Jeder Evidenz ins Gesicht lügen

Warum man eigentlich Partei für Israel ergreifen sollte, fragen sich manche. Dabei muss man gar nicht Partei für Israel ergreifen, man muss sich nur der Wahrheit verpflichtet fühlen.

Ich befinde mich in einem ständigen Staunen darüber, wie unglaublich die Lügen sind, die Antisemiten sich erst ausdenken, dann selbst glauben und schließlich auch noch publizieren. Fassungslos stieß ich heute auf diesen Eintrag bei CiFwatch, die sich mit dem Diskussionsbereich der Website des “Guardian” beschäftigen, wo sich linksliberale Antisemiten und ihre Freunde treffen.
Auf der Website der Zeitung war ein Foto erschienen, auf dem zu sehen ist, wie ein israelischer Soldat an einer Infusion für einen am Boden liegenden Mann arbeitet. Die Bildunterschrift jedoch behauptete das genaue Gegenteil: Der Mann am Boden würde total ignoriert.

Diese Leute schreiben unter ein Foto das Gegenteil von dem, was tatsächlich darauf zu sehen ist. Derlei antisemitische Lügen sind offenkundig. Man muss nicht politisch sein, um die Lüge und ihre Motivation zu erkennen.
“Jeder Evidenz ins Gesicht zu lügen,(…) das ist die Wahrheit der Antisemiten” formulierte die Bahamas ganz richtig und traf damit einen faszinierenden Punkt. Während man viel über die antisemitische Ideologie, ihre Rolle und ihre Geschichte lesen kann, wird eine wichtige Tatsache als selbstverständlich betrachtet und dabei beinah vergessen: Das, was Antisemiten gegen die Juden und ihren Staat sagen, ist unwahr. Es ist nicht etwa eine falsche Auslegung gewisser Tatsachen, es ist schlicht und ergreifend unwahr.

Natürlich ist das eine Binse, schließlich wäre der Antisemitismus berechtigt, wenn die Schauermärchen über Juden auch nur 1% Wahrheitsgehalt hätten. Aber die Auseinandersetzung mit den Feinden Israels muss da, wo sie nicht ohnehin mit Waffengewalt ausgetragen wird, eine um die Wahrheit sein. Das effektivste Argument gegen Antisemiten ist nicht, dass ihre Äußerungen antisemitisch sind – das bestreiten sie ohnehin mit großer Lässigkeit – sondern, dass sie unwahr ist.

  1. Thanks for helping spread attention to the lies of the Guardian.

    Danke Schon!

  2. Tja, Adornos Bestimmung trifft’s noch immer, auch wenn sich die Bestimmung nicht in ein nationales Korsett drängen lässt, sondern auf eine Mentalität und insbesondere ein Welterklärungsmodell auszuweiten ist:

    “Ein Deutscher ist ein Mensch, der keine Lüge aussprechen kann, ohne sie selbst zu glauben.”

  3. Das hat seinen ganz einfachen Grund darin, das Antisemitismus eine Art Glauben ist, quasi eine Religionsideologie. Er bietet alles an, was Ideologien/Religionen gemeinhin so anbieten: Eine einfache Welterklärung und eine schöne manichäische Aufteilung in die Guten und denn allbösen Feind.

  4. Die wahren Feinde Israels sind nicht die gefühlten ~2% Antisemiten deutscher Abstammung, sondern unsere Freunde aus Südland.

  5. Woran machst du das denn fest? Daran, dass die Redaktionen von Süddeutsche, Zeit, SPON usw. von “Südländern” überrannt wurden?
    Und die Redaktion des Guardian sowieso?
    “Deutscher Abstammung”, sagt eigentlich schon alles. Aber mal davon ausgehend, du meinst, es würden all die “israelkritischen” Medien vor der “Macht der Moslems”, oder so, einknicken: Man müsste die Bereitschaft zum einknicken ja schon irgendwie mitbringen, oder? Aber klar, es ist schon einfacher für eine Sache Partei zu ergreifen, wenn sich dadurch vor allem ein bequemes Feindbild bestätigen lässt.

  6. Leider muss ich Ihnen widersprechen: auch antisemitische Schauermärchen können wohl ihre Wahrheitsmomente haben. MOMENTE, nicht mehr. Allerdings mutieren ausgerechnet diese, entkontextualisiert, oft zu den größten Lügen.

    “Das effektivste Argument gegen Antisemiten ist nicht, dass ihre Äußerungen antisemitisch sind – das bestreiten sie ohnehin mit großer Lässigkeit – sondern, dass sie unwahr ist.”

    Das nützt nichts: dann behaupten sie vielwissend, es gäbe sowieso gar keine objektive Wahrheit…

  7. “auch antisemitische Schauermärchen können wohl ihre Wahrheitsmomente haben”

    Beispiele?

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