April 2010

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Der Hamburger SV ist auf der Suche nach einem neuen Trainer in Berlin fündig geworden. Nachfolger von Interimscoach Moniz wird der gebürtige Österreicher Adolf Hitler. Das gab Vorstandschef Bernd Hoffmann am Nachmittag bekannt. „Hitler ist genau der richtige Mann für uns. Er ist ein Besessener, ein echter Überzeugungstäter. Und die nötige Erfahrung bringt er auch mit.“ In Hamburg wurde die Entscheidung zunächst überrascht aufgenommen. Hitler, der lange Jahre ohne Job war, hatte keiner auf dem Zettel gehabt. Dennoch war das Echo zunächst positiv. Ein Insider sagte unserer Zeitung: „Ich denke, dass das schon sehr gut passt. Der HSV und Adolf Hitler haben die gleichen Ziele und die gleiche Mentalität.“

Adolf Hitler, 1889 in Braunau geboren, erlangte Berühmtheit als Trainer der deutschen Nationalmannschaft. Bei der großen Völkerweltmeisterschaft von 1939 bis 1945 konnte er zunächst große Erfolge verbuchen, bevor eine ganze Reihe von schmerzlichen Niederlagen den Ambitionen des kleinen Schnauzbartträgers ein Ende setzte. Hoffmann: „Natürlich ist uns das bewusst. Aber man muss auch einmal die Erfolge dieses Mannes sehen. Der hat halb, ach was, ganz Europa besiegt. Das wollen wir auch!“

Beobachter halten Hoffmanns europäische Großmachtpläne, die seit Jahren immer wieder scheitern, denn auch für den Hauptgrund der Verpflichtung. Dazu komme die große Fresse, die Hitler mit allen Hamburgern gemein habe. Wer heute anmerkt, dass da meistens nichts dahinter stecke, macht sich naturgemäß keine Freunde in der Führerstadt Hamburg.

Andere vermuten eine Marketingstrategie hinter dem Trainer-Coup. Viele der Braunhemden in Hamburg sind noch keine HSV-Fans, das soll sich ändern. Aber macht man nicht den Bock zum Gärtner, wenn ein Verein, der Jahr für Jahr gut startet und am Ende total versagt, dann auch noch ausgerechnet Adolf Hitler als Trainer verpflichtet? Hoffmann sagt nein: „Sehen Sie, der Führer ist da ein ganz anderer Typ als früher, und wir haben uns schließlich auch weiterentwickelt.“ Auch Spekulationen, dass man eigentlich Felix Magath verpflichten wollte und, als das nicht geklappt hat, dann eben mit Hitler einen ganz ähnlichen Mann unter Vertrag genommen habe, wiesen die Verantwortlichen brüsk von sich.

Und was sagt der neue Mann zu seinem neuen Arbeitgeber? Hitler selbst konnte sich noch nicht äußern, da er aktuell noch eine Beraterstelle bei einer großen deutschen Werbeagentur hat und sich als solcher nicht öffentlich äußern darf. Er ließ sich vom Hamburger Pressesprecher aber wie folgt zitieren:

„Äch bän särr glöcklich, im nächsten Jahrr mit dem SC Gerrrmania Hamburrrg wiederrr eine starrke Rolle in Deutschland und der Welt spielen zu können! Sieg Heil!“

Ähnlich äußerten sich auch die Fans des Vereins. „Wenn erst der Adi hier ist, dann trauen sich die Heuschrecken aus Bremen aber nicht mehr hierher“, sagte ein Sprecher der Chosen Few Hamburg. Andere Prioritäten setzt man beim Supporters Club: „Uns beim SC war ja immer wichtig, dass hier der Mob noch richtig was zu sagen hat! Und da geht jetzt natürlich ein Traum in Erfüllung, dass wir jetzt den Adolf geholt haben. Wir glauben hier schon alle, dass der da auf unserer Seite sein wird, auch was die Kommerzialisierung und alles angeht.“

Aus der Mannschaft hörte man ebenfalls nur Gutes über die Nachricht des Tages. Marcell Jansen, das blonde Kraftpaket, das wohl sicher bald Führers Liebling sein wird, sagte zwei Stunden vor dem entscheidenden Spiel in Fulham: „Ja gut, mit den Engländern hat der Herr Hitler ja auch noch eine Rechnung hoffen. Ich denke schon, dass man sagen kann, dass wir heute hier auch für den Führer spielen.“ Dumm nur, dass Jansen selbst nicht mitspielen kann: Der lange Kerl hatte sich in der Vergangenheit schwer verletzt.

Hallo, da sind wir wieder, verbrochenes.net, das Kumpel- und Malocherblog aus Westdeutschland. Heute wollen wir Euch ein ganz besonderes Produkt vorstellen, den FLORABEST Tisch-Kugelgrill von Lidl! Der FLORABEST Tisch-Kugelgrill von Lidl macht seinen Käufer von der ersten Minute an froh. Hat der einsame Großstadtkunde sich eines der in der Tat kugelrunden Prachtexemplare gesichert, steigt auch schon sein Selbstwertgefühl in ungeahnte Höhen. Der komfortable Kugelgrill ermöglicht dem von der Natur entfremdeten Zivilisationsopfer ein authentisches Erlebnis mit Feuer und Flamme und Fleisch. Kein anderes Gerät kommt dabei so schick und mondän daher wie jenes von FLORABEST, das bei Lidl für nur 12,99‚¬ zu haben ist. Hier vereinen sich Design, Funktionalität und die pure Männlichkeit der Bearbeitung rohen Fleisches, das für Freunde und Familie genießbar gemacht wird. Besonders für Erstkäufer, also meist junge Männer in spe, die bisher nur an fremden Grills zum Zuge kamen, ist dieses Einsteigergerät eine gute Wahl. Nur zu leicht fallen diese unerfahrenen aber motivierten Genossen auf billige Angebote herein und müssen sich dann mit Grillvorrichtungen herumschlagen, die so wackelig und fragil sind, dass an Maskulinisierungsschübe gar nicht mehr zu denken ist.

Noch ein Tipp für den schnellen Griller: Kaufen Sie erst den Grill und dann das Fleisch. So können Sie ein Stück Tier auswählen, das genau zum Grill passt!

Obacht!

In der Unteren Rathaushalle im malerisch an der Weser gelegenen Städtchen Bremen findet gerade die Ausstellung „Tatort Stadion 2 – Fußball und Diskriminierung“ statt.

Die komplett überarbeitete Ausstellung Tatort Stadion 2 will informieren “ sowohl über alltägliche Diskriminierung und Aktivitäten von Neonazis als auch darüber, was Fans dagegen tun.

Was sonst noch über die Ausstellung gewusst werden muss, erzählen Annika Hoffmann von BAFF und Thomas Janßen von der „AG Werderfans gegen Diskriminierung“ im Interview mit Stadionwelt.

Soviel zur Veranstaltung, jetzt kommen wir zum Befehl. Da wir es als unseren Auftrag ansehen, unseren Lesern bei der Planung ihrer begrenzten Lebenszeit behilflich zu sein, befehlen wir, den unumgänglichen Besuch der Ausstellung zeitlich mit dem einer der beiden Abendveranstaltungen zu verbinden, die jeweils um 19 Uhr am gleichen Ort stattfinden und die thematisch ganz nach unserem (und somit auch eurem) Geschmack sind:

Am morgigen Montag, dem 19.04., findet im Rahmen der Ausstellung ein Vortrag von Alex Feuerherdt und Enno Wöhler über Antisemitismus beim Fußball statt. Dabei soll es um die verschiedenen Formen des Antisemitismus ebenso gehen wie um konkrete antisemitische Ausfälle beim Fußball; um den Antisemitismus der Nazis wie den des Mainstreams. Und natürlich wird es um Werder Bremen gehen, den sympathischen Verein aus dem Norden, dessen Fans in Hamburg schon einmal als gefährliche Heuschrecken und dessen Wappen in Hannover schon einmal als oranger Davidstern dargestellt wurden. In der anschließenden Diskussion darf dann der Frage nachgegangen werden, wie viele Baseballschläger bestellt werden müssen.

Im weiteren Verlauf des Abends berät die Redaktion von verbrochenes.net im privaten Rahmen alle Interessierten in Fragen der politischen Korrektheit und der korrekten Analyse der aktuellen Bundesligatabelle.

Eine Woche später, selbe Zeit und selber Ort, geht es um eine gelungene Intervention gegen Antisemitismus in unserer Stadt, nämlich die Befreiung durch die britische Armee vor 65 Jahren. Thema des Vortrags von Heinz-Gerd Hofschen (Historiker am Focke-Museum) soll aber auch sein, wieso es mit der Entnazifizierung dann doch nicht klappte.

Get Well Soon – Angry Young Man