Gruppe E

Nachdem mein Antrag, die WM um vier Tage nach hinten zu verlegen, abgelehnt wurde, geht es doch heute schon mit Gruppe E weiter. Tolle Gruppe! (Die anderen Gruppen und das ganze Tralala findet Ihr hier, und da kommentiert Ihr bitte auch.)

Mit der Gruppe E verabschiedet sich auch Euer Moderator Peter Bonde von Euch, die drei weiteren Gruppen werden von Experten betreut, und ich melde mich anschließend mit einem Fazit zurück!

Gruppe E

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Niederlande

1. Die Niederlande sind ein ganz, ganz mieser Flecken Erde. Erst schön einen auf dicker Kolonist machen, und dann – wenn es um was geht, Stichwort Weltkrieg – die Schweizer Karte ziehen und sich aus dem Staub machen. Ich kriech das Kotzen ey!

Über das 17. Jahrhundert weiß Wikipedia:

Die Republik wurde von einem Patriziat (Regenten) – bestehend aus wohlhabenden Bürgern und Adeligen, welche schon im ausgehenden Mittelalter in die Städte einwanderten – regiert und nicht von einem König oder hohen Edelleuten.

Na toll, das ist ja ein feines Völkchen, wo das Geld regiert anstatt derjenigen, die rechtmäßig das Sagen zu haben hätten. Wundert hier jetzt auch keinen, dass die damals auch New York gegründet haben, erstmal unter einem Tarnnamen natürlich, is klaaa.

Aber das war noch gar nicht das Schlimmste! Im Ersten Weltkrieg waren die Niederlande auf folgender Seite aktiv: GAR KEINER! Ich werd bekloppt! Einfach schön neutral abgewartet, zwischendrin zynischerweise noch einen Kartoffelaufruhr (echt jetzt! googlets!) inszeniert und am Ende, am Ende haben sie den Kaiser Wilhelm Zwo direkt unter Vertrag genommen, den Kriegstreiber, und in Deutschland schön Platz für Hitler geschaffen, auch wenn Historiker das natürlich heute wieder anders bewerten, ist ja klar, logisch. Hier lest Ihr aber trotzdem die Wahrheit!

Dann: Zweiter Weltkrieg. Na, was machen die berglosen Idioten? Genau: wollen wieder einen auf Schweizer machen, klappt aber diesmal nicht. Also doch einmal kämpfen, sogar gegen die Richtigen, aber bitte nicht länger als drei Tage. Ja, drei Tage, meine Güte, haben die damals schon mit leeren Bierflaschen geworfen und Lieder gesungen? Lappen. Anschließend haben sich 60.000 Holländer freiwillig für die Waffen-SS gemeldet. Früher hat man das mal verurteilt, bevor es mit Günther Grass ein Kavaliersdelikt wurde, naja.

Wie kommen also einige Leute darauf, dass Holland antideutsches Potenzial hätte, hä? Durch die ganze liberale Kacke, die ihnen in den letzten Jahren längst um die Ohren geflogen ist? Durchs Kiffen? Da lach ich doch über!

So, jetzt war ich eigentlich fertig, aber dieser Internationale Gerichtshof, der ist auch scheiße!

Also worum kann es nur gehen, wenn man die Niederlande gegen den deutschen Furor in Stellung bringt? Um Fussek, logisch. Aber ist Fußball wirklich wichtig? Natürlich, natürlich. Und dann hat der Rijkaard auch noch dem Völler in die Haare gespuckt. Das war, symbolisch, die größte Demütigung, die deutsche Hausfrauen jemals hinnehmen mussten. Wie dieser dunkelhäutige Holländer der Tante Käthe in die Haare spuckt! Großer Sport, zugegeben. Aber: Stimmt das denn auch? Ist Spucken nicht viel mehr die widerlichste Respektlosigkeit, die man einem anderen Menschen gegenüber zeigen kann, ohne Gewalt anzuwenden? Denkt da ruhig mal drüber nach, mit Eurer behinderten Rijkaard-Jugend, meineherrennocheins!

Bleibt die Abneigung, die in Deutschland gegenüber den Holländern gepflegt wird. Halb so wild, sag ich! 48% der Berliner glauben, dass die Niederlande ein Bundesland der BRD wären, zumindest schätze ich das. Damit steht das Land kurz vor einer freundlichen Übernahme durch Völkerverständigung und sanften Nationalismus. Holland ist das neue Österreich.

2. Puh, die sind natürlich schon ganz gut, Mittelfeld und Sturm sind Weltklasse, die Abwehr auch nicht schlecht, und wahrscheinlich verstehen die sich auch noch alle gut und spielen gut zusammen, alles tutti also, wie der Italiener nicht sagt. Robben ist noch verletzt, das muss aber nicht so bleiben.

3. Boulahrouz, Mathijsen, v.d. Vaart, de Jong, Elia.

Dazu noch Robben, der sein ewiges Gemecker und Geflenne leider trotz Topleistungen nicht wieder gut machen kann. Ich finde die scheiße, auch ihr Operettenpublikum nervt, obwohl die Trikots toll sind.

Fazit:
Bis mir das mit den ganzen HSVern aufgefallen ist, wollte ich eigentlich für Holland sein. Naja, hatte sich dann halt erledigt. Möchte mich aber für meine Ausfälle oben entschuldigen und sagen, dass ich wahrscheinlich doch auch für Holland bin.

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Dänemark

1.

Den ganzen Tag aufs Meer rausstieren
ab und an mal klimakonferieren –
so leben Dänenfrau und Dänenmann
dass man sich nicht beklagen kann.

Der Däne ist lustig, er karikiert -
und der Islamist, der ist pikiert.
Doch bleibt Dänemark froh und frei
trotz so mancherfrecher Axterei.

Die Löhne sind hoch in diesem Staat,
sieht neidisch der deutsche Sozialdemokrat.
Dem ne Mark und dem ne Mark,
Ganz Dänemark ist Freizeitpark.

Gegen Deutschland regt sich
hier nichts, man wohnt fast in Schleswich.
Nein, hier ist nichts faul, hier liegt keiner und bräunt sich
so wird man Europameister, Neunzehnzweiundneunzich.

Epilog:

Maria, Maria, wo bist Du geblieben?
- “Ich bin in Dänemark, bis viertel vor sieben!”

2. Dänemark ist ein böhmisches Dorf, nur viel größer. Für mich. Wahrscheinlich sind sie ziemlich gut, schließlich haben sie die Qualifikation vor Portugal beendet. Der Kader aber ist Mittelmaß mit ein paar Ausreißern. Daniel Jensen kuriert professionell Verletzungen bei Werder Bremen aus, könnte nun also vielleicht fit und in Form sein, dann ist er ziemlich gut. Im Sturm spielt der Superstar, Nicklas Bendtner von Arsenal London, aber auch Sören Larsen vom – Zebrastreifen weiß und blau! Ein jeder weiß genau! Das ist der M S V! Duisburg. Zweite Liga.
Liverpool, Turin und Wolfsburg sind auch vertreten, ein gewisses Niveau wird also erreicht. Das Achtelfinale ist auf jeden Fall drin, angesichts eines Gegners aus Gruppe F auch das Viertelfinale, und dann ist sowieso alles möglich.

3. Toll, die Dänen. Die kann man nur gut finden, was 82 Millionen Deutsche denn auch tun. Insofern ist keine Abgrenzung zu machen, aber muss ja auch nicht. Danish Dynamite, das klingt wie Göttingen Supertigers, geht aber auch als witzig durch.

Fazit:
Dänemark fühlt sich gut an, sympathisieren erlaubt, küssen verboten.

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Japan

1. Japan ist ein bisschen wie ein Psychopath, den man sympathisch und lustig findet, solange er keine Menschen umbringt. Alles ist WTF und OMG. Dabei können die Japaner selbst ihre irren TV-Sendungen gar nicht angucken, weil sie entweder gerade arbeiten oder Selbstmord begehen, damit sie nicht mehr arbeiten müssen. Japan ist trotz oder wegen der ganzen Arbeit und Disziplin tiefer verschuldet als die Redaktion von verbrochenes.net.

Bevor wir hier jetzt lange über Sushi und die ganze Klischeescheiße reden, eine Abkürzung: Arbeit und Krieg waren die Eckpunkte der japanischen Politik, bis amerikanische Atombomben dem Krieg seinen guten Ruf versaut haben. Bis dahin wurde fröhlich in allen Ecken Ostasiens gemordet und gemetzelt, weit weg von Europa und doch schließlich mit denselben Gegnern wie das Deutsche Reich. Interessanterweise haben wir dann in der Schule alle gelernt, wie schlimm die Atombombenabwürfe waren, wieviele Opfer sie hatten, wie unnötig sie waren und was die Amerikaner für Drecksäcke sind. Die Solidarisierung der Deutschen fand also auch Jahrzehnte später noch statt. Erhellendes über den Krieg im Pazifik könnt Ihr hier lesen.

2. Wer in der vierten Qualirunde mit 15 Punkten weit hinter Australien (20) liegt, kann so stark nicht sein. Im Kader befinden sich ganze drei Legionäre, einer spielt in Wolfsburg. Bei einer WM kann man immer mal Glück haben, und am Einsatz wird es bei den Japanern nicht mangeln, aber das Achtelfinale ist unwahrscheinlich, das Viertelfinale schon unmöglich. Der Stil der Japaner ist schrecklich, wenn ich “Laufbereitschaft” nur höre, wird mir ganz anders.

3. Es gibt ja Leute, die mögen Japan und seine von ihnen dann etwa als “ausgeflippt” beschriebene Kultur. Der ferne Osten ist naheliegenderweise Projektionsfläche für Fernweh und Realitätsflucht, und Japan bietet tatsächlich viele Dinge, die man auf Englisch als “outlandish” bezeichnen würde. Aber meine Sache ist das nicht.

Fazit:
JAPAN NAZIS MUST DIE!

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Kamerun

1. Das hier ist der erste deutschsprachige Text über eine WM-Teilnahme Kameruns, in dem Roger Milla nicht erwähnt wird. Kamerun war deutsche Kolonie, bis es im Ersten Weltkrieg an die Franzosen und Briten fiel. Die großen Massenmorde in Afrika, die das Deutsche Reich begangen hat, geschahen allerdings woanders.

Wie es damals zuging, lässt sich in zwei Bildern beschreiben:

Ein Vorschlag für eine neue Flagge Kameruns.

Gouverneur Jesko von Puttkamer

In Kamerun weiß man also, was es heißt, sich von bunt geschmückten quasi-Neanderthalern in deutscher Sprache herumkommandieren zu lassen. Deshalb gilt den Genossen schon einmal volle Solidarität. Auch den Umgang mit Winfried Schäfer muss man loben, obwohl einige seine Einstellung kritisiert haben. Nur so hatte man aber die Möglichkeit, das Arschloch zu entlassen. Kamerun hat es natürlich schwer, ist selbstverständlich bitterarm, aber augenscheinlich geht es dort nicht so finster zu wie anderswo, und deshalb hat Kamerun von mir ein klares Ja.

2. Die Mannschaft ist solide, mit einem Superstar: Samuel Eto’o. Er ist easily einer der erfolgreichsten noch aktiven Spieler:

* UEFA Champions League: 2006, 2009 (FC Barcelona), 2010 (Inter Mailand)
* Goldmedaille beim Olympischen Fußballturnier: 2000
* Afrikameister: 2000, 2002
* Weltpokal: 1998 (Real Madrid)
* Copa del Rey: 2003 (Mallorca), 2009 (FC Barcelona)
* Spanische Meisterschaft: 2005, 2006, 2009 (FC Barcelona)
* Italienische Meisterschaft: 2010 (Inter Mailand)
* Italienischer Pokalsieger: 2010 (Inter Mailand)

Wenn auch der Rest der Mannschaft ein paar gute Wochen erwischt, kann Kamerun ebenso wie Dänemark aufs Achtelfinale und mehr hoffen. Durch die Qualifikation sind sie jedenfalls durchspaziert. Trainer Paul Le Guen war früher bei Olympique Lyon und hat der Redaktion so die wahrscheinlich schönste 2:7 Auswärtsniederlage aller Zeiten beschert. Ich hatte Spaß.

3. Ja, es gab die Trikots ohne Ärmel. Ich will da gar nichts schönreden, aber man muss auch mal vergessen können! Und der Spitzname “Die unbezwingbaren Löwen” ist nicht albern, sondern authentisch.

Fazit:
Als Opfer des deutschen Kolonialismus verdient Kamerun Solidarität, aktuellere Befunde sprechen sanft für Kamerun. Kann man mal gutfinden!