Ist WM jetzt, und das wird geguckt. Am 11. Juni geht die ganze Geschichte los, das erste nationale Warmlaufen ist bereits über die Bühne gegangen, nachdem Klaus-Peter Boateng die deutschen Truppen enthauptet hatte. Für den Fußballinteressierten, der der Kartoffeltruppe das Vorrundenaus wünscht, muss langsam ein geeignetes Lustobjekt für die folgenden Wochen her, eine Lieblingsmannschaft muss ausgesucht werden. Dabei müssen verschiedene Kriterien beachtet werden.
1. Antideutscher Faktor
Das Land, dem ich im Juni mein Herz schenke, sollte hierzulande möglichst unbeliebt sein oder einen interessanten Beitrag zur deutschen Geschichte geleistet haben.
2. Sportlicher Faktor
Die Genossen sollten wissen, wo das Tor steht, und wie man den Ball dort hineinbekommt. Der schönste politische Hintergrund bringt nichts, wenn da elf Idioten stehen, die nach der Vorrunde ohne Punkt wieder nach Hause fahren oder am Ende 0:8 gegen Schland verlieren.
3. Ästhetisch-sympathischer Faktor
Hier scheitern die Besten: Die Protagonisten dürfen nicht allzu unsympathisch sein, ich kann gewissen Spielern einfach kein Glück wünschen, und deshalb scheitert so mancher aussichtsreiche Kandidat für mein Herz am Ende an Kleinigkeiten.
Schauen wir uns nun die Kandidaten an, es sind 32.
Gruppe A
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Südafrika
Südafrika ist sicherlich ein interessanter Kandidat, aber auch ein völlig aussichtsloser.
1. Südafrika steht politisch für Apartheid, Verharmlosung von AIDS und die Internierung von Außerirdischen. “Überwindung (!) der Apartheid!” wird der Deutsche einwenden, und das macht die Sache noch schlimmer. Die Aufarbeitung der Vergangenheit, das neue Selbstbewusstsein, das riecht alles ein bisschen deutsch und kommt in der Redaktion gar nicht gut an. Dazu ein Richie Goldstone, Richter im Apartheids-Regime, der knapp 30 Schwarze zum Tode verurteilt hat, andere hat auspeitschen lassen, um dann dieser Tage vom moral highground aus über Israel zu schimpfen – sorry, Südafrika, Ihr seid scheiße.
Dazu kommt, dass der exotische Gastgeber auch hierzulande sicher recht beliebt sein wird und für mich als Südafrika-Fan somit keinerlei Distinktionsgewinn zu holen wäre.
2. Sportlich: Unterirdisch, Vorrundenaus steht fest.
3. Ä-S: Nicht zu bewerten.
Fazit:
Auf gar keinen Fall!
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Mexiko
1. Mexiko liegt in Amerika. Mehr ist über dieses Land nicht bekannt, obwohl dieser Tage extra ein Redaktionsmitglied ins Land verschifft wurde. Der Bericht wird folgen.
2. Die besseren Zeiten der Mexikaner sind vorbei, und selbst in denen ging es nur ins Viertelfinale. Das Achtelfinale ist möglich, aber unwahrscheinlich.
3. Letztes Jahr war Sven-Göran Eriksson hier Trainer. Interesting, ah, ah. Die Spieler sind alle unbekannt. Dass sie auf dem Platz sehr große alberne Hüte tragen, ist nur ein blöder Witz und stimmt nicht.
Fazit:
Fazit für welches Land nochmal? Mexiko? Ach so. Naja.
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Uruguay
1. Uruguay ist eines der wenigen Länder mit drei U im Namen. Über die Politik klärt uns Wikipedia auf: “Bei den Wahlen am 31. Oktober 2004 erzielte … als heterogener Zusammenschluss von Sozialdemokraten, Christdemokraten, Sozialisten, Kommunisten und ehemaligen Tupamaros 51 Prozent der Stimmen.”
Das ist natürlich schrecklich. Die Redaktion lehnt derartige Zusammenschlüsse zur klassenlosen Volksgemeinschaft ab und fordert die Bildung eines antifaschistischen Bündnisses zur Zerschlagung der uruguischen Volksfront. Wir werden nicht länger zusehen, wie Tupamaros und Christdemokraten gemeinsam der Emanzipation im Weg stehen und wie selbsternannte Kommunisten sich dem Elend der Sozialdemokratie vor die Füße werfen! Schluss damit! DOWN WITH URUGUAY!
2. Zur Quali haben sich die Ururus hingehangelt und viel weiter wird es für sie nicht gehen. Diese Nazis.
3. Diego Forlan ist der bekannteste Spieler, und ich mag ihn nicht.
Fazit:
Uruguay ist Deutschland für Spanier.
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Frankreich
1. Frankreich ist super, da kann man wirklich nicht meckern. Zwar sieht es militärisch gerade gegen Deutschland sehr mau aus – und das Militärische ist wichtig beim Fußball – dennoch taugt Frankreich als Gegenmodell, auf das man antideutsch pochen kann. Frankreich als republikanisches Gegenmodell zum deutschen Volksstaat, das lässt sich längst nicht mehr sauber argumentieren, aber für eine vierwöchige Fußball-WM reicht es trotzdem. Während es also hierzulande nur um Abstammung und das Gemeinwohl geht, hält der Franzos´ die Werte der Republik hoch und verteidigt die Freiheit, die Gleichheit und die Brüderlichkeit. Als verkappte Liberale sind wir da gern dabei.
Die französischen Arbeitskämpfe sind ebenso erwähnenswert, weil sie ein Gegenmodell zum deutschen Korporatismus sind, der ökonomische Konkurrenzen verschleiert, statt sie zu regeln, und sich dabei wiederum der ekligen deutschen Ideologie bedient.
Bei der deutschen Jugend witzelt man gern, “nach Frankreich nur auf Ketten” zu fahren und erfreut sich an den gewonnen Schlachten gegen Frankreich als chauvinistischem Prollpotential, weil man so schließlich noch die anschließenden Niederlagen Deutschlands verdrängen kann. Frankreich wird nicht ernst genommen, weil die französische Besatzungszone zu klein ausgefallen war und die Deutschen in der EU schon lange das Sagen haben. Bei der WM muss das anders werden, wenn der “Erbfeind” frühestens im Viertelfinale zum Tanz bittet.
2. Man weiß zwar nicht mehr, wie sie das gemacht haben, aber am Ende standen die Franzosen wieder im WM-Finale 2006. 2002 waren sie ohne Tor in der Vorrunde gescheitert. Mancher Star ist ein bisschen zu alt für die ganz große Show, aber der größte Teil des Kaders spielt bei Top-Klubs. Vom Personal her gehört die Mannschaft wohl zu den besten fünf, da ist alles möglich.
3. Mit Ribery haben die Franzosen den beliebtesten Mann, der je für Geld mit einer Minderjährigen schlief und damit öffentlich wurde, in ihren Reihen. Heimlicher Held aller ungefickten Fußballfans, kann FRONK auch auf dem Platz den Unterschied ausmachen, wie man so schön sagt. Dass er ein blödes Arschloch mit Islam-Fimmel ist, ist deshalb doppelt ärgerlich. Ebenso, dass Henry die ganze Bande erst mit dem dreistesten Handspiel, das es seit Gottes Eingreifen 1986 gegeben hat, in die Endrunde gebracht hat, bringt mich gegen die Franzosen auf.
Fazit:
Hier beweist sich der ästhetisch-sympathische Faktor bereits das erste Mal als hinterlistiger Fallstrick für eigentlich aussichtsreiche Kandidaten. Holen die frechen Franzosen in den ersten Kategorien noch ungewöhnlich viele Pluspunkte, so haben sie doch am Ende sehr zu kämpfen. Uneingeschränkte Solidarität mit Frankreich kann es deshalb nicht geben, und wenn den grazilen Galliern auch alles Gute zu wünschen ist, so taugen sie nicht als Lieblingsmannschaft für dieses Turnier. Sehr schade, die Redaktion drückt ihr Bedauern aus.
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Gruppe B
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Argentinien
1. Adolf Eichmann, Josef Mengele, Walter Rauff – wir wollen nicht lange drumrumreden: Nach dem zweiten Weltkrieg gab es in Argentinien mehr Nazis als heute bei einem Auswärtsspiel der deutschen Nationalmannschaft. Da wird es natürlich ganz schwer, noch zu punkten. Peronismus, Militärdiktatur und so weiter und so fort – das können wir unter den Tisch fallen lassen. Nicht aber die Falklandkriege: So ein Krieg gegen England deutschelt schon ein bisschen. Da es aber hauptsächlich um Rohstoffe und damit um Geld ging, geht das auch in Ordnung. Aber was gibt es denn Positives zu berichten? Da wäre zunächst mal der Sieg gegen Deutschland 1986, der meiner damaligen Meinung nach die deutsche Einheit noch einmal verzögern konnte, auch wenn die anderen Kinder mich für diese These ausgelacht haben. 1990 haben die Genossen sich immerhin noch einmal bemüht.
Maradona muss man für seinen undeutschen Lebensstil loben – Koks und Castro, diese Kombination ist ein Statement für das gute Leben. Argentinisches Steak ebenso. Erfrischend ehrlich kommt der Neo-Feudalismus in Argentinien daher, die aktuelle Präsidentin ist die Frau ihres Vorgängers. Aber das hilft wie gesagt alles wenig, wenn man sich zur sicheren Heimstatt für die schlimmsten Mörder der Geschichte gemacht hat.
2. Messi Messi Messi Messi Messi Messi Messi Messi Messi Messi Messi Messi Messi Messi Messi Messi Messi Messi Messi Messi Messi Messi Messi Messi Messi Messi Messi Messi Messi Messi Messi Messi Messi Messi Messi Messi Messi Messi Messi Messi Messi Messi.
Der knuddelige kleine Kerl ist der einzige Weltklassefußballer, der uneingeschränkt sympathisch ist. Und er ist der beste. Seit Messi muss niemand mehr bedauern, Pele oder Maradona nicht mehr auf der Höhe ihrer Kunst erlebt zu haben, denn Messi ist besser. Der ganze Kader hat theoretisch das Zeug zum Titel, ähnlich wie Frankreich, trotzdem bleiben große Zweifel. Die Qualifikation war eine Qual, und ob der gute Maradona tatsächlich auch ein guter Trainer sein kann, steht in den Sternen. Deutschland hat man kürzlich eindrucksvoll besiegt, selbst mit Ballack hatte der Löw-Mob keine Torchance. Sportlich wäre Argentinien also ein guter Kandidat, vielleicht ein sehr guter.
3. Wie gesagt ist Messi ein wunderbares Maskottchen, mein Herz fliegt ihm zu. Maradona ohnehin, der nette Dicke ist wahnsinnig und gut. Demichelis kann man tolerieren, Veron verdrängen und dann einfach mal zusehen. Die Trikots sind hübsch. Wichtig!
Fazit:
Es ist wirklich schade um Messi, aber so richtig darf sich der aufgeklärte Ballanhänger nicht für die Albiceleste begeistern. Dafür darf der nette Blogger von nebenan ein bisschen so tun, als sei er Sportjournalist, und ganz kennermäßig von “der Albiceleste” sprechen. Oder “die Albiceleste”? Ist ja auch egal. Für Argentinien haltet Ihr Euch bitte an folgende Regel. Sympathisieren: okay. Fan sein = Nazi sein.
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Nigeria
1. Heute morgen las ich über “den afropessimistischen Mainstream”, also über die zumeist negative Berichterstattung über “die afrikanische Tragödie”. Da machen wir natürlich nicht mit! In Nigeria gilt zum Beispiel nur im Norden die Scharia, im Süden dagegen werden die Menschen nicht gesteinigt und auch nicht mit Amputationen bestraft. Und selbst im Norden wird oft nicht gesteinigt, sondern erschossen. Das BIP/Kopf von 1450 $ ist nur ein Durchschnittswert, es gibt also mehrere Menschen dort, die sogar mehr als das verdienen. Und statt eines Horstes haben die Nigerianer einen Goodluck zum Präsidenten, was für ein lebensbejahendes Land!
Aber es gibt auch dunkle Flecken in der Geschichte des Landes. So wurde zum Beispiel Adolf Hitler, der am Zweiten Weltkrieg und Holocaust Schuldige, in Nigeria geboren. Später wurde dieses Scheusal dann fälschlicherweise den Deutschen zugeschrieben – als hätte das deutsche Volk nicht schon genug erlitten! Hitler wurde 1887 im Bundesstaat Jigawa geboren, dementsprechend war seine Muttersprache Kanuri. Einen leichten Kanuri-Akzent hat der “Führer” zeit seines Lebens behalten, wie Sprachwissenschaftler zwischenzeitlich nachgewiesen haben. Hitlers Versuche, die Scharia in Österreich einzuführen, sind dann schnell gescheitert, haben aber bis heute Spuren hinterlassen. Viele Österreicher sagen heute, dass sie das islamische Recht von dem Herrn Hitler damals schon genommen hätten, aber nicht heute und schon gar nicht von diesen “Moslems”.
Da die Geschichte des frühen Hitlers heute weitgehend verdrängt wurde (woran zweifellos GEWISSE KREISE ein INTERESSE haben, Ihr wisst was ich meine), gibt es kaum eine Verbindung zwischen Deutschland und Nigeria. Ob die rassistische Perspektive auf Nigeria dazu führt, dass das Team beliebt oder unbeliebt ist, steht in den Sternen. Lest es da bitte nach.
2. So mittel, sag ich mal. Alle drei Torhüter spielen in Israel, der Rest bei europäischen Clubs aus dem Mittelfeld. Im Viertelfinale ist also Schluss, eher früher. Man kennt Obasi, Martins und den ollen Kanu. Trainer ist ein alter Schwede, herrje, warum haben diese Afrikaner immer Trainer aus der fünften Reihe?
3. “We put the GER back in niGERia!” Mein Claimvorschlag, falls die Nigerianer mit deutschen Tugenden punkten.
Fazit:
Nigeria muss weg, Norden und Süden gleichermaßen, und dann muss da irgendwo auch mal ein Mahnmal hin, wegen Hitler. Und bei der WM, da sind sie mir egal. Es sei denn, sie haben Vuweseelers, dann bin ich da so richtig dagegen.
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Südkorea
1. Südkorea ist nicht Südafrika, und es ist auch nicht so ähnlich. Südkorea ist das neue West-Berlin. Ein antikommunistisches Bollwerk am Tropf der USA, das sich vom stalinistischen Nachbarn herumschubsen lässt. Unsere Solidarität gilt natürlich dem Norden des Landes, nicht aus politischen, sondern aus geolokalpatriotischen Erwägungen, die mit Rationalität und Logik nur ganz wenig zu tun haben.
In Deutschland hat man wenigstens Angst vor den fleißigen Asiaten, denen man durchaus zutraut, der glorreichen deutschen Wirtschaft Konkurrenz zu machen. Außerdem sehen die Koreaner ganz anders aus als die Menschen hier, insofern ist es besonders schwierig mit den deutschen Sympathien. In Sachen “entspannter Nationalismus” dagegen können die Koreaner durchaus Vorbild sein, das Gekreische und Geschwenke 2002 könnte Vorbild für die Aufmärsche 2006 in Deutschland gewesen sein. Wir sehen: Südkorea ist ein Sowohlalsauchabereigentlichegal. Es ist auch sehr weit weg. Also zu Fuß eigentlich kaum zu erreichen, es sei denn, man geht irgendwo los, von wo es nicht mehr so weit ist.
2. Wie gesagt: Südkorea ist das neue West-Berlin. Und so spielen die auch Fußball, es sieht aus wie Hertha und fühlt sich an wie TeBe. Zufälligerweise ist die Redaktion von verbrochenes.net besetzt mit mehreren Experten für den südkoreanischen Fußball und kann deshalb besonders fundiert davon abraten, auf Südkorea zu setzen oder zu hoffen. Don’t. Nicht Machen.
3. Der laufbereitschaftsbasierte Stil langweilt, Stars gibt es keine. Aber: RUMMENIGGE RUMMENIGGE BUM KUN CHA! RUMMENIGGE RUMMENIGGE BUM KUN CHA!
Fazit:
Zu viel Erfolg für Korea könnte zu einer Wiedervereinigung führen, die wir ablehnen. Ansonsten kann man zu Südkorea nichts sagen, was nicht falsch wäre. Also Schluss damit.
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Griechenland
1. Unbestätigten Berichten zufolge soll DFB-Präsident Theofanis “Dema” Zwanziger bereits mit Angela Merkel und Horst Köhler zusammengetroffen sein, um über das Vorgehen bei einem denkbaren Viertelfinale Deutschland – Griechenland zu beraten. Bisher will niemand das Wort “Boykott” in den Mund nehmen, hinter den Kulissen ist die Aufregung dennoch groß. Zwar trauen den Griechen nur wenige das Erreichen der dritten Runde zu, aber Angst hat man doch.
Ein hochrangiger DFB-Funktionär hinter vorgehaltener Hand: “Die sind zwar faul und gierig, aber am Ende kaufen sie sich mit unserem Geld noch richtige Fußballschuhe, und dann sind sie auf einmal doch genau so gut wie unsere Jongens! Gegen die treten wir nicht an!” Während viele Funktionäre mit einer ähnlichen Argumentation für einen Boykott der Griechen sind und bereits deutsche Delegationen in Buenos Aires und Seoul an einer breiten Front gegen die schmarotzende Südländernation arbeiten, verharrt Angela Merkel noch immer im moderaten Lager. Die Kanzlerin wirbt hinter den Kulissen für eine Lösung, in der das Spiel zwar stattfindet, die Griechen sich aber in Anerkennung der finanziellen und moralischen Überlegenheit der deutschen Nation mit 4:1 besiegen lassen. Den griechischen Ehrentreffer solle dabei einer der griechischen Bundesligaspieler erzielen, als faire Geste gegenüber dem Gast- und Geldgeber.
Diese Planspiele zeigen, dass das neue Griechenland über das derzeit größte denkbare antideutsche Potential verfügt. Die deutsche Presse hetzt unermüdlich wegen läppischer 20 Milliarden geliehener Euros, mit denen die Griechen ihre Schulden bei deutschen Banken bezahlen sollen. Ein Erfolg von Griechenland bei der WM, möglicherweise gar gegen Deutschland, wäre eine riesige Demütigung für die deutsche Nation, die so sehr von ihrer Überlegenheit überzeugt ist. Die immer mindestens latent vorhandene Aggressivität des Nationalismus hat sich in den letzten Wochen spektakulär wie selten Bahn gebrochen, als es gegen die Griechen ging. Das war sehr eklig. Im Spiegel erzählt Leon de Winter den Abiturdeutschen, welche Eigenschaften “die Südländer” jetzt haben: “Raffgier, Verantwortungslosigkeit, Egoismus, Betrug, Geldverschwendung”. Na dann. Liegt aber nur am Euro.
Das eigentliche Problem dabei, dass die Griechen jetzt nichts mehr haben, ist, dass man ihnen nichts mehr wegnehmen kann. Ich zitiere Wikipedia:
So wurde durch die erzwungene Ausfuhr der fast gesamten griechischen Produktion noch eine positive Handelsbilanz zum Deutschen Reich in Höhe von 71 Mio. Reichsmark festgestellt, die dann mit extremen Besatzungskosten verrechnet wurden. Griechenland hatte von allen besetzten Ländern pro Kopf die höchsten Besatzungskosten zu zahlen. Um von der Bevölkerung mehr Sachwerte abzuziehen, wurde der Banknotenumlauf gesteigert. Besonders die fehlenden Lebensmittel führten zu einer Hungerkatastrophe und einer Säuglingssterblichkeit von 80%. Von 300 im Oktober 1944 in Athen untersuchten Kindern waren 290 an Tuberkulose erkrankt.[27] Nach „Erbeutung“ nahezu sämtlicher Produktionsmittel wie Maschinen, Fahrzeuge etc. wurden mehrheitlich Rohstoffe und landwirtschaftliche Erzeugnisse nach Deutschland gebracht.
Vor diesem Hintergrund wird das Rumgehitlere auf dem deutschen Boulevard noch viel ekliger. Mit der griechischen Linken beschäftige ich mich hier aufgrund selektiver Wahrnehmung heute nicht, weil das Anzünden von Menschen nicht in meine Solidaritätsanforderungen passt, das Rechtfertigen desselben auch nicht.
Die glorifizierende Darstellung der Spartaner als Bilderbuchfaschisten in dem Film “300″ ist übrigens falsch: Die Griechen, das sind nette Leute. Auf Zypern konnte eine drohende Wiedervereinigung wieder abgewendet werden, der Schland-Faktor der Griechen bleibt damit bei unter 0. Toll!
2. Super, die Griechen! 2004 waren sie Europameister, und dieses Jahr werden sie Weltmeister. Toll! Mit erfahrenen Stürmern wie Charisteas und Gekas werden sie unter Umständen eines oder mehrere Tore erzielen können. Im Mittelfeld spielt Alexandros Tziolis, der in seiner Zeit bei Werder Bremen von Gegner und Mitspielern stets gleichermaßen gefürchtete Supertechniker. Und hinten macht Kyrgiakos dicht, der sogar bei einem richtigen Verein spielt, dem FC Liverpool. Wusste ich gar nicht. Im Tor steht dieses Mal kein weißhaariger Tattergreis, wobei unklar ist, ob man dem Mann die Haare gefärbt oder einfach einen anderen Torwart aufgestellt hat. In beiden Fällen ist es ab jetzt unmöglich, gegen die Griechen ein Tor zu erzielen. Fest steht, dass die Griechen auf jeder Position absolute Weltklasse haben und sicher den Titel gewinnen werden. Sicher.
3. Otto Rehhagel ist da Trainer.
Fazit:
Wer nicht für Griechenland ist, ist für Deutschland. Wir sind für Griechenland.
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Gruppe C
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England
1. In England gibt es sehr viele Ritter, sehr viel mehr sogar als in Deutschland, obwohl die hiesigen Ritter oft unter anderen Namen unterwegs sind, während ein englischer Ritter auch Ritter heißt. Obwohl es um das emanzipatorische Potenzial des Rittertums an sich in der Redaktion verbissene Diskussionen gegeben hat, sind sich alle einig, dass Drachentöten definitiv ein antifaschistischer Akt ist. Ergo steht der heilige Georg bei uns hoch im Kurs.
Wiki weiß: “Georg rettet die jungfräuliche Königstochter vor einer Bestie, dem Drachen, indem er diesen tötet.”
Die Bildsprache ist klar: Die “jungfräuliche (!) Königstochter” sind wir, die ungeborene Redaktion von verbrochenes.net. Die “Bestie” ist der deutsche Nationalsozialismus, der von Georg, dem Bomber Harris unter den Rittern des Mittelalters, getötet wird. Die Rolle der Befreier ist also die historische Rolle der Engländer. Und so führt der Anblick des Georgskreuzes bei uns immer zu großer Freude, zu Feuerwerken der Emotionen.
Wo andere Blogs über Gentrifizierung schimpfen, zeigen wir immer wieder auf, wie das Problem gelöst wurde und wieder gelöst werden kann: Hamburgisierung (BE: hamburgisation, AE: hamburgization) war die große Tugendtat des zwanzigsten Jahrhunderts. Erst als die deutsche Volksgemeinschaft in Schutt und Asche lag, wurde allen klar: Gegen die Engländer ist kein Kraut gewachsen. Zu den Amerikanern kommen wir gleich noch, aber schon jetzt ist festzustellen, dass die echten Kriegshelden die Engländer waren.
Weil die Franzosen – soviel Chauvinismus ist hier jetzt aber auch mal erlaubt manmussauchmalwasaussprechendürfen! – einfach mal gar nichts taugen, sind die Briten der einzige Gegenpol zum deutschen Boden in Europa. Sie haben den ganzen Euroblödsinn nicht mitgemacht, weil sie ihre Geldpolitik nicht von den Krauts machen lassen wollen. Zu recht! Würden die Briten heute Finanzprobleme haben und Geld von der EU benötigen, die Antwort des deutschen Stammtisches wäre klar: “Die sollen sich erstmal für den Zweiten Weltkrieg entschuldigen, und dann sehen wir weiter!”
Nein, die Briten machen die ganze postnational getarnte deutsche Politik nicht mit, ihr Herz schlägt links. Vom Atlantik.
Auf den grassierenden Überwachungswahn, den furchtbar durchregulierten Fußball und das Essen wird hier aus naheliegenden Gründen nicht eingegangen.
2. Das Potential ist da, keine Frage. Alle Spieler aus dem englischen Kader spielen in der Premier League, die meisten bei einem großen Klub. Das war aber auch bei den letzten Turnieren so, genutzt hat es nichts. Im Sturm sieht es neben Rooney etwas mau aus. Dafür haben die Engländer endlich mal einen Torwart, der aussieht, wie er aussehen muss. Fabio Capello ist im Gegensatz zu Sven-Göran Eriksson ein Trainer, der nicht nur den Ruf eines Startrainers, sondern auch dessen Erfolge vorzuweisen hat. Somit rechnen wir fest mit einer deutlichen Leistungssteigerung der Engländer. Und natürlich kann es auch für den Titel reichen. Zunächst mal wäre ein Viertelfinalsieg im Elfmeterschießen gegen Deutschland ganz großartig. Come on, England!
3. England hatte mal eine aufregende Fußballkultur, und bei der Nationalmannschaft ist noch etwas davon zu sehen. Südafrika ist weit weg, trotzdem hoffen wir auf große Unterstützung für das Team aus England. Was war das schön, als die Fans aus Fulham den Hamburgern zuriefen “Who are ya? Who are ya?”. Ein weiterer Klassiker ist das “It was so fuckin easy!” nach schönen Siegen, und die Ten German Bombers sind längst Pop. Ebenso sorgen die englischen Hooligans, die in zahlreichen Filmen und Büchern in den letzten Jahren massentauglich vermarktet wurden, hier für einige Faszination. England ist im Fußball ein echter Gegner auf allen Ebenen.
Eigentlich wollten wir in der Zeit der WM nur noch Cockney sprechen, allerdings klingt das bei uns wie Lena Meyer-Landrut, was egal gewesen wäre, wenn die blöde Kuh standesgemäß Neunzehnte geworden wäre. Naja. Im englischen Teamhotel wird es wahrscheinlich sowieso eher wie bei Rosamunde Pilcher zugehen, und das steht uns auch gut. Lord Peter wartet in den Kommentaren bereits darauf, weitere Hintergrundinformationen zu liefern, zum Beispiel, warum das englische Team keine Nation vertritt. Da bin ich aber gespannt!
Fazit:
England ist ein naheliegender Favorit für die antideutsche Zuneigung. Das Sportliche stimmt ebenso, das Ästhetische auch. Das Einzige, was gegen England spricht ist, dass nichts gegen sie spricht. Hey, das ist mir jetzt zu verkopft!
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USA
1. Stop. Zurück zu England. England ist in Deutschland unbeliebt, keine Frage. Dabei treibt die Deutschen vor allem der Glaube, überlegen zu sein. Deutschland baut an Europa, und die Engländer, die Spalter, machen nicht mit, weil sie es nicht kapieren. England ist europäischer Nachbar und eigentlich ganz ähnlich, nur halt viel dümmer als Deutschland.
Anders sieht das antiamerikanische Ressentiment aus. Die USA sind nicht Nachbar und Kollege, sondern Gegner. Den Amis neidet der Stolzdeutsche ihre große Armee und die dadurch gegebene Möglichkeit, zu tun, was sie wollen. Auch wirtschaftlich sind die USA das deutlich stärkere Land, sie können sich dick und rund fressen vor lauter Wohlstand, und die Deutschen hassen das. Während deutsche Nationalisten also die Engländer scheiße finden, haben sie vor den Amerikanern Angst. Und obwohl die Briten schließlich der entschlossenste Gegner Nazideutschlands waren, waren es die Amerikaner und die Sowjets, die den Krieg am Ende gewannen.
Im Fußballkontext sieht das alles natürlich wieder ganz anders aus. Da haben die USA nichts zu melden, sind kein Gegner. Oder doch? 2002 spielten die US-Boys (sprecht das ruhig mal laut aus und nehmt es im kommenden Monat als Synonym für das amerikanische Team: US-Boys) Rudis Kartoffeln fast vom Acker, bis Michael Ballack zum obligatorischen 1:0 traf und Torte Frings den Ball mit der Hand von der Linie schaufelte. Ein kurzer Rückblick auf die Gegner der Deutschen bei jenem Turnier: Saudi-Arabien, Irland, Kamerun, Paraguay, USA, Südkorea, Brasilien. Gegen den ersten starken Gegner verloren sie prompt, gegen das restliche Fallobst in den K.O.-Runden war man das schlechtere Team und gewann trotzdem. Nur mal so reingeworfen jetzt.
Amerika ist das geilste Land in allen denkbaren Kategorien. Musik, Politik, Wissenschaft, Sport, Geographie, Wetter, Größe, Geschichte, Essen – alles! Und das wird auch so bleiben. Die deutsche Presse schreibt jeden Tag fünf Artikel darüber, warum Amerikas Abstieg begonnen hat und Europa (politisch) und China (wirtschaftlich) die Modelle der Zukunft sind. Nichts dergleichen wird passieren, denn Amerika ist dynamischer als das veralternde Europa, es passiert in New York jeden Tag mehr interessanter Scheiß als in allen deutschen Großstädten zusammen. Außer in Bremen, klar. In zwanzig Jahren ist Deutschland längst Peripherie, und die USA stellen den besten Fußballspieler der Welt.
2. Tun sie heute aber noch nicht. Scheiße. Dafür haben sie einen Helden in ihren Reihen, Clint Dempsey, der mit dem FC Fulham den HSV aus der Europa League warf. Guter Mann, ganz bestimmt. Der Rest des Kaders ist europäischer Durchschnitt, was aber – siehe Deutschland 2002 – bei einer WM durchaus auch mal fürs Finale reichen kann. Die Gruppenphase können sie auf jeden Fall überstehen, müssen sie, sollen sie, bitte bitte.
3. Ästhetisch, sympathisch – es sind die USA, goddamnit! Die Jungens sehen super aus, sind stets gut gelaunt und zum Finale kommt Obama. Es gibt da wirklich gar keine Bedenken!
Fazit:
Alles Granate, bis auf das Sportliche. Im Viertelfinale gehts wieder raus, und dann hat man den Salat. Den USA ist Erfolg unbedingt zu wünschen, sein Herz sollte man allerdings besser woanders hinhängen.
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Algerien
1. Algerien, der sympathische Mittelmeeranrainer, über den keiner irgendwas weiß! Algerien hat einen Präsidenten, der Bouteflika heißt und bisher nicht als Gangsterrapper unter dem Namen “Booty Flicker” aufgetreten ist. Aber was nicht ist, Ihr wisst schon. 90 Prozent der Bürger finden ihn gut, weshalb er sowohl beim HSV als Sportdirektor im Gespräch war, als auch als neuer Bundespräsident hoch gehandelt wird. Algerien ist sehr groß, größer als mehrere Blauwale hintereinander, und man trägt die Haare dort eher lang, Strähnchen werden nicht so gerne gesehen, sind aber unter einem Schleier oder einer Burka auch okay.
In Algerien ist Frankreich genauso beliebt wie in Deutschland, also Obacht. Dafür werden in Algerien aber keine Autos gebaut und kein Sauerkraut gegessen, immerhin. Hätte Algerien eine Südküste, wäre das der größte Strand der Welt. Wenn man einem Algerier mit dem Wortspiel vom Mittelmeer, an dem man keine Mittel mehr habe, kommt, reagiert er verwundert, weil er wahrscheinlich kein Deutsch kann. Dennoch sind die Algerier nicht als humorlos misszuverstehen, bei gutem Wetter wird auch mal gelacht.
Nicht so lustig war der Betrug, den die deutsche Volksgemeinschaft 1982 in Gijon an den Algeriern vorgenommen hat. Es besteht deshalb Grund zur Hoffnung, dass bei einem eventuellen Aufeinandertreffen mit den Deutschen die Fäuste zum Einsatz kommen. Das wäre toll.
2. Die sind total scheiße. Ein paar Algerier spielen in der Bundesliga, aber keiner bei richtigen Vereinen. Vorrundenaus. Eigentlich ist es ne Frechheit, dass die überhaupt antreten. Vielleicht überlegen sie es sich noch anders. Hoffentlich. Auch für das nationale Selbstwertgefühl wäre das gut. Jetzt reißt Euch mal zusammen, Ihr Algerier!
3. Nee.
Fazit:
Ohne Algerien wäre die Welt zwar kleiner – also angenommen, da wäre dann nichts, oder die Welt würde sich derart zusammenziehen, dass das Loch geschlossen würde und die Welt durch die Kontraktionen schrumpfen – aber nicht ärmer. Weil Algerien auch sehr arm ist. Naja. Nicht für Algerien sein, Freunde.
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Slowenien
1. Slowenien ist zur Hälfte mit Wald bedeckt worden, wodurch die einheimischen Menschen ihre Ablehnung der Moderne ausdrücken wollen. Diese Ablehnung schlägt natürlich auch auf die Politik des Landes durch. Aus dem jugoslawischen Vielvölkerstaat hat man sich früh verabschiedet und den anschließenden Einmarsch der jugoslawischen Armee in nur wenigen Tagen abgewehrt. Das war umso bemerkenswerter, als das slowenische Urvolk sich dabei nur Zwillen und Knüppeln bediente, was zu teils sehr hässlichen Verletzungen bei den would-be-Besatzern führte. Die gewonnen Unabhängigkeit wurde absurderweise einerseits mit dem Pflanzen der erwähnten Wälder, andererseits mit großen Lagerfeuern aus Holz gefeiert.
Dank soviel autochthonen Geschmurgels sind die Slowenier ein geliebtes Ziehkind des deutschen Hegemons geworden, sogar den Euro dürfen sie benutzen, sind in der Nato, der EU und in mehreren Ortsvereinen der al-Qaida vertreten.
2. Im entscheidenden Spiel haben die Slowenen Russland geschlagen, also so ganz mies können sie nicht sein, aber es war schon auch ein glücklicher Sieg mit zwei roten Karten für den Gegner. In der Qualifikationsrunde landeten sie hinter der Slowakei und vor Tschechien, Nordirland, Polen und San Marino. Ganz ähnlich also wie Deutschlands Gegner bei der WM 2002: Alles easy. Die Spieler kenne ich alle nicht, fast alles spielt sich etwa auf deutschem Zweitliganiveau ab.
3. Nicht zu bewerten.
Fazit:
Gegen die Slowenier kann man schwerlich etwas haben, aber in dieser Gruppe sollen doch bitte England und die USA weiterkommen. Danke.
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Gruppe D
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Deutschland
1. In Deutschland regiert das Kleinbürgertum, genau genommen ist Deutschland das Land des Kleinbürgertums. Der aktuelle Umweltminister wurde in einer Zeitung überschrieben mit “Ein Intellektueller im Umweltministerium” (aus dem Gedächtnis zitiert.) Die Überschrift macht nur Sinn, weil der Rest des Kabinetts aus Trotteln und Schmocks besteht, die Intellekt mit Selbstgerechtigkeit ersetzen und in jeder Rolle Spaß haben, weil sie keine Ahnung haben. Das Parlament besteht aus Lehrern und Anwälten, erstere wissen über jeweils drei Themenfelder ungefähr ein Drittel von dem, was in einem Schulbuch von 1970 darüber zu lesen ist; und letztere konnten früher mal ein paar Gesetze auswendig, heute können sie besonders fundiert das Grundgesetz loben.
Von diesen Leuten wird Deutschland also ein bisschen hin und her regiert, so mancher Trend von Umweltschutz bis Abtreibung wird mal besprochen, und den finanziellen Sachzwängen wird natürlich auch entsprochen. Komischerweise ist dieses ausgesprochen dumpfe Schauspiel Gegenstand vielfältiger Berichterstattung von Leuten, die deutlich klüger sind als die, über die sie schreiben. So baut sich im zweiten Level bzw. auf der vierten Säule eine große Lupe auf, die alles, was unter ihr passiert, viel größer erscheinen lässt. Großes Theater passiert, und die Leute schauen immer noch gespannt zu, wenn im Reichstag die Lindenstraße nachgespielt wird.
Die Kleinbürger verwalten die Nation und das Anhängen an derselben. In den Gewerkschaften träumt man auch 65 Jahre nach Hitlers Kopfschuss noch von der Volksgemeinschaft, in der Arbeit und Kapital zusammengehen. Die Arbeitgeber lachen sich krumm und schief und senken die Löhne mit dem Argument des nationalen Standorts. Was gespart wird, wird eingesteckt, richtig so. Die kleinen Entscheider sorgen dafür, dass alles im Konsens passiert. Die Arbeiterklasse wird langsam abgeschafft, erstmal kommt die Hauptschule weg, dann Opel und am Ende sind alle irgendwie geschäftig unterwegs von hier nach da, können auch das Internet benutzen und tun so, als ob.
Kleinbürger sind die zivilisiertesten unter den Ungebildeten, und deshalb ist auch der Antisemitismus hierzulande so zivilisiert. So ein Massenmord ist doch ziemlich unappetitlich, das weiß man, trotzdem sind die Juden dem Deutschländer nicht geheuer. Das Ergebnis ist der verdruckste Antisemitismus, der immer einen Anlass braucht, um loszubrechen, und der sich auch dann immer rückversichert mit gewissen Einschränkungen bezüglich seiner Konsequenz. Gerade heraus sagt keiner, dass die Juden die Fresse halten sollen, nur “der Friedman” eben. Es sagt auch keiner, dass Israel weg muss, man kritisiert eben nur alle Maßnahmen, die Israels Verschwinden verhindern. Das ist nicht ganz ungeschickt, aber es ist eine unbewusste Geschicklichkeit, die der verschämte Judenhass so hervorbringt.
Wichtig ist in Deutschland, dass es große Portionen gibt. Nicht Geld, auch nicht Spaß, sondern Essen. Das muss nicht schmecken, das muss aber in großen Portionen kommen und billig sein. Das hat man sich verdient. Ansonsten, so die landläufige Meinung, hat man sich nicht viel verdient, obwohl hier soviel Reichtum wie kaum irgendwo produziert wird. Man will genügsam sein. Vielleicht eine neue Couchgarnitur nächstes Jahr. Aber erst den großen Fernseher. Wenn das mit dem Urlaub diesen Sommer dann nicht klappt, dann lieber doch keine Couch. Jedenfalls nicht jetzt. Der Bierkonsum sinkt. Der Absatz von Maschinenbauern auch, dafür steigt der Geschäftsklimaindex. Der Arbeitsmarkt ist überraschend stabil, aber das Haushaltsdefizit explodiert. Alle Jugendlichen haben einen Ausbildungsplatz, toll – aber was ist mit den Langzeitarbeitslosen? Schulden vom Staat sind Vermögen von Privatpersonen. Muss man auch mal sehen. Der Autoindustrie geht es gut. Der Milchpreis steigt, der Ölpreis fällt, ebenso wie die Auflage der “Bild”. Egal, jetzt ist WM.
2. Und da fängt der Ärger an. Die deutsche Offensive ist eine starke, Podolski brennt schon wieder, Özil ist Weltklasse und ein guter Stürmer wird sich auch noch finden. Marin auf der Bank, Müller auf dem Platz, herrje, das ist alles ziemlich aufregend. Dahinter Schweinsteiger und Khedira, der anscheinend auch ganz gut ist, ich weiß das nicht. Ballack ist alt, und die Nachkommenden sind ehrgeizig, konzentriert und erfahren. Das kann klappen. Hinten sieht es nicht so gut aus, aber auch nicht schlecht. Badstuber war im CL-Finale die blanke Angst, und Arne Friedrich spielte jahrelang bei Hertha BSC. Das kann trotzdem gutgehen. Manuel Neuer wird mindestens ein Gegentor klar verschulden, das kann ein entscheidendes sein, muss es aber nicht.
Im Achtelfinale ginge es gegen England oder die USA, insofern in Gruppe C nichts Merkwürdiges passiert. Rule, Britannia!
3. Katastrophe. Deutscher Nationalismus kommt wieder als Pop daher, als ganz schlechter natürlich. Unter dem Titel “Deutschland abreißen!” hat die Redaktion, die Gesetzesverstöße strikt ablehnt und aus praktischen Gründen auch ihren Leserinnen vom Begehen derselben abrät, folgenden Katalog entwickelt:
Autofähnchen: 1 Punkt
Tröten und so: 1 Punkt
Große Fahnen: 3 Punkte
Riesige Fahnen: 10 Punkte
Shirts, Pullis usw.: 10 Punkte
Nazifahnen: 20 Punkte
Vom Zusammenhang von Volltrottelkostümen und Nationalismus war hier schon vor zwei Jahren die Rede, und das stimmt immer noch alles. Los, lest das jetzt nochmal.
Ganz doof auch, dass mit Özil, Marin, Wiese und Merte vier so Vollschnuckis aus Bremen dabei sind, denen man schwer etwas Schlechtes wünschen kann. Schwer, aber nicht unmöglich. Wenn Özil eine gute WM spielt, geht er ohnehin. Und wenn er eine schlechte spielt, kann er meinetwegen auch bleiben. Marin sitzt auf der Bank, Wiese auch, und Mertesacker tut auch keinem weh.
Fazit:
Sportlich sieht das alles leider gut aus, aber das Losglück wird uns einen antideutschen Triumph im Achtelfinale bringen. Just great! Vorfreude!
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Australien
1. Ich weiß nicht, ob es noch irgendwie uninteressanter geht als Australien. Man kann da lernen, sich von hinten an ein Känguruh anzuschleichen und ihm mit dem Messer die Kehle durchzuschneiden. True Story! Außerdem ist das, was die Aborigines mit den Deutschen machen, auch nichts anderes als das, was die Palästinenser mit den Indianern damals gemacht haben!
2. Mark Schwarzer, der erste unter den Fulham 11, ist über jeden Zweifel erhaben, der Rest der Australier dagegen ist völlig wehrunfähig und wäre mit einem eckigen Ball gut bedient.
3. Da muss mir gar keiner mit dieser Surferscheiße kommen, mit dem tollen Lifestyle und dem lustigen australischen Akzent. Australier sind selbstgerechte Arschlöcher. Jedenfalls die, die ich nicht kenne. Die meisten versuchen verzweifelt, die Insel zu verlassen, um dann aus unerfindlichen Gründen zurückzukehren.
Fazit:
Schade, dass so ein langweiliges Land mit seiner Graupentruppe in der deutschen Gruppe gelandet ist.
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Serbien
1. Das antideutsche Potenzial der Serben ist groß, wenn auch bekanntermaßen nicht groß genug:
Landstreitkräfte
* Kampfpanzer
o M-84, M84A – 212
o T-72M – 13 (werden außer Dienst gestellt)
* Schützenpanzer / Transportpanzer
o M-80/M-80 A – 320
o BOV – 137
o M-60P (APC) – 147 (werden/sind ausgemustert)
o BRDM-2 – 88
* Artillerie
*
o 2S1 (122-mm-Haubitze, Selbstfahrlafette) – 72
o M56 (10- mm-Haubitze) – 162 (Langzeit-MatE)
*
o M69 (81/82-mm Mörser) – 385 (Langzeit-MatE)
o M75 (120 mm) – 205
*
o M-63 Plamen (MLRS) – 20
o M-77 Oganj (MLRS) – 60
* Flugabwehrraketen-Systeme
o SA-7 Grail – 108
o SA-18 Grouse
* FLAK
o BOV-3 – 63
o L/70 BOFORS mit Giraffe Radar-60
* Panzerabwehr
o AT-3 Sagger
o M-60 Rückstoßfreies Geschütz -1500(soll durch die Bumbar ersetzt werden)
o M79 OSA Panzerfaust
o Bumbar (Nachbau des Französischen Eryx)
* Infanterie
o M21 – Sturmgewehr
o M70 – Sturmgewehr
o Master FLG 9mm
o M97 (UZI Kopie)
o Steyr AUG – Sturmgewehr
o HK MP5 – Maschinenpistole
o M76 – Scharfschützengewehr
o M84 – Maschinengewehr
o M87 – Überschweres Maschinengewehr
o BGA – automatischer Granatenwerfer, Lizenzbau der AGS-17
Flugabwehrraketen-Systeme
o SA-3 Goa mit erweitertem Radarsystem
o SA-6 Gainful mit erweitertem Radarsystem
Hubschrauber
o Mil Mi-8 – 10
o Mil Mi-24 – 2
o Aérospatiale Gazelle – 61
Kampfflugzeuge
o MiG-29 – 4
o MiG-21 – 24
o G-4 Super Galeb – 25
o Soko J-22 Orao – 32
Lufttransport
o Antonow An-26 – 4
o Jakowlew Jak-40 – 2
o Utva 75 (Verbindungs Flugzeug) – 16
o An-2 (Transportflugzeug) – 1
Wasserfahrzeuge
* 2 Transportboote für Ausrüstung oder Soldaten Typ 411
* 1 Kommandoschiff und Minenleger RPB-30 “Kozara”
* 4 Minenräumboote Typ RML
2. Die Serben haben einen relativ guten Kader, mit Weltklasse in der Abwehr, einem sehr guten Mittelfeld und einem durchschnittlichen Sturm. Dazu kommt ein erfahrener und erfolgreicher Trainer, und in der Qualifikation lief es auch gut, Serbien ließ Frankreich hinter sich. In den letzten Testspielen gab es leider nicht so gute Ergebnisse, aber beim Turnier wird das alles gutgehen.
3. Der krasse Nationalismus, der auf dem Balkan angesagt ist, nervt auch bei den Serben extrem, die Kriegsverbrecherquote auf den Tribünen dürfte relativ hoch sein. Insofern ist das Land kein großer Sympathieträger, obgleich ihnen gegen UCK und Bundeswehr der Sieg zu gönnen gewesen wäre. Sei es drum.
Fazit:
Gutes Team. Ambivalenter Hintergrund. Müssen wir uns erstmal im Einsatz angucken, bevor Sympathien freigemacht und ausgeteilt werden können. Gegen Deutschland sind die freundlichen Freischärler selbstverständlich Hoffnungsträger.
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Ghana
1. Ghana ist eine tolle Sache, es ist schön warm da, es gibt Gold und Meer und Multikulti. Der einzige Grund, dieses schöne Land zu verlassen, ist eine Karriere im europäischen Profifußball. Nebenan liegt die ehemalige deutsche Kolonie Togo, was Ghana zu so einer Art Frankreich Afrikas macht, nur eben mit englischen Kolonisten.
Soweit das eine etwas lustlose Internetrecherche erkennen lässt, ist es in Ghana nicht ganz so übel wie anderswo in Afrika, obwohl die Armut extrem ist. Wow, what a downer! Dafür ist Ghana der Alptraum des deutschen Kleinbürgers. Na klar, auch wegen der vielen Schwarzen, aber das wirklich Schlimme ist, dass die auch noch alle verschiedenen “Ethnien” angehören und die verschiedensten Sprachen sprechen! Denen müsste mal jemand klar machen, dass sie auch nur zu Gast auf der Welt sind (die sie dazu auch nur von ihren Kindern geliehen haben!) und auffordern, endlich eine Sprache zu sprechen, auch wegen der Integration.
2. Die haben Spieler im Kader, die spielen noch in Ghana. Mehrere. Schlimmes Ding. Dafür waren sie 2006 ziemlich super, aber dieses Mal fehlt ihr allerüberbester Spieler, Essien. In der Abwehr steht John Paintsil bereit, die Deutschen ebenso zu hamburgisieren, wie der FC Fulham es mit dem HSV tat. Neben ihm stehen einige hochklassige Spieler im Kader, die es auch in Europa geschafft haben, aber das Gesamtpaket reicht einfach nicht aus für den großen Wurf. Wenn die Serben schwächeln könnte es für das Achtelfinale reichen, aber ich glaub nicht dran.
3. Kevin-Prince Boateng! Der Ballackbesieger wird es wohl in die Stammelf schaffen, und das finde ich super. Ein Treffer von ihm zum Sieg gegen Deutschland wäre das Beste, was in der Vorrunde passieren kann. Seine Verpflichtung durch Werder Bremen wäre dann kaum mehr zu vermeiden.
Sympathisch auch der Torhüter, der als großer Schwachpunkt der Mannschaft gilt: Während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 trug der Spieler den Namen „Kingson“ auf seinem Trikot, nachdem er zuvor als „Richard Kingston“ bekannt war. Der ghanaische Verband bestätigte daraufhin „Kingston“ als richtige Schreibweise. Der Torhüter selbst verwendet jedoch die Schreibweise „Kingson“. Richards Bruder Laryea spielt hingegen als Laryea Kingston.
Fazit:
Ghana ist eines der afrikanischen Länder, denen die Redaktion den Erfolg gönnt, auch weil sie Afrikaner sind. Schade, dass es trotzdem so unwahrscheinlich ist. Mit Boateng gibt es einen echten Deutschland-Bezug, der Ghana zum Sympathieträger für den antideutschen Pop macht.
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Gruppe E
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Niederlande
1. Die Niederlande sind ein ganz, ganz mieser Flecken Erde. Erst schön einen auf dicker Kolonist machen, und dann – wenn es um was geht, Stichwort Weltkrieg – die Schweizer Karte ziehen und sich aus dem Staub machen. Ich kriech das Kotzen ey!
Über das 17. Jahrhundert weiß Wikipedia:
Die Republik wurde von einem Patriziat (Regenten) – bestehend aus wohlhabenden Bürgern und Adeligen, welche schon im ausgehenden Mittelalter in die Städte einwanderten – regiert und nicht von einem König oder hohen Edelleuten.
Na toll, das ist ja ein feines Völkchen, wo das Geld regiert anstatt derjenigen, die rechtmäßig das Sagen zu haben hätten. Wundert hier jetzt auch keinen, dass die damals auch New York gegründet haben, erstmal unter einem Tarnnamen natürlich, is klaaa.
Aber das war noch gar nicht das Schlimmste! Im Ersten Weltkrieg waren die Niederlande auf folgender Seite aktiv: GAR KEINER! Ich werd bekloppt! Einfach schön neutral abgewartet, zwischendrin zynischerweise noch einen Kartoffelaufruhr (echt jetzt! googlets!) inszeniert und am Ende, am Ende haben sie den Kaiser Wilhelm Zwo direkt unter Vertrag genommen, den Kriegstreiber, und in Deutschland schön Platz für Hitler geschaffen, auch wenn Historiker das natürlich heute wieder anders bewerten, ist ja klar, logisch. Hier lest Ihr aber trotzdem die Wahrheit!
Dann: Zweiter Weltkrieg. Na, was machen die berglosen Idioten? Genau: wollen wieder einen auf Schweizer machen, klappt aber diesmal nicht. Also doch einmal kämpfen, sogar gegen die Richtigen, aber bitte nicht länger als drei Tage. Ja, drei Tage, meine Güte, haben die damals schon mit leeren Bierflaschen geworfen und Lieder gesungen? Lappen. Anschließend haben sich 60.000 Holländer freiwillig für die Waffen-SS gemeldet. Früher hat man das mal verurteilt, bevor es mit Günther Grass ein Kavaliersdelikt wurde, naja.
Wie kommen also einige Leute darauf, dass Holland antideutsches Potenzial hätte, hä? Durch die ganze liberale Kacke, die ihnen in den letzten Jahren längst um die Ohren geflogen ist? Durchs Kiffen? Da lach ich doch über!
So, jetzt war ich eigentlich fertig, aber dieser Internationale Gerichtshof, der ist auch scheiße!
Also worum kann es nur gehen, wenn man die Niederlande gegen den deutschen Furor in Stellung bringt? Um Fussek, logisch. Aber ist Fußball wirklich wichtig? Natürlich, natürlich. Und dann hat der Rijkaard auch noch dem Völler in die Haare gespuckt. Das war, symbolisch, die größte Demütigung, die deutsche Hausfrauen jemals hinnehmen mussten. Wie dieser dunkelhäutige Holländer der Tante Käthe in die Haare spuckt! Großer Sport, zugegeben. Aber: Stimmt das denn auch? Ist Spucken nicht viel mehr die widerlichste Respektlosigkeit, die man einem anderen Menschen gegenüber zeigen kann, ohne Gewalt anzuwenden? Denkt da ruhig mal drüber nach, mit Eurer behinderten Rijkaard-Jugend, meineherrennocheins!
Bleibt die Abneigung, die in Deutschland gegenüber den Holländern gepflegt wird. Halb so wild, sag ich! 48% der Berliner glauben, dass die Niederlande ein Bundesland der BRD wären, zumindest schätze ich das. Damit steht das Land kurz vor einer freundlichen Übernahme durch Völkerverständigung und sanften Nationalismus. Holland ist das neue Österreich.
2. Puh, die sind natürlich schon ganz gut, Mittelfeld und Sturm sind Weltklasse, die Abwehr auch nicht schlecht, und wahrscheinlich verstehen die sich auch noch alle gut und spielen gut zusammen, alles tutti also, wie der Italiener nicht sagt. Robben ist noch verletzt, das muss aber nicht so bleiben.
3. Boulahrouz, Mathijsen, v.d. Vaart, de Jong, Elia.
Dazu noch Robben, der sein ewiges Gemecker und Geflenne leider trotz Topleistungen nicht wieder gut machen kann. Ich finde die scheiße, auch ihr Operettenpublikum nervt, obwohl die Trikots toll sind.
Fazit:
Bis mir das mit den ganzen HSVern aufgefallen ist, wollte ich eigentlich für Holland sein. Naja, hatte sich dann halt erledigt. Möchte mich aber für meine Ausfälle oben entschuldigen und sagen, dass ich wahrscheinlich doch auch für Holland bin.
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Dänemark
1.
Den ganzen Tag aufs Meer rausstieren
ab und an mal klimakonferieren -
so leben Dänenfrau und Dänenmann
dass man sich nicht beklagen kann.
Der Däne ist lustig, er karikiert -
und der Islamist, der ist pikiert.
Doch bleibt Dänemark froh und frei
trotz so mancherfrecher Axterei.
Die Löhne sind hoch in diesem Staat,
sieht neidisch der deutsche Sozialdemokrat.
Dem ne Mark und dem ne Mark,
Ganz Dänemark ist Freizeitpark.
Gegen Deutschland regt sich
hier nichts, man wohnt fast in Schleswich.
Nein, hier ist nichts faul, hier liegt keiner und bräunt sich
so wird man Europameister, Neunzehnzweiundneunzich.
Epilog:
Maria, Maria, wo bist Du geblieben?
- “Ich bin in Dänemark, bis viertel vor sieben!”
2. Dänemark ist ein böhmisches Dorf, nur viel größer. Für mich. Wahrscheinlich sind sie ziemlich gut, schließlich haben sie die Qualifikation vor Portugal beendet. Der Kader aber ist Mittelmaß mit ein paar Ausreißern. Daniel Jensen kuriert professionell Verletzungen bei Werder Bremen aus, könnte nun also vielleicht fit und in Form sein, dann ist er ziemlich gut. Im Sturm spielt der Superstar, Nicklas Bendtner von Arsenal London, aber auch Sören Larsen vom – Zebrastreifen weiß und blau! Ein jeder weiß genau! Das ist der M S V! Duisburg. Zweite Liga.
Liverpool, Turin und Wolfsburg sind auch vertreten, ein gewisses Niveau wird also erreicht. Das Achtelfinale ist auf jeden Fall drin, angesichts eines Gegners aus Gruppe F auch das Viertelfinale, und dann ist sowieso alles möglich.
3. Toll, die Dänen. Die kann man nur gut finden, was 82 Millionen Deutsche denn auch tun. Insofern ist keine Abgrenzung zu machen, aber muss ja auch nicht. Danish Dynamite, das klingt wie Göttingen Supertigers, geht aber auch als witzig durch.
Fazit:
Dänemark fühlt sich gut an, sympathisieren erlaubt, küssen verboten.
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Japan
1. Japan ist ein bisschen wie ein Psychopath, den man sympathisch und lustig findet, solange er keine Menschen umbringt. Alles ist WTF und OMG. Dabei können die Japaner selbst ihre irren TV-Sendungen gar nicht angucken, weil sie entweder gerade arbeiten oder Selbstmord begehen, damit sie nicht mehr arbeiten müssen. Japan ist trotz oder wegen der ganzen Arbeit und Disziplin tiefer verschuldet als die Redaktion von verbrochenes.net.
Bevor wir hier jetzt lange über Sushi und die ganze Klischeescheiße reden, eine Abkürzung: Arbeit und Krieg waren die Eckpunkte der japanischen Politik, bis amerikanische Atombomben dem Krieg seinen guten Ruf versaut haben. Bis dahin wurde fröhlich in allen Ecken Ostasiens gemordet und gemetzelt, weit weg von Europa und doch schließlich mit denselben Gegnern wie das Deutsche Reich. Interessanterweise haben wir dann in der Schule alle gelernt, wie schlimm die Atombombenabwürfe waren, wieviele Opfer sie hatten, wie unnötig sie waren und was die Amerikaner für Drecksäcke sind. Die Solidarisierung der Deutschen fand also auch Jahrzehnte später noch statt. Erhellendes über den Krieg im Pazifik könnt Ihr hier lesen.
2. Wer in der vierten Qualirunde mit 15 Punkten weit hinter Australien (20) liegt, kann so stark nicht sein. Im Kader befinden sich ganze drei Legionäre, einer spielt in Wolfsburg. Bei einer WM kann man immer mal Glück haben, und am Einsatz wird es bei den Japanern nicht mangeln, aber das Achtelfinale ist unwahrscheinlich, das Viertelfinale schon unmöglich. Der Stil der Japaner ist schrecklich, wenn ich “Laufbereitschaft” nur höre, wird mir ganz anders.
3. Es gibt ja Leute, die mögen Japan und seine von ihnen dann etwa als “ausgeflippt” beschriebene Kultur. Der ferne Osten ist naheliegenderweise Projektionsfläche für Fernweh und Realitätsflucht, und Japan bietet tatsächlich viele Dinge, die man auf Englisch als “outlandish” bezeichnen würde. Aber meine Sache ist das nicht.
Fazit:
JAPAN NAZIS MUST DIE!
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Kamerun
1. Das hier ist der erste deutschsprachige Text über eine WM-Teilnahme Kameruns, in dem Roger Milla nicht erwähnt wird. Kamerun war deutsche Kolonie, bis es im Ersten Weltkrieg an die Franzosen und Briten fiel. Die großen Massenmorde in Afrika, die das Deutsche Reich begangen hat, geschahen allerdings woanders.
Wie es damals zuging, lässt sich in zwei Bildern beschreiben:
Ein Vorschlag für eine neue Flagge Kameruns.
Gouverneur Jesko von Puttkamer
In Kamerun weiß man also, was es heißt, sich von bunt geschmückten quasi-Neanderthalern in deutscher Sprache herumkommandieren zu lassen. Deshalb gilt den Genossen schon einmal volle Solidarität. Auch den Umgang mit Winfried Schäfer muss man loben, obwohl einige seine Einstellung kritisiert haben. Nur so hatte man aber die Möglichkeit, das Arschloch zu entlassen. Kamerun hat es natürlich schwer, ist selbstverständlich bitterarm, aber augenscheinlich geht es dort nicht so finster zu wie anderswo, und deshalb hat Kamerun von mir ein klares Ja.
2. Die Mannschaft ist solide, mit einem Superstar: Samuel Eto’o. Er ist easily einer der erfolgreichsten noch aktiven Spieler:
* UEFA Champions League: 2006, 2009 (FC Barcelona), 2010 (Inter Mailand)
* Goldmedaille beim Olympischen Fußballturnier: 2000
* Afrikameister: 2000, 2002
* Weltpokal: 1998 (Real Madrid)
* Copa del Rey: 2003 (Mallorca), 2009 (FC Barcelona)
* Spanische Meisterschaft: 2005, 2006, 2009 (FC Barcelona)
* Italienische Meisterschaft: 2010 (Inter Mailand)
* Italienischer Pokalsieger: 2010 (Inter Mailand)
Wenn auch der Rest der Mannschaft ein paar gute Wochen erwischt, kann Kamerun ebenso wie Dänemark aufs Achtelfinale und mehr hoffen. Durch die Qualifikation sind sie jedenfalls durchspaziert. Trainer Paul Le Guen war früher bei Olympique Lyon und hat der Redaktion so die wahrscheinlich schönste 2:7 Auswärtsniederlage aller Zeiten beschert. Ich hatte Spaß.
3. Ja, es gab die Trikots ohne Ärmel. Ich will da gar nichts schönreden, aber man muss auch mal vergessen können! Und der Spitzname “Die unbezwingbaren Löwen” ist nicht albern, sondern authentisch.
Fazit:
Als Opfer des deutschen Kolonialismus verdient Kamerun Solidarität, aktuellere Befunde sprechen sanft für Kamerun. Kann man mal gutfinden!
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Gruppe F von phlo
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Italien, Italien, die alte Hassliebe!
1. Zu kaum einem anderen Land dürfte die historische Beziehung der Deutschen ambivalenter sein als zum lustigen Fast-Nachbarn im Süden.
Allein die seltsamen politischen wie sozio-kulturellen Verbandelungen der letzten 100 Jahre böten mehr Stoff und daraus resultierende Einnahmequellen, als Guido Knopp und Helmut Markwort zusammen in Münchner Edelbordellen für 50 Jahre verwurstfingern könnten!
Erster Weltkrieg: erst Verbündeter, dann ,,treulose Tomaten“(ja, daher kommt die Bezeichnung).
Zwoter Weltkrieg: erst Verbündeter, dann zum Glück abgebrochener Sozius am Motorrad der Scheiße.
Danach: Adriaküste, Urlaubsparadies Nr. 1 und Rimini fest in deutscher Hand, lange bevor eine gewisse Balearen-Insel zur Gummipuppe deutscher Partywut gemacht wurde.
Die italienische Küche: nach anglo-amerikanischer Popkultur der wohl größte Einflussfaktor auf die deutsche Alltagskultur in der Nachkriegszeit.
Und nicht zuletzt: der Fußball. Trotz der magischen Nacht von Rom (8.7.1990 n.Chr.) erscheint das Wehklagen der Engländer ob der Unbesiegbarkeit der DFB-Auswahlen lächerlich im Vergleich zu dem, was die Italiener mit den Deutschen in WM- Endrundenspielen anzustellen pflegen: fünf Duelle, fünf Siege!
ANGSTGEGNER nennt man so etwas für gewöhnlich.
Ungeachtet aller kulturellen Halbverbundenheiten: gäbe es so etwas wie ein Ranking der in Deutschland aktuell unbeliebtesten Fußballnationen, die Italiener hätten hervorragende Chancen, den Holländern und Engländern und so weiter klar den Rang abzulaufen! Seit dem unverzeihlichen Beenden des gar herrlichen Sommermärchens 2006 n.Chr., als die Squadra Azzurra die Mannen um Sönke Wortmann und damit eine ganze Partynation ins Tal der Tränen schoss, anschließend auch noch die Frechheit besaß, trotz mäßiger und unattraktiver Leistungen Weltmeister zu werden (so etwas sieht man als Deutscher natürlich gar nicht gern, geht überhaupt nicht im Fußball sowas), seit dieser ganzen Geschichte also wird hierzulande wieder des Öfteren eine politisch eher unkorrekte Bezeichnung für Menschen italienischer Herkunft bemüht, gerne auch in Kombination mit der Vorsilbe ,,Scheiss-”.
Dabei galt und gilt gerade im Süden Deutschlands eine gewisse Italien-Affinität stets als fancy und erstrebenswert. Doch selbst hier, zwischen der ,,Breisgau-Toskana” und den entlang und südlich des Limes gelegenen ca. 479 ,,nördlichsten Städten” Italiens, ja selbst im stets sonnenbebrillten Monaco di Bavaria ist man den Bewohnern des Stiefels (Floskeln, Floskeln, schalalalala!) nicht mehr ausgesprochen wohl gesonnen.
Ganz im Gegenteil: da wurde anläßlich der Feierlichkeiten auf dem Marienplatz zur hoch verdienten Vize-Europameisterschaft im Vereinsfußball vor wenigen Wochen nicht nur der FC Internazionale Mailand des fäkalen Geartetseins akustisch bezichtigt, sondern auch gleich das ganze italienische Volk.
Nix war mehr mit ,,Bello impossibile”, wie noch zu Luca Tonis Zeiten.
Und so bleibt festzuhalten: Italien ist für Deutschland so etwas wie der heimlich bewunderte und immer etwas coolere Freund, der trotzdem nicht davor zurück schreckt, einem die Mädels auszuspannen.
2. EinsNull-NullNull-ZweiNull. Jede andere Einschätzung wäre naiv! Oder höchst blamabel, denn neben Spanien dürfte Italien die vermeintlich leichteste Gruppe aller Top-Teams erwischt haben. Wie immer ist der Squadra Azzurra alles zuzutrauen, egal ob eine Niederlage gegen Neuseeland oder ein taktisches Totschweigen jedes Gegners, und sei er auch noch so gut. Eine alte Weisheit besagt: wer gegen Italien nicht mindestens 2:0 zur Pause führt, der geht so gut wie nie als Gewinner vom Platz. Wem aber ist so etwas in der Vorrunde zuzutrauen? Den kampfstarken Neuseeländern? Mmh. Den unangenehmen Slowaken samt ihres ,,Best-of-2.Bundesliga“- Sturms? Mmh. Der freundlichen Wundertüte Paraguay? Mmh.
Italien wird Gruppensieger, im Achtelfinale gibt’s entweder die Neuauflage des Viertelfinals von 1990 gegen Kamerun oder ein wohl weitaus spannenderes Duell gegen kompakte Dänen.
3. Auf Grund der Nichtteilnahme Schwedens dürften die Italiener in der Gunst der Brigitte- und freundin-Leserschaft unangefochten auf Platz 1 stehen. Toll! Aber mal ehrlich: traditionell ultralangweiliger Spielstil, hinten gar keine Tore kassieren und vorne fast genauso wenige erzielen, diese aber dann meist mit derart hanebüchener Theatralik bejubeln, als hätte einen der Leibhaftige himself von Blindheit, Ausfluss und Impotenz gleichzeitig befreit, nein: das ist nicht sympathisch.
Zudem tritt Italien (schon wieder) mit einer gefühlten Rentnertruppe an, wie sie sich Berti Vogts in seinen versautesten Träumen nicht auszumalen gewagt hätte. Der jüngste Spieler im Kader ist Bonucci mit 23 Jahren, Respekt! Das kommt davon, wenn die komplette Jugend in Berlin-Friedrichshain rumhängt und säuft (wobei Spanien, Frankreich und England durchaus Nachwuchsspieler in ihren Reihen haben!).
Fazit: Die Ü23 der WM düdelt sich wahrscheinlich wieder irgendwie ins Viertelfinale. Zu Italien halten kann man, Freunde in den heimischen Biergärten wird man sich damit sicher nicht machen, aber auch keine ernsthaften Feinde. Falls doch: ab in die nächstgelegene Pizzeria.
Parakei/Slowaguay
1. P. und S. haben so unglaublich viele Gemeinsamkeiten. Beide Länder beginnen nicht mit Z. Beide Länder liegen nicht in Nordostafrika. Beide Länder wurden nicht Opfer von Homer Simpsons ,,U R (u) Gay”-Witzes. Beide Länder haben eine Einwohnerzahl von exakt 5,5 Millionen Menschen. Gut, in P. sind es 6,4 Mio., aber wer es mit so etwas genau nimmt, der hängt sich auch Zitate aus ,,Momo” und ,,Der kleine Prinz” an die Zimmertür!
,,Antideutsch” mutet an P. und S. wenig an. In P. gilt Deutsch inoffiziell als dritte Landessprache, fünf bis sieben Prozent der Pschen Bevölkerung sind deutschstämmig und von 1954 bis ’89 gab ein gewisser Alfredo Stroessner den Präsidenten und Diktator des Landes (Quelle: youporn.at). Zudem sei an dieser Stelle an jenen gähnend sonnigen Samstagvormittag im Juni 2002 erinnert, als P. der DFB-Elf im WM-Achtelfinale sparringspartnerlike ebenso ein 0:1 abtrotzte wie später die Fußballgiganten USA und Südkorea. Widerstand sieht anders aus.
Auch S. war erstmals von 1939 bis 1945 (ui!) als ,,autonomer Staat” existent, ,,faktisch als Satellitenstaat des Großdeutschen Reiches“. Soso.
2. P. und S. zählen zu den Hamit Altintops der WM, das heißt sie fallen unter die Kategorie Ergänzungs- und Ersatzmannschaften. Kaum einer würde ob der Abwesenheit besagter Teams ein Tränchen vergießen. Dennoch gilt ein spannender Kampf zwischen P. und S. ums Erreichen des Achtelfinales als wahrscheinlich. Möglicher Vorteil P.: die vermeintliche Überlegenheit des deutschen Sturmtrios Santa Cruz, Barrios und Valdez gegenüber dem deutschen Sturmtrio Jendrisek, Sestak und Vittek. Möglicher Vorteil S.: die technisch versierten Unannehmlichkeiten, die jedem -nicht ganz auf auf der Höhe seiner Möglichkeiten spielendem- Gegner den garaus machen können. Kühne Prognose: eine der beiden Mannschaften erreicht das Viertelfinale.
3. Gut, P. hat jenen Protagonisten eines extremst wortwitzigen Liedes einer Münchener Gitarrenpop-Band in seinen Reihen, ob dessen erstaunlicher Unverletztheit man die angebliche Härte des Britischen Fußballs ernsthaft bezweifeln darf. Und der zudem der hübscheste Boy im gesamten Turnier sein dürfte. Auch als BVB-Fan muss man ja beinahe Sympathien für dieses Team hegen.
Anders dagegen auf Schalke: mit wohlwollender Skepsis sollten hier die Auftritte Erik Jendriseks in Augenschein genommen werden, der, immerhin als amtierender Fast-Torschützenkönig der 2. Liga, nächste Saison mit Königsblau die Champions-League in Angriff nehmen wird. Ansonsten ist eigentlich nicht viel los mit der S..
Fazit: Zu P. und/oder S. zu halten bringt so wenig, daß es schon fast wieder was bringt.
Mittelerde
1. Nun, was weiß man über Neuseeland? Außer dass es Drehort der Herr-der-Ringe-Trilogie war, dass es da gaaaanz viele Mähmähs gibt und ganz viele frischgebackene Abiturienten, die, anstatt wie anständige junge Menschen Zivildienst oder FSJ zu machen, unter dem Vorwand der Selbstfindung avocadobäuchig und besoffen aus Australien herüberjetten, um sich einmal in anderer Umgebung ,,Gedanken über die Zukunft” machen zu können?
Neeein: da ist zuallerst natürlich die Legende: Wynton Rufer! Was sind da der Worte noch nötig? Selbst der dumme arrogante Christoph Bräu, damals in der E-Jugend (TSV 1880 Wasserburg), wollte, obgleich dummer arroganter Bayern-Fan, stets die Nr. 11 auf seinem dummen arroganten Rücken tragen, ,,wegen Wynton Rufer”.
Aber antideutsch ist das nicht.
Ebensowenig ,,die” Landschaft: das Auenland sieht aus wie die Gegend um Freiburg im Hochschwarzwald. Der Rest sieht halt auch irgendwie aus.
Historisch: immer so ein bißchen UK, kennt man ja.
Insgesamt also: eher vernachlässigbarer Antideutsch-Faktor, weil ein bißchen auch nicht viel bringt.
2. Wales und Nordirland sind nicht dabei, Neuseeland wird seinen fußballerischen Artgenossen ein würdiger Vertreter sein. Alles darüberhinaus gehende wäre eine Überraschung. Man wird sich nicht blamieren, man wird dagegenhalten, aber Achtelfinale? Mäh.
3. Neuseeland, werden jetzt vielleicht viele sagen, Neuseeland ist halt so etwas wie Australien in ein bißchen schlechter. Und ohne dieses latente 40-Grad-im-Schatten-Surfer-Image. Dafür aber rustikaler, starlos und möglicherweise schienbeinschonerstrapazierend. Neuseeland ist wie Schottland. Schottland ist cool.
Fazit: Neuseeland ist unbedingt zu unterstützen, so wie weiland Aachen im Uefa-Cup.
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Gruppe G von Hepe
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Brasilien
1. Wenn es irgendetwas gibt, für das man Brasilien schätzt, dann ist es die Fußballbegabung seiner Einwohner. Weit abgeschlagen folgen weiße Strände, Tropenwälder und der Karneval in Rio, bekannt aus den jährlich wiederkehrenden Tagesschau-Clips, in denen hemmungslose Frauen dem geerdeten Germanen nackt ins Wohnzimmer tanzen und ihm von ausschweifenden Orgien und leicht zu habender Liebe erzählen. Ganz blanco sind die Frauen zwar nicht, und vielfach finden deutsche Männer, man hätte an der Copacabana einen zu dicken Boppes. Trotzdem, die Fantasie wird angeregt, und der ein oder andere wird allein wegen des Karnevals insgeheim ein kleiner Brasilienfan.
Den Rest des Jahres übt man sich aber in Skepsis – zu sehr wird bewusst, dass auch Brasilien nicht mit dem Grad unserer Zivilisiertheit mithalten kann. Was den Südamerikanern nämlich immer noch abgeht: pünktlich zum Trainingsauftakt auf dem Platz stehen! Im Winter ohne Handschuhe spielen! Mal diese ganze Jesus-Kacke nachlassen! Abstiegskampf! Man kennt Ailton, einer zum Lachen und Gernhaben, aber eben mit wenig Gehirn und ziemlich dämlich. Typisch auch, dass er wie alle brasilianischen Fußballer kein Gefühl für Geld hat und seine Milliönchen darauf verwendet, zuhause riesige Sippschaften zu versorgen. In deutschen Kleingartenkolonien wird darüber nur mit dem Kopf geschüttelt. Festzuhalten ist aber, und darum geht es ja, dass man mit aufrichtiger Bewunderung rechnen muss, wenn Brasilien tollen Fußball spielt. Die Deutschen haben die Jungs vom Zuckerhut auf dem Zettel, gönnen ihnen die ein oder andere Niederlage. Etwas in ihnen will, dass Brasilien sich dennoch für die Ausscheidungsphase qualifiziert. Das gehört einfach zu einer anständigen WM. Deshalb: Übermäßiges Bejubeln brasilianischer Tore bringt keine Topwerte auf der Schadenfreude-Skala.
2. Einzelkönner haben sich in Brasiliens WM-Kader rar gemacht. Keine Ronaldos, Ronaldinhos und Rivaldos: Der einzig echte Popstar ist Kaká. Der hat eine maue Saison bei Real hinter sich und gibt formschwach den Hoffnungsträger. Weltklasse ist in der Offensive noch Luis Fabiano (Sevilla). Der Rest, aus dem neben Fabiano vermutlich noch Citys Ex-Millionen-Onkel Robinho herausstechen wird, kann guten Fußball spielen (abgesehen von Julio Baptista und abgesehen auch von Robinho, dem alten Blender), Grafite und Jo-Sue aus der Autostadt werden trotzdem kaum zu WM-Helden aufsteigen. Insgesamt also relativ mäßiges Torpotenzial.
Und doch wird Brasilien Weltmeister! Man konnte sich das irgendwie schon denken, als Naldo nicht nominiert wurde. Hinten stehen Dani Alves, einer Hyäne nicht unähnlich, Maicon (2*4 Meter), Lucio, Cesar (die letzten drei von Inter Mailand) und noch einige mehr. Krasse Verteidung. Besonders Alves: Schießt wie Anderbrügge, kämpft wie Daun, rennt wie Overmars! Er spielt normalerweise rechts hinten (so wie auch Maicon), läuft und flankt und schießt aber quer durch alle Verbände. Maicon hat das nicht nötig, macht bloß “Buh”. Meine Prognose: Wenn das hinten läuft, kriegt die Albicel.. Selecao kein einziges Gegentor.
3. Fazit:
Brasilien als Weltmeister? Die Mehrheit der Deutschen kennt das schon und wäre nicht überrascht geschweige denn empört, wenn es wieder passieren würde. Keine gute Wahl!
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Elfenbeinküste
1. Afrika halt, und damit in Deutschland als Exot geführt. Nicht auszuschließen, dass weite Teile mit der Elfenbeinküste sympathisieren würden, wenn Erfolg in Aussicht steht. Das ist natürlich nur eine rein oberflächliche Zuneigung, reicht aber aus, um die Côte d’Ivoire als potentiellen anti-deutschen Liebling von der Liste zu streichen. Stars wie Drogba & Co. dürften dafür gesorgt haben, dass man die Elfenbeinküste hierzulande als zivilisiertere Gegend von Afrika wahrnimmt. Was das Land selbst betrifft, weiß ich von nichts. Man munkelt, es wird auch heute noch viel Elfenbein abgebaut. Ich persönlich finde das in Ordnung. Bemerkenswert, dass im Land die Benutzung einer anderen als der offiziellen Bezeichnung “Côte d’Ivoire” unter Strafe verboten ist. Auch damit gehe ich d’accord, ist schließlich ein schöner Name.
2. Die Elfenbeinküste gehört gefühlt seit 1876 zu den WM-Geheimfavoriten. Mit Geheimfavoriten verhält sich das so wie mit den ewigen Talenten: Für gewöhnlich scheitern sie kläglich beim Versuch, die an sie gestellten Erwartungen zu erfüllen. Die Elfenbeinküste wird da dieses Jahr keine Ausnahme machen. Zugegeben, unter den afrikanischen Teams haben sie die namhafteste Abwehrreihe, darin inbegriffen Kolo Touré (City) und Emannuel Eboué (Arsenal). Im Mittelfeld sind Yaya Touré (Barca) und Romaric (Sevilla) bekannt, im Sturm Gervinho (Lille), Drogba und Kalou (beide Chelsea). Zumindest Eboué, Yaya Touré und Kalou sind bei ihren Vereinen jedoch meistens – Obacht – Edelreservisten, also nicht allzu überragend. Drogba ist mangels Anspielen wesentlich ungefährlicher als bei Chelsea, sodass es für Nordkorea, nicht aber für Portugal und Brasilien reichen wird.
3. Fazit:
Überschätzt, fliegt in der Vorrunde raus. Daumen drücken bringt nix!
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Nordkorea
1. Nordkorea ist Kim Jong-il, und Kim Jong-il ist eine coole Socke. Er trägt die Sonnenbrille so, wie sie Ultras erst in Jahren tragen. Er sorgt für fette Choreos und ist Ehrenbürger der Provinz Los Lios in Ecuador, was von uns, so meine ich, noch keiner geschafft hat. Dass seine vierte Olle Kim Ok heißt, verstärkt den Eindruck, dass unser Kimmi ein echter Pfundskerl zu sein scheint.
Zugegeben, Nordkorea könnte mal ein bisschen Tino Polster gebrauchen. Ein neuer Anstrich würde gerade den verstaubten Atombomben gut zu Gesicht stehen und Nordkorea dabei behilflich sein, sich des Graue-Maus-Images zu entledigen. Auch hier muss man aber feststellen: Kim sieht das anders, und wenn er das anders sieht, geht der Trend mit ihm. Keine aufgesetzte Marketingkampagne, die Nordkorea mit Papagei III zu einer hippen Marke macht. Stattdessen setzt Kim Jong-il auf Taepodong-2, einem ehrlichen Produkt aus eigenem Hause. Ist ihm mit dieser grundsoliden Einstellung die Sympathie der deutschen Bevölkerung sicher? Ich meine: Ja, denn Nordkorea bietet als Weltaußenseiter ein aufregendes Gegenmodell zum herkömmlichen Westprinzip. Viele werden sich deshalb ins Fäustchen lachen, wenn es in der Vorrunde gelingt, einen oder mehrere fest eingeplante Punkte der Favoriten zu stibitzen.
2. Tja. Ahnt man nicht! Fast alle spielen daheim, bei Spaßtruppen wie der “Sporttruppe 25. April” oder lustigen Terrorzellen wie der “Sportgruppe Amrokgang”. Wikipedia weiß außerdem, dass drei Spieler des aktuellen Kaders im Ausland spielen: einer in Russland, zwei in Japan (einer davon bei Kawasaki Frontale! Zeit, mal wieder eine Ultragruppe zu gründen, diese Namen lassen einem ja das Wasser im Mund zusammen laufen).
Trikots gibt es nicht zu kaufen, weswegen man auf den mitteleuropäischen Straßen auch kein Gefühl dafür bekommt, wer der Star der Mannschaft sein könnte. Mein Gefühl sagt mir: Hong Yong-jo (der Russe) ist ein gefährlicher Flügelspieler, kann aber leicht Abseits gestellt werden. Er neigt dazu, in der Halbzeit ein Nickerchen zu halten, ist deshalb in den ersten fünf Minuten der zweiten Halbzeit leicht zu verteidigen, danach allerdings ein steter Unruheherd. Pak Nam-chol ist die Schwachstelle der löchrigen Abwehr und leistet sich auf der linken Innenverteidigerposition immer wieder leichte Abspielfehler. Ihm zur Seite steht Pak Nam-chol, von dessen fußballerischen Qualitäten wenig bekannt ist, da eine Personensuche bei Google nur Berichte und Bilder von den riskanten Querpässen seines Partners in der Innenverteidigung liefert. Ebenso gespannt darf man auf Pak Chol-jin sein, der die linke Außenbahn beackert und es versteht, technische Defizite durch taktische Stellungsfehler auszumerzen. Pak Chol-jin heißt übersetzt “Hau die Flanke rein”. Seit nunmehr zwölf Jahren lässt Werder Bremen ihn beobachten, nachdem ihn Pierre Littbarski, ein Kenner der Szene, wärmstens empfohlen hatte. Nam Song-chol komplettiert die Viererkette auf der rechten Seite. Er ist ein harter Hund und liebt besonders das Spiel ohne Ball. Insgesamt ist Nordkoreas Abwehr, abgesehen von den schludrigen Eskapaden eines Pak Nam-chol, eine Bank. Schaffen es Mittelfeld und Sturm aus dem großen Unbekannten über die Mittellinie, liegt eine realistische Platzierung im Bereich des Möglichen.
3. Fazit:
Keine Chance, aufgrund des Außenseitermodus viel zu beliebt.
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Portugal
1. Geht pleite und wird entsprechend bald den Zorn der BILD auf sich ziehen, wenn nicht ohnehin schon geschehen. Die südeuropäische Einstellung zu Arbeit ist hier hinlänglich bekannt. Ich würde behaupten, der gemeine Deutsche wähnt den Portugiesen irgendwo zwischen Armut und Strand, sprich in einem eigens verschuldeten Dilemma. Ressentiments sind aufgrund der großen Entfernung ansonsten eher spärlich gesät, was eher an Unwissenheit und Ignoranz denn an Wohlwollen liegt. Stoßen kann man sich höchstens an Christiano Ronaldo, den mehr als 75% der hiesigen Bevölkerung getrost als “Lackaffen” bezeichnen würden. Das macht Portugal zu einem interessanten WM-Teilnehmer. Schließlich geht es um Dinge, die der deutsche Fußballfan so gar nicht abkann. Christiano Ronaldo gehört definitiv dazu.
2. Auch wenn ich das selbst ungern zugebe (siehe oben, 75%), ist _CR9_ Weltklasse. Er ist schnell, robust, hat eine perfekte Technik, einen bemerkenswerten Abschluss und enormen Drang zum gegnerischen Tor. Seine Neigung zum fußballerischen Egoismus teilt er normalerweise mit Nani (ManU), der verletzt ausfällt, und Liedson (Sporting Lissabon). Letzterer ist übrigens Hugos erster Konkurrent im Sturm. Apropros Hugo: Ich glaube nicht, dass er irgendwann einmal Spuren von Bedeutung hinterlassen wird. Vermutlich wird er bei dieser WM zwei Tore als Einwechselspieler schießen, für ihn ein kleiner Erfolg. Bei Portugal noch zu nennen sind Simao (Atletico), für den das Wort “filigran” überhaupt erst erfunden wurde, Deco, Carvalho (beide Chelsea) und Pepe (Real), den ich bei Gelegenheit gerne nochmal ein paar Sachen fragen würde. Sportliches Abschneiden auf den Punkt gebracht: Hält die Abwehr, Viertelfinale, höchstens Halbfinale!
3.Fazit:
Kommt drauf an, wie gerne ihr Ronaldo mögt. Kann man machen.
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Gruppe H von Joinsen
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Spanien
1. Von 1939 bis 1975 hatte Spanien eine faschistische Diktatur. Als sie diese endlich abschafften, installierten sie einen König, wegen der nationalen Einheit. Man könnte jetzt natürlich sagen: Ja aber, da haben doch erst eine ganze Menge Leute gegen den Faschismus gekämpft und die haben doch eigentlich nur wegen der Hilfe aus Deutschland nicht gewonnen, und dass es einen König braucht, um nationale Einheit zu schaffen, ist doch schon mal ein gutes Zeichen. Das erste mag stimmen, aber de fakto haben diese Leute ja verloren und dann gab es ein paar Jahrzehnte Faschismus, in dem die ganzen guten Leute auch noch umgebracht wurden. Das zweite ist Quatsch, denn es ist ja nicht so, dass da irgendwer gegen die Nation an sich ist. Die Gegner der spanischen Nation sind selbst Nationalisten, so links sie auch sein mögen. In diesem ganze Wirrwarr aus demokratischen Monarchisten und nationalistischen Anarchisten finde ich mich beim besten Willen nicht zurecht, und daher lehne ich es ab.
2. Spanien ist sportlich extrem krass aufgestellt. Im Mittelfeld haben sie gute Spieler für mindestens drei Mannschaften, davor und dahinter stehen ebenfalls sehr gute Spieler. Alle sagen, dass Spanien Weltmeister wird. Da in dieser Rubrik aber gefordert wird, dass die Genossen wissen, wo das Tor steht, nützt das alles nichts.
3. Für schönen Fußball kann man sich immer begeistern.
Fazit: Der antideutsche Faktor ist ein hartes Kriterium. Als Deutschlandkiller ist Spanien jedenfalls geeignet, für mehr leider nicht.
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Schweiz
1. Die Schweiz ist neutral. Zum einen formal, zum anderen in der Bilanz der sie bewohnenden Menschen. Die ist exakt ausgewogen: Auf der einen Seite gibt es Saalschutz, die beste Band des Universums. Auf der anderen Seite steht der Rest der Schweizer, die alle Rassisten sind.
2. Die Schweiz ist neutral. Ein paar ganz fitte Bundesligaspieler, aber kein echtes Potential für irgendwas größeres. Die WM-Quali sagt uns da auch nichts Neues: Zwar wurde man dort Gruppenerster, aber wahrscheinlich so ungefähr in der schlechtesten Gruppe in ganz Europa.
3. Die Schweiz ist neutral. Rot, aber mit Kreuz. Nicht deutsch, aber deutschsprachig. Politisch so ähnlich wie die USA, aber in Europa – und eben neutral.
Fazit: Wir bleiben neutral.
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Honduras
1. 57% der Menschen denken, dass Honduras eine Insel ist, in China sind es 51%, in Honduras 14%. In echt ist Honduras aber ein Staat in der Mitte zwischen zwischen Amerika und Südamerika. Das Staatsmotto klingt wie das Credo eines Süchtigen: “Frei, souverän und unabhängig”. In echt ist Honduras wahrscheinlich hochgradig abhängig von den USA, was ja nicht das schlechteste ist, wenn die Alternative Chavez heißt.
Während 1969 anderswo der Summer of Love zelebriert wurde, engagierte sich Honduras im Fußballkrieg. Klingt erstmal ganz cool. Bei näherer Betrachtung war die Rolle der Honduraner aber eine sehr deutsche:
Der Grund waren Spannungen um Wirtschaftsflüchtlinge aus El Salvador, die seit längerem von der Bevölkerung Honduras’ für die wirtschaftlichen Probleme verantwortlich gemacht und angefeindet wurden.
Diese ganze Sache mit dem Putsch letztes Jahr versteht kein Mensch. Im Ergebnis wird Honduras jetzt aber von der Naumann-Stiftung beraten. Das ist schlecht für Honduras, also nicht nur für die Menschen dort, sondern auch für unsere Bewertung in Sachen deutsche Verhältnisse.
2. Ganz ehrlich, wir haben keine Ahnung. Aber sie werden sehr schlecht sein. Gründe: Armut, Abwanderung der besten in die USA, Krieg, Kleinheit, Armut.
3. Selbst wenn, es nützt ja alles nichts.
Fazit: Naumann-Stiftung aus dem Land jagen, danach den Vereinigten Staaten anschließen. Wenn das noch so ein paar kleine Länder machen, haben wir einen würdigen England-Nachfolger.
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Chile
1. Chile ist unglaublich lang und beansprucht ein Kuchenstück von der Antarktis. Land und Leute sind offenbar sehr schön. Es gibt Berge und Vulkane, Seen, Flüsse und einen Pazifik. Das ist verdächtig, ich fühle mich schon ganz romatisch und kriege Fernweh. Ethnisch homogen sind die Chilenen auch noch. Und im Zweiten Weltkrieg blieb Chile wegen der Deutschstämmigen im Lande so lange neutral, bis klar war, wer gewinnt. Später dann hatte Chile Pinochet, jetzt sind sie demokratisch. Wer da keine Analogie riecht, hat die Lehren aus der Geschichte verschlafen.
2. Chile ist vielleicht gar nicht so schlecht. Ihre Qualifikationsergebnisse sollte man die Chilenen allerdings nicht überbewerten, weil sie bei Heimspielen regelmäßig die Gegner mit dünner Luft betäuben. In Südafrika genießen sie aber immerhin Südhalbkugelheimvorteil, heißt sie müssen sich nicht erst an den Winter gewöhnen und daran, dass sie auf dem Kopf stehen müssen. Die Namen sind nicht hinreichend groß, dass ich sie kenne, aber ich traue ihnen alles zu.
3. Siehe oben – es ist alles sehr schön dort. Das lassen wir hier einfach mal so stehen, denn die Gefahren dieser Schönheit wurden ja dort schon beschrieben.
Fazit: Da die simple Schönheit als Argument hier bislang etwas zu kurz kam, sei Chile jedem als Zweitmannschaft ans Herz gelegt, die man so lange behält, bis sie gegen England, Holland oder Griechenland verliert.
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ich warte mit dem trikotkauf bis du alle gruppen durch hast.
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Pingback from TUPAMADOS! » Blog Archiv » Game over Krauts! on 20. Mai 2010 at 16:46
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Ich guck einfach Radrennen. Scheiß auf Fußball und dir haben auch schönere Beine
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Ich persönlich bin an Fußball zwar nicht interessiert, doch wieso Bonde den Sport als Ersatznationalismus sieht, bleibt wohl sein (schmutziges) Geheimnis. Man muss nicht alles politisieren.
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Für die Schiedsrichter sein, das wäre auch voll uncool, oder?
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Ich möchte noch die Erfolge Uruguays aus früheren Zeiten erwähnen. Als da wären vor allem der WM Titel von 1930 und 1950. Je nach Person spricht das jetzt mehr oder weniger für die Mannschaft. Für mich eher ein sympathischer Aussenseiter mit Geschichte, denn ein abzuwertendes Deutschland Südamerikas.
Zu Frankreich ist Fronk allerdings der coolste “Topstar” der sich eine Trophäe klaut und damit in den Fanbereich läuft um sich mal richtig feiern zu lassen. In meinen Augen einer der sympathischsten Quertreiber im Profifußball. Auch wenn ab und zu das Nachdenken zu kurz kommt.
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och wie schade, ich hatte mich grad auf den vollen 32er Bericht eingerichtet. Bisher geh ich komplett d’accord. Allerdings vermute ich den Kandidaten, der alle Kategorien erfüllt, als über- mindestens aber ausserirdisch. Meinen persönlichen Geheimtipp halte ich noch zurück.
Redfords Beitrag ist zudem so ironisch, dass es quietscht. Vraiment très drôle!
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Ich beantrage hiermit den endgültigen und rücksichtslosen Ausschluss von “Redford” als Kommentator- er stört nachhaltig die Clubatmosphäre durch seinen penetranten Dünnsinn.
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Irgendwann bricht die Realität auch in Euren Club “antideutsche Multikulti-Träumer” ein. Ich hoffe, dann brennt’s.
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Wenngleich Bondes Ausführungen wie gewohnt von großer Eleganz und sprühendem Geist gekennzeichnet sind, so lässt sich die Grundfrage meines Erachtens sehr schnell und sehr eindeutig anhand einiger entscheidender Eigenschaften des von mir favorisierten Teams beantworten (siehe unten). Möglicherweise läuft Bondes noch fortzusetzende Argumentation auch genau darauf hinaus, für diesen Fall bitte ich um Entschuldigung für den recht unverblümten Vorgriff und dränge trotzdem bzw. gerade deswegen darauf, dass es eine vollständige Auseinandersetzung mit den teilnehmenden Mannschaften gibt.
- Welche Mannschaft hat schon mehrfach unter Beweis gestellt, die DFB-Auswahl spielerisch schlagen zu können?
- Welche Equipe vertritt Farben, die maßgeblich an der Niederringung des Dritten Reichs Anteil hatten?
- Welche Elf wird durch den Anhang mit großartigen Gesängen unterstützt?
- Wer bringt immer wieder großartige Spielerpersönlichkeiten hervor?
- Welches teilnehmende Team erfüllt als einziges das Kriterium, keine „Nation“ zu vertreten?
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Genau, Peter, es kann in Hinblick auf den “Ersatznationalismus” tatsächlich nur auf diesen einen Teilnehmer hinauslaufen. Ich bin gespannt, ob die Redaktion das auch so sieht. Danke jedenfalls an die Redaktion für diese außergewöhnlich gelungenen Portraits der WM-Mannschaften. Freue mich schon auf die restlichen.
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“antideutsche Multikulti-Träumer” (Redford)
Highlight.
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Sprühender Geist?
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Pingback from Verbrochenes on 24. Mai 2010 at 19:27
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weltklasse. doch obgleich die griechen sich inzwischen als volksfeind nr.1 recht gut eignen würden, sind sie jedoch durch den rehhagel faktor ebenfalls rundweg abzulehnen. ich warte auf weitere gruppen.
lilaweisse grüße aus (ost)berlin
endi -
Wie wäre es wenn man einfach komplett die WM boykottiert und keine Spiele guckt?
Oder werden die spiele der “duitsen” Nationalmannschaft wieder mit der Begründung geguckt um zu sehen wie sich die eigenen Spieler den so bei der WM schlagen?
Wenn man schon was auszusetzen hat kann man es auch konsequent durchziehen meiner Meinung nach.
just my 2 cents
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Die WM ist ein Turnier für Anhänger unterklassiger Loservereine.
Wem das chronische Mitfiebern und Erfolgefeiern in Meisterschaft, Pokal und internationalen Wettbewerben so fremd ist wie dem einsamen Junggesellen der legal-entgeldlose Anblick realer Brüste in sexuellem Kontext, dem können so seltsame Veranstaltungen wie EMen und WMen große Freude bereiten.
Denn:
1. Man hält ungewöhnlicherweise zu einer Mannschaft, deren Siegeswahrscheinlichkeit fast nie unter 50% fällt (Surreale Situation 1).
2. Man hält zu einer Mannschaft, die ansatzweise so etwas wie Fußball spielt und in der die meisten Spieler den Ball mit dem Innenrist stoppen können (Surreale Situation 2).
3. Da diese Spieler eh nie gegen den eigenen unterklassigen Loserverein spielen, kann man sie aus nervenschonend-distanzierter Sichtweise einfach finden, wie man will.
4. Etwaige Misserfolge führen nicht zu hysterisch-bayernfanartiger Rumheulerei, sondern ringen einem höchstens ein mildes Lächeln ab.
Misserfolg= persönlicher Fanalltag= Gewohnte Situation 2000.Fans von Top-Vereinen dagegen sind einfach satt oder haben keine Lust, mit Spielern ihrer jeweiligen Konkurrenzvereine zu sympathisieren.
Da macht es doch mehr Spaß, einfach mal für Neuseeland zu sein, mal so ein wenig fanmäßige Street-Credibility mit Verlieren und niedriger Erwartungshaltung auszuprobieren. Da man ja ab August sowieso wieder einen Sieg nach dem anderen feiern muss! -
Griechenland? Oh je! Das wird mir einiges abverlangen, aber die Argumente sind stichhaltig, was ich unter großen Schmerzen zugebe. In deiner Aufzählung vergaßt du übrigens Dellas, den Koloss von Rhodos. Tziolis, Ghekas, Charisteas dazu… mir wird schwindelig.
Edit: Habe Messi-Tattoo übergepinselt (“Modern spielt, wer gewinnt” (schwarz)). Fühlt sich alles schon besser an, jetzt.
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Ich kann leider nicht applaudieren, das Bündel Bengalos muss weiter hochgehalten werden und in der anderen Hand hab ich ein Bier. Grosser Sport!
Passend zu Griechenland, Deutschland möchte ich dies hier verlinken: http://www.youtube.com/watch?v=ur5fGSBsfq8&feature=player_embedded (ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich den Clip noch nicht kannte) -
Ich möchte meinen Unmut darüber kund tun, dass der Autor seine Samstage lieber Cola-trinkend in griechischen Tavernen verbringt als die restlichen Gruppen abzuarbeiten.
Eine gänzliche Unparteilichkeit möchte ich sogleich auch in Frage stellen.
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Ändert folgende Meldung eigentlich etwas am Ästhetik-Sympathie-Faktor von Argentinien: http://www.weser-kurier.de/Artikel/Sport/Fussball/WM+2010/170420/Typisch+Maradona%3A+Nackt+bei+WM-Titel.html ?
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hat jemand redford als watschenmännchen engagiert, damit er hier einen strunzdoofen verbalen sparringspartner abgibt?
schade nur, dass redford nicht nur dann deutsche bremenspuren in seinem landserschlüpferchen hat, wenn junge frauen aus der leinestadt gesangswettbewerbe gewinnen- ihm geht mutmaßlich auch einer ab, wenn die dfb-auswahl gewinnt, ein reaktionärer kleriker aus bayern papst wird oder deutsche panzer für den sieg rollten/rollen. in der willkürlichen besetzung nationaler symbole ist er einer von vielen, dass er immer wieder die reste seiner logorrhoe hier hinterlässt, hat gänzlich unentspannte und nachgerade krankhafte züge. -
Ich muss Stephan da mal eben zustimmen.
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Ich lach derweilen ein bischen mit Redford, wichs mir einen auf Lena und seniere über etwaiges Szenario hinter der verbrochenes net Bühne sofern : Lena, sexuelle Ausrichtung lesbisch, Schwester der vorzeige – wir habens auch als Bildungslose Immigranten Kids geschafft – Boateng-Brüder, mit Jüdischem Glauben sowie unrasierten Achselhaaren (steht in diesem Fall für nicht der gängigen Frau muss attraktiv sein Norm entsprechend) aufgetreten wäre…
Artikel wie (fast) immer unterhaltsam und lesenswert!
Wieso schreibt Joinsen eigentlich nichts mehr? -
Gruppe C! Gruppe C!
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@lucky: Mit Redford lachen heißt zum Teufel beten- mehr sinnieren, weniger masturbieren!
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Ich lach derweilen ein bischen mit Redford, wichs mir einen auf Lena und seniere über etwaiges Szenario hinter der verbrochenes net Bühne sofern : Lena, sexuelle Ausrichtung lesbisch, Schwester der vorzeige – wir habens auch als Bildungslose Immigranten Kids geschafft – Boateng-Brüder, mit Jüdischem Glauben sowie unrasierten Achselhaaren (steht in diesem Fall für nicht der gängigen Frau muss attraktiv sein Norm entsprechend) aufgetreten wäre…
Artikel wie (fast) immer unterhaltsam und lesenswert!
Wieso schreibt Joinsen eigentlich nichts mehr? -
In der Tat, ich schließe mich dem erfrischend knapp formulierten Aufruf von “Corto Maltese” an: Bitte, lieber Bonde, richte in Kürze Deinen scharfen Blick auf die Teams der Gruppe C und lass uns an Deinen Erkenntnissen teilhaben! Ich gehe nach wie vor davon aus, dass meine Prognose eintrifft, dass es nur einen Vertreter geben kann, der alle von Bonde aufgeführten Kriterien erfüllt, entsprechend würde mich Bondes Standpunkt nicht überraschen- ich möchte mich aber an der originellen Form Bondes freuen und auch daran, Recht gehabt zu haben.
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Pingback from WM 1974 « Gestrandet on 2. Juni 2010 at 00:49
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Na dann pro England, also Gruppe C bitte!
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ey mann, wo bleibt die nächste gruppe?
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Pingback from Verbrochenes · Gruppe C on 3. Juni 2010 at 13:18
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NETHERLANDS!
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Kein Wort über in Algerien von islamistischen Reiterhorden gemetzelte Babys deren Leichenteile in Brunnen geworfen werden? Bzw Algerier die von der Pariser Polizei routinemäßig in der Seine ersäuft wurden? Das Land hat ordentlich Konfliktpotential! Ich kann mich übrigens noch gut dran erinnern, als ich 1982 als 10jähriger jubelnd in den Garten rannte als “wir” die Austerlitscher mit 1:0 bezwungen hatten (war das knapp!).
War ich froh den Moment des Abpfiffs nicht verschlafen zu haben. Tage später erklärte mir jemand, warum das Spiel noch langweiliger war als normale N11 Spiele. Zur Strafe musste ich dann das Halbfinale 1982 in einem engen Ferienhaus-Wohnzimmer mit 12 Franzosen und in Frankreich sehen. Da hab ich mich dann allerdings nicht getraut zu jubeln. Danke nochmal an Schumacher für den kleinen Ausfall gegen Battiston (http://www.youtube.com/watch?v=3byTNRoxujo), um ein Haar wär ich auch in einem Brunnen gelandet.
Wach zu bleiben war bei dem Spiel allerdings kein Problem.Der Linksverkehr in England hätte aber noch als Beispiel sturer Ignoranz genannt werden können. England ist doch das Leverkusen der Nationalmannschaften. Im Unterschied zu den rechtsrheinischen Provinzeiern aber auch noch stolz darauf. Ausserdem vermisse ich ein Wörtchen darüber, dass Fanverbände der englischen N11 auftreten wie die Kolonialisten 1859 im Niger. So ein Kinderheim in Moldawien kann nach einem Besuch verfetteter aber vergleichweise harmlosen Ex-Hoolalkoholiker froh sein, wenn unter den ausgebreiteten Georgkreuzfahnen kein Kind erstickt ist.
Bei meinem letzten USA Aufenthalt vor einem Monat sprachen mich 2 Einheimische an, wie es denn mit Werder in der Bundesliga aussähe. Die redeten dabei sogar von “Football” und guckten die Sportschau. Das Land ist definitiv auf dem Abstieg, wenn derartige Zersetzungserscheinungen erkennbar werden. Sorry für die Ernüchterung.
Slowenien? Bin ich mal durchgefahren. Schicker dunkler Asphalt mit knallweissen Linien an der Grenze. Denke, die hier genannte Einschätzung trifft das Wesentliche recht gut.
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schwer zu sagen weil in der Tat etwas hypotethisch, aber ich glaub als moldawischer Waise würde ich im Falle eines drohenden Überfalls durch “Brittania-rules” Gröhlknaben lieber unter eine Brücke in Rumänien wechseln. Schlimmer wäre lediglich eine konfessionelle Kinderfolterkammer zB in Augsburg oder so. Aber wir scheifen ab.
Ich frag mich grad ob die N11 der USA!!1! (ggf mit Hilfe von Tim Wiese) ihre Haare zu den Spielen so übertrieben eingeelen könnten, dass dies als wenig subtiler Protest gegen die Ölkatastrophe und der ursächlichen Politik verstanden werden kann.
Womit ich hiermit den folgenden Prognosewettbewerb eröffne: Welcher Flitzer, Pyro- bzw Vuvudings-Einsatz oder Torjubler (mit oder ohne (brennende) Israelfahne) während der WM am meisten Aufregung erzeugen wird.
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@matze: es ist legitime folklore, ‚rule brittania‘ anzustimmen, da das stück in einem idellen zusammenhang damit steht, dass einst britische soldaten unter anderem möglicherweise deinem großvater in den den nazi-arsch getreten haben- deine haltung zeugt von ätzendem snobismus.
du bist das hansa rostock unter den kommentatoren. -
Ich finde mittlerweile ist Deutschland das Leverkusen der Nationalmannschaften (2. Platz ’02, 3. Platz ’06, 2. Platz ’08).
Bei Slowenien darf man nicht vergessen, dass sie mit Novakovic den designierten WM-Torschützenkönig in ihren Reihen haben.
Und mit Brecko den momentan besten Verteidiger Europas.
Und mit Zlatko Dedic den Barack Obama des VfL Bochums!
Und den Ersatztorwart mit dem schönsten Vornahmen aller Spieler dieser Welt: http://www.kicker.de/news/fussball/wm/wmteams/weltmeisterschaft/2010/slowenien/45963/spieler_jasmin-handanovic.html -
ätzender Snobismus gefällt mir. Inwiefern das ausgerechnet von Rostock repräsentatiert werden soll, versteh ich aber bei Gott nicht.
Natürlich engt sektenmäßiger Fanatismus die Sicht stark ein. Daher entschuldige ich in diesem Blog auch, dass alles und jedes nur aus antideutscher Perspektive betrachtet wird und kann mich dennoch prima amüsieren. Enno ist ja ein gescheiter Kopf mit viel Humor.
Rule Brittania als Folklore zu sehen ist ok, man muss sich nur ca 2 Jahrhunderte Kolonialismus wegdenken. So gesehen ist eine deutsche Burschenschaft auch legitime Folklore, oder zumindest die Nationalhymne in allen Strophen…
Und um in Deinem engen WK2 Horizont zu bleiben: Mein Grossvater wurde von meinem anderen Grossvater überfallen (vermutlich in Tateinheit mit Deinem) während mein Stief-Grossvater als Wehrmachtsdeserteur hingerichtet werden sollte. Is alles nich so einfach. -
Diese Verschönerung der Politik Englands ist ja mal total zum kotzen. Noch immer stehen in Südafrika Statuen der englischen Besatzer, die Straßen sind nach englischen Königen und Königinnen benannt und davon mal ganz abgesehen sind die Folgen der Apartheid immer noch absolut präsent. Und da soll man England bei einer WM in Südafrika die Daumen drücken?
Kommt mal von eurer engstirnigen Anti-Deutschland Haltung weg. Ich kann mich doch nicht gegen Deutschland wenden, aber gleichzeitig andere imperialistische Verbrecherstaaten abfeiern. Deutschland ist scheiße, der größte Teil der restlichen Industrieländer aber auch.
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Meine Verehrung, Bonde, das war einmal mehr mit Verve und Eleganz formuliert- erfreulich, dass ich Deine Einschätzung vorausgeahnt habe, was England betrifft. Die Frage, warum England keine Nation vertritt, lässt sich relativ eindeutig auf formaler Ebene beantworten: de facto ist England ein Landesteil Großbritanniens, der nicht einmal ein eigenes Parlament besitzt, also in Hinblick auf eine föderale Eigenständigkeit in Vergleich zu Bremen weniger Einflussmöglichkeiten auf die Politik des Gesamtstaates hat. Dazu kommt, dass traditionell die Machtverhältnisse innerhalb Englands immer wieder nachdrücklich zwischen den einzelnen Interessengruppen ausgehandelt wurden- das beginnt damit, dass die englischen Adeligen einst dem König 1215 die magna carta abtrotzen, um ihren Einfluss zu wahren, über Cromwell, der in einem Gewaltakt die Macht des Parlaments ausbaute, bis hin zur immer wieder aufflammenden rigorosen Opposition großer Bevölkerungsteile gegen staatliche Institutionen. Deine Kritik bezüglich des Überwachungswahns trifft leider zu, leider hat sich vor allem der „rote Ken“ unrühmlich in London hervorgetan, allenthalben Kameras installieren zu lassen; ich habe Bunter angewiesen, die Vorhänge meines Appartements in der Piccadilly 110A den ganzen Tag über geschlossen zu halten, da ich die Vorstellung nicht ertragen kann, dass mich eines dieser digitalen Augen ständig im Blick hat. Das Klischee ob des schlechten Essens ist längst passé! Nicht zuletzt dank der Einflüsse des common wealth‘, Prince Charles‘ (!) und Jamie Olivers kann man längst besser in England essen als in den meisten durch billiges ‘convenience food’ geprägten deutschen Küchen! Den Hooliganismus sehe ich naturgemäß kritischer als die jungen Leute von verbrochenes.net- wer wie ich vor vierzig Jahren miterlebte, wie die Mill Wall-Anhängerschaft sich zunehmend rassistisch und gewaltbereit zeigte.
Zu Matze: tatsächlich ist die Angelegenheit kompliziert. Natürlich geht es nicht darum, Deine Sicht auf Fußball davon abhängig zu machen, was Deine Großväter für oder gegen das Dritte Reich getan haben; ich vermute, der Vergleich diente wohl nur als polemisches Beispiel für manipulative Kommunikation. Deine historische Rückgriffe sind für sich betrachtet nicht gänzlich falsch, hier geht es aber meiner Ansicht nach nicht darum, sämtlichen Teilnehmern der WM irgendein dunkles Kapitel nachzuweisen, um Anhängerschaft infrage zu stellen. Im Mittelpunkt steht bei mir eine entschiedene Ablehnung der DFB-Auswahl vor dem Hintergrund eines extremen Unbehagens hinsichtlich nationaler und historischer Identität in Deutschland. Darüber hinaus gibt es eine Reihe von subjektiven Faktoren, die meine Einstellung untermauern: Unsympathischer Trainer (Motten-Pfiffi-Löw), viele unsympathische Spieler, sehr viele unsympathische Fans, hässliche Trikots, doofe Fahnen, schlechte Music etc.
Das Problematische an Deiner Argumentation ist, dass sie Züge von Geschichtsrevisionismus aufweist. Wenn es darum geht, offene und unterschwellige historische Kontinuität im Zusammenhang deutschen Patriotismus und Nationalismus zu kritisieren bzw. anzugreifen, steht das im Zusammenhang mit dem einmaligen Menschheitsverbrechen, das von Deutschland verantwortet wurde. In einschlägigen Diskussionen zu diesem Thema kommen immer wieder Beispiele dafür, dass andere beliebig konstruierbaren Gruppen wie „Nationen“, „Länder“, „Völker“, „Religionsgemeinschaften“, „politische Gruppierungen“ etc. pp. AUCH Verbrechen begangen hätten, die das Handeln der Nazis in vergleichbare Zusammenhänge stellen soll. So hört man dann, dass die Siedler in Nordamerika die USA damit aufgebaut hätten, dass die Indianer abgeschlachtet wurden, dass die Briten die Inder usw. usf. unterdrückten und massenhaft töteten, die Türken die Armenier usw. Das Schwierige daran ist nicht, dass man die Augen davor verschließen sollte. Es ist legitim, solche Ereignisse zu untersuchen und zu verurteilen. Es wird allerdings oft äußerst problematisch, wenn die angeprangerten Verbrechen „der Anderen“ dazu dienen, deutsche Geschichte und deutsche Vergangenheit in ein relativierendes Verhältnis dazu zu setzen. Das treibt dann Blüten, die die Opfer des Stalinismus in eine absolute Zahl fassen und zu dem Ergebnis kommen, dass diese Zahl der Getöteten größer sei als die der von den Nazis Ermordeten. Entsprechend wird der Schluss gezogen, dass Stalin schlimmer gewesen sei als Hitler, die Sowjetunion unmenschlicher als das Dritte Reich. In jüngster Zeit wurde auch das DDR-Regime immer als Vergleichsgröße herangezogen, um die abstruse Konstruktion zu schaffen, dass das von Moskau gesteuerte DDR-System mindestens so schlimm gewesen sei wie das NS-Regime. Diese Entlastungsargumentationen werden letztlich keiner Seite gerecht, am wenigsten aber denen, die die Perspektive der Opfer Deutschlands einnehmen.
In dem ich mich für das englische Team ausspreche, drücke ich neben meiner subjektiven Liebe zu dem, was für mich diese Mannschaft bedeutet auch den politischen Willen aus, einer immer wieder aufscheinenden deutsch-nationalen Fußballtümelei entgegenzutreten. Hier gibt es große Überschneidungen zur gezeigten Haltung Bondes. An erster Stelle stellt meine Bewunderung und Anhängerschaft, in zweiter Linie geht es darum, entsprechend der Forderungen Bondes das zu vertreten, was England bzw. Großbritannien politisch im Zusammenhang mit Deutschland bedeutet. Das „Rule, Britannia“ heißt für mich nicht, imperialistische Ansprüche des Empires bedingungslos zu vertreten, es ist vielmehr Ausdruck des unbedingten Willens, den Churchill einst verkündete, Deutschland niederzuringen- „Blood, toil, tears, and sweat“. Fußball ist Pop u n d Politik, da ist auch meines Erachtens England die erste Wahl. -
@starni: Na, dann ab nach Nord-Korea, Miramar oder Kambodscha zum Reisanbauen und Brillenträger-Vermöbeln! Fragt sich, ob du z.B. in Pjönjang die Chance hast, Fußball zu gucken und im Internet zu surfen. Ach ja, welche Industrieländer sind deiner Ansicht nach nicht scheiße?
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Pingback from Verbrochenes · Gruppe D on 8. Juni 2010 at 00:40
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Moin!
Zu allererst sei dem Autor erst einmal Respekt dafür gezollt, den ganzen Kram über Seiten und Seiten niederzuschreiben. Das verrät wahre Liebe zum Fußball, wahren Enthusiasmus gegenüber der WM, weit Abseits von dem, was man hier gerne Public Viewing nennt. Weshalb sonst sollte man auch einen “Ersatz” suchen. Der richtig individualistische Intellektuelle lehnt die ganze Scheisse ja prinzipiell ab. Weil zu populär.
Kommen wir aber nun zu den Inhalten der Ersatzsuche. Als erstes fällt nun, nach Veröffentlichung der Gruppe D, unangenehm auf, dass sich doch wieder mehr mit Schland beschäftigt wird, als mit dem Rest. Ein Satz hätte es da auch getan, aber was soll’s.
Also zu den Alternativen. Mit den meisten gehe ich konform, Griechenland war bisher – vor allem 2004 – vor allem Kohl-Spezi Otto, jetzt aber natürlich auch Diebstahl am deutschen Volk. Oder Raub? In jedem Fall großartig. Aber leider fußballerisch lächerlich. Dennoch sollte man “dem Griechen” daraus keinen Strick drehen.
Egal, schlimm ist eure (Bondes, usw.) Ansicht zum “Mutterland des Fußballs”. England.
England ist der HSV des Nationalmannschaftsfußballs. Großkotzig, immer von sich selbst überzeugt, mit Top-wasweißich Größenwahn. Doch ist England genausowenig eine “große Fußballnation” wie der HSV eine “europäische Spitzenmannschaft” ist.
Bevor mir jetzt so’n Bremer links-rechts-antifaschist damit kommt, ich würde Deutschland als Werder sehen, nun, nicht der Fall.
Deutschland ist offensichtlich Bayern München. Ob einem das lieber ist, als der HSV, kann jeder selbst entscheiden.
Werder gibt es glücklicherweise in diesem Sinne nicht. Daher kann man auch schön WM gucken, während sich andere aufregen. Immer gegen Bayern und den HSV.
Naja, am ehesten wäre Werder noch Holland. Jedenfalls neuerdings. Offensiv auf Gedeih und Verderben (Tod oder Gladiolen?). Wer ernsthaft gegen Schland sein will und nicht für die Oranjes ist, dem ist sowieso nichtmehr zu helfen.
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Nun, Ghana:
Man sollte nicht vergessen, dass da ein gewisser A.Ayew mit spielt, seines Zeichens Sprößling des großen Abedi Pele! Der seinerseits verlautbaren ließ, damals 98: er hätte bei Marseille gespielt und in Italien, aber so eine Stimmung wie bei 60 hätte er noch nie erlebt. Gut, was bringt’t uns heute? Weniger als 2m Wurst! Doch keine Ahnung, vielleicht schießt der junge Ayew auch mal ein ,,Tor”! -
ich beantrage hiermit, den saalschutz von verbrochenes.net unmittelbar gegen den autoren ‚england has gotta die‘ vorgehen zu lassen- wegen verbaler und intellektueller inkontinenz eins auf die fresse und hausverbot- da hilft auch keine ranschmeißerei bei holland.
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Diese Vergleiche werden ja immer besser! Moldawien ist das Chile Südostasiens. Frankreich ist der SV Ahlerstedt/Ottendorf der WM. Brasilien ist das Brasilien Brasiliens. Herrlich!
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Auch ich möchte noch meinen empörten Protest in Sachen England zu Protokoll geben. Wer es noch nicht mal geschafft hat, Republik zu werden, also ich bitte dich! Und dann auch noch diese emotional verwahrloste Zombie-Family aus Hannover! Von Kolonialismus, Thatcher, Linksverkehr, Nordirland und natürlich dem Mehrheitswahlrecht will ich gar nicht erst anfangen.
Algerien kommt mir dagegen zu schlecht weg, die Bedeutung von Gijon wird klar unterbewertet. Nicht unerwähnt bleiben sollte auch die Heldentat von Madjer 1987 gegen den damals unrechtmäßigen deutschen Vertreter.
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Nordkorea wollten wir übertragen. Im Zielona Gora. Da ich aber zu jemanden vom Vorstand meinte, scheinbar besoffen, er soll sich verpissen…oder schlimmeres…haha….hat sich die Sache leider erledigt. Ausserdem waren die nich mit einverstanden, dass ick ne Nordkoreafahne an die Fassade anbringen wollte. Fühl mir irgendwie unterdrückt….
Das hat ein Nachspiel! *lol* -
Achso….Nachtrag…
falls hier wirklich Fussballinteressierte sind, und nich nur quatschen, sondern auch aktiv sind, dann ab zum Zappa-Cup am Sonntag in HH. Haltet Ausschau nach der Antifa-Mannschaft aus Berlin. Die Kaputteste von Allen!
Gibt bestimmt noch Teams, oder auch wir, die Unterstützung gebrauchen können. Einfach rumkommen und Spass haben.
Vorher Party auf`m Gaussplatz ( Wagenburg ). Punkrock ohne Ende….und natürlich Bier….Prost! -
@Peter: schon klar
mein Beitrag wr ind er Tat eine Mischung aus Ironie und Polemik. Smileys sind für SPD Wähler, sowas mach ich nicht (nur wenn ich meinen Chef zurechtweisen muss). Ich neige gerne zum Nörgelonkel: Gegenüber Euch politiktheoretischen Besserwessis provoziere ich mit entspannter Gelassenheit beim Schland-die-Daumen-drücken (mind. gegen England, Niederlande und die doofen Italiener), gegenüber konsumgeilen Dudel-Pop-Nationalismus-Ersatzwichsern neige ich zur Militanz und wirklich persönlichen Beleidigungen. So hat jeder Spass mit mir.Dicht: Ich möchte mit Dir koalieren. Sofort.
bzgl Gruppe D:
War nicht Ghanas Spiel in Köln gegen weissnichmehr bei der WM 2006 Anlass für das zumeist deutsche Publikum “steht auf wenn ihr Ghanaer seid” zu singen? Ich glaub das war das wirkliche Highlight der WM06, wenn auch nur aus Versehen. -
@ Matze
Es war Ghana-Tschechien an einem glühend heißen Juni-Tag. Der Rest der Geschichte stimmt.
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@Bonde: Es gibt wirklich Sätze, die können Meinungen ändern:
“In dieser Situation ist es geradezu republikanisch, sich die Monarchie zu wünschen.”OK. Vorausgesetzt allerdings, es gibt einen unnatürlichen Auswahl- und Bereinigungsprozess um die über Jahrhunderte gefestigte größtenteils inzest-bedingte Vererbung von Debilität und Ignoranz³ zumindest potentiell und zukünftig zu verhindern.
m.a.W. Ich würde das Amt annehmen. Wenn ich schon mit der Kandidatur als freundlicher Diktator nicht durchkomme.
Damit würde ich auch und gerade auf der Insel viel mehr Erfolg haben beim Einführen der einzig richtigen Werte und Regeln! Ha!
PS: “wild” ist nun wirklich kein passendes Adjektiv für ein Land was aus Bärenhutträgern, Schlangestehen und Teetrinken besteht. Von der bestenfalls faden Küche mal abgesehen (der berüchtigte “bellyfull of Slumgullion”, ich spende einen Sonderpreis an denjenigen, der/die mir die Wortherkunft nennt – Tipp: Es hat nichts mit Oldenburg zu tun, dessen kulinarische Geschichte England in nichts nachsteht). Genug für heute.
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Für England sein ist eine verdammt elegante Lösung.
Denn erstens läuft man nicht Gefahr, im Erfolgsfall sich öffentlich exponieren und Farbe bekennen zu müssen, also z.B. mit Trikot und Fahne durch deutsche Innenstädte zu laufen, da Erfolgsfall und England ein Widerspruch in sich sind.
Zweitens hat die Auseinandersetzung mit Niederlagen nirgends so ein Maß an Kultiviertheit und Stil erreicht wie in England, d.h. ,,gefeiert” wird so oder so. Ja, man sollte tatsächlich für England sein. Mal sehen, wer dieses Jahr den obligatorischen WM-Sündenbock-dank-roter-Karte-oder-verschossenem-Elfmeter! -
gibt.
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Ach, England. Vor einigen Jahren erfasste mich so eine, zugegeben schon von vornherein nicht unproblematische, ästhetisch-Swinging London-popkulturell motivierte Sympathie zu diesem Team. Dann wurde ich vom real existierenden Clubbing inklusive dem obligatorisch männlichen Ritual des Fighting ernüchtert. Schaute mit Engländern Länderspiele. Begriff während eines internationalen Turniers, dass besonders andere deutsche England-Anhänger, die aus ähnlichen Motiven wie ich plus einer fehlgeleiteten Nick Hornby-Rezeption geradewegs in die schreckliche 11Freunde-Fußball-lässt-sich-auch-ironisch-betrachten-Falle rannten. Und begann, Dichts Widerwillen zu verstehen. (Wenn auch nicht im Einzelnen seine irisch geprägten Argumente. Wobei den Iren immerhin ihr grundsympathisches Verhältnis zum Saufen unbedingt zugute gehalten werden muss.) Nun offeriert Bonde eine zielgenaue Begründung pro England nach der anderen. Ich lese von einer emotional verwahrlosten Zombie Family und denke daran, dass eine totgefahrene Prinzessin die Menschen dort zum kollektiven Trauertaumel verleitet und somit eine grandiose Beklopptheit zu offenbaren vermag. Ich überlege, wie sonderbar und auf faszinierende Weise heruntergekommen die Politik eines Landes sein muss, dass man geneigt ist, eine Tory-geführte Regierung gar nicht so schlimm zu finden. Ich möchte auf eine Maß in einen der Biergärten Münchens gehen, um dort darüber zu sinnieren, wie herrlich bescheuert es eigentlich ist, abgestandenes Bier wider aller Logik in Einheiten namens Pint zu trinken und den Nachhauseweg unter den Augen von drölfhundertachtzig Videokameras zu beschreiten, ohne auch nur einen Gedanken an so etwas wie Wüde zu verschwenden. Ich sehe bereits, wie Rooney einen dieser Jogi-Typen wie Arne Friedrich einfach mal über den Haufen rennt und wie Terry eine Boateng-Gedächtnis-Grätsche gegen Trochowski ansetzt. Im Hintergrund müssten Hot Chip spielen. Mit dieser spezifisch englischen Mischung aus POP (nur in Großbuchstaben zu haben), Tanzbarkeit und Melancholie. Ich sehe die Gefahr. Ich bin kurz davor, dem Appeal Englands erneut zu erliegen. Aber mein Widerstand ist noch nicht ganz gebrochen. Ich befürchte, auf Ersatznationalismus muss ich deshalb in den nächsten Wochen verzichten. Strengt Euch an. Mehr!
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Pingback from Verbrochenes · Gruppe E on 10. Juni 2010 at 16:51
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Full Ack für den Artikel. Lustig, danke für die schönen zwei Stunden
Nur bzgl. Japan wäre ich anderer Meinung. Dieses inzwischen kitschig gewordene Klischee des flippigen und krassen Japan beruht doch eher au den feuchten Tagträume westlicher Wichtigtuer in den westlichen Medien, als auf der Realität vor Ort.
Toller Blog zum Thema:
http://farorientalism.blogspot.com/ (nein, es ist nicht MEIN Blog)
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Eine Riesensauerei ist das hier!
In ziemlich genau sieben Stunden ist Anpfiff und hier fehlen noch drei (_3_!!!) Gruppen!
Wie soll ich denn jetzt wissen, ob ich in den ersten Spielen jemandem zujubeln kann oder ob der Nationalstaat meines Herzens sich nicht doch in den Gruppen F bis H wacker zum WM-Triumpf kämpft?!
Ich werde mich bei der FIFA beschweren! -
Blatter raus!
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Pingback from Verbrochenes · Gruppe F on 11. Juni 2010 at 17:22
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“Dafür haben die Engländer endlich mal einen Torwart, der aussieht, wie er aussehen muss.”
Tja, Halten tut er dennoch wie jeder andere englische Torhüter vor ihm…
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Neuer wid mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mdt. ein Mal daneben greifen.
Ich hoffe, dann folgt ein Kameraschwenk auf die deutsche Bank, wo man Wiese nur noch hämisch Grinsen sieht… -
ich finde es übrigens äusserst ignorant und herablassend wenn Netzer ungestraft sagt, dass “Maradona gar kein richtiger Trainer ist” und ihn indirekt als eine Art kindliche Kasperlefigur darstellt. Hat der schon das letzte Spiel gegen Argentinien vergessen?
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Kann mal einer Recherchieren (ich habs selber nicht gefunden), warum Algérie einen Straßenköter auf dem Trikot tragen?!
Und bitte keine sinnfreien Thesen, ich brauch knallharte, whrheitsgetreue Fakten
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Zitat aus PK mit Dr. Theo 20er: ,,Diese junge Mannschaft hat ihre Zukunft noch vor sich.”
Und ich dachte immer, Sammer sei der Holzkopf. -
Hahaha, Steffens Simon (S.S.) mit wunderbarem Freudschen Versprecher: ,,Elia, der hier von Co-Trainer Frank de Boer noch einmal EINGENORDET wird.”
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von wegen Zukunft noch vor sich haben: http://download.fritz.de/jingles/2010/Fritz_Stueckchen_Zukunft.mp3
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längerer Ausfall zu Mittelerde, wenns erlaubt ist:
Die wirklich sehr freundlichen und in jeder Situation hyperaktiven Hobbits dort sind im Wesentlichen in zwei Gruppen geteilt. Die einen haben die Welt (vornehmlich den Commonwealth…) gesehen, die anderen nicht. Wenn man letzteren zB auf Nachfrage die Einwohnerzahl Berlins nennt (etwas weniger als ganz Neuseeland) erfährt man ähnliche Ehrfurcht wie sonst höchstens KD Fischer beim Besuch von Auswärts-Werderfanclubs. (Die andere Gruppe erzählt dann vom Oktoberfest oder Amsterdam, ohne Unterwerfung, holt aber auch gleich neues Bier. Man muss wissen, dass dort noch eher statische Vorstellungen vom häuslichen zusammenleben gelten, ich sah zB mal in Auckland eine ca 100x20m hohe Wand weithin beschriftet mit der Bierwerbung “If you want me to spend more time in the kitchen, put more beer in the fridge”). Okok, genug.Jedenfalls schwingt oft eine gewisse fatalistische und völlig unverhohlene “wir sind so ab vom Schuss” Haltung mit. Abgesehen davon, dass das rein geographisch sowas von stimmt, glaube ich, dass diese Botschaft auch noch visuell befördert wird. Um das nationale Selbstwertgefühl Neuseelands zu beschreiben (und auch die daraus resultierende Gelassenheit) gucke man einfach die TV Nachrichten. Natürlich dort.
Bei uns ist die Weltkarte natürlich genau richtig ausgerichtet: Norden ist oben, Amerika links, wir in der Mitte oben (yeah!), Japan ganz rechts neben der grossen Fläche. Die ganzen Agrarländer auf der Südhalbkugel sind proportional viel zu klein dargestellt, und Ozeanien fällt hintergrundgrafischen Prioritäten zum Opfer. Logisch, dass wir dauernd Weltherrschaftsambitionen höchster Ausprägung haben.
In Neuseeland hingegen sitzt in den Nachrichten auch ein Sprecher am Pult (Südhalbkugel, also alles über Kopf! kleiner Scherz..) und dahinter ist die Weltkarte. Wie auch in Asien üblich sieht die aber so aus: http://www.nzeco.govt.nz/country/worldmap (Leider fand ich auf die schnelle kein Bild eines Nachrichtensprechers in NZ). Neuseeland ist somit nicht mehr am rechten unteren Rand sondern in der Mitte. Aber immer noch viel zu weit unten.
Man stelle sich einen neuseeländischen Nachrichtensprecher zur obigen “asiatischen” Weltkarte ab. Fast egal wo man den platziert (bizarre Positionen am oder im Bildrand ausgenommen) er/sie verdeckt das eigene Land mindestens teilweise und je nach Körperhaltung mit der rechten Schulter. Es ist zum verzweifeln.
Andere halbwegs geograhisch nachvollziehbare Darstellungen würden zB die popkulturell wertlose Antarktis überprominent betonen oder die Kumpels (respektive entfernten/umgesiedelten Verwandten) aus Schottland oder Wales wären aus dem Bild. Geht auch nicht.
Hilfe würde höchstens eine tabulose Infragestellung bringen: http://flourish.org/upsidedownmap/ Aber für ernsthaften Dada-Anarchismus sind die meisten Kiwis einfach nicht wütend genug. Was auch schön ist. Die können sich das ja leisten. Ohne stressige Nachbarn.PS: Fussball finden die übrigens ziemlich lächerlich. Die lachen immer wenn sich Fussballer minutenlang wälzen wenn jemand jemandem die Nase getätschelt hat oder auf den Fuss getreten ist. Beim Rugby hingegen, aberdaskannsichjajedervorstellen…
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Pingback from Verbrochenes · Gruppe H on 15. Juni 2010 at 13:42
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noch ein guter grund für ghana zu sein:
John Paintsil
der hat bei der letzten WM im torjubel erstmal eine Israel fahne ausgepackt, was zu großer empörung vor allem der arabischen verbände geführt hat und wofür sich der verband ghanas auch noch entschuldigte, was wiederum natürlich auch als argument gegen ghana angeführt werden könnte
Paintsil ist dieses mal auch wieder dabei
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Jetzt kommt’s zum Klassiker im 1/8-Finale:
Schlaaand vs. verbrochenes.net

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