Articles by Hepe

erfahrener Kader und voll im Saft

David und Goliath

Wenn ich mir die Groessenverhaeltnisse zwischen Abwehrspieler Mertesacker und Neuville mal genauer angucke, dann halte ich es fuer ausgeschlossen, dass man gegen unsere Innenverteidigung auch nur ansatzweise erfolgreiches Kopfballspiel betreiben kann. Geschweige denn kann ich mir ausmalen, dass Oliver Neuville faehig ist, Kopfballtore zu erzielen. Es ist einfach unmoeglich!

Edit: Ich scheine etwas durcheinander zu sein. Erst veroeffentliche ich meinen Beitrag so, dass man ihn nicht versteht, und dann scheint es auch noch so, dass ich mit “unserer Innenverteidigung” die der Nationalelf meine. Enttaeuscht bin ich ein wenig, dass ihr ohne Weiteres gedacht habt, das waere mein Ernst gewesen. Aber irgendwie konnte man das auch gar nicht anders verstehen, zugegeben.

¿Por qué no te callas?

Am Wochenende war “Iberoamerikanischer Gipfel” in Chile angesagt. Da kann man es nicht verhindern, dass auch ein Hugo Chavéz am Tisch sitzt, der Staatspraesident Venezuelas. Ihr wisst schon, dieser niedliche Typ:

„Israel verübt an den Libanesen die selben Handlungen, wie sie Hitler an den Juden verübt hat - die Ermordung von Kindern und Hunderten unschuldigen Zivilisten“ (im Gespräch mit Al-Dschasira). Iran und Venezuela seien „Brüder“ - Venezuela werde „unter welchen Umständen auch immer“ stets an der Seite Teherans stehen. Gemeinsam könne man den Imperialismus der USA besiegen. Chávez und Ahmadinedschad bekräftigten gemeinsam die Haltung zu Fragen des iranischen Atomprogrammes.

Den kursiven Hervorhebungen meinerseits schenkt ihr bitte besondere Beachtung, aber das nur nebenbei. Lirum larum, Hugo der Boss hat am Wochenende Spaniens Ex-Regierungschef Jose Maria Aznar als “Faschisten” bezeichnet. Das fand die spanische Delegation zumindest im Hinblick auf den gegenseitigen Respekt ueberhaupt gar nicht lustig, und deshalb gab es am Abschlusstag auch eine kraeftige Ruege seitens des spanischen Ministerpraesidenten Zapatero. Woraufhin Chavez wie ein beleidigter kleiner Junge gar nicht mehr aufhoeren wollte, Zapatero ins Wort zu fallen. Das wiederum rief seine Majestaet Juan Carlos von Spanien auf den Plan, der in einem weniger diplomatischen, sondern vielmehr menschlichlichen Akt Herrn Chavez aufforderte, “seine Klappe zu halten” (”¿Por qué no te callas?”). Doch seht selbst:

Meine Frage: Ist solches Betragen einem Koenig wuerdig?

Ihr ruiniert meinen Ruf

Timo Hildebrand hat vor einigen Monaten beim FC Valencia unterschrieben. Dachte man sich: Boah. Spielen durfte er am Anfang aber nicht. Dachte ich mir: Huch? Gab naemlich noch einen anderen Torwart, Opa Cañizares. Aber Opa Cañizares ist eigentlich eine riesengrosse Graupe, und jeder weiss das. Gespielt hat er trotzdem. Irgendwann hat er allerdings einfach so schwere Fehler gemacht, dass man seine eigenen blutenden Augen nicht laenger ertragen wollte. Da Opa Cañizares aber ein stolzer alter Mann ist, hat er einfach gesagt, “Aua, hab ich mich verletzt”. So musste man ihn sowieso auswechseln. Ganz schoen klug, der alte Opa! Seit dieser, ich sage mal “Phantomverletzung”, steht nun also die alte Kratzbuerste der liebe Timo im Kasten. Dachte man sich: Ist ja eigentlich ein dickes Arschloch, dieser Timo. Aber dachte man sich auch: Wenigstens kann er Fussball spielen! Das dachte man sich, und dann hat man sich einfach mal ein paar Fussballspiele mit ihm angeguckt. Und dann dachte man sich: Au weia. Sowas hat der in Stuttgart aber nie gemacht. Den letzten dicken Bock hat er vorgestern gegen Rosenborg Trondheim geschossen: ohne Not an einem Eckball vorbeigeflogen und das null zu zwei verschuldet.

Christoph Metzelder hat vor einigen Monaten bei Real Madrid unterschrieben. Dachte man sich: Boah. Real Madrid. Dachte ich mir aber auch gleich: Was wollen die denn mit Metzelder? Dachten sich wahrscheinlich viele Deutsche, aber die Spanier hatten sich vorher wohl einfach nur seine Anzahl von Laenderspielen angeguckt und daraufhin entschieden: Zack, den holen wir. Inzwischen fragen sich alle Spanier, warum man den fusslahmen Verteidiger denn nun ins Land geholt hat. Metzelder ist eine langsame und behaebige Kuechenschabe, die sich sogar den letzten Brotkrumen vor der Nase wegstiebitzen lassen wuerde. So taumelt der ehemalige Borusse tagein, tagaus durch den hauseigenen Strafraum und richtet Unheil an. Er selbst steht wahrscheinlich immer mit schlotternden Knien vor dem Sechzehner und denkt sich: Bitte kein Sprint. Oder vielleicht auch: Hoffentlich bald Halbzeit!

David Odonkor hat vor gut einem Jahr einen Vertrag bei Betis Sevilla unterschrieben. Dachte man sich: Boah. Betis Sevilla hoert sich gut an. Dachte man sich aber auch gleich: Was wollen die denn mit Odonkor? Und siehste, guckste dir einfach mal ein paar Spiele von Betis Sevilla an. Und schwupps, merkste auf einmal, der spielt ja gar nicht! Ist naemlich ganz schoen schlecht, der Odonkor. Aber was ich damals gar nicht wusste: Betis Sevilla selbst ist schon ein ganz, ganz schlechter Fussballverein. Also tut das doppelt weh. Aber der David, wie ihn der Juergen immer so liebevoll genannt hat, der David schafft das schon. Ehrlich gesagt: Ich glaub nicht!

So schlagen wir Lazio!

So geschehen am Wochenende im Heimspiel gegen Florenz.

Der Kreativitätsmangel unter Mathematikern ist ein Problem von internationalem Format. Unser Dozent in “Himmelsmechanik” hatte bereits die Buchstaben “x”, “y” und “c” an seine Variablen verteilt, als er plötzlich eine weitere Variable benennen muss. Aber das ist nicht so leicht gesagt, wie getan. Er zuckt mit der Kreide, setzt an, setzt wieder ab, fragt laut “Wie nenne ich die denn jetzt bloß”, setzt wieder an und wieder ab, zögert, fragt wieder laut, dreht sich noch einmal verzweifelt zu uns um und gibt der Größe, innerlich immer noch hin- und hergerissen, schließlich den Namen “d”. Er akzeptiert diese Entscheidung für zwei oder drei Zeilen, bis er plötzlich bemerkt, dass die Bezeichnung ja wohl doch völlig unangebracht gewesen war, und infolgedessen wischt er alle “d”’s wieder weg und ersetzt diesen unpassenden Buchstaben durch “c*”. Ich sage euch, das sind die wirklichen Probleme eines Mathematikers.

Wer bin ich?

Wie Adams und Heskey

Unsere Korrespondenz im Norden Englands wurde erst kürzlich eingerichtet, kann aber schon jetzt mit wesentlichen Erkenntnissen über das eigentümliche Leben der Inselbewohner aufwarten. Hier ein kurzer Auszug:

Achja, um noch eine Frage zu beantworten, mit meinen Fussballkuensten ist leider im Moment kein Staat zu machen, ich habe in England nur einmal gespielt bis jetzt, und das war auch sehr englisch: In einer Halle mit Steinfussboden, lange Baelle nach vorne, rugbyaehnliche Tacklings, Torwaerte a la Robinson, jeder Schuss ein Treffer, und doch ziemlich mieses Niveau! Nun denn, ich bin natuerlich vom Futsal ein ziemlich gepflegtes Passspiel gewohnt, davon war da nicht mal im Ansatz was zu erkennen. Echt wie hinten Tony Adams, Mittelfeld wird gleich ueberbrueckt und vorne dann Heskey, fand ich ja echt lustig, dass die wirklich auch so spielen wie ihre Nationalmannschaft!

Herrlich!

garganta profunda

Dass es im spanischen Fernsehen einen mehrstündigen Expertentalk für Promigeschichten gibt, die wohlbemerkt noch nicht einmal Frauke Ludowig in ihren täglichen zehn Minuten „Exklusiv“ verarbeiten würde, ist die eine Sache. Es schmerzt zwar, gestandenen Männern dabei zuzusehen, wie sie minutenlang ernsthaft über den Oldtimer-Sammelwahn eines skandinavischen Kronprinzen (?was weiß ich!) oder Victoria Beckhams neue Frisur diskutieren, aber es gibt Schlimmeres. Ja, das gibt es. Nämlich im spanischen Fernsehen! Und damit meine ich nicht die Hardcore-Pornos, die jeden Abend nach Mitternacht auf mehreren Free-TV-Kanälen zu sehen sind. Auch nicht die Tatsache, dass „Dawson’s Creek“ und „Baywatch“ mit Folgen aus den mittleren 90er Jahren noch die intellektuellen Highlights im offenen Fernsehen zu sein scheinen.

Was ich nämlich gestern auf Kanal „Cuatro“ mit ansehen musste, wow.. Es war ungefähr 19.48 Uhr MESZ, als in der halbwegs seriösen Quizshow “Money Money” (in gewohnt spanischem Englisch “Munni, Munni”) die Frage gestellt wird, welcher “denn der meist verkaufteste Pornofilm aller Zeiten sei”. Wir so hä, versteh ich nicht. Meinen die da jetzt so was wie “9 ½ Wochen” mit Kim Basinger oder was? Ist ja doch eher ein harmloser Erotik-Streifen, aber was will man um diese Zeit erwarten, es ist ja schließlich erst ZEHN VOR ACHT! Pustekuchen! Die meinten tatsächlich einen Porno. In Deutschland hätte es diese Frage vielleicht um 3.47 Uhr nachts auf 9Live gegeben, die Antwort wäre „Gina Wild - Jetzt wird es schmutzig 4 – Durchgefickt“ gewesen, der Moderator wäre entlassen worden und danach hätten sich alle Beteiligten kräftig geschämt. Während es in Deutschland beim „es hätten ja“ bleibt, gucken in Spanien tatsächlich haufenweise Kinder zu, und die richtige Antwort heißt
Garganta profunda“, was so viel bedeutet wie “Tiefer Rachen“.

Vielmehr kann ich dazu nicht sagen. Außer vielleicht: Kartoffeln sind einfach so verdammt unentspannt!

Vom Tütenwein zum Kaviar

Auf einfachen Wunsch lasse ich jetzt auch euch an meinen Erkenntnissen über die findige spanische Unterschicht teilhaben. Um gleich zum Punkt zu kommen: Die spanischen Penner (ich meine Penner im Sinne von Penner, Alkoholiker und so) haben eine Marktlücke geschlossen und eine Idee umgesetzt, deren Rechte schnellstmöglich auch auf dem nächsten deutschen Obdachlosenmarkt verscherbelt werden sollten. Deutsche Penner könnten Millionäre werden! Die Penner verkaufen nämlich PARKPLÄTZE!!! Kein Scheiß! Ich mein das so, wie es da steht. Als wir das Prinzip erstmal verstanden hatten, kamen wir aus dem Lachen nicht wieder heraus. Dabei ist es gar nicht mal so umständlich: Zwei oder drei Alkis organisieren sich (wohl der schwierigste Akt), einigen sich auf eine potentiell geeignete Straße (wenig Verkehr, trotzdem strategisch gut gelegen) und verteilen sich auf die ganze Länge. Damit haben sie die Straße ohne große Probleme eingenommen, und ab jetzt ist es _ihre Straße_. Zwei Späher stehen immer an den jeweiligen Enden und fangen laut an zu pfeifen, wenn ein Auto in die Straße biegen will. Ein Kandidat für einen Parkplatz! Schnell werden alle Hebel in Bewegung gesetzt, jetzt ist die Fähigkeit des mittleren Penners gefragt, der nur wenige Sekunden Zeit hat, eine optimale Parklücke auszumachen. Nicht, dass der Autofahrer vielleicht selbst in der Lage dazu wäre, so etwas aus eigener Kraft zu durchzuführen! Nein, denn erstens besitzt er in seinem verglasten Gefährt nicht den klaren Überblick eines sachverständigen Alkoholikers, und zweitens hat er beim Einfahren in die Straße stillschweigend einen Vertrag mit der Parkplatzgesellschaft „Schnaps macht Platz GmbH“ geschlossen. So wird das Auto munter in die Lücke dirigiert, der Fahrer bedankt sich artig (und fügt im Geiste ein „für nichts“ hinzu), während der Penner schon die Hand aufmacht. Und wehe, jetzt wird nicht gezahlt! Ihr seht, idiotensicherer Plan. Jemand mit einem guten Penner-Draht könnte vielleicht mal anfragen, ob so was auch in deutschen Landen möglich wäre. Ich habe meinen Teil geleistet und fordere ab sofort zehn Prozent der Einnahmen.

PS: Tschuldigung übrigens für so viele Hoppe-Zeichen (für alle Unwissenden: gemeint ist das “!”). Vielleicht bin ich einfach nur ein bisschen ausdrucksstärker geworden!

Streetart im Süden

granada-1261.jpg

Zum Vergrößern das Bild anklicken.

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