Die Einleitung, Erklärung und der Beginn dieser Serie finden sich hier. Dort kann und soll auch kommentiert werden. Danke!
Gruppe D
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Deutschland
1. In Deutschland regiert das Kleinbürgertum, genau genommen ist Deutschland das Land des Kleinbürgertums. Der aktuelle Umweltminister wurde in einer Zeitung überschrieben mit “Ein Intellektueller im Umweltministerium” (aus dem Gedächtnis zitiert.) Die Überschrift macht nur Sinn, weil der Rest des Kabinetts aus Trotteln und Schmocks besteht, die Intellekt mit Selbstgerechtigkeit ersetzen und in jeder Rolle Spaß haben, weil sie keine Ahnung haben. Das Parlament besteht aus Lehrern und Anwälten, erstere wissen über jeweils drei Themenfelder ungefähr ein Drittel von dem, was in einem Schulbuch von 1970 darüber zu lesen ist; und letztere konnten früher mal ein paar Gesetze auswendig, heute können sie besonders fundiert das Grundgesetz loben.
Von diesen Leuten wird Deutschland also ein bisschen hin und her regiert, so mancher Trend von Umweltschutz bis Abtreibung wird mal besprochen, und den finanziellen Sachzwängen wird natürlich auch entsprochen. Komischerweise ist dieses ausgesprochen dumpfe Schauspiel Gegenstand vielfältiger Berichterstattung von Leuten, die deutlich klüger sind als die, über die sie schreiben. So baut sich im zweiten Level bzw. auf der vierten Säule eine große Lupe auf, die alles, was unter ihr passiert, viel größer erscheinen lässt. Großes Theater passiert, und die Leute schauen immer noch gespannt zu, wenn im Reichstag die Lindenstraße nachgespielt wird.
Die Kleinbürger verwalten die Nation und das Anhängen an derselben. In den Gewerkschaften träumt man auch 65 Jahre nach Hitlers Kopfschuss noch von der Volksgemeinschaft, in der Arbeit und Kapital zusammengehen. Die Arbeitgeber lachen sich krumm und schief und senken die Löhne mit dem Argument des nationalen Standorts. Was gespart wird, wird eingesteckt, richtig so. Die kleinen Entscheider sorgen dafür, dass alles im Konsens passiert. Die Arbeiterklasse wird langsam abgeschafft, erstmal kommt die Hauptschule weg, dann Opel und am Ende sind alle irgendwie geschäftig unterwegs von hier nach da, können auch das Internet benutzen und tun so, als ob.
Kleinbürger sind die zivilisiertesten unter den Ungebildeten, und deshalb ist auch der Antisemitismus hierzulande so zivilisiert. So ein Massenmord ist doch ziemlich unappetitlich, das weiß man, trotzdem sind die Juden dem Deutschländer nicht geheuer. Das Ergebnis ist der verdruckste Antisemitismus, der immer einen Anlass braucht, um loszubrechen, und der sich auch dann immer rückversichert mit gewissen Einschränkungen bezüglich seiner Konsequenz. Gerade heraus sagt keiner, dass die Juden die Fresse halten sollen, nur “der Friedman” eben. Es sagt auch keiner, dass Israel weg muss, man kritisiert eben nur alle Maßnahmen, die Israels Verschwinden verhindern. Das ist nicht ganz ungeschickt, aber es ist eine unbewusste Geschicklichkeit, die der verschämte Judenhass so hervorbringt.
Wichtig ist in Deutschland, dass es große Portionen gibt. Nicht Geld, auch nicht Spaß, sondern Essen. Das muss nicht schmecken, das muss aber in großen Portionen kommen und billig sein. Das hat man sich verdient. Ansonsten, so die landläufige Meinung, hat man sich nicht viel verdient, obwohl hier soviel Reichtum wie kaum irgendwo produziert wird. Man will genügsam sein. Vielleicht eine neue Couchgarnitur nächstes Jahr. Aber erst den großen Fernseher. Wenn das mit dem Urlaub diesen Sommer dann nicht klappt, dann lieber doch keine Couch. Jedenfalls nicht jetzt. Der Bierkonsum sinkt. Der Absatz von Maschinenbauern auch, dafür steigt der Geschäftsklimaindex. Der Arbeitsmarkt ist überraschend stabil, aber das Haushaltsdefizit explodiert. Alle Jugendlichen haben einen Ausbildungsplatz, toll – aber was ist mit den Langzeitarbeitslosen? Schulden vom Staat sind Vermögen von Privatpersonen. Muss man auch mal sehen. Der Autoindustrie geht es gut. Der Milchpreis steigt, der Ölpreis fällt, ebenso wie die Auflage der “Bild”. Egal, jetzt ist WM.
2. Und da fängt der Ärger an. Die deutsche Offensive ist eine starke, Podolski brennt schon wieder, Özil ist Weltklasse und ein guter Stürmer wird sich auch noch finden. Marin auf der Bank, Müller auf dem Platz, herrje, das ist alles ziemlich aufregend. Dahinter Schweinsteiger und Khedira, der anscheinend auch ganz gut ist, ich weiß das nicht. Ballack ist alt, und die Nachkommenden sind ehrgeizig, konzentriert und erfahren. Das kann klappen. Hinten sieht es nicht so gut aus, aber auch nicht schlecht. Badstuber war im CL-Finale die blanke Angst, und Arne Friedrich spielte jahrelang bei Hertha BSC. Das kann trotzdem gutgehen. Manuel Neuer wird mindestens ein Gegentor klar verschulden, das kann ein entscheidendes sein, muss es aber nicht.
Im Achtelfinale ginge es gegen England oder die USA, insofern in Gruppe C nichts Merkwürdiges passiert. Rule, Britannia!
3. Katastrophe. Deutscher Nationalismus kommt wieder als Pop daher, als ganz schlechter natürlich. Unter dem Titel “Deutschland abreißen!” hat die Redaktion, die Gesetzesverstöße strikt ablehnt und aus praktischen Gründen auch ihren Leserinnen vom Begehen derselben abrät, folgenden Katalog entwickelt:
Autofähnchen: 1 Punkt
Tröten und so: 1 Punkt
Große Fahnen: 3 Punkte
Riesige Fahnen: 10 Punkte
Shirts, Pullis usw.: 10 Punkte
Nazifahnen: 20 Punkte
Vom Zusammenhang von Volltrottelkostümen und Nationalismus war hier schon vor zwei Jahren die Rede, und das stimmt immer noch alles. Los, lest das jetzt nochmal.
Ganz doof auch, dass mit Özil, Marin, Wiese und Merte vier so Vollschnuckis aus Bremen dabei sind, denen man schwer etwas Schlechtes wünschen kann. Schwer, aber nicht unmöglich. Wenn Özil eine gute WM spielt, geht er ohnehin. Und wenn er eine schlechte spielt, kann er meinetwegen auch bleiben. Marin sitzt auf der Bank, Wiese auch, und Mertesacker tut auch keinem weh.
Fazit:
Sportlich sieht das alles leider gut aus, aber das Losglück wird uns einen antideutschen Triumph im Achtelfinale bringen. Just great! Vorfreude!
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Australien
1. Ich weiß nicht, ob es noch irgendwie uninteressanter geht als Australien. Man kann da lernen, sich von hinten an ein Känguruh anzuschleichen und ihm mit dem Messer die Kehle durchzuschneiden. True Story! Außerdem ist das, was die Aborigines mit den Deutschen machen, auch nichts anderes als das, was die Palästinenser mit den Indianern damals gemacht haben!
2. Mark Schwarzer, der erste unter den Fulham 11, ist über jeden Zweifel erhaben, der Rest der Australier dagegen ist völlig wehrunfähig und wäre mit einem eckigen Ball gut bedient.
3. Da muss mir gar keiner mit dieser Surferscheiße kommen, mit dem tollen Lifestyle und dem lustigen australischen Akzent. Australier sind selbstgerechte Arschlöcher. Jedenfalls die, die ich nicht kenne. Die meisten versuchen verzweifelt, die Insel zu verlassen, um dann aus unerfindlichen Gründen zurückzukehren.
Fazit:
Schade, dass so ein langweiliges Land mit seiner Graupentruppe in der deutschen Gruppe gelandet ist.
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Serbien
1. Das antideutsche Potenzial der Serben ist groß, wenn auch bekanntermaßen nicht groß genug:
Landstreitkräfte
* Kampfpanzer
o M-84, M84A – 212
o T-72M – 13 (werden außer Dienst gestellt)
* Schützenpanzer / Transportpanzer
o M-80/M-80 A – 320
o BOV – 137
o M-60P (APC) – 147 (werden/sind ausgemustert)
o BRDM-2 – 88
* Artillerie
*
o 2S1 (122-mm-Haubitze, Selbstfahrlafette) – 72
o M56 (10- mm-Haubitze) – 162 (Langzeit-MatE)
*
o M69 (81/82-mm Mörser) – 385 (Langzeit-MatE)
o M75 (120 mm) – 205
*
o M-63 Plamen (MLRS) – 20
o M-77 Oganj (MLRS) – 60
* Flugabwehrraketen-Systeme
o SA-7 Grail – 108
o SA-18 Grouse
* FLAK
o BOV-3 – 63
o L/70 BOFORS mit Giraffe Radar-60
* Panzerabwehr
o AT-3 Sagger
o M-60 Rückstoßfreies Geschütz -1500(soll durch die Bumbar ersetzt werden)
o M79 OSA Panzerfaust
o Bumbar (Nachbau des Französischen Eryx)
* Infanterie
o M21 – Sturmgewehr
o M70 – Sturmgewehr
o Master FLG 9mm
o M97 (UZI Kopie)
o Steyr AUG – Sturmgewehr
o HK MP5 – Maschinenpistole
o M76 – Scharfschützengewehr
o M84 – Maschinengewehr
o M87 – Überschweres Maschinengewehr
o BGA – automatischer Granatenwerfer, Lizenzbau der AGS-17
Flugabwehrraketen-Systeme
o SA-3 Goa mit erweitertem Radarsystem
o SA-6 Gainful mit erweitertem Radarsystem
Hubschrauber
o Mil Mi-8 – 10
o Mil Mi-24 – 2
o Aérospatiale Gazelle – 61
Kampfflugzeuge
o MiG-29 – 4
o MiG-21 – 24
o G-4 Super Galeb – 25
o Soko J-22 Orao – 32
Lufttransport
o Antonow An-26 – 4
o Jakowlew Jak-40 – 2
o Utva 75 (Verbindungs Flugzeug) – 16
o An-2 (Transportflugzeug) – 1
Wasserfahrzeuge
* 2 Transportboote für Ausrüstung oder Soldaten Typ 411
* 1 Kommandoschiff und Minenleger RPB-30 “Kozara”
* 4 Minenräumboote Typ RML
2. Die Serben haben einen relativ guten Kader, mit Weltklasse in der Abwehr, einem sehr guten Mittelfeld und einem durchschnittlichen Sturm. Dazu kommt ein erfahrener und erfolgreicher Trainer, und in der Qualifikation lief es auch gut, Serbien ließ Frankreich hinter sich. In den letzten Testspielen gab es leider nicht so gute Ergebnisse, aber beim Turnier wird das alles gutgehen.
3. Der krasse Nationalismus, der auf dem Balkan angesagt ist, nervt auch bei den Serben extrem, die Kriegsverbrecherquote auf den Tribünen dürfte relativ hoch sein. Insofern ist das Land kein großer Sympathieträger, obgleich ihnen gegen UCK und Bundeswehr der Sieg zu gönnen gewesen wäre. Sei es drum.
Fazit:
Gutes Team. Ambivalenter Hintergrund. Müssen wir uns erstmal im Einsatz angucken, bevor Sympathien freigemacht und ausgeteilt werden können. Gegen Deutschland sind die freundlichen Freischärler selbstverständlich Hoffnungsträger.
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Ghana
1. Ghana ist eine tolle Sache, es ist schön warm da, es gibt Gold und Meer und Multikulti. Der einzige Grund, dieses schöne Land zu verlassen, ist eine Karriere im europäischen Profifußball. Nebenan liegt die ehemalige deutsche Kolonie Togo, was Ghana zu so einer Art Frankreich Afrikas macht, nur eben mit englischen Kolonisten.
Soweit das eine etwas lustlose Internetrecherche erkennen lässt, ist es in Ghana nicht ganz so übel wie anderswo in Afrika, obwohl die Armut extrem ist. Wow, what a downer! Dafür ist Ghana der Alptraum des deutschen Kleinbürgers. Na klar, auch wegen der vielen Schwarzen, aber das wirklich Schlimme ist, dass die auch noch alle verschiedenen “Ethnien” angehören und die verschiedensten Sprachen sprechen! Denen müsste mal jemand klar machen, dass sie auch nur zu Gast auf der Welt sind (die sie dazu auch nur von ihren Kindern geliehen haben!) und auffordern, endlich eine Sprache zu sprechen, auch wegen der Integration.
2. Die haben Spieler im Kader, die spielen noch in Ghana. Mehrere. Schlimmes Ding. Dafür waren sie 2006 ziemlich super, aber dieses Mal fehlt ihr allerüberbester Spieler, Essien. In der Abwehr steht John Paintsil bereit, die Deutschen ebenso zu hamburgisieren, wie der FC Fulham es mit dem HSV tat. Neben ihm stehen einige hochklassige Spieler im Kader, die es auch in Europa geschafft haben, aber das Gesamtpaket reicht einfach nicht aus für den großen Wurf. Wenn die Serben schwächeln könnte es für das Achtelfinale reichen, aber ich glaub nicht dran.
3. Kevin-Prince Boateng! Der Ballackbesieger wird es wohl in die Stammelf schaffen, und das finde ich super. Ein Treffer von ihm zum Sieg gegen Deutschland wäre das Beste, was in der Vorrunde passieren kann. Seine Verpflichtung durch Werder Bremen wäre dann kaum mehr zu vermeiden.
Sympathisch auch der Torhüter, der als großer Schwachpunkt der Mannschaft gilt: Während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 trug der Spieler den Namen „Kingson“ auf seinem Trikot, nachdem er zuvor als „Richard Kingston“ bekannt war. Der ghanaische Verband bestätigte daraufhin „Kingston“ als richtige Schreibweise. Der Torhüter selbst verwendet jedoch die Schreibweise „Kingson“. Richards Bruder Laryea spielt hingegen als Laryea Kingston.
Fazit:
Ghana ist eines der afrikanischen Länder, denen die Redaktion den Erfolg gönnt, auch weil sie Afrikaner sind. Schade, dass es trotzdem so unwahrscheinlich ist. Mit Boateng gibt es einen echten Deutschland-Bezug, der Ghana zum Sympathieträger für den antideutschen Pop macht.
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