gemeinschaftsgefühl erzeugen. Dabei scheinen mir besonders die Feuerwerke zu manieristisch, da sich der Aussagewert allein auf einen diffusen Signaleffekt bezieht, der sich in einer wenig spezifischen Provokation erschöpft. Aufwand und Ertrag stehen hier in einem Missverhältnis.
Das sogenannte Widerständige bzw. der Wille dazu lässt sich immer wieder in der Anti-Polizei-Anti-Staats-Folklore vieler Ultras ablesen. Wenn die zündelnden Ultras sich wegen ihrer Pyrotechnik verfolgt fühlen und Slogans propagieren wie „all cops are bastards“, scheint mir das zu inszeniert. „Wir sind hier nicht in Teheran, Joinsen, und werden es [hoffentlich!] auch niemals sein!“ -
Da schreiben wir jetzt aber wirklich aneinander vorbei, Joinsen! Wie sagte Freud einmal: „Manchmal ist eine Zigarre nur eine Zigarre“. Ob man nun Klubanhängerschaft und speziell Ultraaktivitäten als Kultur bezeichnet und/oder die Polizei mittels Patches disst, ist mir oft relativ wurscht. Vielleicht treffen wir jeweils auf nicht repräsentative Vertreter von Ultra-Gruppen- ich habe immer wieder den Eindruck, dass die Haltung vieler Ultras eher zu einem Guerillaszenario in einem lateinamerikanischen Staat passt als dazu, dass man den favorisierten Klub unterstützt. Betrachtet man die Berichterstattung über die Vorgänge in St. Etienne gibt es das gespiegelte Phänomen auch auf der Seite vieler Medienfritzen.
Ohne Überhöhung würde das ganze Fußballding (und das meiste andere im Leben) wohl nicht funktionieren. Und: „denn unsere Leidenschaft ist ihnen rätselhaft“. Im Ernst, ich mag Folklore, und ich mag es, Sprichwörter neu zu kombinieren, schließlich hat der frühe Vogel Gold im Mund! Grüße vom Holzdampfer Permaneder




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