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	<title>Verbrochenes &#187; Bonde</title>
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	<description>Gegen die Menschlichkeit</description>
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		<title>Mordmaschinen im Vergleich</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Feb 2012 14:18:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bonde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Anderes]]></category>

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		<description><![CDATA[Wolfgang Pohrt hat ein neues Buch geschrieben. Es heißt &#8220;Kapitalismus Forever: Über Krise, Krieg, Revolution, Evolution, Christentum und Islam&#8221;. Um das Buch ins Gespräch zu bringen, wurde ein Auszug im Tagesspiegel als Essay veröffentlicht, natürlich einer zu einem kontroversen Thema: dem Islam. Erwartbarerweise hält Pohrt den Islam nicht für eine schlimmere Religion als dessen Konkurrenten, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wolfgang Pohrt hat ein neues Buch geschrieben. Es heißt <a href="http://www.amazon.de/Kapitalismus-Forever-Revolution-Evolution-Christentum/dp/3893201661">&#8220;Kapitalismus Forever: Über Krise, Krieg, Revolution, Evolution, Christentum und Islam&#8221;.<br />
</a> Um das Buch ins Gespräch zu bringen, wurde ein Auszug <a href="http://www.tagesspiegel.de/meinung/andere-meinung/abendland-vs-islam-in-europa-sind-gottlose-in-einen-religionskrieg-getreten/6157224.html">im Tagesspiegel als Essay veröffentlicht,</a> natürlich einer zu einem kontroversen Thema: dem Islam. Erwartbarerweise hält Pohrt den Islam nicht für eine schlimmere Religion als dessen Konkurrenten, und so trägt er, der als Vordenker der Antideutschen gilt, sich erneut den Zorn der ex-antideutschen Kreise zu, die ihn schon vor neun Jahren einmal abgeschrieben hatten. Nun schreibt Pohrt stellenweise immer noch so brilliant wie früher, <a href="http://www.edition-tiamat.de/Textproben/Pohrt-Buch1-12.pdf">eine Kostprobe (PDF):</a></p>
<blockquote><p>Sahra Wagenknecht also, die immer so aussieht, als käme sie frisch aus der Maske für einen Historienfilm im Zweiten. Auf echt geschminkt spielt die Rosa-Luxemburg-Doublette Kapitalschützerin und sorgt sich im Großkapitalistenblatt um den Mittelstand. So lustig war Volksfront noch nie.</p></blockquote>
<p>Kein Wunder, dass viele von denen, die gerne so schreiben können würden wie er, ihn irgendwann hassen gelernt haben und die ersten sich jetzt in die Jagdkleidung werfen, wo Pohrt ein vom Verlag als &#8220;assoziativ&#8221; geschrieben beschriebenes Buch heraus gibt, eine recht lose Ansammlung von Gedanken also. Er scheint angreifbar. Der erste, der sich ausführlich auf Pohrt gestürzt hat, ist Clemens Heni, der Pohrt aufgrund des Tagesspiegel-Texts gleich mal <a href="http://clemensheni.net/2012/02/05/das-ende-des-denkens-wolfgang-pohrt-der-kulturrelativismus-und-der-islamistische-antisemitismus/">das &#8220;Ende des Denkens&#8221; vorwirft</a> &#8211; drunter macht man&#8217;s heutzutage ja nicht mehr. Man muss nicht jeden Absatz aus Pohrts Text akzeptabel oder angemessen finden, um zu erkennen, dass er gegen Henis halbgare Attacken zu verteidigen ist. </p>
<p>Pohrt: </p>
<blockquote><p>In jedem Diskussionsforum im Internet gibt es faschistische Hetzer, die Koransuren angeblich aus dem Original zitieren, um zu beweisen, wie schrecklich und gefährlich der Islam sei. <em>Diese Akribie</em> erinnert an Eichmanns Judenreferat im Reichssicherheitshauptamt der SS, wo mit der Zeit die umfassendste Sammlung von Judaika zusammengetragen wurde und die Beflissensten unter den Mördern sogar Hebräisch gelernt hatten. Die kannten den Talmud besser als jeder Jude. Und so ist das heute auch. Die Moslemfresser können Koransuren zitieren, die einem Moslem mit Sicherheit unbekannt sind.</p></blockquote>
<p><em>(Hervorhebung von mir.) </em></p>
<p>Nun ist es natürlich Quatsch, dass diese faschistischen Hetzer sich in &#8220;jedem Diskussionsforum im Internet&#8221; finden würden, aber mit den tatsächlichen Fehlern in Pohrts Text beschäftigt Heni sich nicht. Dafür klärt er etwas anderes auf: Laut Heni werden mit dem zitierten Absatz &#8220;Kritiker des Jihad als Faschisten, ja als Nazis diffamiert&#8221;. Das ist interessant, weil Heni damit bestätigt, dass genau die Leute, die Pohrt zu recht als &#8220;faschistische Hetzer&#8221; bezeichnet, bei ihm als &#8220;Kritiker&#8221; durchgehen. Heni macht nicht etwa die Aufteilung &#8220;Schmuddelkinder von PI &#038; Co einerseits &#8211; Islamkritiker andererseits&#8221; auf, er liest nur &#8220;faschistische Hetzer&#8221; und macht sich dann zum Verteidiger derselben.</p>
<p>Nicht zum ersten Mal soll Pohrt jetzt als Antisemit geoutet werden: &#8220;Die Kritik am Islamismus in die Nähe von Auschwitz zu rücken, ist schon antisemitisch.&#8221; Um diesen Vorwurf zu machen, muss man erst einmal ignorieren, dass Pohrt nicht vom Islamismus, sondern vom Koran gesprochen hat. Schließlich gilt die angesprochene Hetze auch nicht den Islamisten (dann wäre es keine), sondern allen als Muslime wahrgenommenen Menschen. Und es ging Pohrt auch nicht um die Kritik, die er auch nicht mit Nazi-Texten verglichen hat, sondern um <em>die Akribie</em>, mit der in teils irrelevanten uralten Texten gewühlt wird, um eine Feinderklärung möglich zu machen. Pohrt behauptet nicht einmal ansatzweise, dass Moslems heute wie die Juden damals verfolgt werden würden. Er behauptet auch nicht, dass das Ressentiment gegen den Islam mit dem Antisemitismus vergleichbar wäre. Und erst recht betreibt er keine &#8220;Banalisierung von Auschwitz&#8221;, wie Heni unterstellt. Stattdessen bemerkt er, dass die Akribie der Moslemfresser beachtlich und nicht neu ist; und jeder, der sich mal kurz auf &#8220;Politically Incorrect&#8221; über den Koran informiert hat, weiß, dass er recht hat.</p>
<p>Wieder Pohrt: </p>
<blockquote><p>Also zurück zum Islam. Ist das eine besonders schlimme Religion?</p>
<p>Nein, im Gegenteil. Als Mordmaschine war das Christentum effizienter. Die Indianer in Südamerika und später in Nordamerika plattgemacht, im 30-jährigen Krieg einander verhackstückt, die Scheiterhaufen, die Folterkammern und die beiden Weltkriege mit an die 70 Millionen Toten – waren das etwa keine Christen? Und Auschwitz? Waren das die Moslems?</p></blockquote>
<p>Wieder muss Heni sich mehrfach verlesen, um Pohrt angreifen zu können: &#8220;Die Gleichsetzung von ‚Indianerausrottung‘ und Holocaust ist ein sekundärer Antisemitismus,&#8230;&#8221; Nur schade, dass Pohrt beides nicht gleichgesetzt hat, sondern ganz unterschiedliche Ereignisse aufzählt, die eben eines gemeinsam haben: Es sind große Menschenmassen umgebracht worden. Auschwitz steht, wenn man genau hinguckt, nicht einmal in einem Satz mit den anderen Ereignissen, sondern unter einer neuen Fragestellung in einem neuen Satz &#8211; was den Vorwurf der Gleichsetzung noch absurder und frecher macht. </p>
<p>Heni weiter: &#8220;Die dümmliche Gleichsetzung von Erstem und Zweitem Weltkrieg passt dazu, wobei übrigens beide Kriege als christlich dargestellt werden und nicht etwa als von Deutschen verursacht.&#8221; Dümmlich ist hier weiterhin nur Henis Vorstellung einer &#8220;Gleichsetzung&#8221;, man muss sich das nochmal vor Augen halten: Aus dem Satzbaustein &#8220;die beiden Weltkriege mit an die 70 Millionen Toten&#8221; leitet er ohne jede weitere Begründung eine Gleichsetzung von beiden Weltkriegen ab, was auch immer die nun eigentlich sein soll. </p>
<p>Beeindruckend ist die Feststellung, dass die Kriege doch gar nicht christlich gewesen seien, sondern von Deutschen verursacht worden seien. Kein falscher Einwand: Nicht alle historischen Ereignisse werden von der vor Ort verbreiteten Religion bestimmt. Aber ist das jetzt ein Einwand, den ausgerechnet die Verfechter der Islamkritik gegen einen Sozialisten vortragen sollten?<br />
Zum Lachen wird das Thema, als Heni später behauptet: &#8220;Wenn Pohrt ernsthaft schreibt, der Islam hätte noch fast nichts auf dem „Kerbholz“ leugnet er [...] u.a. auch die über 10 Millionen Toten, jene afrikanischen Sklaven, die Opfer des islamisch-arabischen Sklavenhandels wurden.&#8221; Die Opfer des Sklavenhandels (den er später tatsächlich als &#8220;islamischen Sklavenhandel&#8221; bezeichnet) will Heni also auch auf das Konto einer Religion verbuchen, was angesichts der offenkundigen ökonomischen Komponente von Sklaverei schon bemerkenswert ignorant ist. Notabene: Er schreibt das im selben Text, in dem er zuvor darauf hingewiesen hat, dass das Christentum schwerlich für alle Toten in der christlichen Welt verantwortlich gemacht werden kann. </p>
<p>Es folgt dann eine langwierige Aufzählung ohne erkennbaren Bezug zu Pohrt, in der Heni erwähnt, wer den Nazis alles gerne beim Holocaust behilflich war. Darunter auch &#8211; man glaubt es kaum &#8211; Muslime. Sollte das ernsthaft als Antwort auf Pohrts rhetorische Frage &#8220;Und Auschwitz? Waren das die Moslems?&#8221; gedacht sein, sollte Heni vielleicht noch einmal über seine eigenen Schuldabwehr-Mechanismen nachdenken. </p>
<p>Weiter: &#8220;Doch Fakten interessieren einen Ideologen wie Pohrt (‚der Kapitalismus ist an allem Schuld‘) überhaupt nicht, &#8230;&#8221;<br />
Heni, der Pohrt schon zu Anfang seines Textes vorgeworfen hat, er habe in den 80ern so getan (!), &#8220;als habe er die Kritische Theorie von Horkheimer und Adorno zur Kenntnis genommen&#8221;, will vom Kapitalismus nicht reden, vom Faschismus allerdings auch nicht schweigen. </p>
<p>Zuerst muss er aber einen weiteren Absatz Pohrt falsch verstehen.</p>
<p>Pohrt: </p>
<blockquote><p>Man will über den Islam sprechen und landet beim Christentum. Neuer Versuch: Fangen wir an mit dem 11. 9. 2001, den Anschlägen auf die Twin Towers und auf das Pentagon. Wer war’s? Natürlich Osama bin Laden und seine Crew. Aber das Drehbuch für den Horrorfilm kam aus Amerika. Mit dieser Szene endet Tom Clancys Bestseller „Ehrenschuld“, und sein Bestseller „Befehl von oben“ beginnt damit. Nur ist der Typ, der seine Maschine aufs Kapitol krachen lässt und damit die gesamte politische Spitze einschließlich des Präsidenten ausradiert, bei Clancy ein rachsüchtiger Japaner. Die Thriller erschienen 1994 und 1996, damals hatte man noch andere Feindbilder.</p>
<p>Was zeigt uns das? Osama bin Laden hat nicht nur amerikanische Serien im TV geguckt – „Fury“ mochte er am liebsten –, er war auch ein Fan von Tom Clancy. Und vermutlich kannte er Katastrophenfilme wie „Erdbeben“ oder „Flammendes Inferno“. Also: Wo uns der Islamismus am finstersten und archaischsten erscheint, ist die Verwestlichung am weitesten fortgeschritten.</p></blockquote>
<p>Was steht nicht in diesem Absatz? Genau: &#8220;Der Westen sei also selber Schuld <em>(sic!)</em> am Massenmord von 9/11.&#8221; Was noch nicht? &#8220;Die Kriegserklärung der Islamisten gegenüber dem Westen, wie sie z.B. schon 1998 in einem Dokument Bin Ladens deutlich wurde, wird komplett geleugnet. Pohrt verwechselt Fiktion und Wirklichkeit, ja für ihn ist die amerikanische Fiktion im Filmwesen schlimmer als die islamistisch-massenmörderische Wirklichkeit.&#8221;</p>
<p>Heni hat hier schlichtweg nicht verstanden, was Pohrt sagen will: Die Verwestlichung des Islam ist im vollen Gange und zeigt sich selbst im antiwestlichen Terroranschlag noch. Al-Qaida als weltweit operierendes Netzwerk ist ein gutes Beispiel, und die spektakuläre Inszenierung des Massenmords ein weiteres. Antiamerikaner holen sich ihre Anregungen zum Krieg gegen die westliche Dekadenz aus der amerikanischen Kulturindustrie. (Wenn&#8217;s denn stimmt, mit den Anregungen, wer weiß, wo Pohrt das her hat.) Aber auch ohne diese Anekdote ist die Verwestlichung des Islam schwer zu leugnen. Wer will, kann mehr über die zugrundeliegenden Prozesse bei <a href="http://www.bpb.de/publikationen/1UQQ1L,0,Der_islamische_Weg_nach_Westen.html">Olivier Roy</a> nachlesen. Für Islamkritiker empfiehlt sich das allerdings nicht recht, da sie die Vorstellung eines klar von ihrem eigenen Kollektiv, sei es nun das Vaterland oder &#8220;der Westen&#8221;, abtrennbaren Islam nicht würden aufrecht erhalten können. </p>
<p>Inzwischen wurde Pohrt gleich zwei Mal als antisemitisch gebrandmarkt, aber das kann natürlich noch nicht alles sein: &#8220;Der positive Rassismus von den Pohrts dieser Welt liegt darin, Muslime und Islamisten nicht als Subjekte ernst zu nehmen.&#8221; Wiederum bemerkenswert von einem, der als handelndes Subjekt den Islam ausgemacht hat, der u.a. Afrikaner versklavt. </p>
<p>Weil Pohrt das deutsche Establishment zu sehr hasst, um zuzugeben, dass der Antisemitismus der islamistischen Parteien diese zu deutlich unangenehmeren Zeitgenossen als die Christdemokraten macht, meint Heni, ihn indirekt als &#8220;Freund des blutigen Jihad&#8221; verleumden zu dürfen. Aber auch das reicht ihm noch nicht, Pohrt ist auch noch &#8220;wie ein kleines Kind&#8221;. Dass er &#8220;bei Wahnsinnigen wie der iranischen Führung vom cui bono&#8221; fabuliere, könnte man als Lüge bezeichnen, weil nichts dergleichen bei Pohrt vorkommt. Wahrscheinlicher ist aber, dass auch hier wieder einfach nicht verstanden wurde, was wirklich gemeint war. In diesem Fall also, Pohrt: &#8220;Ich will wissen, wie die Leute ticken, und das weiß ich. Nämlich so: Allah ist groß – aber ein Cadillac ist größer. Dem Iran geht es um Atomwaffen, nicht um fromme Sprüche.&#8221; Womit Pohrt den berechtigten Hinweis bringt, dass ein Staat kein Gottesstaat sein muss, um auf die Idee zu kommen, mit einer Atombombe seine Macht auszubauen; dass mithin also (politische) Prozesse existieren, die nicht von der Religion oder Ideologie, sondern von Geld und Macht u.ä. bestimmt werden. Zwar hat er damit sicher 99% derjenigen auf seiner Seite, die sich akademisch mit den internationalen Beziehungen beschäftigen, aber denjenigen, die sich beruflich oder anderweitig obsessiv mit Ideologie beschäftigen, ist diese Erkenntnis manchmal ein bisschen verloren gegangen. Womit natürlich über den tatsächlichen Einfluss religiöser Faktoren auf die iranische Außenpolitik noch nichts gesagt ist. </p>
<p>Heni: </p>
<blockquote><p>Wer sich einigermaßen realitätsnah mit der Welt befasst, erkennt: die größte Gefahr für den Weltfrieden und für Israel und die Juden geht von einem möglicherweise atomar bewaffneten Iran aus. Nicht viel weniger gefährlich ist der ebenso islamische Antisemitismus des Iran schon jetzt, sowie jener in weiten Teilen der arabischen Welt, &#8230;</p></blockquote>
<p>Der Antisemitismus des Iran ist also ähnlich gefährlich wie der Iran? Das ist ein bisschen gaga. Ist in Blogs natürlich schon mal erlaubt, aber nicht in hasstriefenden Verrissen. Dass einer, der für sich beansprucht, sich &#8220;einigermaßen realitätsnah mit der Welt&#8221; zu befassen, im gleichen Absatz einen &#8220;Weltfrieden&#8221; konstatiert, der anscheinend existent und bedroht ist, das muss man so am Rande mitnehmen. Heni behauptet in seinem Text zwei Mal, Pohrt befasse sich nicht mit der Realität, ein weiteres Mal konstatiert er gleich Realitätsverlust. Und dann schreibt er: </p>
<blockquote><p>Keine dieser Sendungen [bekannte Fernseh- und Radioformate, d.A.] hat das Problem Islamismus je ernst genommen. Seit 9/11 sind vielmehr ein Abwiegeln und eine ungeheuer große und aggressive Agitation gegen Kritiker des islamischen Antisemitismus und der islamistischen, antiwestlichen Ideologie zu erkennen.</p></blockquote>
<p>Wer nach dem 11. September keine ernsthaft besorgten Beiträge über Islamismus mitbekommen hat, der wollte auch keine mitbekommen. Aber auch das ist nicht besonders originell, schließlich gehört es zum kleinen Einmaleins jedes Agitatoren, die eigene Sache als unterrepräsentiert, ja totgeschwiegen und gleichzeitig heftig attackiert zu präsentieren, so machen das vermeintlich im &#8220;linken Mainstream&#8221; marginalisierte Reaktionäre ebenso wie die Palästina-Solidarität oder eben die Heimatschützer von der Islamkritik. </p>
<p>Zusammengefasst: Pohrt ist laut Heni ein kleines Kind mit Realitätsverlust, antisemitisch (primär und sekundär), ein Rassist, ein Freund des blutigen Jihad, dümmlich soll er sein und sein Text nur Gedankenmüll. Wie kommt es, dass sich einer wie Heni das traut? Vielleicht ist die Tatsache, dass bei Pohrt nicht mehr jede Zeile perfekt sitzt, das Zeichen, dass man dem großen Polemiker jetzt endlich zuleibe rücken kann. Und wenn Pohrt endlich, endlich erledigt ist, müssen seine Ex-Bewunderer auch nicht mehr so darunter leiden, dass sie nie so schreiben konnten wie er, nie so luzide denken, nie so vernichtend kritisieren konnten. Sie müssen sich dann nicht mehr damit plagen, dass sie nach Pohrts Kritik an der deutschen Linken kaum noch einen eigenen originellen Gedanken zustande bekommen und stattdessen immer und immer wieder dasselbe über Friedensbewegung, Ökos und andere Linke geschrieben haben, weil es so schön einfach war und weil es so unbedingt richtig war, was Wolfgang Pohrt damals geschrieben hat. </p>
<p>Jetzt wird von allen Seiten festgestellt werden, dass Pohrt sich gewendet habe. Manche werden das ganz gönnerhaft bedauern, der Pohrt war doch ein Guter, was hat ihn bloß so ruiniert, bla bla, andere werden Gift und Galle spucken, so wie Heni, und wieder andere werden sich freuen, dass die antideutsche Galionsfigur vermeintlich in ihr Lager gewechselt sei und jetzt den Islam gut finde &#8211; was natürlich nicht stimmt. Angesichts dieser Schlacht um den alten Mann lohnt es sich, seine alten Texte noch einmal zu lesen, zum Beispiel im großartigen Sammelband <a href="http://www.amazon.de/Gewalt-Politik-Ausgew%C3%A4hlte-Reden-Schriften/dp/3893201416/ref=sr_1_1?ie=UTF8&#038;qid=1328492355&#038;sr=8-1">&#8220;Gewalt und Politik&#8221;.</a> Wer diese jahrzehntealten Texte jetzt neu liest, wird feststellen, dass Pohrt nie die Positionen vertreten hat, die Antideutsche unter verschiedenen Labels in den letzten 15 Jahren vertreten haben. Pohrt hat sich nie für die USA oder Israel eingesetzt, er hat sich stets gegen selbstgerechte Deutsche und deren Ressentiments gewandt. Er hat die Deutschen zum Beispiel auch nicht aufgefordert, die Kritik an den USA zu unterlassen, sondern sie darauf hingewiesen, dass man für eine solche Kritik erst einmal die Selbstbezeichnung und Identität als Deutscher aufgeben müsse. Der Vietnamkrieg war für ihn schon damals ein &#8220;Vernichtungsfeldzug&#8221;, Israel bescheinigte er selbst in seinen Attacken auf  dessen deutsche Feinde noch &#8220;mörderische Operationen&#8221; im Libanon. Es gibt einige Beispiele mehr, die auch den Pohrt von damals heute zur Zielscheibe für Hassattacken machen würden. Pohrt hat für die herrschende Klasse nichts übrig, und dass er sich einem aufgeblasenen Kult zur Rettung der kapitalistischen Staaten vor der Barbarei und vor fremdgläubigen Migranten anschließen würde, war nie zu erwarten. Es ist insofern eine absurde Vorstellung, Pohrt hätte sich zur Debatte um Islamkritik anders verhalten können, als er es jetzt getan hat. </p>
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		<title>Offener Brief von Racaille Verte</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Dec 2011 10:54:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bonde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Eigenes]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Bremer Ultra-Gruppe Racaille Verte, mit der diese Webseite weder verwandt noch verschwägert ist, hat einen offenen Brief an Alemannia Aachen geschrieben. Wir dokumentieren: Sehr geehrte Verantwortliche bei Alemannia Aachen sowie im Aachener Fanprojekt, wahrscheinlich kommt dieser Brief etwas unerwartet für Sie. Wir, die Mitglieder der Ultragruppierung „Racaille Verte“, schreiben Ihnen bezüglich des Angriffs von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Die Bremer Ultra-Gruppe Racaille Verte, mit der diese Webseite weder verwandt noch verschwägert ist, hat einen <a href="http://racaille.de/?p=252">offenen Brief an Alemannia Aachen</a> geschrieben. Wir dokumentieren: </em></p>
<p>Sehr geehrte Verantwortliche bei Alemannia Aachen sowie im Aachener Fanprojekt,</p>
<p>wahrscheinlich kommt dieser Brief etwas unerwartet für Sie. Wir, die Mitglieder der Ultragruppierung „Racaille Verte“, schreiben Ihnen bezüglich des Angriffs von „Alemannia Supporters“ und „Karlsbande“ auf die „Aachen Ultras“, weil wir glauben, dass unsere Bremer Erfahrungen im Umgang mit rechtsgerichteten Fans Ihnen durchaus eine Hilfe sein können.</p>
<p>Wir haben keinen Grund anzunehmen, dass die Schilderungen der „Aachen Ultras“ in irgendeiner Weise falsch oder übertrieben sind. Es ist innerhalb der Ultraszene seit längerem bekannt, dass die „Karlsbande“ nicht nur rechts unterwandert ist, sondern ausdrücklich unter antiprogressivem Vorzeichen gegründet wurde. Die ebenfalls beteiligten „Alemannia Supporters“ können als Tarngruppe für die Aachener Hooligans gesehen werden. Auch diese sind politisch eindeutig rechts einzuordnen.</p>
<p>Es ist uns schleierhaft, wieso Sie den Angreifern auf der offiziellen Vereinsseite eine Plattform gegeben haben, auf der sie ihre Sicht der Dinge quasi unkommentiert darstellen dürfen. Noch viel mehr schockiert uns allerdings Ihre Aufforderung an die „Alemannia Supporters“ und die „Aachen Ultras“, „an der Lösung ihrer Konflikte aktiv zu arbeiten und zur Überwindung des tiefen Risses beizutragen, der die Aachener Fanszene durchzieht“. Wir wollen Ihnen im Detail darlegen, warum wir Ihre Wortwahl und die dahinter stehenden Vorstellungen für völlig abwegig und gefährlich halten.</p>
<p>Dadurch wird eine völlig unangebrachte Äquidistanz zu Opfern und Tätern geschaffen. Es hat hier einen Angriff gegeben, der ganz klar von einem rechtsgerichteten Haufen ausging. Als Verein sind Sie in der Verantwortung, sich hinter diejenigen zu stellen, die sich gegen Diskriminierung und für eine bunte Fankurve einsetzen, und diejenigen zu verurteilen und auszuschließen (nicht nur aus dem Stadion, sondern aus dem gesamten Diskurs), die sich Hass und die gewaltsame Verdrängung andersdenkender Menschen auf die Fahnen geschrieben haben.</p>
<p>Die „Aachen Ultras“ leisten seit einigen Jahren gute Arbeit gegen Diskriminierung. Es ist ein Hohn, nun von dieser Gruppe zu fordern, mit rassistisch, homophob, sexistisch und antisemitisch motivierten Rechtsradikalen zusammenzuarbeiten, um einen Riss in der Fanszene zu kitten. Wenn es zu einem solchen Riss in einer Fanszene kommt, ist die Zeit gekommen, klar Stellung zu beziehen und nicht die Illusion einer Einheit zu wahren.</p>
<p>Eine solche notwendig klare Positionierung mag gerade einem kleineren Verein schwer fallen, doch es lohnt sich. Nachdem unsere Gruppierung vor nunmehr fast fünf Jahren von Neonazis aus der Bremer Hooliganszene angegriffen wurde, erhielten auch wir über die Presse das Angebot des Vereins, sich an einen runden Tisch zu setzen. Wir waren entrüstet ob der Vorstellung, uns mit Nazi-Schlägern zu treffen, die uns erklärtermaßen mit Gewalt loswerden wollten (und bis heute wollen). Nach einiger Zeit sah der Verein seinen verfehlten Ansatz ein und unterstützte unseren Kampf gegen Diskriminierung, den wir trotz aller Drohungen immer weiter intensivierten. Heute kann sich der SV Werder damit rühmen, eine vorbildliche Arbeit gegen Diskriminierung innerhalb und außerhalb des Stadions zu leisten. Durch die kontinuierliche Arbeit der Fans und mit Hilfe der Rückendeckung des Vereins und Fanprojekts hat die Bremer Ostkurve mittlerweile den Ruf, ein offener Ort für alle Menschen zu sein. Das hat nicht nur zur Folge, dass die aktive Fanszene heute größer ist als je zuvor, es sind auch sichtbar mehr Frauen und Menschen mit Migrationshintergrund anzutreffen. Der Kampf gegen Diskriminierung ist weitgehend Konsens, rechte Schläger sind ein Randphänomen.</p>
<p>Aber nicht nur der Verein, sondern auch das Fanprojekt ist hier in der Pflicht. Eine deutliche, öffentliche und schnelle Positionierung zur Solidarität und Unterstützung der „Aachen Ultras“ wäre das Mindeste. Des Weiteren sollte diese heikle Situation durch ausgebildete Fachkräfte begleitet werden. Die Opfer jetzt alleine zu lassen, würde einer Akzeptanz für den politisch motivierten Angriff gleichkommen. Das Fanprojekt Bremen hat gezeigt, wie eine solche Unterstützung aussehen kann.</p>
<p>Wir wünschen Ihnen in Aachen eine ähnlich erfreuliche Entwicklung. Die „Aachen Ultras“ haben dafür den richtigen Weg eingeschlagen. Unterstützen Sie Ihre Fans auf diesem Weg und verabschieden Sie sich von rechten und rechtsoffenen Ewiggestrigen, denn sie werden Ihnen nicht fehlen!</p>
<p>Herzliche Grüße aus Bremen, Racaille Verte</p>
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		<title>Antisemiten raus aus der Villa Ichon!</title>
		<link>http://www.verbrochenes.net/2011/12/07/antisemiten-raus-aus-der-villa-ichon/</link>
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		<pubDate>Wed, 07 Dec 2011 18:13:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bonde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bremisches]]></category>
		<category><![CDATA[Eigenes]]></category>

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		<description><![CDATA[Obwohl es in Bremen eine große Nazi-Szene gibt, findet man die umtriebigsten Antisemiten in der Hansestadt auf der Linken. Da gibt es den &#8220;AK Süd-Nord&#8221;, der sich mit Propaganda gegen Israel profiliert hat. Und da gibt es das Bremer Friedensforum, das sich ebenfalls seit Jahren mit abenteuerlichen Geschichten über den jüdischen Staat hervor tut. Dabei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Obwohl es in Bremen eine große Nazi-Szene gibt, findet man die umtriebigsten Antisemiten in der Hansestadt auf der Linken. Da gibt es den &#8220;AK Süd-Nord&#8221;, der sich mit <a href="http://www.verbrochenes.net/2008/02/26/antisemitische-propaganda/">Propaganda gegen Israel</a> profiliert hat. Und da gibt es das <a href="http://www.verbrochenes.net/2008/02/25/friede-sei-mit-euch/">Bremer Friedensforum</a>, das sich ebenfalls seit Jahren mit abenteuerlichen Geschichten über den jüdischen Staat hervor tut. Dabei greifen sie gerne in den riesigen historischen Fundus der Judenfeindlichkeit und schämen sich nicht, von durch Juden zerstörte Brunnen zu schwadronieren oder <a href="http://reflexion.blogsport.de/2011/07/20/in-bremen-hetzt-es-sich-gut/">einen Boykott jüdischer Betriebe</a> auf die Beine zu stellen. Im Bündnis mit der Linkspartei und türkischen und moslemischen Gruppen lassen sich in Bremen bei gutem Wetter schon einmal 7000 Menschen zu einer <a href="http://www.verbrochenes.net/2009/01/08/regenwurmer/">offen antisemitischen Demonstration</a> zusammenbringen.</p>
<p>So weit, so bekannt. Was neu ist, ist die organisierte Kritik an den genannten Gruppen durch das <a href="http://www.buendnis-bremen.tk/">&#8220;Bremer Bündnis gegen Antisemitismus&#8221;</a>. Dessen <a href="http://againstantisemitism.blogsport.de/texte/grundsatztextaufruf-gegen-antisemitische-positionen-im-bremer-friedensforum-und-ak-sued-nord-die-spitze-des-eisbergs/">Aufruf </a>könnte man kritisieren, &#8211; er könnte deutlicher sein und einige unglückliche Formulierungen weniger enthalten &#8211; man kann das aber auch lassen. verbrochenes.net unterstützt das Bremer Bündnis, weil sein Anliegen richtig ist und es die Kritik an Friedensforum und AK Süd-Nord über das Internet heraus trägt. </p>
<p>Erreicht hat sie bereits die taz, die sich umgehend auf die Seite der Antisemiten geschlagen hat: <a href="http://againstantisemitism.blogsport.de/2011/12/07/erste-resonanz/">&#8220;Philosemiten kämpferisch&#8221;</a> überschreibt das linke Blatt seine Kurzmeldung über das Bündnis, und was das heißen soll, kann man sich denken: Kritik am Antisemitismus üben nur Judenfreunde, Philosemiten eben, die ihren Judenknacks weg haben. Dass der Kampf gegen Antisemitismus einer für die Aufklärung, einer für das Eigeninteresse jedes Einzelnen, in einer erträglichen Gesellschaft zu leben, ist, das kann der taz-Lokalredakteur nur deshalb nicht begreifen, weil er selbst einiges für den Antisemitismus übrig hat. Man darf jetzt gespannt sein, ob die taz demnächst über antirassistische Bündnisse unter Zeilen wie <em>&#8220;Niggerfreunde machen Alarm&#8221;</em> berichten wird.   </p>
<p>Adressat des Aufrufs sind <em>&#8220;alle Organisationen und Gruppen, die bisher das Friedensforum sowie den AK-Süd-Nord für adäquate Bündnispartner gehalten haben&#8221;</em>. Namentlich genannt werden die Linkspartei Bremen &#8211; selbst eine Ansammlung skurriler Freaks mit antisemitischer Prägung &#8211; und der Asta der Uni Bremen. Nicht genannt, obwohl als Ziel einer solchen Kampagne sehr viel geeigneter, wird die Bremer Landesregierung. Dabei gehört die zu den größten Unterstützern des Bremer Friedensforums: Die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Villa_Ichon">Villa Ichon</a>, in der das Forum standesgemäß residiert, gehört dem Land Bremen. Es ist also nicht zu viel gesagt, wenn man der rot-grünen Landesregierung vorwirft, eine antisemitische Organisation zu unterstützen. Und es ist auch nicht zu viel verlangt, wenn man von ihr fordert, diesen Zustand umgehend zu beenden. Belege für antisemitische Plakate und Aktionen gibt es wie erwähnt genug, und so kann die politische Forderung an Politik und Öffentlichkeit nur heißen: <strong>Antisemiten raus aus der Villa Ichon!  </strong></p>
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		<title>Libero auf Modernisierungskurs</title>
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		<pubDate>Wed, 16 Nov 2011 16:20:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bonde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Eigenes]]></category>

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		<description><![CDATA[In den letzten Jahren haben die Medien das Thema &#8220;Homosexualität im Fußball&#8221; für sich entdeckt. Seitdem kann man immer mal wieder Artikel lesen, in denen dann steht, dass es keinen offen schwulen Profi-Fußballer gibt, gefolgt von einem Zitat eines Spielers oder Funktionärs, dass das aber wirklich gar kein Problem wäre und niemand irgendwas gegen Schwule [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In den letzten Jahren haben die Medien das Thema &#8220;Homosexualität im Fußball&#8221; für sich entdeckt. Seitdem kann man immer mal wieder Artikel lesen, in denen dann steht, dass es keinen offen schwulen Profi-Fußballer gibt, gefolgt von einem Zitat eines Spielers oder Funktionärs, dass das aber wirklich gar kein Problem wäre und niemand irgendwas gegen Schwule habe. Allerdings scheinen fast alle, die über Homosexualität im Fußball reden, anschließend über ihre eigene Heterosexualität reden zu müssen, so zum Beispiel <a href="http://lizaswelt.net/2011/10/28/offensive-der-heteros/">Arne Friedrich und Philipp Lahm.</a> Das ist angesichts der Verhältnisse in Gesellschaft und Sport auch nur vernünftig. Denn als Schwuler kann man inzwischen zwar im Show-Business, also als Komiker, Moderator oder als Bürgermeister von Berlin, erfolgreich arbeiten, von den echten Männerberufen hält man sicher aber besser fern. Denn im Fußball will das Volk echte Kämpfer sehen. Und ob jemand das sein kann, hängt in der öffentlichen Wahrnehmung offensichtlich noch davon ab, mit wem er ins Bett geht. Wer sich heute outen würde, müsste deshalb nicht nur mit dem Medienrummel leben, sondern auch mit Gehaltseinbußen und Jobverlust rechnen. Fußball wird von Sponsoren und dem Fernsehen bezahlt, und es ist leicht auszurechnen, dass erstere in aller Regel keinen schwulen Fußballer als Aushängeschild bezahlen wollen. Deshalb gilt bis auf weiteres <em>don´t ask, don´t tell</em> und es ist nicht damit zu rechnen, dass demnächst ein Fußballer gegen seine eigenen wirtschaftlichen Interessen sein coming out plant. </p>
<p>Gleichzeitig schafft Fußball einen öffentlichen Raum, an dem von Millionen von Menschen teilhaben. Es ist also für alle, die Homophobie für ein abzuschaffendes Übel halten, keine Nebensache, wenn dieselbe sich beim Fußball so hartnäckig hält &#8211; Fortschritt in den Fankurven ist Fortschritt in der Gesellschaft. Deshalb ist die <a href="http://www.aktion-libero.de/">&#8220;Aktion Libero&#8221;</a> unbedingt zu unterstützen, die seit heute auf vielen Sportblogs für eine erneute Auseinandersetzung mit dem Thema wirbt. Sie schreibt: </p>
<blockquote><p>Ein Spiel dauert neunzig Minuten. Zumindest im besten Fall, für schwule Profifußballer dauert das Versteckspiel ein Leben lang: Keiner wagt es, seine Homosexualität offen zu leben. So schön Fußball auch ist – Ressentiments halten sich in seinem Umfeld hartnäckig.</p>
<p>Ein unerträglicher Zustand! Ob jemand schwul  ist, oder rund, oder grün, das darf keine Rolle spielen. Wir alle sollten ein bisschen besser aufpassen – auf unsere Worte, unser Denken, unsere Taten: Die Freiheit jedes Einzelnen ist immer auch die eigene Freiheit.</p>
<p>Wir schreiben in unseren Blogs über Sport, und unsere Haltung ist eindeutig:<br />
Wir sind gegen Homophobie. Auch im Fußball.</p></blockquote>
<p>Das können wir so unterschreiben. Zu hoffen ist, dass die Aktion Wirkung über den Mikrokosmos der Sportblogs hinaus zeigt und auch in den Stadien immer mehr Menschen sich offen gegen Homophobie positionieren. Wie so oft steht die Fanszene des SV Werder Bremen auch hier an der Spitze des Fortschritts und hat sich schon vor anderthalb Jahren mit viel Aufwand klar gegen die herrschende Homophobie geäußert: </p>
<p><a href="http://www.verbrochenes.net/wp-content//choreoweb-1.jpg"><img src="http://www.verbrochenes.net/wp-content//choreoweb-1.jpg" alt="" title="choreoweb-1" width="400" height="360" class="aligncenter size-full wp-image-2448" /></a></p>
<p>Und auch 2011 kann man <a href="http://board.fanszene-bremen.net/thread.php?postid=773157#post773157">die Homophoben</a> noch mit <a href="http://www.zaunsturm1905.de/images/stories/Saison%202011-12/Mainz%20-%20Bremen/JAN_5603.JPG">einer Regenbogenfahne</a> provozieren. Und wenn man kann, dann soll man auch. Vielleicht ist es dann irgendwann so weit, dass ein Fußballer nicht bereitwillig über seine Heterosexualität Auskunft gibt, sondern einfach verkündet, dass seine Sexualität niemanden etwas angeht. Das wäre ein echter Fortschritt gegenüber dem üblichen &#8220;Ich habe nichts gegen Schwule<a href="http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&#038;v=UniYXL1qBDI#!">, no homo!&#8221;<br />
</a></p>
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		<title>CLICK CLICK BANG</title>
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		<pubDate>Wed, 05 Oct 2011 12:48:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bonde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bremisches]]></category>
		<category><![CDATA[Musikalisches]]></category>

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		<description><![CDATA[So oder so ähnlich heißt die beste Party des Jahres, die an diesem Freitag, dem 07.10., im Pier2 in Bremen stattfindet. Dort trifft sich der unbewaffnete Arm der europäischen Ultra-Bewegung und zeigt, dass man nicht viel mehr als Turnschuhe und Techno braucht, um einen guten Abend zu haben. Für mehr Freude in Bremen als Michael [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>So oder so ähnlich heißt <a href="http://infamousyouth.org/?content=showNews&#038;id=29">die beste Party des Jahres</a>, die an diesem Freitag, dem 07.10., im Pier2 in Bremen stattfindet. Dort trifft sich der unbewaffnete Arm der europäischen Ultra-Bewegung und zeigt, dass man nicht viel mehr als Turnschuhe und Techno braucht, um einen guten Abend zu haben. Für mehr Freude in Bremen als Michael Oenning sorgen dann Menschen, die hanne &#038; lore, das taktmodul oder einfach Philipp heißen. Da will man natürlich dabei sein, und verbrochenes.net würde zwei Freikarten verlosen, wenn es sich nicht um eine Soliparty handeln würde, deren Erlöse zu einhundertundzehn Prozent in die Verbesserung der real existierenden Misere gesteckt werden. Gut angelegte acht oder zehn oder neunundneunzig Euro also. Aber, Freundinnen und Freunde, tut mir einen Gefallen: Passt auf Euch auf. </p>
<p><a href="http://www.facebook.com/event.php?eid=152087301528838">Facebook</a></p>
<div id="facebook_like"><iframe src="http://www.facebook.com/plugins/like.php?href=http%3A%2F%2Fwww.verbrochenes.net%2F2011%2F10%2F05%2Fclick-click-bang%2F&amp;layout=standard&amp;show_faces=true&amp;width=500&amp;action=like&amp;font=segoe+ui&amp;colorscheme=light&amp;height=80" scrolling="no" frameborder="0" style="border:none; overflow:hidden; width:500px; height:80px;" allowTransparency="true"></iframe></div>]]></content:encoded>
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		<title>Events und Happenings</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Sep 2011 19:17:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bonde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bremisches]]></category>
		<category><![CDATA[Sportliches]]></category>

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		<description><![CDATA[verbrochenes.net, das Event-Magazin für Mitteleuropa und umzu, präsentiert Euch zwei neue Veranstaltungen der Extraklasse, die Ihr nicht verpassen solltet. Erstens: Demonstration gegen rechte Gewalt in Bremen. Alles über den Anlass für diese Demo habt Ihr hier längst erfahren. Den ganzen Aufruf findet Ihr hier. Die Demo fängt um 17 Uhr am Ostkurvensaal an und endet [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>verbrochenes.net, das Event-Magazin für Mitteleuropa und umzu, präsentiert Euch zwei neue Veranstaltungen der Extraklasse, die Ihr nicht verpassen solltet. </p>
<p><em>Erstens: </em></p>
<p>Demonstration gegen rechte Gewalt in Bremen. Alles über den Anlass für diese Demo habt Ihr <a href="http://www.verbrochenes.net/2011/09/23/justiz-jeopardy/">hier längst erfahren.</a> Den ganzen Aufruf findet Ihr <a href="http://www.facebook.com/profile.php?id=100002981442013">hier.</a> Die Demo fängt um 17 Uhr am Ostkurvensaal an und endet vor dem Amtsgericht. Jetzt, wo Justiz und Politik deutlich gemacht haben, dass sie nicht bereit sind, antifaschistische Fans vor der Gewalt der Nazis zu schützen, ist jede Solidaritätsbekundung für die Opfer eine willkommene Unterstützung. Und gerade wenn Gerichtssprecher und andere Arschlöcher verkünden, prügelnde Faschos seien nicht ihr Problem, sondern das der linken Jugendlichen, ist die Restgesellschaft aufgerufen, zusammen mit den Opfern auf die Straße zu gehen. Also los, Mittwoch 17 Uhr, Ostkurvensaal. Alle jetzt, echt mal.   </p>
<p>Ich selbst kann leider nicht, ich mach da gerade Urlaub. </p>
<p><em>Zweitens: </em></p>
<p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=ENYjalk4fCQ">Über Duisburger wird berichtet, sie wären <strike>Untermenschen</strike> unterbelichtet. Für mich ist sowas Rassismus wie jeder andere auch!</a> Nun, eine schmissige Einleitung ist immer gut, aber <a href="http://campuswatchude.wordpress.com/2011/08/22/veranstaltung-das-problem-heist-antisemitismus-duisburg-die-linke-und-die-israelkritik-2/">die hier beworbene Veranstaltung</a> hat das eigentlich gar nicht nötig. Denn am fünften Oktober führt der famose Alex Feuerherdt durch ein interessantes Programm, in dem es um Antisemitismus in der Linken im allgemeinen und in der Duisburger Linkspartei im besonderen geht. Insofern man also in der Nähe wohnt oder mal was ganz Neues erleben will, ist man in Duisburg bestimmt gut aufgehoben. </p>
<div id="facebook_like"><iframe src="http://www.facebook.com/plugins/like.php?href=http%3A%2F%2Fwww.verbrochenes.net%2F2011%2F09%2F26%2Fevents-und-happenings%2F&amp;layout=standard&amp;show_faces=true&amp;width=500&amp;action=like&amp;font=segoe+ui&amp;colorscheme=light&amp;height=80" scrolling="no" frameborder="0" style="border:none; overflow:hidden; width:500px; height:80px;" allowTransparency="true"></iframe></div>]]></content:encoded>
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		<title>One solution &#8211; evolution!</title>
		<link>http://www.verbrochenes.net/2011/09/16/one-solution-evolution/</link>
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		<pubDate>Fri, 16 Sep 2011 10:19:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bonde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Anderes]]></category>
		<category><![CDATA[Eigenes]]></category>

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		<description><![CDATA[Die heutige Medienanalyse gilt folgendem Bild, das ich ohne zu fragen vom Antifaschistischen Netzwerk beziehungsweise der Antifa Westhavelland geklaut habe. Fangen wir mit der bildlichen Darstellung an: Die Vorfahren der hier aktiven Neonazis haben offensichtlich erst Ende des ersten Jahrtausends den aufrechten Gang gelernt. Als Jesus über den See Genezareth spazierte, schlug sich ein merkwürdiges [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die heutige Medienanalyse gilt folgendem Bild, das ich ohne zu fragen vom Antifaschistischen Netzwerk beziehungsweise der <a href="http://westhavelland.wordpress.com/2011/07/13/afn-neuruppin-blockiert/">Antifa Westhavelland</a> geklaut habe.</p>
<p><a href="http://westhavelland.files.wordpress.com/2011/07/2011-07-09-neuruppin-fkn-004-top.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2381" title="2011-07-09-neuruppin-fkn-004-top" src="http://www.verbrochenes.net/wp-content//2011-07-09-neuruppin-fkn-004-top.jpg" alt="" width="500" height="389" /></a></p>
<p>Fangen wir mit der bildlichen Darstellung an: Die Vorfahren der hier aktiven Neonazis haben offensichtlich erst Ende des ersten Jahrtausends den aufrechten Gang gelernt. Als Jesus über den See Genezareth spazierte, schlug sich ein merkwürdiges Mischwesen aus Affe, Katze und Bär durch die später ostdeutsch werdenden Gebiete. Gegen Ende des Mittelalters war aus diesem erstklassigen Genmaterial ein deutscher Wandersmann entstanden, der sich 1945 böse verletzt haben muss, woraufhin er sich einen Stock zulegte und anschließend für einige hundert Jahre unsichtbar wurde. Doch damit nicht genug der merkwürdigen Ereignisse: Weil sich Zeit und Raum etwas gekrümmt haben, sind wir in dieser Zeit nur bis ins Jahr 2011 voran gekommen, und der politische Nachwuchs des eingangs gezeigten Halbaffen hat sich seit 1945 kein Stück verändert. Ab jetzt wird er, wenn das nach 1945 aufgetretene Raum-Zeit-Gelöt hält, noch mehrere Jahrzehnte brauchen, um sich seines Unterleibs zu entledigen, dabei dennoch deutlich zu wachsen, und an seinem Krückstock eine Fahne zu befestigen. Eine Rückkrümmung der Zeit hingegen würde bedeuten, dass er darauf noch mehrere hundert Jahre warten muss.</p>
<p>Was kann nun die ausführliche Beschriftung zum besseren Verständnis des Transparents beitragen? &#8220;Vom Schuldkult zur Mitschuld&#8221; &#8211; ist das zeitlich zu verstehen? Da der &#8220;Schuldkult&#8221; in der Mitte der Zeitleiste eingeordnet ist, würde das die &#8220;Mitschuld&#8221; dahinter einordnen. Fraglich ist nun, ob sie sich auf die Revolution bezieht &#8211; eine Mitschuld an der Revolution? &#8211; oder auf ein noch dahinter liegendes Ereignis, eventuell gar auf das Nachfolgetransparent für die nächste Demonstration, in dem die ganze Sache dann aufgelöst wird. Denkbar wäre dann, dass die Revolution scheitert, vielleicht weil eine Fahne einfach keine hinreichende Waffe mehr ist, so um 2109 rum, und dann hinterher die Mitschuldfrage gestellt wird.</p>
<p>Vielleicht ist die Mitschuld aber auch im Zusammenhang zur gezeigten Evolution zu sehen: Aus dem Affen wird ein sich seiner selbst bewusst seiender Mensch, genau wie Eva und Adam sich ihrer selbst erst bewusst wurden, als sie vom Apfel aßen &#8211; der Sündenfall. Selten wurden Evolution und christliche Theologie so gekonnt verzahnt, selten wurde der katholische Schuldkult so subtil kritisiert. </p>
<p>Aber stellen wir uns nicht dumm, lesen wir mal bei den Künstlern selbst nach: </p>
<blockquote><p>&#8220;&#8230;darauf aufmerksam zu machen, was der Schuldkult im Laufe der Jahrzehnte mit unserem Volk angerichtet hat. Wir wurden zum ewigen Täter erklärt und fressen jede noch so dreiste Lüge, ohne sie auch nur einmal zu hinterfragen. (&#8230;) Mit dieser Ignoranz, trägt ein gesamtes Volk Mitschuld an den Missständen auf der Welt.&#8221;</p></blockquote>
<p>Hört, hört! Die Kollektivschuldthese ist wieder da, unwahrscheinlicherweise vorgetragen von ostdeutschen Neonazis. Die antideutschen Nationalsozialisten sind geboren, und ihr Vorwurf lautet auf nicht weniger als &#8220;Mitschuld an den Missständen auf der Welt&#8221;. Ein &#8220;gesamtes Volk&#8221; wird hier angeklagt, und das Rezept gegen den &#8220;Schuldkult&#8221; der Deutschen ist der Vorwurf an sie, schuldig zu sein. Damit sind die Kameraden schon vor der Revolution bei einer Erkenntnis angelangt, für die der Führer ein ganzes Leben und einen verlorenen Krieg gebraucht hat: Die Deutschen, die taugen nichts. </p>
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		</item>
		<item>
		<title>Bremen haut auf die Pauke!</title>
		<link>http://www.verbrochenes.net/2011/08/28/bremen-haut-auf-die-pauke/</link>
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		<pubDate>Sun, 28 Aug 2011 08:49:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bonde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bremisches]]></category>
		<category><![CDATA[Sportliches]]></category>

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		<description><![CDATA[Werder Bremen hat eine Stellungnahme zu einigen Vorfällen im Hoffenheimer Gästeblock veröffentlicht. Darin heißt es: &#8220;Im Verlauf der Unruhen im Block kam es auf Seiten der Fans zum Einsatz von Stockfahnen als Schlaginstrumente (!).&#8221; Äußerst bedauerlich ist, dass die Stellungnahme uns nicht verrät, welche Schlaginstrumente genau hier emuliert wurden. Waren es Chinabecken? Oder ein Glockenspiel? [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Werder Bremen hat<a href="http://www.werder.de/de/fankurve/news/35146.php"> eine Stellungnahme </a>zu einigen Vorfällen im Hoffenheimer Gästeblock veröffentlicht. Darin heißt es: </p>
<p>&#8220;Im Verlauf der Unruhen im Block kam es auf Seiten der Fans zum Einsatz von Stockfahnen als Schlaginstrumente (!).&#8221; </p>
<p>Äußerst bedauerlich ist, dass die Stellungnahme uns nicht verrät, welche <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Schlaginstrumente">Schlaginstrumente</a> genau hier emuliert wurden. Waren es Chinabecken? Oder ein Glockenspiel? Vielleicht eine Trommel? Wobei man zum Trommeln ja eigentlich gar keine Stockfahnen &#8211; und schon gar keine Fahnenstöcke! &#8211; braucht, wenn man eine Trommel hat. Vielleicht erklang in Hoffenheim auch ein <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Agog%C3%B4">Agogô</a> &#8211; aber, pardon, spielt das nicht als Linksverteidiger in Hamburg? </p>
<p>Während die musikalische Rollenverteilung im Fanblock also noch unklar ist, weiß man beim Bremer Vorstand immer ganz genau, was man zu hören kriegt. Klaus-Dieter Fischer ist nämlich nicht nur Geschäftsführer und Vorsitzender des Vereins, auch er spielt ein Schlaginstrument: die Arschgeige. Auf der hat er es zu einiger Berühmtheit gebracht, und so darf man davon ausgehen, dass er keine Strafanzeige gegen das inzwischen bundesweit bekannte Hoffenheimer Stadionpersonal im Sinne hat, wenn er sagt: „Werder Bremen verurteilt die Benutzung von Pyrotechnik und die Anwendung von Gewalt. Wir sind zuversichtlich, die Schläger durch die entsprechenden Bilder identifizieren und belangen zu können&#8221;. </p>
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		<title>TeeShee</title>
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		<pubDate>Thu, 25 Aug 2011 21:27:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bonde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Eigenes]]></category>

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		<description><![CDATA[Bald kommt der Sommer, und dann habt Ihr nichts anzuziehen. Muss das sein? Nein! Es ist Zeit, sich modisch mit den coolsten Girls und Boys des Planeten gemein zu machen und gleichzeitig vom Rest der Welt abzusetzen. Die Leserinnen und Leser von verbrochenes.net haben jetzt die einmalige Möglichkeit, mit einem folgendermaßen bedruckten Gesinnungs-Shirt auf sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bald kommt der Sommer, und dann habt Ihr nichts anzuziehen. Muss das sein? Nein! Es ist Zeit, sich modisch mit den coolsten Girls und Boys des Planeten gemein zu machen und gleichzeitig vom Rest der Welt abzusetzen. Die Leserinnen und Leser von verbrochenes.net haben jetzt die einmalige Möglichkeit, mit einem folgendermaßen bedruckten Gesinnungs-Shirt auf sich aufmerksam zu machen. </p>
<p><a href="http://www.verbrochenes.net/wp-content//ti-schi_klein.gif"><img src="http://www.verbrochenes.net/wp-content//ti-schi_klein.gif" alt="" title="ti-schi_fin" width="500" height="386" class="aligncenter size-full wp-image-2351" /></a></p>
<p>Kleinere Geister als die abgebildeten werden einwenden, dass Ailton doch keine Zeile Marx gelesen und Sharon kein einziges Bundesligator erzielt habe, und irgendwo stimmt das ja auch. Aber, Freunde, stellt Euch bitte folgende Fragen: Ist das wichtig? Ist es nicht viel wichtiger, dass wir, die pro-zionistischen Kommunisten aus Bremen, Gelsenkirchen, Istanbul, Hamburg, Belgrad, Zürich, Duisburg, Donezk, Altach, Campinense, Chongqing, Krefeld und Oberneuland, eine unzertrennliche und doch weit verstreute Shirtgemeinschaft bilden können? </p>
<p>Gedruckt wird schwarz auf ein weißes Shirt von anständiger Qualität &#8211; koste es, was es baumwolle. Pardon: Die Kosten sind abhängig von der Anzahl der Menschen, die eine eMail mit &#8220;Ja, ich will!&#8221; und der gewünschten Größe an teeshee@verbrochenes.net schicken. Alles weitere wird auf konspirativen Treffen geklärt, und wenn sie fertig sind, können die Hemden in Berlin und Bremen überreicht werden oder überall hin verschickt werden. Profit findet selbstverständlich nicht statt, und weiblich sozialisierte Menschen dürfen die von ihnen gesellschaftlich erwartete Variante wählen: Das &#8220;Girlie-Shirt&#8221;. Ja, gibts. Heißt so, kann ich auch nichts für. &#8220;Girlie&#8221;. Hm-mh. </p>
<p>Es ist zwar offensichtlich, aber ich spreche es gerne noch einmal aus: Wenn jemand professionelles Grafik-Design benötigt &#8211; ich kenne da jemanden! </p>
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		<title>Der Neid auf Scheit</title>
		<link>http://www.verbrochenes.net/2011/08/15/der-neid-auf-scheit/</link>
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		<pubDate>Sun, 14 Aug 2011 23:18:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bonde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Anderes]]></category>
		<category><![CDATA[Erbrochenes]]></category>

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		<description><![CDATA[In der aktuellen Jungle World dürfen Deniz Yücel und Gerhard Scheit ihre Meinung zum Begriff der Islamophobie kund tun. Beide tun das so, wie man es erwarten würde. Beeindruckender ist dabei Gerhard Scheit, weshalb sein Text hier ausführlich gewürdigt werden soll. Und mit ausführlich meine ich, dass ich ihn vollständig zitieren werde. Scheit eröffnet: Alle [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der aktuellen Jungle World dürfen Deniz Yücel und <a href="http://jungle-world.com/artikel/2011/32/43769.html">Gerhard Scheit</a> ihre Meinung zum Begriff der Islamophobie kund tun. Beide tun das so, wie man es erwarten würde. Beeindruckender ist dabei Gerhard Scheit, weshalb sein Text hier ausführlich gewürdigt werden soll. Und mit ausführlich meine ich, dass ich ihn vollständig zitieren werde. </p>
<p>Scheit eröffnet:</p>
<blockquote><p>Alle Zeichen der Öffentlichkeit deuten darauf hin, dass der Attentäter von Norwegen als Verkörperung des Begriffs »Islamophobie« in die Geschichte der Lügen dieser Öffentlichkeit eingehen soll.</p></blockquote>
<p>Er benutzt hier einen inzwischen in Veröffentlichungen aller politischen Strömungen beliebten Kniff: Er unterstellt, dass die öffentliche Meinung (oder der Zeitgeist, die politische Klasse, die Medien, usw.) sich einig sei und zu einem bestimmten Thema Konsens herrsche. Und dann wird er selbst die Gegenposition einnehmen, fast alleine gegen den Rest der Welt. Man kennt das von Konservativen, die die Medien in den Händen der 68er sehen, von Sozialdemokraten, die sich von rechten Medienkartellen ignoriert oder verunglimpft sehen und natürlich von Antisemiten, die die Medien in Judenhand wähnen. Kürzlich hat Jan Fleischhauer es im Spiegel <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,773617,00.html">fertig gebracht</a>, der Allgemeinheit eine Abneigung gegen Steuer<em>senkungen</em> zu unterstellen &#8211; so kann man sich anscheinend selbst mit der Forderung nach Steuersenkungen noch zum einsamen Rufer stilisieren, ohne ausgelacht zu werden.</p>
<p>Die Ironie an dieser Argumentation ist, dass sie, sobald sie veröffentlicht wird, sich damit selbst widerlegt hat. Man kann nicht etwas veröffentlichen und anschließend behaupten, alle (!) Veröffentlichungen würden das Gegenteil der eigenen Meinung vertreten. So geht es Fleischhauer, der für den Spiegel schreibt, und so geht es auch Scheit, obwohl er nur für eine kleine Wochenzeitung schreibt. Schließlich hatte er selbst nicht von &#8220;einigen&#8221; oder &#8220;vielen&#8221;, sondern von &#8220;<em>allen</em> Zeichen der Öffentlichkeit&#8221; gesprochen. Dass Scheit mit diesen &#8220;Zeichen der Öffentlichkeit&#8221; einen neuen Begriff einführt, muss man entschuldigen, das ist so seine Art; er will originell wirken.<del datetime="2011-08-15T18:17:16+00:00"> Das gelingt ihm umso mehr, als bei ihm die Zeichen &#8220;deuten&#8221;. Zeichen deuten aber nicht, sie zeigen, deuten muss man sie schon selber.</del><br />
Beachtlich ist auch das &#8220;soll&#8221; am Ende des Satzes. Hier <em>wird</em> nicht einfach etwas passieren, sondern es <em>soll </em>passieren, jemand zieht offenbar die Fäden.  </p>
<p>Es geht weiter:</p>
<blockquote><p>Der Anschlag sei demnach nur die logische Konsequenz des »Feindbilds Muslim«.</p></blockquote>
<p>Wer das behauptet? Da würde man sicher jemanden finden, aber wir müssen uns mit  &#8220;allen Zeichen der Öffentlichkeit&#8221; begnügen, die <del datetime="2011-08-15T18:17:16+00:00">nicht nur deuten, sondern</del> offenbar relativ konkrete Aussagen machen können. </p>
<blockquote><p>Dabei zeigen Tat und Manifest in der unsagbaren Grausamkeit und der Methodik ihres Wahns, dass das Motiv purer Neid auf den Islam war.</p></blockquote>
<p>Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Die Tat zeigt in der Grausamkeit ihres Wahns, dass das Motiv Neid auf den Islam war. Um es vorweg zu nehmen: Das gibt keinen Sinn. Man kann danach suchen, aber man wird keinen finden. Man kann nach der Aussage suchen, um Scheit dann zu widersprechen, aber selbst das bleibt unmöglich, weil der Satz keine in sich logische Aussage enthält. Die Behauptung, Neid auf den Islam sei das Motiv gewesen, ist eine derart spezielle, dass sie unmöglich allein durch das Vorhandensein von Grausamkeit und Methodik belegt werden kann.</p>
<p>Was er tatsächlich sagt, ist banal: Die Tat war grausam, der Täter im Wahn, sein Vorgehen methodisch. Aus keiner dieser Tatsachen kann man irgendetwas über seine Motive herauslesen, schon gar nicht eine derart steile These wie die vom Neid auf den Islam damit rechtfertigen. Aber sprachlich ist das interessant. Man kann banale Erkenntnisse schick verpacken, indem man sie in einem Satz durcheinanderwirft und in Beziehung setzt:<br />
Tat und Manifest zeigen etwas, aber sie tun es nicht einfach, sie tun es <em>in ihrer Grausamkeit und ihrer Methodik</em> &#8211; nein, noch besser: in der Grausamkeit und der Methodik <em>ihres Wahns.</em> Das ist nicht etwa ein komplizierter Sachverhalt, das ist Quatsch, prätentiös formuliert. Man beachte auch, dass es nicht nur um Neid, sondern um &#8220;puren Neid&#8221; geht. Das ist einerseits ein Tick der Antideutschen, jede Formulierung noch einmal zu verschärfen durch Wörter wie &#8220;pur&#8221;, &#8220;notwendig&#8221;, &#8220;total&#8221;, &#8220;einzig&#8221;, &#8220;alle&#8221; usw., andererseits macht es noch einmal klar, was Scheit hier für einen Quatsch behauptet: Für Breiviks irren Massenmord bietet er nicht nur den ominösen Neid auf den Islam als Motiv an, er schließt auch alle anderen Motive und Beweggründe, die hier mit reingespielt haben könnten, aus &#8211; es ist <em>purer</em> Neid, nicht verunreinigt durch irgendeinen anderen Gedankengang. Angesichts der Tat und ihrer Opfer ist das eine These, die ganz offensichtlich falsch ist.</p>
<p>Wer nun erwartet, vielleicht im nächsten Satz eine zumindest kurze Begründung für Scheits steile These zu lesen, wird natürlich enttäuscht. Es gibt wichtigeres.</p>
<blockquote><p>Der Attentäter teilt diesen Neid in äußerster Steigerung mit bestimmten politischen Kräften, wie sie sich auf unmittelbar postnazistischem Grund etwa in der FPÖ zusammenfinden. Von Islamophobie ist nicht nur die Rede, um eine diesen Kräften entgegengesetzte, auf die Aufklärung sich berufende Kritik des Islam zu denunzieren. Der Begriff wurde vielmehr erfunden, um eben jenen Neid als ein ­Derivat des Antisemitismus unkenntlich zu machen.</p></blockquote>
<p>Zwar spricht es nicht gerade für die Postnazismus-Theorie von Scheit und seinen Konsortionalpartnern, wenn ein Norweger in Norwegen norwegische Sozialdemokraten ermordet und dabei sein Motiv mit der FPÖ teilt, aber es ist auch verständlich, dass Scheit diese Theorie als sein Kerngeschäft hier doch irgendwie bewerben will.<br />
Viel wichtiger ist die Aussage danach: Der Begriff der Islamophobie wurde erfunden, um den Neid auf den Islam als ein Derivat des Antisemitismus unkenntlich zu machen. Man darf sich das also so vorstellen, dass irgendwo jemand sitzt, der gemerkt hat, dass aus Antisemitismus ein Neid auf den Islam wird, und der sich ob dieser Entdeckung dann entschlossen hat, diesen Umstand zu verschleiern. Flugs hat er Stift und Zettel zur Hand genommen und den Begriff der Islamophobie erfunden, mit der er jetzt den Antifaschisten und Küchentischpsychologen Scheit denunziert und so davon abhält, die FPÖ zu Tode zu kritisieren. Wer da nun wann so vorsätzlich gehandelt hat, bleibt unklar. Dafür darf sich Scheit nun höchstpersönlich in der Opferrolle wiederfinden, und das ist ja auch was wert.</p>
<p>&#8220;Neid auf den Islam&#8221; &#8211; was soll das eigentlich heißen? Neid verspürt man, weil jemand anders etwas hat oder etwas ist, was man selbst gerne hätte oder wäre. Nun kann eine Person eine andere um etwas beneiden, es ist aber schlechterdings unmöglich, dass eine Person eine Religion oder eine Weltanschauung um etwas beneidet. &#8220;Ich beneide den Islam&#8221; ist eine unsinnige Formulierung. Ich kann zwar die Muslime beneiden, weil sie so eine schöne Umma haben, oder einen christlichen Freund, weil er Trost in der Religion findet, ich kann sogar einen Baum beneiden, weil der echt die Ruhe weg hat &#8211; ich kann aber nicht &#8220;den Islam&#8221; beneiden, weil ich als Person seine Eigenschaften gar nicht übernehmen könnte. Aber womöglich wird das die psychische Erkrankung des 21. Jahrhunderts: &#8220;Herr Doktor, ich wäre gerne eine Weltanschauung!&#8221;</p>
<p>Gerhard Scheit könnte einfach vom Neid auf die Muslime sprechen, aber das tut er nicht. Es scheint da nicht unplausibel, dass die ständige Rede von &#8220;dem Islam&#8221; als einer irgendwie homogenen Einheit, einem monolithischen Block, sich inzwischen dahingehend weiterentwickelt hat, dass &#8220;der Islam&#8221; tatsächlich als eine Art Person wahrgenommen und beschrieben wird, die dann folgerichtig auch beneidet werden kann. </p>
<p>Im folgenden Absatz, der aus einem einzigen Satz besteht, bleibt dann auch unklar, wer denn nun beneidet wird.</p>
<blockquote><p>Beneidet wird nämlich, dass der Islam verwirklicht, wozu man selbst nicht imstande ist oder woran man relativ erfolgreich gehindert wird; dass diese Religion gemeinschaftsbildend im politischen Sinn ist; dass der gläubige Muslim seinen Status als Überflüssiger auf dem Arbeitsmarkt nicht nur so gut erträgt, sondern daraus Stolz und Würde, und, in Gestalt des jihadistischen Kollektivs, Kampfgeist gegen einen Feind gewinnt, den man als Hirngespinst mit den Jihadisten durchaus gemeinsam hat, nämlich die isoliert betrachtete, abstrakte Seite des Kapitals, in dieser oder anderer Form auf die Juden projiziert, die alle Gemeinschaften zersetzten.</p></blockquote>
<p>Der erste Punkt ist genau der, den ich oben gemacht habe: Menschen und Religionen sind verschiedene Dinge, und das meiste, wozu eine Religion im Stande ist, kann ein Mensch nicht. Scheit schreibt einen absolut banalen Umstand auf, als habe er eine Riesenerkenntnis zu präsentieren. Der zweite Punkt, <em>dass diese Religion gemeinschaftsbildend im politischen Sinn ist</em>, ist ebenfalls banal, oder falsch. Gehen wir davon aus, dass die Behauptung ist, der Islam sei gemeinschaftsbildend im politischen Sinne, und Breivik und die Postnazisten beneideten die Muslime darum. Dann ist anzumerken, dass natürlich auch das Christentum gemeinschaftsbildend wirkt, in vielerlei Hinsicht und an verschiedenen Orten vom Vatikan bis in die USA, selbstredend auch in Mitteleuropa. Wie diese Gemeinschaften keine &#8220;im politischen Sinne&#8221; sein sollen, müsste der Politikwissenschaftler Scheit &#8211; wie so vieles &#8211; schon noch ausführen, um irgendwie sinnvoll argumentieren zu können. Dass einzig der Islam in der Lage sei, gemeinschaftsbildend im politischen Sinne zu wirken, ist aber ohnehin Unsinn. Andere Religionen sind dazu in der Lage, vermutlich fast alle, und andere Ideologien sind es auch, der Nationalismus ist nur die prominenteste.</p>
<p>Dass man diese Basisbanalitäten referieren muss, um Scheit zu widerlegen, das ist das wirklich Ärgerliche an ihm.</p>
<p>Vielleicht ist es aber auch der apodiktische Stil, mit dem der größte Quatsch aufgetischt wird. Laut Scheit wird beneidet,<em> &#8220;dass der gläubige Muslim seinen Status als Überflüssiger auf dem Arbeitsmarkt nicht nur so gut erträgt, sondern daraus Stolz und Würde, und, in Gestalt des jihadistischen Kollektivs, Kampfgeist gegen einen Feind gewinnt, den man als Hirngespinst mit den Jihadisten durchaus gemeinsam hat, nämlich die isoliert betrachtete, abstrakte Seite des Kapitals, in dieser oder anderer Form auf die Juden projiziert, die alle Gemeinschaften zersetzten.&#8221;</em></p>
<p>Um das kurz festzuhalten: &#8220;Der (!) gläubige Muslim&#8221; ist arbeitslos und erträgt das gut. &#8220;Der gläubige Muslim&#8221; gewinnt aus seiner Arbeitslosigkeit &#8211; neben Stolz und Würde &#8211; Kampfgeist. Gegen: die abstrakte Seite des Kapitals. Allerdings muss er dafür seine Gestalt verändern. Er verwandelt sich dann in den ideellen Gesamt-Osama: das jihadistische Kollektiv. Nochmal: &#8220;Der gläubige Muslim&#8221; und das &#8220;jihadistische Kollektiv&#8221; sind ein und dasselbe, in unterschiedlicher Gestalt.<br />
Da kann man kaum mehr etwas hinzufügen, obwohl ich eingestehen muss, dass mein Motiv für diesen Text der Neid auf Scheit ist: Er darf &#8220;zersetzten&#8221; als Konjunktiv von &#8220;zersetzen&#8221; benutzen, wo wir anderen alle &#8220;zersetzen würden&#8221; schreiben müssen, um nicht mit dem Imperfekt in Konflikt zu geraten. Dabei sehen wir aus wie Oberschüler, und Scheit steht da wie Adorno. </p>
<p>Es geht weiter, Satz für Satz, es lohnt sich.</p>
<blockquote><p>So ist aber der als Hass hervortretende Neid auf den Islam letztlich nur von dessen eigenem antisemitischen Potential aus zu verstehen.</p></blockquote>
<p>Dass Scheit die Existenz von Hass hier einräumt, wenn auch nicht explizit als Hass auf den Islam, sollte man im Hinterkopf behalten, schließlich ist der Titel des Texts <em>&#8220;Es gibt keine Islamophobie&#8221;</em>. Dass nun etwas <em>&#8220;nur von XY aus zu verstehen&#8221; </em>sei, ist eine der antideutschen Phrasen, die stets gut aussehen, aber selten halten, was sie versprechen. Was sagt Scheit uns also? Bis eben war der Neid auf den Islam noch <em>&#8220;ein Derivat des Antisemitismus&#8221;</em>. In Kombination mit obigem Satz lässt sich also schließen: Das Derivat des Antisemitismus ist nur von seinem antisemitischen Potential aus zu verstehen. </p>
<p>Handelt es sich vielleicht um eine Art Kreislauf?<br />
Dass das Derivat des Antisemitismus auch noch ein antisemitisches Potential hat, ist beachtlich; dass es von diesem aus zu verstehen sei, immerhin tröstlich, wo es doch sonst nichts zu verstehen gibt. </p>
<p>Der folgende Absatz enthält nur einen Punkt am Ende, dafür gibt es zwei aufeinander folgende Doppelpunkte sowie einen Gedankenstrich &#8211; Scheit ist nicht zu stoppen, erst recht nicht von Scheit.  </p>
<blockquote><p>Die Mus­lime stellen für den Antisemiten des Abendlands nämlich eine einzige große narzisstische Kränkung dar, wie sie keine andere der von ihm sonst noch verachteten und physisch bedrohten Gruppen von Immigranten bereithält: Er sieht sich durch sie herausgefordert, das Abendland als das »konkrete«, das »schaffende Kapital« nicht vor »fremden Rassen« als der einbrechenden Natur oder was auch immer zu verteidigen (darum ist der oft als Alternative zur »Islamophobie« vorgeschlagene Begriff »antimuslimischer Rassismus« irreführend), sondern vor der wachsenden Macht einer religiösen Gemeinschaft, die gleichermaßen beargwöhnt wie beneidet wird, weil sie ganz ohne eigenes »schaffendes Kapital«, oder anders gesagt: ohne europäische Werte triumphieren kann – und der man, wegen ihres ausgeprägt judenfeindlichen Charakters, beim besten Willen nicht zu unterstellen vermag, dass sie ein Instrument des »raffenden Kapitals«, der Weltverschwörung des Judentums, sei.</p></blockquote>
<p>Um das wieder zu entzerren: Der Antisemit des Abendlandes will das schaffende Kapital gegen die Muslime verteidigen, die ihrerseits ganz ohne schaffendes Kapital auskommen.<br />
Wer argwöhnt, Scheit werfe hier zusammenhanglos ein paar Phrasen-Bruchstücke aus dem antikapitalistischen Fundus in die Islam-Runde, hat recht. Aber auch davor ist es interessant: <em>&#8220;Die Muslime stellen (&#8230;) eine einzige große narzisstische Kränkung dar&#8221;</em>. Es ist nicht etwa so, dass sie den Antisemiten kränken würde, nein, sie selbst stellen eine Kränkung dar. Vielleicht muss man in der Lage sein, seinen Namen zu tanzen, um zu wissen, wie ein Mensch eine Kränkung darstellt. </p>
<p>Dass Scheit das, was er zitierend &#8220;schaffendes Kapital&#8221; nennt, &#8220;anders gesagt&#8221; auch als &#8220;europäische Werte&#8221; bezeichnen kann, ist ein weiteres Indiz dafür, dass er längst seine eigene, ganz private Sprache spricht und schreibt. (Genau genommen gehört auch noch &#8220;das Abendland&#8221; in diese Reihe: &#8220;<em>das Abendland als (&#8230;) das »schaffende Kapital«&#8221;</em>, es ist halt alles irgendwie dasselbe.) </p>
<p>Wenn das auch alles gar keinen Sinn gibt, so kann man immerhin zwei weitere Häkchen auf der Liste antideutscher Phrasen machen: Die <em>narzisstische Kränkung</em> und <em>das konkrete (Kapital)</em> haben ihren Auftritt gehabt, wobei letzteres in diesem Fall auch für Martin Heidegger einspringen muss, der verblüffenderweise keine Rolle in Scheits Text spielt.  </p>
<blockquote><p>Beim Attentäter von Norwegen hat dieser Neid sich offenkundig ins psychopathische Extrem gesteigert – wobei deutlich wird, dass es bei ihm genau die nichtstaatliche Gewalt selber ist, die ihn so sehr fasziniert, als das, was die Antisemiten des Abendlands der Zivilisation opfern und ans Gewaltmonopol abgeben mussten, damit das Kapitalverhältnis überhaupt durchgesetzt werden konnte. Der Jihad schafft, was man selbst nicht mehr vermag: terroristische Rackets zu formieren. Und so verkleidete sich dieser Führer, der keine Masse mehr hinter sich vereinen kann, mit den seltsamsten Phantasie-Uniformen.</p></blockquote>
<p>Es ist keine analytische Meisterleistung, Anders Breivik einen psychopathischen Extremismus zu attestieren. Und einer Privatperson, die gerade 70 Menschen hingemetzelt hat, eine gewisse Faszination mit &#8220;nichtstaatlicher Gewalt&#8221; nachzusagen, ist auch nicht der ganz große Wurf. Es bleibt die implizite Behauptung, nichtstaatliche Gewalt sei ein Vorrecht der Muslime oder so etwas wie ein konstituierendes Phänomen muslimischer Gesellschaften. Denn auch wenn hier jetzt vom Jihad die Rede ist, sollte es doch der Neid auf &#8220;den Islam&#8221; sein, der Breivik ganz allein antrieb. So wirft Scheit Begriffe durcheinander, mit dem Ergebnis, dass Islam und Jihad scheinbar dasselbe werden.<br />
Der Jihad ist hier auf einmal Subjekt und schafft es, Rackets zu formieren. Nicht Menschen formen terroristische Banden, der Jihad tut es. Wiederum haben wir hier Menschen auf der einen Seite, die etwas nicht schaffen, und eine Ideologie auf der anderen, die etwas schafft. Das ist schlicht unsinnig. Und führt zu einer einfachen Frage: Warum vermögen die europäischen Antisemiten es nicht, terroristische Banden zu bilden, wo das doch laut Scheit ihr tiefer Wunsch ist? Was hindert sie, aber nicht die Jihadisten?</p>
<blockquote><p>
Mit dieser pathologischen Intensivierung des postnazistischen Charakters hängt zusammen, dass er als Antisemit für Israel Partei ergreift, oder besser gesagt: für die Projektion, die er für Israel ausgibt, eine Art Tempelritter-Ordensgemeinschaft. </p></blockquote>
<p>Auf einmal wird aus einem Norweger, der mit Deutschland und Österreich nichts zu tun hat, ein postnazistischer Charakter. Dabei war die Postnazismus-Theorie mal darauf ausgelegt, den Begriff des &#8220;Antideutschen&#8221; dadurch zu begründen, dass hierzulande ein besonderes Bewusstsein herrsche, eben der Postnazismus, der den deutschen Nationalismus von dem anderer Länder unterscheide. Diese Theorie hat seit Jahren mit der Realität zu kämpfen, und wieviel sie noch taugt, könnte man an anderer Stelle diskutieren. Dass mit Scheit einer ihrer Vertreter ohne weiteren Kommentar einem Norweger unterstellt, er weise einen postnazistischen Charakter auf, illustriert die Probleme bereits ganz gut. </p>
<blockquote><p>Dazu ist es nötig, eine absolute Trennung zwischen Israelis und den Juden in der Diaspora vorzunehmen: Während Breivik in Europa »kein Judenproblem« mehr erspäht, womit er post festum die Shoah bejaht, möchte er für die USA, wo er dieses »Problem« hervorhebt, auch heute den Lösungsversuch Hitlers nicht ausgeschlossen wissen. So sucht er Deckbilder für jene Juden, die seinem israelischen Ritterorden nicht entsprechen, um sie in alter antisemitischer Weise als »Kulturmarxisten« zu verfolgen, und konzen­triert sich hier wohl nicht zufällig auf die Frankfurter Schule, die schon immer als Inbegriff der »Verjudung« galt.</p></blockquote>
<p>Nun fragen wir uns alle: Was ist denn bitte ein Deckbild? Google verweist uns an die Dachdecker, aber näher kommen wir der Sache über <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rassismus_ohne_Rassen">Wikipedia</a> bei Adorno: <em>„Das vornehme Wort Kultur tritt anstelle des verpönten Ausdrucks Rasse, bleibt aber ein bloßes Deckbild für den brutalen Herrschaftsanspruch.“</em> Nun braucht aber ein Antisemit, der offenherzig vom Judenproblem der USA redet, offenkundig kein Deckbild, weil für ihn der Antisemitismus nicht verpönt ist. Und auch wenn der Ausdruck &#8220;Kulturmarxist&#8221; das Deckbild wäre, würde Scheits Satz mal wieder keinen Sinn geben: <em><em>&#8220;So sucht er Deckbilder für jene Juden,(&#8230;) um sie (&#8230;) als &#8216;Kulturmarxisten&#8217; zu verfolgen.&#8221;</em></em> Es müsste heißen: &#8220;Er benutzt den Ausdruck &#8220;Kulturmarxist&#8221; als Deckbild, um sie zu verfolgen.&#8221; Wobei der Begriff &#8220;verfolgen&#8221; hier wiederum falsch ist, weil Breivik zwar antisemitische Texte verfasst, aber keine Juden, sondern Sozialdemokraten verfolgt hat.  </p>
<blockquote><p>Wer hier wie auch sonst von Islamophobie spricht, hat nichts anderes im Sinn, als Antisemitismus zu verschleiern.</p></blockquote>
<p>Die Schlüsselwörter hier sind <em>&#8220;wie auch sonst&#8221;</em>. Während Gerhard Scheit sich wenigstens die Mühe gemacht hat, Breiviks Antisemitismus zum Thema zu machen und nun in dieser Richtung &#8211; wenn auch nicht schlüssig &#8211; weiter argumentieren könnte, dass bei Breivik, also <em>&#8220;hier&#8221;</em>, keine Rede von Islamophobie sein dürfe, so hat er doch über alle anderen möglichen Zusammenhänge, in denen man den Begriff benutzen könnte, kein Wort verloren. Er ignoriert diesen blinden Fleck und dekretiert einfach, dass <em>&#8220;auch sonst&#8221;</em> niemand von Islamophobie reden könne, nirgends. </p>
<p>Aber auch ohne das wäre sein Satz offenkundiger Blödsinn: Man kann mit allerlei guten oder schlechten Absichten von Islamophobie sprechen, ohne dass das sinnvoll sein muss, zum Beispiel auf naive Art, ganz ungebildet oder auch ganz elaboriert. Die Möglichkeiten sind buchstäblich endlos. Man kann ihn natürlich auch in genau der Absicht benutzen, die Scheit grundsätzlich unterstellt, aber Scheit will nicht einfach sagen, dass er den Begriff unsinnig oder gefährlich findet, er kann nicht benennen, wer ihn in welcher falschen Absicht benutzt und warum man ihn am besten gar nicht benutzen sollte &#8211; er kann nur die radikalste und gleichzeitig allgemeinste Variante wählen und sagen: <strong>Jeder</strong>, der davon spricht, hat <strong>nichts anderes</strong> im Sinn, als Antisemitismus zu verschleiern. Offensichtlicher kann man kaum die Unwahrheit sagen. </p>
<blockquote><p>Es gibt keine Islamophobie.</p></blockquote>
<p>Auch darüber lässt sich streiten, insbesondere eben im Zusammenhang mit Breivik. Henryk Broder, der im übrigen von denjenigen, die sich stets vor Kühnheit zitternd &#8220;Islamkritiker&#8221; nennen, heftig verteidigt wird, wurde in Breiviks Manifest <a href="http://www.tagesspiegel.de/medien/broder-ueber-broder-bei-breivik/4427010.html">mit der Auffassung zitiert,</a> Europas Ethos werde perfekt ausgedrückt durch eine vergewaltigte Frau, die &#8220;darüber räsonierte, dass es besser wäre, sich nicht zu wehren, wenn man mit dem Leben davon kommen will.&#8221; Nun braucht es für einen Ethos, der das Ertragen einer Vergewaltigung gegenüber dem Riskieren des eigenen Todes bevorzugt, zunächst einmal einen Vergewaltiger, sonst wäre das ganze Bild sinnlos. Das ist in diesem Fall der Islam. Und was anderes als eine irrationale, wahnhafte Angst, eine Phobie also, ist die Vorstellung, Europa werde vom Islam vergewaltigt und habe Angst vor dem Tod? Man muss also nicht so ganz weit ausholen, um eine mögliche Verwendung für den Begriff der Islamophobie zu finden. </p>
<p>Scheit weiter: </p>
<blockquote><p>Es gibt Antisemiten, die entweder links oder rechts stehen, die für oder gegen den Islam sind. </p></blockquote>
<p>Das stimmt ausnahmsweise. Und auch wenn Scheit das hier formal nur den Antisemiten zuschreibt, darf man anmerken: Für oder gegen den Islam zu sein ist für jeden einzelnen Menschen ein ziemlich größenwahnsinniges Unternehmen. Der Islam ist Realität, wie andere Religionen auch, es wird nicht helfen, &#8220;dagegen&#8221; zu sein. </p>
<blockquote><p>Und was bleibt, ist der Kampf gegen den Antisemitismus. Er schließt umso mehr die radikale Kritik des Islam ein, als dessen politische Theologie von den Antisemiten anderer Religionen und Parteien beneidet wird.</p></blockquote>
<p>Fight on, Gerhard. Fight on. Mich würde nur interessieren, wie dieser Kampf im Idealfall abläuft. Schreiben Scheit und Genossen noch mehr Artikel, die niemand lesen kann? Und wird der Islam weniger attraktiv für seine autoritären, antisemitischen, frauenfeindlichen und tendenziell faschistischen Anhänger, wenn durch die &#8220;radikale Kritik&#8221; ans Licht kommt, dass er im Kern autoritär, antisemitisch, frauenfeindlich und tendenziell faschistisch ist? </p>
<p>__</p>
<p><strong>Nachtrag:</strong> Ich musste oben zwei Sätze durchstreichen, weil mir da ein in diesem Zusammenhang natürlich peinlicher Fehler unterlaufen war. Selbstverständlich können Zeichen auf etwas hindeuten. Sei es drum. </p>
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