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Bremen, die kleine Großstadt in Norddeutschland. Schön gelegen am Fluss, überschaubare Stadtteile und Nachbarschaften, ein überraschend guter Fußballverein. Und hier passiert folgendes: Es hat sich eine gewalttättige Auseinandersetzung zugetragen. Das Ereignis ist inzwischen viereinhalb Jahre her, aber bekanntlich mahlen die Mühlen der Justiz langsam. Noch langsamer, wenn die Stadt, die die Mühlen bezahlt, so gut wie pleite ist. Und insbesondere dann, wenn der Schauplatz des Vorfalls eine Party mit über 100 Gästen war. Die müssen alle erstmal befragt werden, und dann bestehen sie auch noch darauf, alle vor Gericht gehört zu werden.

Das Verfahren beginnt also endlich, wenn auch ohne den Staatsanwalt. Der ist zwar angeblich der beste der Stadt und wurde deshalb für dieses komplizierte Verfahren eingesetzt, aber er ist im Urlaub, angeblich für drei Wochen. Gut, dann wird er halt vertreten, von einem unerfahrenen Kollegen. Das ist nur angemessen, denn immerhin findet der Prozess auch nicht wie ursprünglich geplant vor dem Land-, sondern vor dem Amtsgericht statt. Die aufgrund von Zeugenaussagen vorgeladenen sieben Tatverdächtigen haben ihre Anwälte aber schon gebucht, jeder einen, und da es hochspezialisierte Anwälte sind, behalten sie diese auch. Und sie machen in ihrem Sinne gute Arbeit: Sie sagen: “Wenn ihr 60 Zeugen hören wollt, laden wir 100 ein.” Das imponiert freilich dem Richter, den dieses ganze Riesenverfahren ohnehin nur stresst, er schlägt eine einfache Lösung vor: Die ganzen Zeugen können zu Hause bleiben, die Täter sagen, dass sie Täter sind und zahlen jeweils Geldstrafen. Diejenigen, über die die Akten nichts sagen, dürfen sich noch einmal bewähren. Die to-be-Geständigen grinsen, und der Staatsanwalt ist auch einverstanden. Immerhin hat er ja nicht viereinhalb Jahre auf diesen Prozess hingearbeitet, sondern der Kollege, der sich die Sonne auf den Bauch scheinen lässt. Also: Subjektive Wichtigkeit des Riesenverfahrens für die Opfer hin oder her – die Beteiligten des Verfahrens einigen sich auf den Deal.

Was ist eine Provinzposse?

Etwas voreilig, liebe Kandidatin. Ganz so einfach ist es nicht. Es handelte sich hier nicht um eine einfache Schlägerei zwischen trinkfreudigen Friesen. Das machen schon die simplen Zahlen klar: Obwohl den über 100 Gästen der Party, die die antirassistische Fangruppierung Racaille Verte in jener Januarnacht ausrichtete, nur ungefähr 20 Angreifer gegenüberstanden, sind am Ende um die 40 junge Fans verletzt, einer davon so schwer, dass er einige Tage im Krankenhaus verbringen muss. Und so liegt es nicht etwa an der Geltungssucht der Opfer, dass sie alle aussagen wollen, sondern daran, dass sie Angst haben. Angst vor der Rache der Täter. Bei ihnen handelt es sich nämlich um rechtsradikale Hooligans, erprobt im Faustkampf und gefestigt in ihrer Ideologie. Doch all das beziehen Gericht und Staatsanwaltschaft nicht in ihre Erwägungen ein. Für sie ist viel mehr entscheidend, dass das Verfahren so lange gedauert hat. Und das ist für die Angeklagten, von deren Unschuld sie von Rechts wegen ausgehen, nun wirklich eine Zumutung. Denen muss man entgegenkommen, und das drückt sich in Zahlen so aus: 30% gehen nochmal ab von den Strafen, die alle unterhalb von 90 Tagessätzen liegen – der Grenze, ab der eine solche Strafe im polizeilichen Führungszeugnis auftaucht.

Was ist ein Justizirrtum?

Nein, die folgenden Fakten werden zeigen, dass auch das nicht die gesuchte Frage ist. Es ist nämlich nicht so, dass die Informationslage undurchsichtig wäre und deshalb ein Irrtum zustande kommen könnte. Dass ein Gericht sich nicht auf den Antifa-Seiten über ihre Klientel informiert scheint normal. Aber wenn die Angeklagten vor Gericht auftreten wie Mafiabosse, ihre Freunde sich vermummen und selbst nach mehrfachen Beschwerden der Betroffenen Unterstützerinnen und Unterstützer der Opfer filmen und fotografieren sowie Medienvertreter beleidigen können, läuft etwas falsch. Es kann nicht angehen, dass Polizisten und Gerichtsdiener sagen: “Vielleicht wäre doch das Landgericht der bessere Ort gewesen.”

Und der Staatsanwalt sollte sich vielleicht schon informieren, gegen wen er vorgeht. Er sollte die Anklage führen, Partei ergreifen, im Sinne der Sicherheit der Bürger des Staates, dessen Anwalt er ist. Das ist genau die Rolle, die dem Staat in Sonntagsreden stets zugeschrieben wird. Vor allem, wenn es gegen Neonazis geht. Gerade junge Menschen werden bei Events wie der Nacht der Jugend für ihr Engagement gegen Diskriminierung gelobt und erhalten Preise. Das bringt materiell meistens nicht so richtig viel, aber die Aussage ist: Ideel steht dieser Staat hinter euch, wir passen auf euch auf. Und genau so biederte sich auch die Staatsanwaltschaft bei den betroffenen Fans an, versuchte ihnen zu verdeutlichen, dass sie in diesem Fall für Gerechtigkeit sorgen würde und dafür, dass sich ein derartiger Vorfall nicht wiederholen würde. Die älteren Hauer, allesamt bekannte Neonazis, sollten endlich mal in den Bau wandern, während die jüngeren einen Schuss vor den Bug kriegen sollten, der ihnen weh tut. Die Fans nahmen dafür in Kauf, sich den Neonazis zu stellen und im Vorfeld des Prozesses immer wieder bedroht zu werden. Auch dies hätten Gericht und Staatsanwaltschaft wissen können und sollen, und spätestens im Gerichtssaal hätten sie es merken müssen.

Der vorliegene Deal bewirkt aber genau das Gegenteil der erhofften Klärung: Die Neonazis wissen jetzt genau, was sie ein Überfall auf junge Linke kostet: Ein paar tausend Euro, die sie leicht aufbringen. Für die entsprechenden Adressaten ist im wörtlichen Sinne gesorgt: Die Justiz hat sie mit ihrem sorgfältigen Apparat an die Nazianwälte gebracht, die sicher Kopierer besitzen. Racheakte sind vorprogrammiert.

Was ist Justizversagen?

Nein, auch das ist nicht die Frage, lieber Kandidat. Wenn nämlich all das sehenden Auges geschieht, ist das mehr als Versagen. Vor allem das Gericht vertritt sehr selbstbewusst einen Standpunkt, der kritisiert werden muss. Die Wortwahl der Beteiligten offenbart ihre Entscheidung, sich falsch zu positionieren: Neonazis werden immer wieder als rechtsgerichtet bezeichnet, als hätte hier eine Gruppe CDUler ihrer Wut auf Grüne Ausdruck verliehen. Der Gerichtssprecher tut so, als stünden sich hier zwei gleichwertige Konfliktparteien gegenüber, indem er sich dafür lobt, kein weiteres Öl ins Feuer gießen zu wollen. Man könnte fast glauben, die Ultras würden auf einer Woge der Begeisterung anfangen, Neonazis zu vermöbeln, wenn die ihre gerechte Strafe bekommen! Der stellvertretende Staatsanwalt schiebt indirekt den Opfern den Verlauf des Verfahrens in die Schuhe, indem er sich in Erinnerung ruft, wie lange sie brauchten, um sich zu Aussagen durchzuringen. Simple Arithmetik ignoriert er einfach: Natürlich machen die dreieinhalb Monate, die die Zeugen brauchten, nicht wirklich den Kohl fett. Am schwersten wiegt aber die Behauptung, es handele sich hier um szeneinterne Streitigkeiten. In Bremen gibt es eben nicht eine Fanszene, sondern mehrere, die nebeneinander und größtenteils unabhängig voneinander existieren: klassische Kuttenfanclubs im Oberrang, teils “unpolitische”, teils progressive Ultras im Unterrang, (Nazi-)Hools auf dem Acker. Das weiß eigentlich auch jeder, nur der Gerichtsprecher behauptet in staatsragendem Ton das Gegenteil und übernimmt dabei fast das Wort der Verteidigung von einem quasi innerfamiliären Konflikt. An dieser Stelle hätte es vielleicht geholfen, wenn vor dem Prozess nicht nur ein anerkannter Experte, sondern auch der Verein, zu dem sich ja in der Tat Angreifer wie Opfer zugehörig fühlen, eindeutig geäußert hätte. Vielleicht, denn es kommt doch der Eindruck auf, dass hier sehr wohl bewusst gehandelt wurde: Der Urlaub, die Wahl des Gerichts, der offenbar vorbereitete Deal, die dummen Begründungen.

Ich möchte lösen. Die Frage lautet: Was ist ein Justizskandal?

Herzlichen Glückwunsch, Sie haben 8000 Mark gewonnen! Herr Güldner von den Grünen hätte es übrigens auch fast geschafft, er hat nur das Prinzip dieser Sendung nicht verstanden.

Eine Firma kann nur erfolgreich sein, wenn sie expandiert. Das ist egal, weil wir leider keine Firma haben. Eine andere Geschichte ist diese: Zwei unserer Autoren fotografieren seit einiger Zeit mehr als dass sie ihre durchaus vorhandenen Gedanken in blogbaren Texten zusammentragen. Da auch das manchmal ganz schön anzusehen ist, muss dafür ein Raum her. Und siehe da, es ist noch Platz im Internet, und den nehmen wir uns. Mit einem Klick auf diesen Link könnt ihr euch dort einmal umschauen, und wenn es euch gefällt, macht am besten gleich ein Lesezeichen oder abonniert den Feed. Wer glaubt, eh schon zu viele Blogs zu lesen, kann sich einfach einbilden, dass es ja kein neues Blog ist, indem er oder sie wie gewohnt zu verbrochenes.net kommt und dann rechts auf das entsprechende Banner klickt.

:)

Bis zu fünf Euro winken jedem, der ein weiteres Hartz IV-Symbolbild für tagesschau.de baut:

Nachtrag, 27. September: Offenbar hat schon jemand einen ganzen Tag lang Symbolfotos gebastelt, die jetzt nach und nach verarbeitet werden:

Hartz IV-Empfänger werden sich von ihrem Geld höchstwahrscheinlich weder Scrabble kaufen noch den ganzen Tag Russisch Brot mampfen (selbst wenn es so schön karg aussieht). Man sollte vielmehr mal illustrieren, was man sich von fünf Euro so kaufen kann (zum Beispiel vier Tüten Russisch Brot), und wie sich ein Kind über ein Spiel für null Euro freut (zum Beispiel einen Stock).

Nachtrag, 28. September: tagesschau.de hat noch lange nicht fertig. Diesmal gibt es soagr schwarzrotgold:

Am 29. Oktober spielt Bonaparte übrigens in der Spedition. Die Tickets kosten jedenfalls unter 20€.

Sun

Wenn in Deutschland über den Nahostkonflikt berichtet wird, muss es immer so aussehen, als sei man unparteiisch. Letztlich sind dann aber doch immer die Israelis schuld. tagesschau.de zeigt schon im Anlesetext, wie es geht:

Nach dem Anschlag auf jüdische Siedler im Westjordanland hat der israelische Siedlerrat das vorzeitige Ende des Baustopps angekündigt. Ursprünglich sollte bis Ende September im Westjordanland nicht gebaut werden. Die Ankündigung dürfte die Friedensgespräche in Washington erheblich belasten.

Es ist nicht die Ermordung von vier Israelis, die die Friedensgespräche belasten, sondern die Ankündigung, Häuser zu bauen. Und da es ein jüdischer Rat ist, der dies beschlossen hat, handelt es sich dabei natürlich nicht um eine politische Entscheidung, sondern um ein perfides Manöver: “Der Rat der jüdischen Siedler im Westjordanland nutzt den Anschlag bei Hebron auf seine Weise.”

Nur wer den Text bis zum Ende liest, über eine Audioabspielmöglichkeit hinaus, könnte sich eventuell ein realistisches Bild von der Lage machen. Man könnte dort lesen, dass die palästinensischen Unterhändler abziehen wollen, wenn wieder gebaut wird – und sich fragen, wieso Israel nach dem Terroranschlag von Hebron weiter verhandeln möchte. Man könnte sich den einzigartig langmütigen Apell von Schimon Peres auf der Zunge zergehen lassen: “Die Terroristen werden keinen Erfolg haben. Sie sind eine Katastrophe für ihr eigenes Volk und eine Gefahr für unser Volk. Wir werden nicht mit Terroristen Verhandlungen führen, sondern mit denjenigen, die den Terror ablehnen.” Dann würde man sich sicher fragen, wie da wohl die Chancen stehen, solche Gesprächspartner zu finden.

Das alles ist natürlich nicht nötig, wenn die Erklärungen weiter oben nur allzu gut zu dem passte, was man schon immer wusste.

Gruppe H

In letzter Sekunde hier auch noch die Entscheidungshilfe für die Gruppe H. Wer die ganzen Spiele bislang ohne unsere Beratung geguckt hat, kann sich hier informieren, ob ihr oder ihm dabei Fehler unterlaufen sind. Schlechte Ausreden und sonstige Kommentare werden ebenfalls dort abgegeben.

Eines vorweg: In Gruppe H gibt es nichts zu sehen, außer guten Fußball. Und den eigentlich auch nur beim ersten Kandidaten:

Spanien

1. Von 1939 bis 1975 hatte Spanien eine faschistische Diktatur. Als sie diese endlich abschafften, installierten sie einen König, wegen der nationalen Einheit. Man könnte jetzt natürlich sagen: Ja aber, da haben doch erst eine ganze Menge Leute gegen den Faschismus gekämpft und die haben doch eigentlich nur wegen der Hilfe aus Deutschland nicht gewonnen, und dass es einen König braucht, um nationale Einheit zu schaffen, ist doch schon mal ein gutes Zeichen. Das erste mag stimmen, aber de fakto haben diese Leute ja verloren und dann gab es ein paar Jahrzehnte Faschismus, in dem die ganzen guten Leute auch noch umgebracht wurden. Das zweite ist Quatsch, denn es ist ja nicht so, dass da irgendwer gegen die Nation an sich ist. Die Gegner der spanischen Nation sind selbst Nationalisten, so links sie auch sein mögen.  In diesem ganze Wirrwarr aus demokratischen Monarchisten und nationalistischen Anarchisten finde ich mich beim besten Willen nicht zurecht, und daher lehne ich es ab.

2. Spanien ist sportlich extrem krass aufgestellt. Im Mittelfeld haben sie gute Spieler für mindestens drei Mannschaften, davor und dahinter stehen ebenfalls sehr gute Spieler. Alle sagen, dass Spanien Weltmeister wird. Da in dieser Rubrik aber gefordert wird, dass die Genossen wissen, wo das Tor steht, nützt das alles nichts.

3. Für schönen Fußball kann man sich immer begeistern.

Fazit: Der antideutsche Faktor ist ein hartes Kriterium. Als Deutschlandkiller ist Spanien jedenfalls geeignet, für mehr leider nicht.

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Schweiz

1. Die Schweiz ist neutral. Zum einen formal, zum anderen in der Bilanz der sie bewohnenden Menschen. Die ist exakt ausgewogen: Auf der einen Seite gibt es Saalschutz, die beste Band des Universums. Auf der anderen Seite steht der Rest der Schweizer, die alle Rassisten sind.

2. Die Schweiz ist neutral. Ein paar ganz fitte Bundesligaspieler, aber kein echtes Potential für irgendwas größeres. Die WM-Quali sagt uns da auch nichts Neues: Zwar wurde man dort Gruppenerster, aber wahrscheinlich so ungefähr in der schlechtesten Gruppe in ganz Europa.

3. Die Schweiz ist neutral. Rot, aber mit Kreuz. Nicht deutsch, aber deutschsprachig. Politisch so ähnlich wie die USA, aber in Europa – und eben neutral.

Fazit: Wir bleiben neutral.

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Honduras

1. 57% der Menschen denken, dass Honduras eine Insel ist, in China sind es 51%, in Honduras 14%. In echt ist Honduras aber ein Staat in der Mitte zwischen zwischen Amerika und Südamerika. Das Staatsmotto klingt wie das Credo eines Süchtigen: “Frei, souverän und unabhängig”. In echt ist Honduras wahrscheinlich hochgradig abhängig von den USA, was ja nicht das schlechteste ist, wenn die Alternative Chavez heißt.

Während 1969 anderswo der Summer of Love zelebriert wurde, engagierte sich Honduras im Fußballkrieg. Klingt erstmal ganz cool. Bei näherer Betrachtung war die Rolle der Honduraner aber eine sehr deutsche:

Der Grund waren Spannungen um Wirtschaftsflüchtlinge aus El Salvador, die seit längerem von der Bevölkerung Honduras’ für die wirtschaftlichen Probleme verantwortlich gemacht und angefeindet wurden.

Diese ganze Sache mit dem Putsch letztes Jahr versteht kein Mensch. Im Ergebnis wird Honduras jetzt aber von der Naumann-Stiftung beraten. Das ist schlecht für Honduras, also nicht nur für die Menschen dort, sondern auch für unsere Bewertung in Sachen deutsche Verhältnisse.

2. Ganz ehrlich, wir haben keine Ahnung. Aber sie werden sehr schlecht sein. Gründe: Armut, Abwanderung der besten in die USA, Krieg, Kleinheit, Armut.

3. Selbst wenn, es nützt ja alles nichts.

Fazit: Naumann-Stiftung aus dem Land jagen, danach den Vereinigten Staaten anschließen.  Wenn das noch so ein paar kleine Länder machen, haben wir einen würdigen England-Nachfolger.

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Chile

1. Chile ist unglaublich lang und beansprucht ein Kuchenstück von der Antarktis. Land und Leute sind offenbar sehr schön. Es gibt Berge und Vulkane, Seen, Flüsse und einen Pazifik. Das ist verdächtig, ich fühle mich schon ganz romatisch und kriege Fernweh. Ethnisch homogen sind die Chilenen auch noch. Und im Zweiten Weltkrieg blieb Chile wegen der Deutschstämmigen im Lande so lange neutral, bis klar war, wer gewinnt. Später dann hatte Chile Pinochet, jetzt sind sie demokratisch. Wer da keine Analogie riecht, hat die Lehren aus der Geschichte verschlafen.

2. Chile ist vielleicht gar nicht so schlecht. Ihre Qualifikationsergebnisse sollte man die Chilenen allerdings nicht überbewerten, weil sie bei Heimspielen regelmäßig die Gegner mit dünner Luft betäuben. In Südafrika genießen sie aber immerhin Südhalbkugelheimvorteil, heißt sie müssen sich nicht erst an den Winter gewöhnen und daran, dass sie auf dem Kopf stehen müssen. Die Namen sind nicht hinreichend groß, dass ich sie kenne, aber ich traue ihnen alles zu.

3. Siehe oben – es ist alles sehr schön dort. Das lassen wir hier einfach mal so stehen, denn die Gefahren dieser Schönheit wurden ja dort schon beschrieben.

Fazit: Da die simple Schönheit als Argument hier bislang etwas zu kurz kam, sei Chile jedem als Zweitmannschaft ans Herz gelegt, die man so lange behält, bis sie gegen England, Holland oder Griechenland verliert.

Get Well Soon – Angry Young Man

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