Dezember 2009

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… wenn ich mit Karren voll Zeugs für Gaza wochenlang durch Ägypten irre statt meinem Amt im britischen Parlament nachzugehen, mich mit „pauschalen Sicherheitsgründen“ abspeisen lassen muss und auf tagesschau.de an wen auch immer, aber natürlich besonders gerne die Deutschen sowie mit einem Wink mit dem Apartheidswallbetonelement schließlich an den ägyptischen Präsidenten appeliere:

Präsident Mubarak, bitte lösen sie das Problem. Gaza ist nur ein paar Stunden von uns entfernt. Wir haben die Hilfe, die die Leute in Gaza brauchen. Am Jahrestag des Angriffs auf sie sollten alle Finger auf Israel gerichtet sein und nicht durch Ärger über Ägypten abgelenkt werden.“

Die Vorgänge in den zurückliegenden Tagen und Wochen mache eine Stellungnahme der Redaktion unausweichlich.


Jürgen Rieger

Selbstverständlich ist der Tod Riegers zu begrüßen. Wir hatten uns allerdings gewünscht, die Hinrichtung Riegers möge von einem Kampfhubschrauber aus durch Raketenbeschuss erfolgen. Diese Hoffnung hatten wir bereits mehrfach bei den zuständigen Stellen geäußert, offensichtlich ohne Erfolg. Nun gilt es bei der – soviel sei unseren Lesern verraten – bereits in Planung sich befindlichen Neutralisierung von Udo Pastörs ein erfolgversprechendes Konzept vorzulegen, das keinen Zweifel an der Entschlossenheit der antifaschistischen Kräfte in der BRD lässt.

Minarettverbot

Ungeachtet seines Gegenstandes ist ein Verbot an sich zunächst einmal ein sehr schönes Konzept. Die Redaktion hat kein Verständnis für die Einengung der Debatte auf Minarette. Es sind weitere Verbote nötig. Wir fordern exemplarisch ein Verbot der Polizei und anderer staatlicher Repressionsbehörden. Sie behindern zahlreiche sinnvolle Verbotsverfahren, wie zum Beispiel das der NPD oder das von Gewalt gegen Menschen. Weitere sinnvolle Verbote: Currywurst, Ruhrgebiet, Sternburg.

Das zweite Problem der Debatte ist, dass sie sich auf die Schweiz beschränkt. Wen interessiert denn, was da erlaubt ist und was nicht? Uns nicht, wir sind Weltmenschen.

Bei unseren linksliberalen Lesern wollen wir uns dennoch mit einem Kompromissvorschlag anbiedern: Man könnte Minarette erlauben und im Gegenzug Moscheen verbieten. Der wirklich schlimme Kram passiert schließlich in den Moscheen, nicht auf den Minaretten. Die könnten ihren Platz dann anderswo finden, beispielsweise an Kirchen, Bibliotheken oder Kneipen mit Kegelbahnen.


Bob Dylan / Weihnachten

Bob Dylan hat einen musikalischen Selbstmordversuch unternommen. Nun bleibt zuerst zu fragen, warum die Redaktion sich so fürchterlicher Beschreibungen wie „musikalischer XY“ für ein Musikstück bedient. Die Antwort lässt auf sich warten. Zweitens ist festzustellen, dass Dylan gescheitert ist, zur musikalischen Untermalung dieses Beitrags läuft „Stuck inside a mobile with the Memphis Blues again„.
Wenn das schreckliche Machwerk dem Künstler nicht geschadet hat, dann ist auch verständlich, warum es seinem Gegenstand, dem Weihnachtsfest, nicht genützt hat. Das bleibt unpopulär wie eh und je. Bei uns zu Hause wurde es bereits abgesagt, nachdem nicht genug Karten verkauft werden konnten.

Derby

Die nächste öffentliche Demütigung der Hitleristen aus Hamburg findet am 20. Dezember statt. Schließlich hatten nicht einmal die Nazis einen schlechteren ‚Stürmer‘ als der HSV. So weit, so bekannt. Was die wenigsten wissen, ist, dass bedeutende Teile der Redaktion noch ohne Karte sind und sich deshalb ein etwas anderes Programm überlegt haben. Wir werden völlig zugekokst vor der Arena stehen und Streit suchen.

Bullenschweine

Dieser Vorfall ruft Ekel hervor. Uniformierte Arschlöcher schwingen sich zum Herrenmenschen auf und erniedrigen andere mit Gewalt. Sie dürfen das, denn sie sind Polizisten, und sie haben sich unangreifbar gemacht. Was man da machen kann? Gute Frage, die eine wohlüberlegte Diskussion abseits von Empörungsgesten lohnen würde.