Nüchtern und gelassen

Vor einigen Monaten brachte die taz einen antisemitischen Text von Iris Hefets, in dem die Autorin sich über das Gedenken an den Holocaust lustig machte. Anschließend gab es eine kurze Debatte, dann die groteske Verweigerung einer Debatte durch die Chefredakteurin der taz, Ines Pohl, und schließlich entschied die taz, dem Hass auf Israel eine Serie zu widmen.

Außerhalb dieser Serie beschäftigt die Zeitung eine antisemitische Bloggerin, die Studentin Kübra Yücel. Auf deren Konto geht der bisher heftigste rassistische und antisemitische Ausfall der Zeitung. Yücel präsentierte dummdreist die These, dass „die ethnische Herkunft von ‚weißen‘ Israeliten“ die Ursache der Probleme im Nahen Osten sei. Ironischerweise benennt sie das Problem als „rassistische Politik Israels“, nachdem sie sich gerade selbst explizit als Rassistin geoutet hat. Und während man noch fassungslos darauf guckt, was diese Zeitung alles veröffentlichen mag, legt alle paar Tage ein weiterer Kommentator nach. Heute ist es der Redakteur Stefan Reinecke.

Um gleich klarzumachen, dass es bei der Serie zur Israelkritik nicht darum geht, was tatsächlich im Nahen Osten passiert, also zum Beispiel um Israel, trägt sie den Titel „Unser Israel“. Da kann natürlich jeder ungeachtet der Fakten einfach was von seiner Oma erzählen, und so ähnlich kommt es dann auch. Der Autor, nicht ganz untalentiert, führt seine Tante in der Rolle der guten Deutschen ins Feld. Die gute Dame war ängstlich, versuchte, nichts falsch zu machen, und ihre Erkenntnisse passten in einen Satz. Die Tante, die hier für die Deutschen steht, war also herzensgut und dumm. Reinecke, Fuchs der er ist, ist dagegen schlau. Zwar bewundert er seine Tante für ihre „geradlinige Erkenntnis“, lehnt diese aber gleichweg ab. Schließlich meinte seine Tante, sie hätte kein Recht, über Israel zu urteilen. Reinecke dagegen will nicht nur das Recht haben, er sieht sich sogar in der Pflicht. Nur warum?

Er ist ein Deutschnationaler. Er benutzt dieselben Wörter und dieselbe Argumentation, die man so schon hunderte Male von denen gehört hat, die ihr Deutschsein nicht mehr mit den Verbrechen der Deutschen beschmutzt sehen wollen. „65 Jahre nach Kriegsende“ sind es jetzt schließlich, und Stefan Reinecke ist nicht nur Deutscher, er ist gleich „Deutscher 2010″. Und überhaupt, die Deutschen, sie sind „in einem Schuld-Sühne-Komplex“ gefangen, noch. Dass die NS-Vergangenheit historisiert wird und ferner rückt, ist „keine Gefahr, […] sondern eine Chance“. Er beklagt eine gefühlte „Freundespflicht gegenüber Israel“.

Nicht Martin Walser, nicht die Junge Freiheit, keine Burschenschaft und kein Gast bei Opas Fünfundneunzigstem redet so, sondern ein Redakteur der sich links verstehenden taz. Wie kann das sein, wie kommt dieses originär rechte Gerede in eine linke Zeitung, was will der Redakteur?

Wenn die deutsche Geschichte so entsorgt wird, dann geht es im nächsten Schritt stets gegen die Juden. Der Parlamentskorrespondent der taz ist ein Antisemit, der sich erst selbst einen Berechtigungsschein ausstellen muss, bevor er loslegen kann. Er meint, er könne „gelassen und nüchtern“ gegen Israel sein, womit er sich von denen absetzen will, die nicht gelassen sind, sondern ganz unlinks und untazig verkrampft. Mit einer ist-doch-alles-selbstverständlich-Haltung wirft er die altbekannten Lügen noch einmal neu auf: Apartheid, Araber als Bürger zweiter Klasse, blabla. „Man kann das nicht ignorieren, auch nicht aus vermeintlich guten Gründen“ schwallt er daher und unterstellt denen, die an Israel nichts auszusetzen haben, sie würden die bösen Taten der Juden ignorieren. Das will er abstellen, stattdessen sollen die Deutschen endlich erwachen.

Vom Nahen Osten kann und will der Kommentator keine Ahnung haben, weil das nicht sein Thema ist – sein Thema ist seine Tante, ihr Judenknacks und Deutschlands Heilung davon. Also phantasiert er, Netanjahu und sein Außenminister Lieberman würde man ohne Scheu „rassistische Demagogen“ nennen, wenn sie denn in Moldau oder Österreich regieren würden und nicht in Israel. Abgesehen davon, dass er sie damit gerade selbst so genannt hat, hat er natürlich recht: Die beiden sind jüdische Politiker, natürlich würden der „Kreuzberger Kinder-Stürmer“ (Broder) und seine Kameraden sie als Demagogen beschimpfen, schließlich ist das ein bekanntes antisemitisches Ressentiment.
Dass Österreich und Moldawien nicht von Feinden umgeben sind, die immer wieder Krieg gegen sie angefangen haben und das auch für die Zukunft ankündigen – geschenkt. Schließlich kann man davon ausgehen, dass Lieberman und Netanjahu sowieso einfach jemand anders unterdrücken würden, wenn mal keine Araber da wären. Die autochthonen Österreicher unter der Fuchtel der rassistischen jüdischen Politiker, und „keiner hätte Scheu“ das auch mal auszusprechen – so sehen deutschnationale feuchte Träume aus.

Eine „streng zionistisch erzogene Freundin“ lässt der vermutlich streng deutsch erzogene Reinecke raunen, das Land verwandle sich in eine Diktatur. Das findet er selbst nicht haltlos und unsinnig, sondern „übertrieben“ und redet dann, ganz nüchtern und gelassen, über „furchterregende Kampagnen gegen NGOs“. Gut zu wissen, was ein taz-Redakteur, der über Selbstmordattentate und Vernichtungsdrohungen kein Wort verliert, dann tatsächlich furchterregend findet: Gesetzesinitiativen, die von NGOs verlangen, ihre Finanzen transparenter zu gestalten.

Etwas bizarr wird das Geseier, wenn er „die Libertären, Weltoffenen“ lobt, die Israel verlassen, weil der Judenstaat so furchtbar geworden ist. Die gehen natürlich, wohin denn sonst, nach Berlin. Und erfreuen sich an der libertären BRD, wo es kaum Steuer und noch weniger Staat gibt. Genau.

Das Beste kommt zum Schluss: Genüsslich Nüchtern und gelassen prophezeit der Autor den Untergang des jüdischen Staates. „Auszehrung und Ermüdung“ werden die Juden heimsuchen, wenn sie ihr nationales Projekt nicht aufgeben und ihren Küstenstreifen zum nächsten Araberstaat umfunktionieren lassen, damit der taz-Fuchs zufrieden ist. Für ihn ist Israel keineswegs die sichere Heimstatt der Juden, kein Zufluchtsort für Millionen aus aller Welt, schon gar kein wirtschaftliches, kulturelles und religiöses Zentrum – für ihn ist Israel ein „Flugzeugträger der USA“, die wiederum sind ohnehin „im Abstieg“ und so soll es bald auch mit Israel zuende sein.

Zuletzt hat Reinecke noch einen Wunsch an seine Landsleute und Volksgenossen.

In Israel deutet viel darauf hin, dass die systematische Unterdrückung auf die Dauer die eigene, offene Gesellschaft zerstört. Die Generation meiner Tante konnte das nicht sagen. Wir sollten es, ohne Hochmut und mit viel Selbstdistanz. Das können wir von uns verlangen.

Ein großes Opfer, dass das deutsche Volk von sich selbst verlangen kann, in der Tat: Israelkritik als letzte heroische Tat in einer postheroischen Gesellschaft.

Schon im Titel steckte die Feinderklärung ganz verschmitzt: „Feigheit vor dem Freund“. Und am Ende ist klar, was die taz nun fordert: Die Deutschen sollen den Juden gegenüber nicht mehr so feige sein. In Verbindung mit der Drohung, dass ihr Staat untergehen wird, wenn sie sich nicht endlich bessern, weckt diese Forderung genau die Erinnerungen, deren Ende Reinecke eingangs so vehement gefordert hat.

Kein Zufall.

  1. adynator’s avatar

    TAZ (=Teutsche Antisemitische Zeitung?)

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  2. Stompin'’s avatar

    Muss man nichts hinzufügen, danke. Eigentlich. Nur dass dieses Neu-Nazi-Sprech allenfalls in „linken“ Organen eine gewisse Neuigkeit ist, jedenfalls in dieser Schamlosigkeit…

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  3. seppel’s avatar

    Schön das einige Autoren der Serie selbst in Israel leben. Mehr Ahnung haben als du wegen Realität und nicht Internetahnung.
    Schön das einige Autoren der Serie „Juden“ sind und z.B. relativ Pro-Israel geschrieben haben. Aber Antisemitismus ist überall. Hilfe!

    Bin ich jetzt Antisemit?

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  4. Bonde’s avatar

    Schön, dass ich nirgendwo das Gegenteil behauptet habe!

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  5. Bonde’s avatar

    Ich hätte übrigens gerne die ganze Serie verlinkt, habe aber keine Seite mit einem Überblick gefunden.

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  6. Lizas Welt’s avatar

    Schön, dass Bonde (abgesehen davon, dass er verdammt gut schreiben kann) Orthografie, Interpunktion, Syntax und Semantik beherrscht und nicht nur eine Internetahnung davon hat.

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  7. mettskillz’s avatar

    Boom. Im Seppel ihm sein Gesicht :)

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  8. ergen’s avatar

    @seppel Was sind eigentlich „Juden“ ?
    und zu Stefan Reinecke fällt mir nichts mehr ein.

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  9. Martin’s avatar

    Danke, sehr schön zusammengefaßt. Immer wenn man denkt, nach der so larmoyant wie selbstgerechten Kübra Yücel könnte nichts ekelhafteres mehr kommen, setzt die taz einen drauf.
    Eine Umbenennung in „naz“ wäre passender.
    Und dann könnte man auch gleich mal ausnahmsweise ehrlich sein und die bekannte Zeile in „Die naz wird ermöglicht durch 9.859 VolksGenossInnen“ ändern.

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  10. Nichtidentisches’s avatar

    Kleines Monstrositätenkabinett aus Kommentaren in der taz zum Libanonkrieg 2006:

    „Es ist klar, dass keine internationale Truppe kommen wird, solange vor Ort keine Waffenruhe herrscht und kein Abkommen mit der Hisbollah erzielt wurde. Deshalb müssen diese internationalen Kräfte auch den Interessen der Hisbollah dienen.“ Uri Avnery: „Sechs Pleiten und ein Irrtum“ am 8.8.2006.

    „“Es ist höchste Zeit, aus der Logik von Rache und Vergeltung auszusteigen“, schreiben die Verfasser von Attac. [€¦] Zugleich dürfe nicht vergessen werden, dass die Israelis den Palästinensern Wasser und Land geraubt hätten.“ Felix Lee:“Sehr ausgewogen zum Krieg im Nahen Osten“ am 8.8.2006.

    „Vertreter des Zentralrats kritisiert Israel.“ Über den Brief von Rolf Verleger an den Zentralrat in der taz am 8.8. 2006.

    „Hamas, Hisbollah und das syrische Regime sollten als Gesprächspartner akzeptiert werden, forderte der Politologe. Sie alle wollten reden “ nur Israel nicht.“ Kristin Helberg: „Syrien ist nur der Juniorpartner“ am 8.8.2006. (Sie gibt die Meinung von Politologen aus Damaskus wieder, selbstverständlich als kritiklose Diskursschau.)

    „Sie akzeptieren die Grenzen von 1967? Das ist ein anderes Thema. Um den Konflikt zu lösen, müssen wir über viele ungeklärte Fragen reden.“ Kristin Helberg interviewt kritiklos Musa Abu Marzuk, den Vizechef des Hamas-Politbüros: „Wir treffen unabhängige Entscheidungen“ vom 8.8.2006.

    „Dank der aggressiven Politik der USA und Israel ist der Iran zu einer regionalen Großmacht geworden. In den Augen von Millionen in den arabischen Ländern gilt er nun als die einzig verbliebene Schutzmacht, die den Vertriebenen und Erniedrigten Beistand leisten. Besser als durch diese Entwicklung kann die Absurdität einer Politik, die allein auf Stärke und Gewalt setzt, nicht deutlich gemacht werden.“ Bahman Nirumand: „Der Gewinner heißt: Iran“, Titelkommentar am 8.8.2006.

    „Das sei doch alles eine Inszenierung der Hisbollah, empörten sich einige besonders überzeugte Medienkritiker, die toten Kinder womöglich aus einem Leichenschauhaus entlehnt: Mit „Hibollywood“ bezeichneten sie, was sie für ein makaberes Schauspiel hielten. Makaber und geschmackslos sind aber wohl eher solche Verschwörungstheorien, die derzeit im Internet blühen. Ein Kommentar der Washington Post nannte sie bereits „ein politisch rechtes Äquivalent zu den 9/11 Verschwörungstheorien.“ Damals wurde in islamistischen und anderen Blogs und Onlineforen gemutmaßt, der CIA oder der Mossad könne hinter den Terroranschlägen stehen.“ Daniel Bax: „Die große Verschwörung“ am 10.8.2006. (Eine Gleichsetzung, die Antisemiten sofort verstehen: „CIA/Mossad“ gleich „Hisbollah“ ist der Subtext dieser Aussage, „9/11″ gleich „Qana“, „antideutsche Blogger“ gleich „Islamisten“.)

    „Jeden Tag verübt Israel neue Massaker an Zivilisten. Wird es eine Zukunft geben, in der unser Stolz und unsere Würde vom Tod entkoppelt sind?“ Iman Humaidan Junis: „Was ist Stolz, was Würde?“ am 10.8.2006.

    „Ohne Einbindung Syrien, des Iran und der Hisbollah wird es keinen Frieden geben. [..] Scheitert die Integration der Hisbollah im Libanon, würde sich die Organisation womöglich wieder radikalisieren und die internationale Friedenstruppe wie einst die israelischen Besatzer mit Guerilla-Operationen und Selbstmordkommandos bedrohen. [€¦] Ob es einer israelischen Führung gelingt, die Chancen zu sehen, die in der Aufgabe besetzter Gebiete läge, hängt wesentlich von Washington ab.“ Kirsten Maas: „Das Ende der Isolation“ am 10.8.2006.

    „Jede Rüstungslieferung ist angesichts der Art der israelischen Kriegsführung ein Beitrag zur Spannungsförderung.“ Kritiklose Kurzzitierung von Nachtwei/Grüne.

    „Kinder werden zerfetzt, und wir diskutieren über die Verhältnismäßigkeit der „Reaktion“ Israels. Ein Viertel wird kaputtgebombt, und wie heben einen anklagenden Finger in Richtung Hisbollah. [€¦] natürlich entgeht keinem Betrachter die grimmige Ironie, dass Israel genau das tut, was es bei seinem Feind verhindern will.[€¦] All diesen Apologeten des Krieges und der Vernichtung des Anderen sollte ein dritter, ihnen gewiss geläufiger Grundsatz in Erinnerung gerufen werden: Auge um Auge, Zahn um Zahn.[€¦] Nur ein Auge für ein Auge, nur ein Zahn für einen Zahn. Die israelischen Etnscheidungsträger und die Kriegshetzer im medialen Hintergrund könnten an ihrem eigenen heiligen Text über sich hinauswachsen.“ Ilija Trojanow: „Das Maß der Vergeltung“ am 9.8.2006.

    „Beide Seiten wollen ihren Gegner vernichten.“ Stephan Rosiny: „Das ist reine Propaganda“ am 9.8.2006.

    „Die Vorstellung allerdings, dass man den Ländern des nahen Ostens nur die eiserne Faust zeigen müsse, um sie zur Räson zu bringen, weist direkt auf den westlichen Imperialismus und Kolonialismus (und Rassismus) zurück: Die Israelis haben von der Mandatsmacht England viel gelernt.“ Peter Freudenthal: Leserbrief am 16.8.2006.

    „Alle maßgeblich Beteiligten an diesem Schlachten “ sie metzeln jetzt gegenseitig ihre Kinder “ sind Kriegsverbrecher, nichts weiter.“ Hajo Seidel: Leserbrief am 16.8.

    „Verräterisch finde ich den Satz: „Der Dschihad, verstanden als faschistische „Strategie der Spannung“, kennt keine politischen Kompromisse.“ Ersetzt man in dem Zitat das Wort „Dschihad“ durch „Zionismus“, erkennt man gleich den ungeheurlichen Vorwurf.“ Wilfried Büntzly: Leserbrief am 16.8.2006.

    „Schließlich haben gerade diese Nationen tatenlos zugesehen “ oder sind zumindest nicht vehement genug eingeschritten “ als Israel die Infrastruktur des Libanons zerstörte und über tausend unschuldige Zivilisten tötete.“ Alfred Hackensberger: „Sieg des Zynismus“ am 16.8.2006.

    „Nach dem Krieg kommen in Israel die ersten Dolchstoßlegenden auf.“ Uri Avnery am 18.8.2006. (Man weiß ja, wer Dolchstoßlegenden verbreitet, das sind gewöhnlich Nazis, also sind jetzt laut Avnery Israelis Judennazis.)

    „Gestern Nachmittag hatten Kampfflugzeuge zur Warnung Flugzettel abgeworfen “ eine Taktik, die die isrealische Armee benutzt, bevor sie Wohnbezirke heftig beschießt. Vielen Dank dafür,israelische Armee! Es brauchte 1200 Opfer (bis jetzt), damit ihr begreift, dass es Zivilisten sind, die ihr gerade tötet.“ Iman Humaidan Junis:“An der Zapfsäule“ am 12/13.8. 2006.

    „Die Folgen des Holocausts ließen aus der Tragödie der europäischen Juden die Tragödie der Palästinenser entstehen, ja aller arabischer Völker.“ Michael Kleeberg: „Ein Jahrhundertkrieg“ am 29/30.7.2006.

    „Das Perfide ist, dass diesmal, als es wieder “ wie im Irakkrieg “ um eine Neuordnung des Nahen Ostens geht, nicht die USA selbst aufmarschieren, sondern dass die USA Israel vorschicken “ Israel, das Land, das im Gegensatz zu den USA niemand aus der westlichen Hemisphäre zu kritisieren wagt. Denn es ist kaum vorstellbar, dass in den europäischen Ländern Millionen auf die Straße gehen, um der Völkervertreibung Israels Einhalt zu gebieten. Alle Intellektuellen würden mit moralischen Faustschlägen antworten und einen neuen Antisemitismus heraufbeschwören, der das Existenzrecht Israels in Frage stelle.“ Klaus Westermann: Leserbrief am 29/30.7.2006.

    „Ich kann die Hisbollah verstehen.“ Interview von Johannes Honsell mit Asma Andranos am 29/30.7.2006.

    „Nicht ohne Grund hielt sich der Westen so lange mit Kritik gegen das israelische Wüten im Libanon zurück.“ Susanne Knaul: „Helft Israel“ am 29/30.7.2006.

    Aus: http://nichtidentisches.myblog.de/nichtidentisches/art/4228467/taz-ganz-Kunstreich-Uber-Tjark-Kunstreichs-Interventionspolitik

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  11. Stephan’s avatar

    Schon 1989 reimte der weise Thomas Kapielski ganz nüchtern und gelassen:

    „Die taz wird zehn, der Führer hundert / ein Idiot, der sich da wundert“

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  12. J6ON’s avatar

    Thanks! Das einzige, was man eventuell noch ergänzen kann, ist, dass es sich bei Yücels Artikel um die verdrehte Geschichte ihrer ‚Heilung vom Rassismus‘ handelt. Während sie zu Beginn noch den „weißen Israeliten“ die Schuld an ‚den Zuständen‘ anlastet, muss sie am Ende erkennen, dass man mit ‚den Juden‘ überhaupt nicht reden kann. Nicht einmal mit denen, deren hier marokkanische Herkunft oder dunkle Hautfarbe ihnen aus Yücels Sicht eigentlich Solidarität mit ‚den Brüdern und Schwestern‘ auferlegt. Den in diversen Kreisen tatsächlich weit verbreiteten Rassismus, demgemäß die Juden in Israel nichts zu suchen hätten, weil sie gar keine Semiten ‚mehr‘ sondern ‚Weiße‘ oder was auch immer (!) seien, hat sie also angesichts der Konfrontation mit dem Solidaritäts-Verräter aufgegeben – und ist daran gesundet, ein besserer Mensch geworden. Schwer lastet nur noch auf ihren Schultern, dass sie ‚beim Juden‘ gekauft hat: „Das Tuch wird nass. Es ist schwer.“ Nass und schwer von den Tränen der Verratenen? Das Tuch aber hat sie dann doch nur gekauft, um nicht als das dazustehen, als was sie sich am Ende ausstellt. Und alles könnte so schön sein: die ganze bunte Welt, glücklich vereint, wenn nur nicht… Wenigstens ist man kein Rassist mehr, oder so.

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  13. Schmitt’s avatar

    HERVORRAGNEDER Artikel!

    Wenn ich mich zum Thema Israel im Bekanntenkreis äußere (in der Regel positiv) werde ich als „rechts“ bezeichnet. Finde ich irgendwie lustig.
    Vielleicht stimmt´s ja!

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  14. Zwi Rex’s avatar

    „Die Deutschen werden den Juden Auschwitz niemals verzeihen.“

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