Fußball:
Man ist zuversichtlich. Wir haben eine gute Mannschaft beisammen. In der Abwehr hat sich wenig getan, aber das geht schon klar: Die vielgeschmähten Außenverteidiger Fritz und Boenisch sind immerhin entweder mal Stammspieler in der Nationalmannschaft gewesen bzw. gerade Europameister bei der U21 geworden. Das sind Gute, sie müssen es nur zeigen. Jungs, ich glaube an Euch. Innenverteidigung: Kein Thema, beide Weltklasse. Dahinter stehen Prödl und Pasanen, einmal großes Potential und einmal guter Überdurchschnitt.
Im Mittelfeld haben wir mit Özil schon die würdige Fortsetzung der Reihe, die meistens mit Micoud, bei mir aber mit Herzog beginnt: Herzog – Micoud – Diego – Özil. Viermal die gleiche Position, aber vier ganz unterschiedliche Spieler. Mit Özil geht es wieder ein bisschen Richtung Micoud, das Spiel wird schneller als mit Diego. Aber Özil ist selbst schneller und laufstärker als Micoud es war, er ist nicht darauf angewiesen, den Ball immer sofort wieder abzuspielen. Dafür fehlt ihm noch die Aura eines erfahrenen Spielers wie Micoud. Führungsstärke ist ein hässliches Wort, aber genau das wird Özil in Zukunft entwickeln müssen. Leider ist absehbar, dass er dann nicht mehr für uns spielen wird, weil sein Berater nächstes Jahr richtig Kasse machen will.
Ob das dann gut oder schlecht für Özil ist, wenn er schon dann zu Bayern wechselt, weiß ich nicht. Aber vermutlich ist er dann so gut, dass er in jeder Mannschaft der Welt Stammspieler wäre; das heimelige Gerede von der guten Entwicklung, die er in Bremen dann noch nehmen könnte, dürfte reines Wunschdenken sein.
Im Mittelfeld spielt auch immer noch Torsten Frings, der ganz stolz verkündet, dass er “fürs Land die Knochen hingehalten” hat, und daraus heute Ansprüche ableitet. Das widerspricht nur vordergründig dem üblichen Narrativ, nachdem ein Spiel in der Nationalmannschaft stets eine große Ehre sei, ein Geschenk für den Spieler. Für Frings ist es harte Arbeit und ein Opfer. Aber so ist das eben in nationalen Zirkeln: Alle reißen sich darum, sich zerreißen zu dürfen, und wer am meisten gelitten hat, bekommt die größte Anerkennung. Wer leidet und entbehrt, wird hier gern verehrt. Absichtlich gereimt, jepp.
Weil Torsten wegen all des Knochenhingehaltes nicht mehr richtig sprinten kann, darf er jetzt nicht mehr gegen Aserbaidschan kicken. Schade für ihn, aber mich macht es auch nicht glücklich, dass er jetzt so lahm ist. Neuerdings spielt er auch noch Fehlpässe, das gab es früher nicht so. Und was beim Lutscher nach viel Einsatz und Kampfgeist aussieht, sind meistens Verzweiflungsgrätschen, die im regelmäßigen Einen-Schritt-zu-spät-kommen begründet sind.
Aber ich mache mir keine Sorgen um unser Mittelfeld. Das liegt zum einen an Tim Borowski, dessen Verpflichtung ich mega gefeiert (!) habe, zum anderen daran, dass Torsten jetzt zu Hause ausgezogen ist. Er wird zu alter Stärke zurück finden und seine Frau auch.
Im Sturm haben wir unseren persönlichen Podolski endlich geholt, den Erlöser, den Sanogovertreiber, den peruanischen Prinzen – Klaus Bizarr. Ob das finanziell okay ist und ob er in drei Jahren noch Tore schießt, das ist mir ganz egal. Diese Saison hat er jedenfalls gerettet. Pizarro ist so ballgeil, so fußballverliebt, dass er das Klischee vom ausländischen Sportsöldner, der nur für das Geld hier ist und so wenig dafür tut wie eben nötig, auf dem Platz in jeder Minute widerlegt. Das macht mir große Freude. Neben ihm könnte Moreno mal spielen, aber der hat Thomas Schaaf anscheinend mal am Bart gezogen und darf jetzt ein paar Wochen lang gar nicht mehr ran. Dadurch, dass er meinen Blicken entzogen wird, ist Moreno jedenfalls interessanter geworden und in meiner Gunst sehr gestiegen, ich sage nun: Der ist ungefähr so gut wie Klasnic und sollte mehr spielen.
Zu Marin kein Wort, da bin ich misstrauisch: “Achtnhalb Mijonen?? Der soll ersma Leisdung zein!!” Ich werde das auch noch sagen, wenn er zehn sehr gute Spieler nacheinander gemacht hat. Aus Prinzip, und weil ich ein waschechter Fan bin.
Weil wir auch einen Torwart haben, wage ich einen weiteren Exkurs in die Nationalmannschaft. Enke mag ein guter Torwart sein, vielleicht auch besser als Jim Wiese, aber seine Beförderung zum Stammkeeper bedeutet trotzdem ein Problem für die Nationalmannschaft: Sie wird so noch langweiliger. Von Enke über Mertesacker zu Rolfes und Hitzlsperger bis zum ollen Miroslav Klose – wen soll denn das jetzt noch zu Emotionen hinreißen? “Poldi” steigt gerade in den Durchschnitt ab, “Schweini” ist da angekommen, im Tor steht der langweiligste Torwart vom langweiligsten Verein der Liga, auf der Bank sitzen gleich drei Langweiler als Trainer und dem Ballack darf man auch schon ins Gesicht schlagen, ohne dass es irgendeine Reaktion gibt. Aber vielleicht zeigt ja Peter Trochowski den Fans mal den Mittelfinger. Oder so.
Wo ich bei Torwärten bin, ärgere ich mich gerade wieder, dass ich nie den Text über Rensing geschrieben habe, den ich schreiben wollte. Denn jetzt ist es zu spät, jetzt habe ich schon recht behalten. Vor Bundesligastart schrieb ich in einer Mail:
Seine Ausstrahlung ist immer große Unsicherheit, vermischt mit einem trotzigen Unwillen, seine Schwächen einzusehen. Er wirkt, als habe er einen Rechtsanspruch auf den Platz im Tor und auf gute Leistungen erworben. Und dass das irgendwie nicht klappt, versteht er nicht. Der hat sich schon im Nationaltor gesehen, bevor er zehn Bundesligaspiele hatte.
Da freu ich mich natürlich, wenn er gleich im ersten Spiel wieder patzt. Am Ende wird er vielleicht mal eine der tragischen Figuren der Bundesliga, wenn diese Unsicherheit seine ganze Karriere scheitern lässt. Ich sehs kommen. Meister werdet ihr natürlich trotzdem.
Die Tragik ist kaum zu überbieten. Rensing hat noch nie etwas gewonnen und das alles trotzdem schon wieder verloren. Und wie soll er nochmal unbeschwert spielen, wenn er mit jedem Einsatz fürchten muss, wieder eine Stufe abzusteigen? Bald spielt er dann in Frankfurt oder Mainz oder Salzburg statt bei der WM in Südafrika. Das muss man erstmal verarbeiten. Das Beste wäre, wenn er als ganz offizieller Ersatztorwart bei Bayern bliebe.
Das ist alles. Dieser Beitrag kommt ohne Links aus. Alles, was ich bisher über das Leben gelernt habe, habe ich aus dem Kicker.
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im Tor steht der langweiligste Torwart vom langweiligsten Verein der Liga
Shame on you!
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In meiner Reihe findet sich nach Herzog auch Kristian Lisztes wieder. Bei dem Gedanken fiel mir auch wieder Juri Maximow ein und ich musste herzlich lachen.
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Was habe ich mir gewünscht, dass wir den langweiligsten Torwart vom langweiligsten Verein der Liga kaufen und dem langweiligsten Verein der Liga im Gegenzug unseren Keeper (seine Ausstrahlung ist immer große Unsicherheit, vermischt mit einem trotzigen Unwillen) vermachen. Nix war’s.
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was auch von bedeutung ist:
ich stimme bondes analyse in hinblick auf das spielerische potenzial voll zu. darüberhinaus sollte man aber auch noch andere faktoren genauer untersuchen, die eine rolle im zusammenhang werders spielen. seit dem ausscheiden baumanns beispielsweise fehlt werder jemand, der eine freundliche und bodenständige verlässlichkeit auch außerhalb des platzes repräsentiert. eilts füllte diese rolle aus (obwohl er nie besonders freundlich war), stalteri ebenso. frings ist nicht nur etwas lahmarschig geworden, er ist auch ein denkbar schlechter vertreter seines berufsstandes und damit auch ein ungeeigneter kapitän- die idiotischen autos, die neunzehnjährige (!) freundin, die verlassene familie, die frisur, die tatoos, die musik und seine sprache werfen viele fragen auf. immerhin gibt es noch momente, die positiv aufmerken lassen, wenn clemens fritz als hobby „lesen“ angibt und petri pasanen sagt, er höre in seiner freizeit gerne radio, bin ich ein bisschen gerührt. ungeschlagen nachwievor angelos charisteas, der einst auf die frage nach seiner liebsten freizeitbeschäftigung „bouzouki spielen“ antwortete und als größten wunsch „besser bouzouki spielen“ formulierte.
an dieser stelle auch noch einmal ein kräftiger verbaler arschtritt in richtung radiomoderator, liedermacher und stadionkasper arndt zeigler: wie kaum ein zweiter steht er für den bizarren widerspruch zwischen volkstümlicher vermarktung des phänomens werder und dem inständigen wunsch, cool und irgendwie „independent“ zu sein. mittlerweile verließ auch er (wie frings) frau und kind und zeigt sich jetzt mit einer deutlich jüngeren freundin- der fadenscheinige glamour hat das werder umfeld erreicht. zeigler ist musikalisch ohnehin unzurechnungsfähig, ich werfe ihm nachwievor das widerwärtige „lebenslang grün-weiß“ vor, schmieriger, berechnender und uninspirierter kann man kaum eine vereins“hymne“ zurechtschustern. was ihn aber nicht davon abhält, ähnlich miese machwerke anderer klubs in seinen kolumnen zu diskreditieren.
wer von zeit zu zeit in hamburg ist, wird sich nicht nur über den hsv echauffieren, st. pauli hat es geschafft, im links-liberalen-alternativen-grünen-werbefritzen-designer-millieu eine verwertungsmaschinerie mit merchandisingartikeln zu etablieren, die so ziemlich alles in den schatten stellt, was andere vereine so produzieren. auf spielplätzen lauter kinder mit einschlägigen fanartikeln. soviel zum proletarisch widerständigen kiezanspruch st. paulis. dass teile der anhängerschaft des hamburger zweitligisten schon seit jahren fast ebenso problematische seiten aufweisen wie die von scheißvereinen wie schalke oder hertha, ist allgemein bekannt. beim jüngsten pokalspiel in bremen zeigte sich das einmal mehr.
warum ist die grunddämliche beschallung im weserstadion auch noch so abartig laut? gibt es da einen „war of noise“ zwischen fans und stadion dj? lässt sich das abschalten?
ansonsten: geschätztes verbrochenes.net- vorwärts immer, rückwärts nimmer!
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Wer wie emil von den Spielern “bodenständige Verlässlichkeit auch außerhalb des Platzes” verlangt, darf von Ihnen konsequenterweise auch Treue in der Ehe einfordern. Weniger befremdlich wird das Ganze dadurch aber nicht.
Bei emils Auführungen musste ich unweigerlich an die 80er- und 90er-Jahre denken, als der großartige Christian Günther während der Spielpausen bei gedämpfter Lautstärke ebenso furios wie gelangweilt Werbebotschaften vom Möbelhaus Meyerhoff und anderen global players vortrug. Das viel zu frühe Ableben Günthers und die Inthronisation Zeiglers als Stadionkasper hat sicher nicht dazu geführt, dass sich das Blatt in Sachen “grunddämlicher Beschallung” zum Besseren gewendet hat. Allerdings war das Stadion damals auch an guten Tagen oft nur zur Hälfte gefüllt.
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die institution der ehe an sich spielt im rahmen meiner kritik nur eine nebenrolle, vielmehr wollte ich aufzeigen, dass frings und zeigler beide offenbar einem (erfolgs-)muster verhaftet sind: reichtum und „ruhm“ wachsen, das alter der partnerinnen sinkt. dass ein vollidiot aus dem rheinland in dieser form handelt, ist fast vorprogrammiert- er braucht eine frau, die jung und (in seinen augen) attraktiv ist, und die ihm darüber hinaus intellektuell (noch) nicht überlegen ist. wahrscheinlich war sogar seine ehe resultat einer zwangsheirat, die von schaaf gefordert wurde.
der jugendwahn zeiglers dagegen zeigt sich differenzierter und etwas subtiler: vor jahren begann er damit, lustige band t-shirts und entsprechenden umhängetaschen zu tragen, die ihn als vertreter einer immer jungen subkultur kennzeichnen sollten. inzwischen dienen junge damen für ihn als distinktionswert. zeigler verlässt damit das zeichensystem der popkultur (das sich ihm ohnehin nie wirklich erschlossen hat) und bedient sich der chiffren von fuballern wie frings. zeigler ist eine tragische figur, sein leben widmet er zwei erscheinungen, die ein hohes maß an glamourösen potenzial haben- fußball und pop und dem versuch, beides zu verbinden. er hat es dabei nicht geschafft, dem phänomen fußball und dem phänomen pop gerecht zu werden. in beiden fällen produziert er bestenfalls einen faden abglanz des eigentlichen. pop befreit von pop und fußball befreit von fußball.
im falle von frings und zeigler hat das merkmal des sexuellen verhaltens alleine kaum aussagekraft, erst in der zusammenschau mit den erwähnten anderen faktoren ergibt sich das bild von zwei sehr fragwürdigen figuren.
bonsoir cactus! ich verlange keinesfalls von a l l e n spielern „bodenständige verlässlichkeit“, das hätte möglicherweise zur folge, dass werder in absehbarer zeit gegen dorfvereine spielen würde. innerhalb des repertoires der charaktere ist es e i n e facette, die von zeit zu zeit erfrischend wirken kann! -
Warum im Falle Frings anprangern, was man Pizarro durchgehen lässt? Weil sich hier die Verbindung des spielerischen Moments mit dem zeigt, was abseits des Platzes von Bedeutung ist. Pizarro ist weltläufig, charmant, witzig, intelligent und gutaussehend. Und Frings? Eben.
Christian Günther bekam man früher selten zu Gesicht, weder im Stadion noch außerhalb. Das war gut so, er wirkte auf den ersten Blick sehr gewöhnungsbedürftig. Unvergessen sein Radiospot für eine Discothek in Oyten, das Capitol. Das Unternehmen nutzte diese Werbung noch lange Zeit nachdem Christian Günter das Zeitliche gesegnet hatte.
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Also den Satz versteh ich nicht. “dass ein vollidiot aus dem rheinland in dieser form handelt, ist fast vorprogrammiert”
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Frings stammt aus dem Rheinland, und emil meint, Frings sei ein Vollidiot. Ob das Vollidiotische mit dem Rheinländischen zwangsläufig verbunden ist, möchte ich bezweifeln. Dass jedes (regionale) Milieu besondere Formen von Auffälligkeiten hervorbringt, könnte ich mir vorstellen. Ich meine aber, dass das kein Grund zu einer regionalpatriotischen Überheblichkeit sein m u s s.
An dieser Stelle und aus aktuellem Anlass (beziehungsreich) der Rückgriff auf ein sinngemäßes Zitat des 2002 bei der Bundestagswahl unterlegenen Kanzlerkandidaten Edmund Stoiber vor der Bundestagswahl 2005 über die Herausforderin und den Herausforderer Schröders: Eine ostdeutsche Protestantin und ein rheinländischer (!) Junggeselle und müssten sich schon sehr ins Zeug legen, um Schröder wirklich zu gefährden.
Fährt eigentlich eine der geneigten Leserinnen, der geneigten Leser nach Wien, um Austria versus Werder zu verfolgen? -
Der Zusammenhang von Reichtum, Ruhm und jungen Frauen ist bekanntlich nicht besonders neu. Was unsereins wohl täte, wenn er vom guten wilden Leben träumte und dabei von jungen Groupies umgeben wäre (wahrscheinlich gab/gibt es die sogar in Zeiglers Umfeld)? Der Zusammenhang von Zeiglers Scheitern als Vermittler von Pop und Fußball und dessen Vorliebe für jüngere Frauen wirkt jedoch arg konstruiert. Mal abgesehen davon, das letzteres seine private Angelegenheit ist (gleiches gilt für Frings): Wenn du, emil, ihm verbal – völlig zurecht übrigens – eins überbraten willst, kannst du diesen Aspekt auch getrost ausklammern.
Und, lieber Peter Death, dem weltläufigen Latino Lover Pizarro (ich wusste gar nicht, dass der sich jetzt auch schon mit jungen Frauen zeigt) lässt man das durchgehen was der rheinische Provinzheini Frings nicht darf, nur weil beide das sind, was sie sind? Das finde ich allerdings schon sehr gespenstisch.
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Lieber Les Catus:
“…lässt man das durchgehen was der rheinische Provinzheini Frings nicht darf, nur weil beide das sind, was sie sind?”
Ja!!!
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es geht hier auch um die grenzen des privaten und des öffentlichen. bezogen auf die genannten mehr oder weniger prominenten herren lassen sich diese kaum noch ziehen, da sie sich gewissermaßen für die unterhaltungsindustrie prostituieren müssen. wenn les cactus und wimsey ihre männerfreundschaft pflegen und (gemeinsam) davon träumen, dass es ihnen von zeit zu zeit attraktive junge damen besorgen, ist das glücklicherweise nur von bedingtem interesse für die öffentlichkeit, es bleibt privat. frings und konsorten transportieren mit jeder ihrer handlungen eine botschaft an das publikum, das ist der preis dafür, dass man ihnen für ihre leistung sehr viel geld bezahlt. entweder, man gestaltet das private so überschaubar und konform, dass vermittelte details aus dem familienleben bestenfalls dazu dienen können, den lesern der wochenendeausgabe eines regionalen blattes ein wohliges gefühl beim lesen zu vermitteln, oder aber man liefert sich im falle eines „unanständigen“ lebenswandels der yellow press aus. im besten falle wird aus den sexuellen eskapaden eines promineten pop. diego hat das beispielhaft vollzogen (es ist allein seinem jugendlichen alter geschuldet, dass er sich für eines seiner abenteuer die unsägliche sarah connor aussuchte), pizarro scheint das ganze subtiler und gentlemanartiger zu praktizieren. der horizont frings‘ reicht nicht annähernd so weit, wenngleich ihm seine rolle und sein einkommen theoretisch diese wirksamkeit ermöglichen würde. zeigler seinerseits oszilliert in beschränkten bahnen zwischen den sphären, in der sich les cactus und wimsey mutmaßlich aufhalten und der welt der fußball- und popstars. ein jugendlicher aus einem benachteiligten stadtteil, der durch drogengeschäften und einen tankstellenüberfall eine summe von mehren tausend euro angesammelt hatte, setzte das geld um. man fasste in einem billigen hotelzimmer im selben stadtteil. das geld hatte er für eine videospielkonsole, chips und cola ausgegeben. dem kleinen kriminiellen fehlte ebenso wie frings das intellektuelle und kulturelle vermögen, sein geld für echten luxus und den damit unter umständen verbundenen stil auszugeben. zeigler fehlt alles.
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Dass nun gerade sog. Neureiche sich häufig durch ganz besondere Stil- und Geschmacksverfehlungen hervortun, ist ja auch kein Geheimnis. Frings gehört dazu. Aber was soll’s, denn zum einen bleibt die Frage, wofür er sein Geld ausgibt oder von wem er es sich besorgen lässt, sein eigenens Ding, zum anderen wüsste ich nicht, dass Frings jemals den Posten einer “Stilikone” für sich in Anspruch genommen hat. Welcher Art sind denn die Botschaften, die Frings und Konsorten an das Publikum “transportiert” haben sollen? Ich vermag da nichts zu erkennen. Und schließlich: Einerseits in kulturpessimistischer Manier Prostitution in der Unterhaltungsindustrie zu beklagen, um anschließend Frings, Zeigler etc. ihre Affären, schlechten Klamotten und geschmacklosen Autos um die Ohren zu hauen, ist auch nicht die ganz feine Art, emil.
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Ich glaube, dass das Kriterium des „Neureichen“ im Zusammenhang mit Fußballprofis kaum als Differenzierungsmerkmal taugt- die sportliche ambitionierten Söhne großbürgerlicher Familien wählen wohl eher andere Sportarten- Golf, Polo und Cricket (natürlich).
Es kommt also für den Spieler darauf an, wie man das viele neue Geld einsetzt und welchen Lebensstil man pflegt, um seiner Umwelt einen Eindruck zu vermitteln, was man für ein Typ ist. Früher kauften die Werderprofis bei Rigo’s Nouveau (Rigobert Gruber betätigte sich nach seiner Spielerkarriere als Herrenausstatter), heute sieht man viele der Werder-Kicker mit Kleidung herumlaufen, die sie bei L’UOMO kauften. Der These meines alten Freundes Marshall McLuhan folgend, ist das Medium die Botschaft. Dem zufolge strahlen besonders Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen, allein über ihre Äußerlichkeit eine Botschaft aus. Ich finde das nicht verwerflich im Sinne einer moralischen oder gar juristischen Verantwortlichkeit. Ich nehme mir aber (wie wohl auch emil) das Recht heraus, das Geschmacklose daran zu kritisieren. Wenn man dabei auch noch die Mechanismen diskutiert, die teilweise erklären, warum sich die erwähnten Menschen in dieser Art und Weise verhalten, finde ich das interessant. Und warum sollte man nicht auch von Zeit zu Zeit jemandem kräftig was um die Ohren hauen, gerade w e i l man Kulturpessimist ist?!
Im Übrigen finde ich emils Unterstellungen bezüglich der „Sphären“ von Les cactus und mir etwas anmaßend. -
Frings hat eine frappierende Selbstwahrnehmung dies erkennt man nicht zuletzt anhand seiner mehr als miesen Tattoos. Ansonsten ist mir dieser Mensch ziemlich egal.
Zeigler ist wie emil schon erfasst hat ein weiterer Klischee wannabe Alternativer der nunmal nur die Oberfläche sieht und eine gespaltene Persönlichkeit ist. Dies belegt nicht nur seine Aussendarstellung in diversen Foren. -
zittyboys beitrag ist hier von meiner seite nichts mehr hinzuzufügen. wimsey, ich hatte übersehen, dass dein liebesleben vor deiner heirat nicht landläufigen moralischen ansprüchen genügte und für viel gesprächsstoff innerhalb der „besseren kreise“ sorgte. vielleicht kann man in deinem falle auch von semiprominenz sprechen, da man in den salons diskutierte, mit welcher tänzerin oder sängerin du jeweils poussiertest.
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Ich wollte noch anmerken das es mir tierisch auf die Nerven geht das “Ich verstecke mich unter Autos”-Kevin-Patrick-Justin Hunt, nun gut spielt. Das ärgermich irgendwie persönlich. Hab ich am Anfang der Saison bei jedem Spiel auf ihm rumgehackt (zurecht!) und nun erdreistet sich diese Pickelfresse guten Fußball zu spielen (ecken/freistöße ausgenommen).
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Lieber emil,
ich habe etwas überlegen müssen, ob ich auf Deine Sätze in diesem Blog reagieren soll, möchte es aber nun aus ganz grundsätzlichen Erwägungen tun.
Es geht mir dabei nicht darum, dass Du mich abgrundtief zu hassen scheinst und mein berufliches Wirken, welches auch imemr, ganz grundsätzlich für ebenso abgrundtief wertlos hältst. Das ist Geschmackssache, das ist Dein gutes Recht und damit kann ich prima leben.
Was aber Deine Zeilen meiner Auffassung nach regelrecht erbärmlich und sehr bedenklich macht ist die erstaunliche Anmaßung, anderer Leute Privatleben aus dem Hinterhalt der eigenen Anonymität heraus analysieren und mit Dreck bewerfen zu können.
Ich bin weit davon entfernt, mich vor Leuten wie Dir in irgendeiner Form rechtfertigen zu wollen (oder gar zu müssen), aber ich will Dir an dieser Stelle dennoch ein paar Zusammenhänge transparent machen, damit Du mal für Dich ein bisschen darüber nachdenekn kannst, obe Deine gewählte Form der moralisch motivierten Kritik an anderer Leute Privatsphäre so in Ordnung ist.
Du schreibst, ich hätte “wie Frings Frau und Kind verlassen, um mich mit einer deutlich jüngeren Freundin zu zeigen”. Diese Darstellung enthält gleich DREI gravierende Unwahrheiten. Zum einen habe ich niemanden verlassen, wir haben uns einvernehmlich getrennt. Maßgeblich lag das daran, dass ich in vielen Fällen 70 Stunden pro Woche arbeiten musste und zu wenig Zeit für das Pflegen meiner Beziehung hatte. Ich nehme an, dass diese Art von Trennungen auch in Deinem privaten Umfeld vorkommt, leider, und dass sie auch in diesen Fällen nicht zwangsläufig mit jüngeren Frauen zu tun haben muss. Meinen Sohn wiederum habe ich nicht verlassen. Er lebt bei mir. Für diesen Umstand habe ich den Großteil meiner Radiojobs aufgegeben, um mich tagsüber um ihn kümmern zu können. Die deutlich jüngere Frau wiederum ist seit knapp drei Jahren meine Freundin. Wir haben uns ein Jahr nach meiner Trennung kennengelernt, sie ist also mitnichten eine Motivation für das “Verlassen von Frau und Kind” gewesen. Sie ist eine intelligente und selbstbewusste Frau, die erfolgreich als Art Directorin und Fotografin arbeitet. Deine Sichtweise (und eventuell sogar Dein Frauenbild?) scheint zu beinhalten, dass eine jüngere Frau primär erstmal ein kleines Mäuschen ist, das sich von einem B-Promi wie mir ködern lässt, damit der sich in der Öffentlichkeit endlich mit “dieser deutlich jüngeren Frau zeigen kann”.
Und damit wären wir gleich beim nächsten Problem: “Ich “zeige” mich mit meiner Freundin nicht, ich lebe einfach nur mit ihr zusammen. Wir führen ein eher zurückgezogenes Leben, sind nie auf irgendwelchen Partyseiten zu sehen, gehen nicht auf pompöse Veranstaltungen und leben sehr genügsam. Wenn ich mich mit ihr “zeige”, dann meistens auf dem Weg zum Rewe-Markt im Viertel. Der Glamour-Faktor dieses kleinen Rituals ist jedoch überschaubar. Nimm hiermit einfach zur Kenntnis, dass ich mkich dummerweise vor drei Jahren in eine Frau verliebt habe, mit der ich seitdem eine sehr harmonische Beziehung führe. Vielleicht ist das in Deiner Welt automatisch das “Verfolgen eines Verhaltensmusters”, für mich ist es das nicht.
Aus all diesen Gründen würde ich persönlich es sehr begrüßen, wenn Du Dich bei der Darstellung meines Privatlebens größeren Respekt bemühen würdest und weder mein Kind, noch meine Freundin hier in dieser Form auf eine ganz miese Weise in einen persönlichen Feldzug gegen mich mit hereinziehst. Am allerbesten wäre es freilich, wenn Du Dir gar nicht erst anmaßen würdest, mein Privatleben oder mich als Mensch in irgendeiner Form moralisch zu bewerten.
Es steht Dir schlicht und einfach nicht zu, Menschen die Du persönlich nicht kennst auf diese Art und Weise und in so einer Form moralisch herabzuwürdigen. Und damit rede ich nicht in erster Linie von mir, sondern z.B. auch von meiner Ex-Frau, meinem Kind und meiner Freundin.
Was all die anderen, in weiten Teilen bedenklich hanebüchen zusammengequälten Pseudo-Zusammenhänge kultureller, privater, fachlicher und moralischer Art angeht, so bin ich weit davon entfernt, mich mit jemandem darüber austauschen zu wollen, der anderer Menschen Privatsphäre gegenüber ein derart frappierendes Defizit an Respekt und Achtung entgegenbringt.
Oder anders: Wie unterirdisch mein Wirken auch sein mag, wie extrem ich in meinem Privatleben auch jemals gefehlt haben mag – nichts war je so armselig wie das Niveau Deiner Worte auf dieser Seite hier.
Beste Grüße an alle!
Arnd Zeigler -
sehr geehrter herr zeigler,
mit erstaunen, verwunderung und auch bestürzung habe ich ihre umfangreiche entgegnung auf meine polemik vom semptember des vergangenen jahres gelesen- mir war nicht klar, dass das von mir von zeit zu zeit frequentierte nischenforum von ihnen gelesen wird. meine scharfen ausführungen, die teilweise einen charakter aufweisen, der von ihnen als beleidigend empfunden wurde, sind rückblickend von einer übertriebenen rigorosität. ich möchte einige dinge klarstellen, um abschließend zu einer art erklärung zu kommen. der nachdruck meiner formulierungen rührte aus einer aktuellen erregung, heute, ein halbes jahr später sehe ich einige zusammenhänge anders. so schwer es ihnen verständlich scheinen mag, ich hatte weder damals noch heute die absicht, sie als privatperson zu beleidigen. ziel meines angriffs war ein öffentliches bild von ihnen im zusammenhang vor allem mit dem sv werder bremen. inwieweit ihre persönlichkeit mit ihrem auftreten vor publikum zusammenhängt, entzieht sich meiner kenntnis. Für mich ist der unterschied wesentlich. ich kenne sie nicht persönlich, und ich werde ihnen vermutlich auch nie über den weg laufen- die spärlichen informationen über ihr leben wurden mir kolportiert. auch wenn sie eine person von (zumindest lokalem) öffentlichem interesse sind, haben sie in meinen augen natürlich das recht auf privatsphäre. ob sie aufrichtig schreiben, vermag ich nicht zu beurteilen, das ist nicht gegenstand meiner überlegung. offensichtlich äußern sie sich ungeschützt, das ist bemerkenswert. dieser umstand führt dazu, dass ich hiermit einen letzten beitrag zu diesem thema verfasse.
ich bitte sie hiermit in aller form um entschuldigung für das, was meine worte in diesem blog bei ihnen ausgelöst haben mögen. ich rege hiermit an, dass die redaktion meine entsprechenden beiträge löscht, um eine mögliche weitere diffamierung ihrer person zu vermeiden.emil
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Und schon zeigt sich wieder das alte Problem von Privatsphäre und In-der-Öffentlichkeit-stehen. So wenig man natürlich ,,moralische” Bewertungen über (zumindest einem nicht persönlich bekannte) Menschen treffen sollte, so wenig ist man als ,,öffentliche” Person nur mehr man selbst, nein, man wird eben ein Stück weit zu dem Bild, das man öffentlich kommuniziert.
Und obwohl Arnd Zeigler sich hier völlig zurecht gegen die ihm gegenüber vorgebrachten Unterstellungen zur Wehr setzt, sollte man auch bedenken, was sich andere Leute so alles anhören dürfen.
Welcher Zuschauer kennt schon Jens Lehmann oder Tim Wiese privat? Und? Das hindert niemanden daran, Jens Lehmann oder Tim Wiese im Kollektiv mit den gängigen Sprechchören vom ,,Arschloch im Tor” etc. zu besingen.Und was Arnd Zeigler als Stadionsprecher betrifft, so finde ich wird hier auf hohem Niveau gejammert! Man sehe sich nur einmal ein Heimpsiel des FC Bayern bzw. den Mc Donald’s-Jabadabadu-Stil von Stadionsprecher Stefan Lehmann an. Da geht in Sachen schlechtes Niveau was ganz anderes ab!
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Aha! Das scheint ein Einsatz für Professor Freud zu sein- nimmt der bekannte Radiomoderator und Bremer Stadionsprecher jetzt die leicht abgewandelte Identität des Werder-Stürmers an? Inhalt und Form des vorangegangenen Beitrages lassen entsprechende Rückschlüsse zu. Warum eigentlich nicht, ein bisschen Mimikry ist durchaus amüsant.
Bei dieser Gelegenheit frage ich, nein- ich fordere ein: liebe Lady Lim, wo steckst Du? Klagst Du gerade in den USA der Trash-Disco”Lady” Gaga wegen unlauteren Führens eines Nobilitätstitels den Hintern weg?! Sende uns, sende mir ein Lebenszeichen!
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Kann jemand mehr Licht in die Sache bringen, die sich am letzten Samstag zwischen Kölnern und Bremern in der Neustadt abspielte? Waren da wirklich Nordsturm-Leute beteiligt (hörte Gerüchte)? Vor Toni’s Treff in der Friedrich-Ebert-Straße gab es schwere und glücklicherweise kurze Auseinandersetzungen, da die Polizei sehr schnell und beherzt eingegriffen hat. In diesem Zusammenhang fand ich die Maßnahmen sehr gut- dieses pauschale acab-Gequake geht mir sowieso schwer auf die Nerven. Wenn man mit Gruppen zu tun hat, die SA-mäßig auftreten, ist es beruhigend zu erfahren, dass es so etwas wie eine ausführende Gewalt gibt, die die Spacken auf den Asphalt drücken.

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