Verbrechen der Wehrmacht

Ich habe heute eine eMail erhalten, in der ich gebeten werde, diese Richtigstellung hier zu veröffentlichen. Es geht dabei um das Ereignis, das hier und anderswo beschrieben wird.

Wichtig: Weder war ich zugegen, noch weiß ich mehr über die Auseinandersetzung, als im Internet darüber zu lesen ist.

„Richtigstellung bezüglich der Pressemeldungen zu einer Auseinandersetzung zwischen Bundeswehrsoldaten und Werderfans auf der Rastanlage Allertal am 30.8.2009″

Nach fälschlichen Verbreitungen der Presse auf Grundlage der verzerrten Sachverhaltsschilderung der Polizei, sehen wir uns gezwungen, eine Richtigstellung der Ereignisse, welche sich am Sonntag, den 30.8.2009 zugetragen haben, zu veröffentlichen.

Anders, als es teilweise durch die Medien und die Polizei vermittelt wurde, handelte es sich zwar um Soldaten der deutschen Bundeswehr, diese waren aber nicht uniformiert, sondern trugen „Freizeitkleidung“. Auch in ihrer Freizeit jedoch liessen sie es sich nicht nehmen, ihr menschenverachtendes Weltbild nach aussen zu tragen und stellten ihr faschistisches Gedankengut offen zur Schau: Neben einem T-Shirt mit dem Aufdruck „Auch ohne Sonne braun“ und einem weiteren T-Shirt mit dem Aufdruck „88“ (der bekannten Abkürzung für den achten Buchstaben des Alphabets, der für „HH“, die Grußformel „Heil Hitler“ steht) trug einer der Beteiligten ein Tattoo auf dem Ellbogen, welches eine „Schwarze Sonne“ darstellt, ein in Neo-Nazi-Kreisen zur Wiedererkennung beliebtes Runen-Symbol, dessen Bedeutung für die Neo-Nazis auf eine Verwendung dieses Symbols durch die SS zurückzuführen ist.
Die Behauptung der Polizei, die vier Personen seien „irrtümlich“ der rechten Szene zugeordnet worden, naht nicht nur an Naivität, sondern ist eine unzulässige Verzerrung der Tatsachen, welche die offensichtliche Zugehörigkeit und das Bekenntnis der Soldaten zur Nazi-Szene verschleiert. Dass dieses unreflektiert von den Medien übernommen wird, ist im „Copy+Paste“-Zeitalter des Internetjornalismus keine Überraschung, bei dem die eigenständige Recherche statt der unkritischen Übernahme einer Pressemitteilung auch zu der Frage hätte führen können, ob aus dem verfassungsfeindlich eingestuften Bekenntnis der Soldaten juristische und berufliche Konsequenzen gezogen werden.

Wir werden nicht wegschauen, wenn Menschen, ob im Dienste des deutschen Staates oder in ihrer Freizeit, menschenverachtende Propaganda verbreiten und NS-verherrlichende Kleidung tragen.

Ein paar Beteiligte

Nachtrag:

Artikel in der taz nord ein paar Monate danach.

Weiterer Nachtrag:

In einer allgemeinen Pressemitteilung lässt die Bremer Polizei folgenden Satz fallen:

Ein Stadionverbot wird wegen sicherheitsbeeinträchtigen Auftretens im Zusammenhang mit Fußballveranstaltungen nicht nur innerhalb oder außerhalb einer Platz- oder Hallenanlage geprüft, sondern auch vor, während oder nach einem Fußballspiel. So hat der DFB nach Einleitung eines polizeilichen Ermittlungsverfahrens wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung gegen vier Bremer Ultras ein überörtliches Stadionverbot gegen sie ausgesprochen. Die Bremer Fußballfans hatten im August 2009 nach einem Auswärtsspiel in Berlin auf einer Rastanlage an der Autobahn 1 Bundeswehrsoldaten angegriffen und diese zum Teil verletzt.

  1. Südländer’s avatar

    Verlinken wollte ich das. Jetzt steht es schon überall. Bleibt mir die Freude über diese eine Formulierung.

    Antworten

  2. Harry Pleß’s avatar

    … wenn ich das schon höre, die besudeln die Helden, feiern Desateure…

    dumdidum

    Antworten

Reply

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