Er guckt mürrisch, das Trikot hängt ihm schlabbernd am Leib, sein Charme wie sein Äußeres werden nie für einen sexy Werbespot genügen. Und trotzdem, sobald er an den Ball kommt, ist man ihm unweigerlich auf den Fersen. Seine Dribblings, deren Ausgänge einem nie bekannt sind, fesseln einen, man fährt förmlich mit ihm auf seinen riskanten Ausweichmanövern, man zuckt zusammen, man gluckst, man schreit, wenn er nach wirrem Umkurven gegnerischer Abwehrspieler plötzlich frei vor dem Torwart steht. Es ist eine wahre Freude, Lionel Messi zuzuschauen, der zwar irgendwas von Maradona hat, mit seinen zwanzig Jahren aber kaum seine Klappe aufreißt und stattdessen lieber Fußball spielt.
Gestern zum Beispiel im heimischen Camp Nou gegen Villareal, wo er wahlweise drei, vier oder fünf Gegner satt machte. Einen davon hat er, und ich meine hat er, innerhalb von fünf Minuten mit gelb-rot vom Platz gestellt, nachdem der bemitleidenswerte Verteidiger ihm zwei Mal nur den Ball wegnehmen wollte und jeweils Messis Beine erwischte - der Ball war längst fort.
Da ist es schade, dass Spieler wie Andrés Iniesta, hochbegabter Mittelfeldspieler der Katalanen, etwas in seinem Schatten dahinwelken. Sowieso hat man den Eindruck, Messi überfordert mit seinem Können die eigenen Kollegen. Mag sein, dass selbst der FC Barcelona eine Nummer zu klein für ihn ist.
Vom gestrigen Spiel habe ich leider nur dieses Video gefunden. Spult eine Minute vor und ihr bekommt eine Vorstellung davon, wie herrlich es ist, ihm Woche für Woche zuzugucken.




Letzte Kommentare