April 2012

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In Bremen gab es einmal mehr eine Zusammenkunft der israelfixierten Antisemiten. Ein leidensfähiger Leser war da und hat uns auf seinen Bericht hingewiesen. Gruselig.

In der vorletzten Ausgabe der Jungle World steht ein erstaunlicher Satz, der so anfängt: „Nachdem die Deutschen und ihre Hilfsvölker nicht nur bewiesen hatten, dass man einen wahnhaft-projektiven Antikapitalismus bis zum industriell betriebenen Massenmord steigern kann[…]“. Da wundert man sich doch, dass Völker in einer linken Wochenzeitung und in einem Artikel, der einen Absatz später die „allgemeine Emanzipation“ hochhält, affirmativ als handelnde Akteure erwähnt werden. Die Frage ist nun, ob es denn mit „Hilfsvölkern“ schon getan ist, oder ob man sich nicht noch weiter im Begriffs-Fundus der völkischen Bewegungen bedienen kann. Wenn schon die nichtdeutschen Helfer der Nazis als „Hilfsvölker“ durchgehen, kann sich dann nicht zum Beispiel die Islamkritik den Begriff des „Wirtsvolks“ nutzbar machen? Muss ja gar nicht böse gemeint sein. Und was ist mit dem guten alten „Tätervolk“? Für Martin Hohmann waren die Juden keins und die Deutschen erst recht nicht, aber wie sieht es denn mit den Hutu aus?
Ich bin jedenfalls gespannt, ob die Sicht auf die Menschheit als eine Ansammlung von Völkern mit bestimmten Eigenschaften und Funktionen, Ameisen nicht unähnlich, in der Jungle World sich durchsetzen wird.