The awkward pauses, the farting and the spilled drinks

Auch wenn man, wie ich, Hamburg nicht betritt, lohnt sich ein Abonnement des Newsletters der Hamburger Studienbibliothek. Denn der ist stets freundlich, klug und unterhaltsam geschrieben, ebenso wie diese Veranstaltungsankündigung. Wer also Gelegenheit dazu hat, sollte sich dort u.a. anhören, warum Judith „Butlers Strategie, lieber von Performanz und Diskurs zu reden statt von Hunger und Ausbeutung, von Vergewaltigung, Folter und Massenmord, daher nicht nur, zur Freude ihrer akademischen Anhängerschaft, die Spießerweisheit bestätigt, Worte seien mächtiger als Waffen “ sondern vielmehr auch systematisch das Grauen verharmlosen und verniedlichen muss, das Menschen tagtäglich angetan wird“.

Wer lieber zu Hause bleiben, dabei aber auch gut unterhalten und intellektuell nur ganz leicht stimuliert werden möchte, kann ein bisschen Stuckrad-Barre lesen. Der schreibt über sich und den Alkohol, trifft dabei aber – natürlich mit Absicht – vor allem die Großartigkeit und das Elend des Gemeinschaftssaufens.

Ein ganz anderes Vergnügen bietet die Lektüre eines Artikels von Peer Steinbrück in der FAZ. Das Stück ist aus dem Mai und Steinbrück versucht darin, sich über seinen berühmten Freund Thilo Sarrazin zu profilieren. Lesenswert ist das aber nur, weil Steinbrücks Deutsch ganz erbärmlich ist und er ja nun der Kanzlerkandidat der SPD ist.

Wahlkampf: Gibt es auch in den USA. Glaubt man einzelnen Presseartikeln, ist das furchtbar spannend und das Rennen völlig offen. Sieht man sich die Sache genauer an, liegt Barack Obama doch deutlich vorn. Das FiveThirtyEight-Blog, in dem Umfrageergebnisse analysiert und gewichtet werden, rechnet derzeit mit 73,6% Wahrscheinlichkeit mit einem Sieg Obamas. Wettbüros sehen das ähnlich.

Schließlich und endlich das Hochlicht dieses Link-Spektakels: Stephen Marche schreibt über unser Streben nach Einsamkeit:We are lonely because we want to be lonely. We have made ourselves lonely.“ Sein Aufhänger dabei ist Facebook, und das Ergebnis ist der mit Abstand beste Artikel, den ich dieses Jahr gelesen habe. Lest ihn.

The problem, then, is that we invite loneliness, even though it makes us miserable. The history of our use of technology is a history of isolation desired and achieved. When the Great Atlantic and Pacific Tea Company opened its A&P stores, giving Americans self-service access to groceries, customers stopped having relationships with their grocers. When the telephone arrived, people stopped knocking on their neighbors€™ doors. Social media bring this process to a much wider set of relationships.

Our omnipresent new technologies lure us toward increasingly superficial connections at exactly the same moment that they make avoiding the mess of human interaction easy. The beauty of Facebook, the source of its power, is that it enables us to be social while sparing us the embarrassing reality of society€”the accidental revelations we make at parties, the awkward pauses, the farting and the spilled drinks and the general gaucherie of face-to-face contact. Instead, we have the lovely smoothness of a seemingly social machine. Everything€™s so simple: status updates, pictures, your wall.

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