Articles by Hepe

erfahrener Kader und voll im Saft

Lionel Messi

Er guckt mürrisch, das Trikot hängt ihm schlabbernd am Leib, sein Charme wie sein Äußeres werden nie für einen sexy Werbespot genügen. Und trotzdem, sobald er an den Ball kommt, ist man ihm unweigerlich auf den Fersen. Seine Dribblings, deren Ausgänge einem nie bekannt sind, fesseln einen, man fährt förmlich mit ihm auf seinen riskanten Ausweichmanövern, man zuckt zusammen, man gluckst, man schreit, wenn er nach wirrem Umkurven gegnerischer Abwehrspieler plötzlich frei vor dem Torwart steht. Es ist eine wahre Freude, Lionel Messi zuzuschauen, der zwar irgendwas von Maradona hat, mit seinen zwanzig Jahren aber kaum seine Klappe aufreißt und stattdessen lieber Fußball spielt.

Gestern zum Beispiel im heimischen Camp Nou gegen Villareal, wo er wahlweise drei, vier oder fünf Gegner satt machte. Einen davon hat er, und ich meine hat er, innerhalb von fünf Minuten mit gelb-rot vom Platz gestellt, nachdem der bemitleidenswerte Verteidiger ihm zwei Mal nur den Ball wegnehmen wollte und jeweils Messis Beine erwischte - der Ball war längst fort.

Da ist es schade, dass Spieler wie Andrés Iniesta, hochbegabter Mittelfeldspieler der Katalanen, etwas in seinem Schatten dahinwelken. Sowieso hat man den Eindruck, Messi überfordert mit seinem Können die eigenen Kollegen. Mag sein, dass selbst der FC Barcelona eine Nummer zu klein für ihn ist.

Vom gestrigen Spiel habe ich leider nur dieses Video gefunden. Spult eine Minute vor und ihr bekommt eine Vorstellung davon, wie herrlich es ist, ihm Woche für Woche zuzugucken.


Nazi-Skandal im RTL-”Dschungelcamp”

Ein handfester Nazi-Skandal erschüttert das RTL-”Dschungelcamp”. Laut “Bild”-Zeitung salutiert der Dschungelcamp-Bewohner DJ Tomekk in einem Video, das dem Blatt nach eigenen Angaben exklusiv vorliegt, mit dem Hitlergruß und singt dazu “Deutschland, Deutschland über alles”.

Weiterhin sage der 31-Jährige zum Ende des Videos: “So viele Ausländer hier im Haus.” Laut “Bild” wurde das Video in einem australischen Hotel aufgenommen - am Morgen der Abreise ins Camp.

Mit dem Vorfall konfrontiert, sagte RTL-Sprecher Christian Körner der Zeitung: “Das sind schwere Vorwürfe gegen DJ Tomekk. Generell ist ein solches Verhalten für RTL nicht tolerierbar. Wir werden sehr schnell handeln, damit er sich selbst dazu erklären kann.” RTL zog demnach am Dienstagabend die Reißleine und warf DJ Tomekk aus seiner Sendung “Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!” raus.

Quelle

Haha, oh Gott, ich kann das alles nicht fassen. Hoffentlich hatte er das Geld so bitter nötig wie Eike Immel!

Auf Wiedersehen

Ein bisschen überrascht war ich schon, als ich eben von Timos Abgang lesen musste. Andererseits sagt Klaus Allofs nicht ganz zu unrecht:

“Wir haben Tim noch im alten Jahr ein Angebot gemacht, es kam danach von seiner Seite aber nicht zu Verhandlungen. Wenn ein Spieler aus dem erweiterten Kreis der deutschen Nationalmannschaft frei zu haben ist, muss man mit einer solchen Entwicklung rechnen. Wir können und wollten uns in diesem Fall nur in einem gewissen finanziellen Rahmen bewegen.

Schließlich spielt Hochwürden seit Ende der Weltmeisterschaft auf außerordentlich mittelmäßigem Niveau, während er selbst noch davon überzeugt ist, ein unverzichtbarer Führungsspieler mit galaktischen Fähigkeiten zu sein. Da würde ich an Managers Stelle auch nicht mehr allzu tief in die Tasche greifen. Anfangs habe ich seine gesunde Arroganz noch geschätzt, ihm seine Überheblichkeit nach der WM allerdings übel genommen (der feine Unterschied: Arroganz ist Überheblichkeit, die man sich leisten kann). In den letzten Monaten habe ich mich dann wieder über Meldungen seiner baldigen Genesung gefreut, um heute auf ein Neues mit dem Meckern anzufangen.

Klar ist: Ähnlich wie Torsten Frings wird sein Versuch kläglich scheitern, in der großen weiten Welt Fuß zu fassen. Es wird vielleicht zwei oder drei Jahre dauern, dann steht wieder etwas Großes, Blondes und sehr Kleinlautes bettelnd auf Bremer Matten.

Bewegte und bewegende Bilder vom Maskottchenwettlauf “Mascot Grand National” in England. Gelaufen wurde am 7. Oktober 2007 und gewonnen hat Wacky Macky Bear vom Saffron Walden FC, ganz knapp vor dem sich bereits als Sieger wähnenden Spike The Hedgehog. Der alljährliche Favorit Chaddy the Owl, ruhmreiches Maskottchen von Oldham Athletic, welches das Sportevent insgesamt zwei Mal, in den Jahren 2002 und 2003, für sich entscheiden konnte, schaffte es nicht einmal in die Top Ten. Doch bevor wir zum eigentlichen Rennen kommen, heften wir uns kurz an die Fersen von Stokie The Dragon, seines Zeichens Glückstier vom Basingstoke Town Football Club:

Jetzt habt ihr zwar schon das Rennen gesehen, die entscheidenden Vorgänge an der Spitze allerdings verpasst. Eine andere Perspektive bietet dieses Video, indem der Zweikampf zwischen Wacky Macky Bear und Spike The Hedgedog so richtig zur Geltung kommt. Besondere Beachtung schenkt ihr bitte dem bravurösen Ausweichmanöver von Wacky Macky Bear kurz vor dem Ziel, als ein wegelagerndes und bösartiges Maskottchen ihm ein Bein zu stellen versucht.

Well done, Wacky Macky!

… dann haettest du heute nicht fuer 200000 Euro nach Hannover wechseln muessen.

Lebe Ultra (3)

Der Alltag eines Ultras kann nicht immer “Boca Juniors gegen River Plate” heißen. Auch wenn die Schmerzen manchmal schier nicht auszuhalten sind, darf man deshalb nicht seine Geduld und Zuversicht verlieren. Schließlich, meine lieben Ultra-Freunde, schließlich kämpfen wir alle für ein hehres Ziel: die Autonomie unserer Kurven. Und wir wären keine Ultras, wenn wir nicht allesamt einsehen würden, dass dazu auch die Fankurve des TuS Celle FC gehört. Deshalb rufe ich (vielleicht male ich auch noch ein Spruchband und hänge es danach an die große Glocke!):

Solidarität mit den von Repressalien bedrohten ULTRAS CELLE!

A.C.A.B., Hepe

David und Goliath

Wenn ich mir die Groessenverhaeltnisse zwischen Abwehrspieler Mertesacker und Neuville mal genauer angucke, dann halte ich es fuer ausgeschlossen, dass man gegen unsere Innenverteidigung auch nur ansatzweise erfolgreiches Kopfballspiel betreiben kann. Geschweige denn kann ich mir ausmalen, dass Oliver Neuville faehig ist, Kopfballtore zu erzielen. Es ist einfach unmoeglich!

Edit: Ich scheine etwas durcheinander zu sein. Erst veroeffentliche ich meinen Beitrag so, dass man ihn nicht versteht, und dann scheint es auch noch so, dass ich mit “unserer Innenverteidigung” die der Nationalelf meine. Enttaeuscht bin ich ein wenig, dass ihr ohne Weiteres gedacht habt, das waere mein Ernst gewesen. Aber irgendwie konnte man das auch gar nicht anders verstehen, zugegeben.

¿Por qué no te callas?

Am Wochenende war “Iberoamerikanischer Gipfel” in Chile angesagt. Da kann man es nicht verhindern, dass auch ein Hugo Chavéz am Tisch sitzt, der Staatspraesident Venezuelas. Ihr wisst schon, dieser niedliche Typ:

„Israel verübt an den Libanesen die selben Handlungen, wie sie Hitler an den Juden verübt hat - die Ermordung von Kindern und Hunderten unschuldigen Zivilisten“ (im Gespräch mit Al-Dschasira). Iran und Venezuela seien „Brüder“ - Venezuela werde „unter welchen Umständen auch immer“ stets an der Seite Teherans stehen. Gemeinsam könne man den Imperialismus der USA besiegen. Chávez und Ahmadinedschad bekräftigten gemeinsam die Haltung zu Fragen des iranischen Atomprogrammes.

Den kursiven Hervorhebungen meinerseits schenkt ihr bitte besondere Beachtung, aber das nur nebenbei. Lirum larum, Hugo der Boss hat am Wochenende Spaniens Ex-Regierungschef Jose Maria Aznar als “Faschisten” bezeichnet. Das fand die spanische Delegation zumindest im Hinblick auf den gegenseitigen Respekt ueberhaupt gar nicht lustig, und deshalb gab es am Abschlusstag auch eine kraeftige Ruege seitens des spanischen Ministerpraesidenten Zapatero. Woraufhin Chavez wie ein beleidigter kleiner Junge gar nicht mehr aufhoeren wollte, Zapatero ins Wort zu fallen. Das wiederum rief seine Majestaet Juan Carlos von Spanien auf den Plan, der in einem weniger diplomatischen, sondern vielmehr menschlichlichen Akt Herrn Chavez aufforderte, “seine Klappe zu halten” (”¿Por qué no te callas?”). Doch seht selbst:

Meine Frage: Ist solches Betragen einem Koenig wuerdig?

Ihr ruiniert meinen Ruf

Timo Hildebrand hat vor einigen Monaten beim FC Valencia unterschrieben. Dachte man sich: Boah. Spielen durfte er am Anfang aber nicht. Dachte ich mir: Huch? Gab naemlich noch einen anderen Torwart, Opa Cañizares. Aber Opa Cañizares ist eigentlich eine riesengrosse Graupe, und jeder weiss das. Gespielt hat er trotzdem. Irgendwann hat er allerdings einfach so schwere Fehler gemacht, dass man seine eigenen blutenden Augen nicht laenger ertragen wollte. Da Opa Cañizares aber ein stolzer alter Mann ist, hat er einfach gesagt, “Aua, hab ich mich verletzt”. So musste man ihn sowieso auswechseln. Ganz schoen klug, der alte Opa! Seit dieser, ich sage mal “Phantomverletzung”, steht nun also die alte Kratzbuerste der liebe Timo im Kasten. Dachte man sich: Ist ja eigentlich ein dickes Arschloch, dieser Timo. Aber dachte man sich auch: Wenigstens kann er Fussball spielen! Das dachte man sich, und dann hat man sich einfach mal ein paar Fussballspiele mit ihm angeguckt. Und dann dachte man sich: Au weia. Sowas hat der in Stuttgart aber nie gemacht. Den letzten dicken Bock hat er vorgestern gegen Rosenborg Trondheim geschossen: ohne Not an einem Eckball vorbeigeflogen und das null zu zwei verschuldet.

Christoph Metzelder hat vor einigen Monaten bei Real Madrid unterschrieben. Dachte man sich: Boah. Real Madrid. Dachte ich mir aber auch gleich: Was wollen die denn mit Metzelder? Dachten sich wahrscheinlich viele Deutsche, aber die Spanier hatten sich vorher wohl einfach nur seine Anzahl von Laenderspielen angeguckt und daraufhin entschieden: Zack, den holen wir. Inzwischen fragen sich alle Spanier, warum man den fusslahmen Verteidiger denn nun ins Land geholt hat. Metzelder ist eine langsame und behaebige Kuechenschabe, die sich sogar den letzten Brotkrumen vor der Nase wegstiebitzen lassen wuerde. So taumelt der ehemalige Borusse tagein, tagaus durch den hauseigenen Strafraum und richtet Unheil an. Er selbst steht wahrscheinlich immer mit schlotternden Knien vor dem Sechzehner und denkt sich: Bitte kein Sprint. Oder vielleicht auch: Hoffentlich bald Halbzeit!

David Odonkor hat vor gut einem Jahr einen Vertrag bei Betis Sevilla unterschrieben. Dachte man sich: Boah. Betis Sevilla hoert sich gut an. Dachte man sich aber auch gleich: Was wollen die denn mit Odonkor? Und siehste, guckste dir einfach mal ein paar Spiele von Betis Sevilla an. Und schwupps, merkste auf einmal, der spielt ja gar nicht! Ist naemlich ganz schoen schlecht, der Odonkor. Aber was ich damals gar nicht wusste: Betis Sevilla selbst ist schon ein ganz, ganz schlechter Fussballverein. Also tut das doppelt weh. Aber der David, wie ihn der Juergen immer so liebevoll genannt hat, der David schafft das schon. Ehrlich gesagt: Ich glaub nicht!

So schlagen wir Lazio!

So geschehen am Wochenende im Heimspiel gegen Florenz.

« Older entries § Newer entries »