Articles by Hepe

erfahrener Kader und voll im Saft

Ich vergaß, mit wem ich vor einigen Tagen über den Verbleib der alten Wackelhüfte Rivaldo spekuliert habe (mein heißer Tipp damals: AEK Athen), aber das sei an dieser Stelle egal. Die von mir umgehend eingeleitete Suche über das Rote Kreuz hat jedenfalls Folgendes ans Licht gebracht: Usbekistan! Rivaldo, der alte Schnibbler, ist dort bei Bunyodkor unter Vertrag und hat seine Millionen beim Roulette wohl auf blau gesetzt kann einem noch mehr leid tun als Toni Kugelblitz. Letzterer kickt derzeit zwar beim SCR Altach in Österreich, aber im Vergleich der beiden Brasildinos ist das zumindest gefühlsmäßig Champions League.

Woher ich das alles weiß? Zugegeben, das mit dem Roten Kreuz war gelogen. Macht aber nix, denn die Realität ist ähnlich lustig:

Fünf Millionen Euro kassiert der FC Barcelona für eine Trainingseinheit mit dem usbekischen Fußballverein Bunyodkor am Donnerstag (08.01.2009). Bei dem vom brasilianischen Ex-Weltmeister Zico trainierten Team spielt auch der ehemalige Mittelfeld-Star Rivaldo, der früher bei dem katalanischen Spitzenclub und aktuellem Spitzenreiter der Primera Division unter Vertrag stand. “Das usbekische Team absolviert eine Trainingseinheit mit den blau-roten Fußballern und bestreitet später ein Spiel, womit sich der Traum seines Präsidenten Isok Akbarov erfüllt”, schrieb die spanische Tageszeitung “Sport ” am Dienstag.

Kurz geschmunzelt

Gestern im DSF aufgeschnappt:

Liverpool hat ja in dieser Saison erst ein einziges Spiel verloren, gegen Tottenham Hotspur, und das gleich zwei Mal.

Wo ich schon aus dem Sportfernsehen zitiere: Fußball-Moderatoren sprechen in ihrem teuren Zwirn inzwischen so abgehoben und kitschig, dass es weh tut. Mein persönliches Highlight ist seit einigen Monaten:

Sie bieten in der Offensive wenig an.

Wenn man bedenkt, was auf dem Platz teilweise für ein Scheiß zusammengegurkt wird, sollte man als Reporter vielleicht auch das zugehörige Sprachniveau abrufen, um es mal im Moderatoren-Neudeutsch zu formulieren. Wie bemerkte ein Freund letzt noch so schön: Da wird jede Banalität durch den Thesaurus-Fleischwolf gedreht. Aufhören, aufhören!

Eigentlich…

… könnte man diesen ganzen Kram mal gehörig wegwerfen:

Ivan Klasnic, einst bekannt geworden durch guten Fußball und verfaulte Nieren, hat nach seinem lange zurückliegenden, aber weiterhin bemerkenswerten Auftritt in der Psychohölle von Reinhold B. endlich wieder ein mediales Lebenszeichen von sich gegeben: Bei spox.de schildert der Hamburger Internationale, wie er beim FC Nantes mit seinem Leben in ein neues globales Minimum hineingeschlittert ist. Nicht nur, dass der Fußballgott ihm dort alle Tore zugenagelt hat, nein, schlimmer noch, trotz großer Fortschritte (”Letztens habe ich im Internet auf französisch Flugtickets gebucht”) geht die Integration in die Gesellschaft nicht so leicht von der Hand, wie man es vielleicht meinen möchte:

Es ist schwierig für mich und meine Familie. Meine Frau spricht kein Französisch und hat hier keine Freunde.

Mit der Ausgangslage im Hinterkopf (Nach ausgiebiger Sichtung der Angebote entscheidet sich Familie Klasnic, Bremen zu verlassen und in Frankreich mit alten Bekannten einfach mal richtig Spaß zu haben von vorne anzufangen) neigt man schnell dazu, die Familie zu bemitleiden. Ivan Klasnic hat auch gleich ein paar Schuldige parat:

Sie dürfen nicht alles glauben, was in den französischen Medien steht. Die Journalisten hier schreiben einfach irgendwas, ohne mit mir zu reden. Man kann belegen, dass ich nach der Auswechslung geduscht, angezogen und daraufhin auf der Bank Platz genommen habe. Es ist schade, aber in Frankreich haben die Journalisten keine Ahnung vom Fußball und schreiben nur Scheiße.

Dass er den Boden nicht unter den Füßen verloren hat, demonstriert der bescheidene Sympathieträger nicht zuletzt bei der Frage

Und wie wäre es mit Ihrer alten Liebe Bremen? Werder könnte einen zweiten treffsicheren Torjäger neben Pizarro gebrauchen…

Da kann Ivan nur konstatieren:

Ich habe immer wieder gesagt, dass es schwer wird, mich zu ersetzen.

Alles Gute nach Frankreich!

Chipmunk vs. Lemur

Selbst alten Hasen fährt der Schreck jedes Mal aufs Neue in die Glieder, wenn sie dieses Video sehen.

Der Gänsehaut-Oscar geht allerdings wider Erwarten an einen Vertreter der Lemuren:

Mit Dank an eine Bremer Geburtstagsgesellschaft.

Rafael van der Vaart ist in seinem ersten Spiel für Real Madrid vor heimischer Kulisse in der 39. Minute vom Platz geflogen. Wie die Marca berichtet, war er ziemlich hässlich und mit den Stollen voran in Juan Mata vom FC Valencia hineingegrätscht. Wir sprechen hier nicht von einem wichtigen Match in der Champions League, sondern vom spanischen Supercupfinale, in der Wichtigkeitsskala eine glatte null. Verbrochenes.net gratuliert Rafael van der Vaart zu seinem gelungenen Debüt und wünscht ihm auch für die Zukunft Mut zum beherzten Einsteigen. Die Herzen der Madrilenen sind ihm sicher jetzt schon sicher.

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Drei Tage vor dem Saisonstart hat Zweitligist TuS Koblenz den US-Amerikaner Matthew Taylor verpflichtet. Der 26 Jahre alte Stürmer, der einen Vertrag bis 2009 unterzeichnete, spielte zuletzt bei HOLLYWOOD UNITED.

Die arme Sau.

Quelle: ZDF-Text.

Hinrich Romeike, fünfundvierzig jähriger Zahnarzt aus Rendsburg, hat heute olympisches Gold in der Vielseitigkeit (!) gewonnen und durchquirlt für uns seine Gefühlswelten:

Das ist das I-Tüpfelchen auf dem I-Tüpfelchen auf dem I-Tüpfelchen auf der Sahnehaube.

Wohl bekomms!

Thomas Doll ist heute Vormittag ganz furchtbar böse gewesen. Wegen allem. Herausgekommen ist ein wunderbarer Monolog, der sich beim WDR vorzüglich und in voller Länge nachempfinden lässt.

Zwischen all den Emotionen bekommt man auch endlich den Beweis geliefert: Die Sprache des Thomas Doll kann mitunter etwas grob werden. Und dabei meine ich mit “grob” keineswegs gemeine Beleidigungen, sondern eher die Qualität seines Referats. Es ist erschreckend zu hören, wie lange er braucht, um seinen kleinen Wortschatz in zumindest halbwegs sinnvolle Sätze einzusortieren. Aber ich möchte hier nicht weiter spotten. Schließlich ist sowas genau “das, was ihn so ärgert”. Ein Jammer.

Nachtrag: Dasselbe bei Youtube.

In Schalke bläst man Trübsal. Das sieht man nicht unbedingt, weil manch einer seine Meinung hinter dick aufgetragenem Todesmut verschanzt:

Wenn wir lange ein 0:0 halten, warum sollen wir dann nicht auch mal einen Nadelstich in der Offensive setzen. Wir müssen Barcelona bekämpfen! (Mirko Slomka)

Aber auch das notdürftig zusammengeschusterte Motivationspaket der Königsblauen kann die nackte Wahrheit nicht vertuschen: Schalke 04 ist im Viertelfinale aus der Champions League ausgeschieden. Sie sind raus. Falls man das angesichts theoretischer Spielereien anzweifeln möchte, möge man sich doch bitte an das für Werder entscheidende Gruppenspiel in der Hauptstadt Kataloniens erinnern. Auch heute wird Barcelona, in der spanischen Liga zur Zeit wahrlich keine Übermacht, seinem Gegenüber keine Chance lassen. Jeder weiß das: Mirko Slomka, Andreas Müller, Marcel Reif und Franz Beckenbauer. Allein, sie machen einen Hehl draus, Gott weiß warum. Als ob es nicht ohnehin schon schwer genug geworden wäre, den künstlichen Funken Spannung am Leben zu erhalten, kündigt Leo Messi seine Rückkehr just für dieses Spiel an. Ich möchte euch deshalb ans Herz legen, den Fernseher rechtzeitig einzuschalten. Denn im Gegensatz zu Mirko Slomka ist meine Hoffnung echt und realitätsgebunden: drei Tore von Leo Messi unmittelbar nach seiner Einwechslung in der 60. Minute, eins davon nach dreifachem Umkurven sämtlicher Akteure einschließlich der Linienrichter, die er auf magische Weise ausdribbeln wird, ohne den Ball ins Aus zu katapultieren. Ich bin mir ganz sicher, das wird was.

Achja, sollte Schalke doch gewinnen, werde ich diesen Beitrag natürlich umgehend löschen. Ich meine, immerhin stürmt Kuranyi. Da weiß man nie.

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