Ich möchte in Zukunft meinen Lebensunterhalt mit Lotto verdienen. Ich möchte auch gerne mal woanders leben und ein bisschen frei sein. Solche Sachen. Haut natürlich mit Lotto nicht wirklich hin. Also mal was anderes überlegen, denk ich mir. I´m going in for the kill. I´m doing it for the thrill. Wo haben die Leute eigentlich Trost gefunden, bevor es Popkultur gab? Vermutlich gar nicht.
Ich plane übrigens, meinen Nachnamen in “Trost” zu ändern. Also erst später, wenn meine Eltern, vor allem mein Vater, dann mal tot sind. Vorher nicht. Vielleicht denk ich mir auch eine Figur aus, die so heißt. Eine Romanfigur jetzt. Peter Trost. Die Geschichte endet damit, dass die Hauptfigur, vermutlich eine Frau, dann bei Trost ist. Holzhammermetapher in Dein Gesicht, Alter. Verkauft wie blöde, ich werd reich. Was meint ihr, Freunde?
Ich war ja schonmal in Düsseldorf. Aber letztens war ich auch in Köln. Da war ich vorher mal mit Werder, aber jetzt war ich anderweitig da. Es feierte sich die Agenturenbranche, also hauptsächlich Werbung. Und es wurde Fußball gespielt. Deshalb war ich auch da, war aber alles ein großer Irrtum. Alle irgendwie für irgendwen coolen Veranstaltungen kommen irgendwann an den Punkt, wo sie, obwohl noch lebendig, zum Mythos verklärt werden. Also sehe ich da jemanden, der “Mythos BAC – Wer sich erinnern kann, war nicht dabei!” auf dem Shirt stehen hat. Das ist natürlich ein sicheres Zeichen für das Ende dieses Mythos. Niemand feiert, aber alle strengen sich an, echt mal so richtig zu feiern. Ganz traurige Show. Zweites Problem natürlich, so branchenspezifisch, dass alle unbedingt mit der geilsten Idee an den Start gehen müssen. Also eine Truppe mit dem lustigeren Motto als die andere. Aber keiner kann mehr über irgendwas lachen oder sich über irgendwas freuen, nichts ist mehr “Hahahaha GEIL!”, sondern alles ist irgendwo zwischen “Schöne Idee!” und “Naja, die Idee ist jetzt auch nicht soooo gut.” Keine Ahnung, ob das jetzt irgendwie verständlich ist.
Werder wird Meister. Ja, hab ich letztes Jahr auch schon gesagt. Und es stimmte nicht. Aber dieses Jahr stimmts. Werder und die Liga, da stimmt die Chemie. Nur Moreno, der floppt. Nicht hart genug. Diego kommt übrigens, auch wenn ihr das jetzt alle heimlich hofft und vermutet, nicht zurück. Macht aber nichts.
Morgen wilde Feierei im Zucker. Ich bin aber nicht da. Ich nehme inzwischen 400 Euro für Stargastauftritte, und das war wohl etwas viel. Wer in Bremen ist, sollte aber hingehen.
Und jetzt mal zu der in den Kommentaren angeregten Diskussion. Also warum eigentlich politisch ganz in Ordnung sein und zum Fußball gehen? Sehr schöne Frage, müssten in erster Linie mal die diskutieren, die das tun. Da besteht dann aber das Problem, dass politisch zu sein noch lange nicht heißt, im Internet korrekte politische Texte hinklatschen zu können. Muss es auch gar nicht. Wer die Genossen dafür angreift, ist nicht redlich.
Die Sache an sich ist folgende:
Wer sich beim Fußball engagiert, wird relevant. Also, zentrales Wort hier: Relevanz. Du kannst natürlich auch in Deinem bekackten Dorf was an die Bushaltestelle schmieren oder mit Deinen Kumpels die Antifaabteilung Bremen-Süd gründen. Das interessiert aber im Endeffekt niemanden. Zum Fußball gehen jeden Spieltag ein paar hunderttausend Menschen, Medienberichterstattung usw usf. Und jeder Dauerkartenbesitzer, mit dem ich rede, kennt die Ultras. In groben Zügen jedenfalls. Bei den Ultras politisch zu werden heißt, öffentlich politisch zu werden. Die riesige Werder GmbH & Co KG aA zu kritisieren, provoziert eine Reaktion derselben und aller, die sich dafür ebenfalls interessieren. Die Nazis im Stadionumfeld zu kritisieren ebenso. Wer sich auf dem Bahnhof mit Nazis prügelt, kommt ins lokale Käseblatt. Wer Nazis aus dem Fanblock schreit, landet in der Tagesschau. Natürlich geht das nicht so rum, dass diese Bühne gesucht wird. Aber viele junge Leute kommen zum Fußball und lernen da, dass sie relevant werden. Dass das, was sie tun, Bedeutung hat. Und dann machen sie weiter. Und erreichen sehr viel mehr als diejenigen, die theoretisch viel besser geschult sind, ihre Diskussionen aber auf linken Sofas und im Infoladen unter Gleichgesinnten führen.
Schon ganz geil so, die Ultras.
Nun ist wenig gesagt über die Faktoren, die zunächst mal Fußball so attraktiv machen und ob Vereinsanhängerschaft schon strukturell nationalistisch und der Wunsch, Diego mal zu küssen, schon unzulässige Heldenverehrung ist. Meine schnelle Antwort: Ja, ist schon so. Macht aber nichts.
Wir müssen alle wieder viel mehr nach links rücken. Also im Sinne von: denen, die mehr haben, was wegnehmen. Kann natürlich auch ne kapitalistische Strategie sein. Aber mit Arbeit kommt man zu nichts. Was in antideutschen Debatten ja untergeht, sind ganz einfache Fakten: Ich verdiene so wenig, damit mein Chef so ein großes Auto fahren kann. Denkt da mal drüber nach jetzt, Freunde.
Aber was willste machen? Schießen darfste nicht.
Und dann stirbt auch noch Michael Jackson, herrjemine. Wer das unterschätzt, sollte sich das hier mal ansehen. Im Wesentlichen ist es eine Parodie auf einen Schwarzen, gegeben von einem schwarzen Bürgerrechtler. Aber derlei Kommentare stehen mir wohl nicht zu. Und die Rede ist schon echt gut. Ruhig mal angucken. Recht hat er, der Mann. It was Michael Jackson! So siehts doch mal aus.
Lass mal Bier trinken beim Pokalspiel. Oder den Abend vorher. Was meinste? Ab morgen übe ich den Moonwalk.
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super bonde! komm mal zur party morgen.
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hippie.
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Ich dachte Hippies Baden soetwas aus. Nackt natürlich.
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bonde i love you!
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zunächst einmal ist es fortschrittlich, dass zumindest über die frage diskutiert wird, ob denn die parameter svw und linkssein überhaupt zu vereinen sind. meine meinung; auch in anbetracht dieser kurzen auseinandersetzung: es kommt darauf an was dieses “linkssein” ausmacht.
wenn es ausreicht gegen nazis im stadion vorzugehen, dann ist dies sicherlich kein indikator für ein besonders emanzipatorisches gemüt; es reicht nicht aus – denn schließlich tut dies ja jede_r und gar der verein tut dies auf seine weise (verbot von thor steinar). es in abrede zu stellen, gegen nazis anzugehen, hilft hier auch nicht weiter: immerhin ist es wichtig ihnen immer und überall (und eben auch im stadion; also gesamtgesellschaftlich) die meinung zu geigen.
viel mehr, und das ist der kern der kritik, der in dem video-thread bereits durchdrang, darf der vermeintlich linke gestus – welcher nach öffentlichkeit sucht – sich nicht in verkürzter kapitalismuskritik äußern. stattdessen wäre es angebracht jenes konstrukt zur reflexion zu bringen, um zu klären gegen und besonders für was man hier eigentlich kämpft: was macht man hier eigentlich samstag für samstag? geht es darum sich zu produzieren, ja sich im grunde über dümmliche projektionen eines feindes in einer niederen gemeinschafts-sinnstiftung hervor zu bringen? wäre dem so, dann dies als alternative oder gar als emanzipatorisch zu verkaufen, ist keine lösung, um evtl. zukünftig sinnvollere dinge zu machen und um sich zu entwickeln.
also lieber die dinge so benennen wie sie scheinen zu sein: ultra sein, heisst wohl auch hier in bremen, nicht das zu sein, was man gern hätte. nazis zu boxen ist gut und schön, es reicht jedoch nicht und führt in der konsequenz sogar weiterführend zur aufgabenbewältigung der deutschen zivilgesellschaft, welche nicht sehen möchte, dass es noch nazis gibt. die antifa auf der straße und im stadion, sofern sie sich als reine anti-nazi-armee begreift, ist also verlängerter arm der deutschen vergangenheitsbewältigungsweltmeister.
darüber hinaus steht die identifikationssymbolik des gemeinen ultra noch auf einem anderen blatt.
vieles, was eine falsche kritik auch in “linken” ultra-kreisen betrifft, wird hier am beispiel fc bayern aufgegriffen. hier zwei links, sehr interessant:
http://www.antifa-freiburg.de/spip.php?page=antifa&id_article=492&design=3
http://prodomo.50webs.net/1/fc_bayern.pdf -
bonde i love you too.
inspiration by christian kracht? aufjeden aehnelt sich der schreibstil. weiter so! mehr davon!!!!!!!!!!!!!11 -
naja…
nett geschrieben, inhaltlich eher dürftig -
Lieber Bonde, ich habe keine Karte für das Pokalspiel, leider. Sonst würde ich gerne einmal Bier mit der Redaktion trinken, großartig wäre es natürlich, auch auf Lady Lim zu treffen.
Form und Inhalt Deiner jüngsten Ausführungen sind wieder überzeugend. Sehr schön fand ich Deine Beschreibung der Werbeszene, Deine Einschätzungen teile ich. In diesem Zusammenhang müssen die unsäglichen Boss Hoss gedisst werden: Doofe Agenturfritzen aus Hamburg und Berlin, die sich Cowboyhüte aufsetzen, Unterhemden anziehen und sich Sonnenbrillen mit Gläsern in Tropfenform auf die Koksnasen klemmen, um in dumpfer Manier Schlager im Pseudocountrystyle zu produzieren. Diese permanente Ironisierung von beliebig ausgewählten Inhalten in weiten Teilen der Branche ist unerträglich. Aber andererseits (Die Sterne) gibt es auch ein paar prima Typen unter Textern, Grafikern und PR-Leuten. Immerhin scheinst Du ja auch in Verbindung dazu zu stehen, oder?
Deine Ultra-Würdigung ist gut aufgebaut und schlüssig, auch wenn ich von Zeit zu Zeit das Gefühl habe, dass von größeren Gruppen, die mehr oder weniger uniform auftreten immer auch etwas Bedrohliches ausgeht. Wenn sich diese Wirksamkeit aber nutzen lässt, um die Bösen zu bekämpfen, ist mir das recht.
Gibt es in der Jungen Union eine Abteilung für Rechtschreibung und Kommasetzung? Wenn ja- schlafen die Leute dort? Das Referat „Abgrenzung zu Nazis“ funktioniert augenscheinlich auch nicht. -
ganz grosses kino,weiter so!
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Vielen Dank!
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Herr Bonde, bauen Sie Ihre Gedanken bitte aus, vielen Dank.
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Prophet Bonde:
“Nur Moreno, der floppt. Nicht hart genug.”




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