Jemand muss auch mal mit gutem Beispiel voran gehen. In irgendeiner Sache mit irgendeinem guten Beispiel vorangehen, das ist schon so ein Ziel von mir, aber es bleibt auch alles sehr vage. Der Markt für Vorangeher ist aber, da bin ich sicher, deutlich unterversorgt. Man geniert sich eben, diesen Job zu übernehmen. Das liegt zum einen an der Terminologie, die hier oft vom Führen statt vom Vorangehen spricht. Das will ich ändern, eben mit dem Marketingkniff, einen neuen Begriff einzuführen. Also gut, die Entscheidung ist gefällt, wir wollen vorangehen. Aber mit was? Zunächst einmal vielleicht damit, einen Eintrag auf Verbrochenes.net zu machen. Ich will ein leuchtendes Beispiel sein! Ein leuchtendes Beispiel für all die Joinsens und Hepes, die jHs und phlos und all die ungeborenen Menschen, die Menschen, die hier noch gar nicht posten können.
Zuletzt kam die Fragen auf, was der verehrte Joinsen wohl macht. Ich muss gestehen: ich weiß es nicht. Aber ich kann dies und das vermuten.
1. Joinsen arbeitet als Schiedsrichter bei einer “Fußball-Weltmeisterschaft”, die offenbar in diesen Tagen in Südafrika stattfindet.
2. Joinsen schreibt an seiner Doktorarbeit über den fehlenden Zusammenhang von diesem und jenem.
3. Joinsen ist untergetaucht und trainiert in einer paramilitärischen Gruppe für die Befreiung eines asiatischen Landes von seiner Regierung.
Die kumulierte Wahrscheinlichkeit dieser drei Szenarien liegt bei etwa 45 Prozent.
Hauptsache ist doch, dass es ihm gut geht. Finanziell. Darum habe ich auch darüber nachgedacht, Flattr auszuprobieren. Das ist eine ziemlich gute Idee, die uns aber leider nicht nützen wird. Man überweist eine bestimmte Summe an Flattr, und Flattr überweist es dann anteilig an die Blogger, bei denen man auf den Flattr-Button am Ende eines Eintrags geklickt hat. So kann sich die Blogosphäre gegenseitig Geld zukommen lassen. Bei einigen großen Blogs funktioniert das offensichtlich schon ganz gut mit dreistelligen Euro-Beträgen im Monat. Dementsprechend könnte man damit rechnen, dass sich die Redaktion hier auch immerhin ein Bier im Monat refinanzieren könnte. Allerdings befürchte ich, dass Flattr überwiegend von der sozialdemokratischen Blogosphäre genutzt wird, denen also, die zu jedem Spiegel-Artikel eine Meinung haben und sich vier Jahre lang darüber streiten können, ob sie SPD oder Grüne wählen sollen. Die lesen uns hier nicht und deshalb ist Flattr wohl überflüssig.
Na, das ist jetzt aber Quatsch. Natürlich sind nicht diejenigen, die Flattr nutzen, dafür verantwortlich, dass unsere Leserinnen das nicht tun. Ihr seid schuld. Du und Du. Macht aber nichts. Verbrochenes.net ist durch Erbschaft reich geworden und tut das alles nur für Spaß und Fame. Unsere Zugriffszahlen hängen ohnehin an der Situation im Nahen Osten. Wir profitieren vom Krieg, und natürlich schreiben wir ihn deshalb auch herbei. Es handelt sich hier um interessengeleitete Publizistik, und das hat auch was mit Kapitalismus zu tun. Wundert Euch nicht, wenn Ihr nach einer ruhigeren Phase in der taz lesen könnt, dass es einen Mord in Beirut gegeben hat, in den womöglich Blogger aus Deutschland verwickelt waren, die mehr Besucher für Ihr Blog haben wollten. Natürlich schreiben wir nicht über unsere eigene Tat, wir schreiben dann über die Debatte darüber. So läuft das Geschäft.
Und beruflich? Naja. Eigentlich wollte ich entweder Fanbeauftragter bei Werder oder Bundespräsident werden. Beides hat jetzt nicht geklappt, Stichwort “überqualifiziert”. Nachdem eine neue Fanbeauftragte eingestellt worden war, hatten viele gehofft, dass der bei Werder degradierte Dieter Zeiffer jetzt Bundespräsident werden würde, aber auch er hat es nicht geschafft. Dabei wäre Dieter der “Präsident aller Deutschen” gewesen, den das Amt erfordert. Schade drum.
verbrochenes.net ist das Blog aller Deutschen
Wasser ist das Getränk aller Deutschen
Atmen ist das Hobby aller Deutschen
Die Tagesschau ist die Sendung aller Deutschen
Bäuche sind die Körperteile aller Deutschen
Wow, diese ganz subtile Kritik, die man gar nicht so richtig bemerkt, echt gut versteckt und so, fast wie ein Gedicht oder so. Gleich muss ich kotzen.
Am Samstag habe ich Geburtstag. Komm doch vorbei!
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Ein leuchtendes Beispiel von einer Band ist das!
http://www.zyva.de/2010/07/08/jugend-ohne-pod/

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