Articles by Hepe

erfahrener Kader und voll im Saft

Rafael van der Vaart ist in seinem ersten Spiel für Real Madrid vor heimischer Kulisse in der 39. Minute vom Platz geflogen. Wie die Marca berichtet, war er ziemlich hässlich und mit den Stollen voran in Juan Mata vom FC Valencia hineingegrätscht. Wir sprechen hier nicht von einem wichtigen Match in der Champions League, sondern vom spanischen Supercupfinale, in der Wichtigkeitsskala eine glatte null. Verbrochenes.net gratuliert Rafael van der Vaart zu seinem gelungenen Debüt und wünscht ihm auch für die Zukunft Mut zum beherzten Einsteigen. Die Herzen der Madrilenen sind ihm sicher jetzt schon sicher.

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Drei Tage vor dem Saisonstart hat Zweitligist TuS Koblenz den US-Amerikaner Matthew Taylor verpflichtet. Der 26 Jahre alte Stürmer, der einen Vertrag bis 2009 unterzeichnete, spielte zuletzt bei HOLLYWOOD UNITED.

Die arme Sau.

Quelle: ZDF-Text.

Hinrich Romeike, fünfundvierzig jähriger Zahnarzt aus Rendsburg, hat heute olympisches Gold in der Vielseitigkeit (!) gewonnen und durchquirlt für uns seine Gefühlswelten:

Das ist das I-Tüpfelchen auf dem I-Tüpfelchen auf dem I-Tüpfelchen auf der Sahnehaube.

Wohl bekomms!

Thomas Doll ist heute Vormittag ganz furchtbar böse gewesen. Wegen allem. Herausgekommen ist ein wunderbarer Monolog, der sich beim WDR vorzüglich und in voller Länge nachempfinden lässt.

Zwischen all den Emotionen bekommt man auch endlich den Beweis geliefert: Die Sprache des Thomas Doll kann mitunter etwas grob werden. Und dabei meine ich mit “grob” keineswegs gemeine Beleidigungen, sondern eher die Qualität seines Referats. Es ist erschreckend zu hören, wie lange er braucht, um seinen kleinen Wortschatz in zumindest halbwegs sinnvolle Sätze einzusortieren. Aber ich möchte hier nicht weiter spotten. Schließlich ist sowas genau “das, was ihn so ärgert”. Ein Jammer.

Nachtrag: Dasselbe bei Youtube.

In Schalke bläst man Trübsal. Das sieht man nicht unbedingt, weil manch einer seine Meinung hinter dick aufgetragenem Todesmut verschanzt:

Wenn wir lange ein 0:0 halten, warum sollen wir dann nicht auch mal einen Nadelstich in der Offensive setzen. Wir müssen Barcelona bekämpfen! (Mirko Slomka)

Aber auch das notdürftig zusammengeschusterte Motivationspaket der Königsblauen kann die nackte Wahrheit nicht vertuschen: Schalke 04 ist im Viertelfinale aus der Champions League ausgeschieden. Sie sind raus. Falls man das angesichts theoretischer Spielereien anzweifeln möchte, möge man sich doch bitte an das für Werder entscheidende Gruppenspiel in der Hauptstadt Kataloniens erinnern. Auch heute wird Barcelona, in der spanischen Liga zur Zeit wahrlich keine Übermacht, seinem Gegenüber keine Chance lassen. Jeder weiß das: Mirko Slomka, Andreas Müller, Marcel Reif und Franz Beckenbauer. Allein, sie machen einen Hehl draus, Gott weiß warum. Als ob es nicht ohnehin schon schwer genug geworden wäre, den künstlichen Funken Spannung am Leben zu erhalten, kündigt Leo Messi seine Rückkehr just für dieses Spiel an. Ich möchte euch deshalb ans Herz legen, den Fernseher rechtzeitig einzuschalten. Denn im Gegensatz zu Mirko Slomka ist meine Hoffnung echt und realitätsgebunden: drei Tore von Leo Messi unmittelbar nach seiner Einwechslung in der 60. Minute, eins davon nach dreifachem Umkurven sämtlicher Akteure einschließlich der Linienrichter, die er auf magische Weise ausdribbeln wird, ohne den Ball ins Aus zu katapultieren. Ich bin mir ganz sicher, das wird was.

Achja, sollte Schalke doch gewinnen, werde ich diesen Beitrag natürlich umgehend löschen. Ich meine, immerhin stürmt Kuranyi. Da weiß man nie.

Besonders beachtlich finde ich übrigens das Ambiente drumherum.

Folgende Beispiele sind gültige Anwendungen des Wortes “schade”:

1. Schade, dass Van der Vaart nicht zu Valencia gewechselt ist.
2. Schade, dass du heute nicht kommen kannst.
3. Schade, aber das wird nichts mehr mit uns.

Ich wollte euch nur darin erinnern, was mit diesem Wort so alles möglich ist. Vielleicht könnt ihr euch mit Hilfe dieser Vorahnung der Lektüre des folgenden FAZ-Schnipsels hingeben:

Dariusz Wdowczyk, der Trainer des polnischen Fußball-Zweitligaklubs Polonia Warschau, hat nach Angaben polnischer Medien zugegeben, Schiedsrichter und Spielbeobachter bestochen zu haben.
Schade, es ist passiert“, sagte der Trainer nach seiner Vernehmung durch die Staatsanwaltschaft in Breslau. Nach Zahlung der Kaution wurde Wdowczyk entlassen.

Ja, Wdowczyk, so etwas ist wirklich äußerst schade. Die fremden Mächte, die sich deines Gehirns bemächtigt hatten, haben dich ausgenutzt, und nun stehst du plötzlich ganz allein da und bist sehr traurig. Es ist alles einfach so dumm gelaufen. Was soll jetzt bloß mit dem armen polnischen Fußball passieren. Dir wird ein bisschen schwindelig. Nicht schon wieder ein Skandal im Profifußball! Du weißt, du hättest es ahnen können. Zum Beispiel, als du dem Schiri Woche für Woche Geld und Anweisungen gegeben hast. Oder als du auf die Tribüne zum Spielbeobachter gegangen bist, um ihm mit hundert Euro beide Augen zuzudrücken. Aber du bist eben auch nur ein Mensch, ein kleines Zahnrad in einem unübersichtlichen Maschinensystem. Du konntest die Zusammenhänge einfach nicht erkennen, aber trotzdem fühlst du dich ein kleines bisschen schuldig und niedergeschlagen. Du warst bloß eine Marionette und hast das nicht kapiert. Wer würde bei soviel Schicksal nicht seinen Kopf betreten nach unten wenden, wer würde da nicht “Schade, es ist passiert” murmeln. Aber weißt du Wdowczyk, mach dir da nicht so viele Gedanken. Niemand wird dir einen Vorwurf machen. Diese bösen Mächte hätten schließlich jeden treffen können. Alles halb so wild. Aber schade ist es natürlich trotzdem irgendwie! Vielleicht sogar so schade, dass du dafür ins Gefängnis musst. Wir drücken dir die Daumen.

So…

NPD-Parteizentrale

… sieht uebrigens die NPD-Bundeszentrale von hinten aus. Da ist es nicht verwunderlich, dass es bei manchen auch mit der nationalen Idee an sich bergab geht.

Ich denke auch

Aus dem Live-Ticker der ARD:

Schluss in Cottbus. Nach einer turbulenten und mitreißenden zweiten Halbzeit haben die Leverkusener mit etwas Glück das bessere Ende für sich und nehmen drei Punkte mit nach Hause. Die Cottbusser bekamen zwei Tore wegen Abseitspositionen aberkannt. Auch wenn sie die Leistung der Unparteiischen mit einem Pfeifkonzert begleiten - für die Zuschauer war das ein toller Nachmittag in der Lausitz.

Da kannst du aber Gift drauf nehmen. Zwei Tore wegen vermeintlicher Abseitsposition nicht anerkannt und dann auch noch verloren. Wohlbemerkt, durch einen zweifelhaften Elfmeter in der sechsundachtzigsten Minute. Selbst das lauteste Pfeifkonzert kann da nicht über das unfassbare Glück hinwegtäuschen, das die Cottbusser an diesem Samstag erfahren haben.

Lionel Messi

Er guckt mürrisch, das Trikot hängt ihm schlabbernd am Leib, sein Charme wie sein Äußeres werden nie für einen sexy Werbespot genügen. Und trotzdem, sobald er an den Ball kommt, ist man ihm unweigerlich auf den Fersen. Seine Dribblings, deren Ausgänge einem nie bekannt sind, fesseln einen, man fährt förmlich mit ihm auf seinen riskanten Ausweichmanövern, man zuckt zusammen, man gluckst, man schreit, wenn er nach wirrem Umkurven gegnerischer Abwehrspieler plötzlich frei vor dem Torwart steht. Es ist eine wahre Freude, Lionel Messi zuzuschauen, der zwar irgendwas von Maradona hat, mit seinen zwanzig Jahren aber kaum seine Klappe aufreißt und stattdessen lieber Fußball spielt.

Gestern zum Beispiel im heimischen Camp Nou gegen Villareal, wo er wahlweise drei, vier oder fünf Gegner satt machte. Einen davon hat er, und ich meine hat er, innerhalb von fünf Minuten mit gelb-rot vom Platz gestellt, nachdem der bemitleidenswerte Verteidiger ihm zwei Mal nur den Ball wegnehmen wollte und jeweils Messis Beine erwischte - der Ball war längst fort.

Da ist es schade, dass Spieler wie Andrés Iniesta, hochbegabter Mittelfeldspieler der Katalanen, etwas in seinem Schatten dahinwelken. Sowieso hat man den Eindruck, Messi überfordert mit seinem Können die eigenen Kollegen. Mag sein, dass selbst der FC Barcelona eine Nummer zu klein für ihn ist.

Vom gestrigen Spiel habe ich leider nur dieses Video gefunden. Spult eine Minute vor und ihr bekommt eine Vorstellung davon, wie herrlich es ist, ihm Woche für Woche zuzugucken.

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