Gruppe H

In letzter Sekunde hier auch noch die Entscheidungshilfe für die Gruppe H. Wer die ganzen Spiele bislang ohne unsere Beratung geguckt hat, kann sich hier informieren, ob ihr oder ihm dabei Fehler unterlaufen sind. Schlechte Ausreden und sonstige Kommentare werden ebenfalls dort abgegeben.

Eines vorweg: In Gruppe H gibt es nichts zu sehen, außer guten Fußball. Und den eigentlich auch nur beim ersten Kandidaten:

Spanien

1. Von 1939 bis 1975 hatte Spanien eine faschistische Diktatur. Als sie diese endlich abschafften, installierten sie einen König, wegen der nationalen Einheit. Man könnte jetzt natürlich sagen: Ja aber, da haben doch erst eine ganze Menge Leute gegen den Faschismus gekämpft und die haben doch eigentlich nur wegen der Hilfe aus Deutschland nicht gewonnen, und dass es einen König braucht, um nationale Einheit zu schaffen, ist doch schon mal ein gutes Zeichen. Das erste mag stimmen, aber de fakto haben diese Leute ja verloren und dann gab es ein paar Jahrzehnte Faschismus, in dem die ganzen guten Leute auch noch umgebracht wurden. Das zweite ist Quatsch, denn es ist ja nicht so, dass da irgendwer gegen die Nation an sich ist. Die Gegner der spanischen Nation sind selbst Nationalisten, so links sie auch sein mögen.  In diesem ganze Wirrwarr aus demokratischen Monarchisten und nationalistischen Anarchisten finde ich mich beim besten Willen nicht zurecht, und daher lehne ich es ab.

2. Spanien ist sportlich extrem krass aufgestellt. Im Mittelfeld haben sie gute Spieler für mindestens drei Mannschaften, davor und dahinter stehen ebenfalls sehr gute Spieler. Alle sagen, dass Spanien Weltmeister wird. Da in dieser Rubrik aber gefordert wird, dass die Genossen wissen, wo das Tor steht, nützt das alles nichts.

3. Für schönen Fußball kann man sich immer begeistern.

Fazit: Der antideutsche Faktor ist ein hartes Kriterium. Als Deutschlandkiller ist Spanien jedenfalls geeignet, für mehr leider nicht.

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Schweiz

1. Die Schweiz ist neutral. Zum einen formal, zum anderen in der Bilanz der sie bewohnenden Menschen. Die ist exakt ausgewogen: Auf der einen Seite gibt es Saalschutz, die beste Band des Universums. Auf der anderen Seite steht der Rest der Schweizer, die alle Rassisten sind.

2. Die Schweiz ist neutral. Ein paar ganz fitte Bundesligaspieler, aber kein echtes Potential für irgendwas größeres. Die WM-Quali sagt uns da auch nichts Neues: Zwar wurde man dort Gruppenerster, aber wahrscheinlich so ungefähr in der schlechtesten Gruppe in ganz Europa.

3. Die Schweiz ist neutral. Rot, aber mit Kreuz. Nicht deutsch, aber deutschsprachig. Politisch so ähnlich wie die USA, aber in Europa – und eben neutral.

Fazit: Wir bleiben neutral.

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Honduras

1. 57% der Menschen denken, dass Honduras eine Insel ist, in China sind es 51%, in Honduras 14%. In echt ist Honduras aber ein Staat in der Mitte zwischen zwischen Amerika und Südamerika. Das Staatsmotto klingt wie das Credo eines Süchtigen: “Frei, souverän und unabhängig”. In echt ist Honduras wahrscheinlich hochgradig abhängig von den USA, was ja nicht das schlechteste ist, wenn die Alternative Chavez heißt.

Während 1969 anderswo der Summer of Love zelebriert wurde, engagierte sich Honduras im Fußballkrieg. Klingt erstmal ganz cool. Bei näherer Betrachtung war die Rolle der Honduraner aber eine sehr deutsche:

Der Grund waren Spannungen um Wirtschaftsflüchtlinge aus El Salvador, die seit längerem von der Bevölkerung Honduras’ für die wirtschaftlichen Probleme verantwortlich gemacht und angefeindet wurden.

Diese ganze Sache mit dem Putsch letztes Jahr versteht kein Mensch. Im Ergebnis wird Honduras jetzt aber von der Naumann-Stiftung beraten. Das ist schlecht für Honduras, also nicht nur für die Menschen dort, sondern auch für unsere Bewertung in Sachen deutsche Verhältnisse.

2. Ganz ehrlich, wir haben keine Ahnung. Aber sie werden sehr schlecht sein. Gründe: Armut, Abwanderung der besten in die USA, Krieg, Kleinheit, Armut.

3. Selbst wenn, es nützt ja alles nichts.

Fazit: Naumann-Stiftung aus dem Land jagen, danach den Vereinigten Staaten anschließen.  Wenn das noch so ein paar kleine Länder machen, haben wir einen würdigen England-Nachfolger.

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Chile

1. Chile ist unglaublich lang und beansprucht ein Kuchenstück von der Antarktis. Land und Leute sind offenbar sehr schön. Es gibt Berge und Vulkane, Seen, Flüsse und einen Pazifik. Das ist verdächtig, ich fühle mich schon ganz romatisch und kriege Fernweh. Ethnisch homogen sind die Chilenen auch noch. Und im Zweiten Weltkrieg blieb Chile wegen der Deutschstämmigen im Lande so lange neutral, bis klar war, wer gewinnt. Später dann hatte Chile Pinochet, jetzt sind sie demokratisch. Wer da keine Analogie riecht, hat die Lehren aus der Geschichte verschlafen.

2. Chile ist vielleicht gar nicht so schlecht. Ihre Qualifikationsergebnisse sollte man die Chilenen allerdings nicht überbewerten, weil sie bei Heimspielen regelmäßig die Gegner mit dünner Luft betäuben. In Südafrika genießen sie aber immerhin Südhalbkugelheimvorteil, heißt sie müssen sich nicht erst an den Winter gewöhnen und daran, dass sie auf dem Kopf stehen müssen. Die Namen sind nicht hinreichend groß, dass ich sie kenne, aber ich traue ihnen alles zu.

3. Siehe oben – es ist alles sehr schön dort. Das lassen wir hier einfach mal so stehen, denn die Gefahren dieser Schönheit wurden ja dort schon beschrieben.

Fazit: Da die simple Schönheit als Argument hier bislang etwas zu kurz kam, sei Chile jedem als Zweitmannschaft ans Herz gelegt, die man so lange behält, bis sie gegen England, Holland oder Griechenland verliert.