God killed Michael Jackson

Ein ruhiger Nachmittag in einer Luxusvilla. Im großzügig ausgestatteten Wohnzimmer befinden sich zwei Personen. Die eine, Michael Jackson, ist sehr aufgeregt und geht im Zimmer auf und ab. Die andere, Gott, sitzt gemütlich im Sessel. Gott sieht ungefähr so aus wie von Christen oft beschrieben. Die beiden sind mitten im Gespräch.

Michael:
Was willst du schon wieder von mir? Geh weg.

Gott:
Wir sind noch nicht fertig, mein Sohn. Wir sind noch nicht fertig.

Michael:
Ich bin nicht dein Sohn! Ich meine, du kannst nicht von jedem Menschen, der größer ist als du, behaupten, dass er dein Sohn ist!

Gott schmunzelt schmutzig.

Michael hustet blutig.

Gott:
Das ist noch nicht alles, du kennst ja den Rest der Geschichte. Du kommst damit nicht durch. Mit dieser Superstarscheiße, dieser Erlösererscheinung und deinen zwei Milliarden Fans.

Michael:
Was willst du tun? Die nächste Verleumdungskampagne auflegen? Was wird es diesmal? Du bist schon mit deinem Kinderschändermärchen nicht durchgekommen, die Leute lieben mich trotzdem. FREISPRUCH, mein Gott, FREISPRUCH!

Michael tanzt minutenlang durch den Raum. Gott grummelt. Michael moonwalkt vor das Fenster.

Gott:
‚Moonwalk,’ …herrje.

Michael, jetzt ruhiger:
Der heißt nur so, keine Sorge.

Beide schweigen ein wenig.

Gott:
Du wirst sterben.

Michael:
Ich möchte nicht sterben.

Gott:
Michael, mein Sohn, es ist vorbei. Leg dich hin. Entspann dich. Und nimm das hier.

Gott reicht ihm etwas.

Michael:
Ich will deine Drogen nicht mehr haben, seit Jahren nervst du mich mit diesem Zeug und ich fühle mich schlecht. So schlecht.

Gott:
Nimm sie, Michael.

Michael nimmt sie.

Michael legt sich auf die Couch und schläft ein. Gott geht langsam aus dem Zimmer. Er schließt die Tür leise hinter sich, der Raum liegt ruhig da. Von irgendwoher hören wir schon die Sirenen der Krankenwagen. Ein Hubschrauber nähert sich. Da öffnet sich die Tür und ein kleiner Junge mit krausem Haar kommt in den Raum. Er tänzelt leichten Schrittes durch das Zimmer, setzt sich auf den großen Teppich und spielt da mit bunten Bauklötzen.

Als die Ärzte und Sanitäter das Zimmer stürmen und lauthals über den Mann auf der Couch herfallen, ist der Junge schon lange nicht mehr da.

  1. Welch angemessener, poetischer Nachruf, lieber Bonde! Dem schillernden Michael Jackson konnte man kaum besser gerecht werden. Hoffentlich fühlst Du Dich nicht zu sehr in Deinem Crack-Hype bestätigt, nur weil der Sänger wahrscheinlich an Morphium starb.
    Die Zeugen Jehovas habe ich schon nicht gerne an der Haustüre, stünden sie gar an meinem Sterbebett, wäre das eine furchtbar Vorstellung. Noch hat Prince aber die Chance, sich vom Irrglauben abzuwenden, lieber Joinsen!
    Heute bekam ich einen intensiven Vorgeschmack auf das Radioprogramm der kommenden Wochen: Michael Jackson, The Jacksons und Jackson 5 en masse. Dabei ist mir einmal mehr aufgefallen, dass mir Michaels Oeuvre nur bis ungefähr 1980 wirklich gut gefällt. Das ist wirklich bitter: Unter der Knute seines furchtbaren Vaters, ausschließlich auf das Material angewiesen, das ihm die fiesen Motownbosse diktierten, waren die Songs am besten.
    Ein Tipp für Lokalradiopatriotinnen und –patrioten in den fortgeschrittenen Semestern: Michael Jackson and the Jacksons- Don’t Stop Till You Get Enough.

  2. das liegt an einer ganz einfachen sache: schwarze machen die bessere musik.

  3. Die Hautfarbe ist ein äußeres Merkmal unter vielen. Musikalität ist eine Eigenschaft, die mit der Anzahl und Art der Pigmente in der Haut nichts zu tun hat. Hier sollte man wenn überhaupt kulturgeschichtlich und nicht biologistisch argumentieren, goniwe!

  4. nein, caspar, deutsche könne keine guten musik machen..guck dir herrn bach an. der kann auch nix..ist ja auch deutsch..

  5. Bonde ist schuld. Sein übertriebener Kommentar hat den King of Pop in den Tod getrieben. :(

  6. Welcher Kommentar denn genau?
    Ich als Specialagent muss da schon jeder Spur nachgehen, das verstehst Du sicher.

  7. Das sagt Lukas Podolski:

    “Ich habe Michael Jackson bewundert und bin ein großer Fan von ihm. Es ist ein großer Schock für mich und ich trauere, dass er jetzt nicht mehr da ist. Sein Tod ist ein großer Verlust für die Musik und für alle Menschen. Er war der Größte!”

    Hear hear!