Anderes

…alles ist anders.

verbrochenes.net, das Webmagazin für Demokratie und Gute Laune, fiebert bereits der Bundestagswahl im September entgegen. Die ersten Parteitage sind absolviert, die Kontrahenten haben sich positioniert, es geht los! Ein guter Zeitpunkt also, um einen ersten Blick auf die Kommunikation der verschiedenen Parteien zu werfen.

Nationale Erneuerung

Die Grünen stellten ihren Parteitag vor einigen Wochen unter das Motto “Deutschland ist erneuerbar!”. Das erinnert einerseits daran, dass die Partei als bürokratischer Arm einer deutschnationalen Erweckungsbewegung entstanden ist. Andererseits ist Deutschland auch einfach die politische Ebene, um die es der Partei hier geht. Die Selbstverständlichkeit, mit der pfiffig-keck aufs Vaterland verwiesen wird, kann trotzdem ein wenig irritieren.

Viel interessanter als das unvermeidbare nationale Klimbim ist aber das Wörtchen erneuerbar in diesem Motto. Ob beabsichtigt oder nicht, das ist eine tolle Idee. Denn die Deutschen sind alt, die Wähler der Grünen sind alt, und niemand will alt sein. Erneuerung! versprechen die Grünen dem greisen Wahlvolk. Wir können von vorne anfangen! Es gibt eine Zukunft! Die gibt es für die Menschen natürlich nur bedingt, weshalb sie es umso lieber hören, dass immerhin die Nation erneuert werden kann.

Erektile Alternative

Mit dem Alter kämpfen auch die meisten Anhänger der Alternative für Deutschland, einer Partei, deren Namen die Grünen bei ihrer Gründung auch gut hätten tragen können. Sie besteht zu einer überwältigenden Mehrheit aus alten Männern, und das sieht man in ihrem Logo: Es handelt sich offensichtlich um eine Synthese des jugendlich-dynamischen Nike-Logos mit einem Phallus-Symbol. Die Botschaft: Mit der AfD geht es bald wieder aufwärts, an der Börse und in der Hose. Dieses Versprechen werden andere Parteien kaum überbieten können.

Gut gemacht!

Bei den Versprechen für die Zukunft ist die FDP derweil noch nicht angekommen. Sie ist damit beschäftigt, sich selbst zu beglückwünschen. Das ist, ähnlich wie der ständige Verweis auf Deutschland, eine Gesetzmäßigkeit im Wahlkampf: Die Regierungsparteien müssen kommunizieren, dass sie Großes geleistet haben. Nicht immer aber passiert das so cheesy wie gerade bei den Liberalen. “Gut gemacht, FDP!” sagt, nunja, die FDP zu sich selbst. Das erinnert an eine Kampagne von arte, bei der sich die Verantwortlichen des TV-Senders ebenfalls so sehr nach Anerkennung gesehnt haben, dass sie einfach Leute erfunden haben, die sich bei ihnen bedanken. Bei der FDP dürfen wir nun gespannt sein, wie und wann die Kommunikation sich mehr auf die Zukunft ausrichtet, wann das “Gut gemacht!” also durch ein “Noch viel zu tun!” ergänzt wird.

Wer Wir Was

Bei meiner persönlichen Lieblingspartei, der SPD, geht es bisher wenig spektakulär zu. Der Claim “Das Wir entscheidet” wurde in den Medien ein paar Tage verspottet, weil ihn eine unbedeutende Leiharbeitsfirma schon länger benutzt. Aber so richtig hat das auch niemanden interessiert. Schon angesichts der für die SPD extrem schwierigen Konstellation stellt sich aber die Frage, mit welchen Themen und in welchem Tonfall sie die Union letztendlich angreifen wird. Peer Steinbrück als starken Mann und Macher darzustellen ist angesichts seiner Person zwar naheliegend, passt aber nicht recht zum “Wir”, das ja jetzt entscheidet.

Ähnlich unauffällig bleibt bisher die CDU. “Starkes Deutschland. Chancen für Alle!” stand beim Parteitag an der Wand, naja. Für Merkel gilt, dass sie alles richtig macht, so lange sie nichts falsch macht. Insofern dürfte es hier ziemlich langweilig bleiben.

Wahlziel 100%

Den Preis für die uninspirierteste Phrasendrescherei gewinnt trotzdem die Linkspartei: “100 Prozent sozial” ist ihr Wahlprogramm nämlich betitelt. Da steckt immerhin ein schlechter Witz mit SED-Wahlergebnis-Bezug drin, sonst aber leider überhaupt nichts.

Internet contrarianism

Uli Hoeneß hat Steuern hinterzogen und wird dafür wahrscheinlich bestraft werden. So weit, so einfach. In Politik und Medien ist man sich einig, dass das alles sehr bedauerlich ist. Was soll man sonst auch sagen? Die Sache ist eindeutig, und nur Hoeneß’ Prominenz macht sie zur Meldung. Sie ist allerdings so eindeutig, dass es sich schon wieder lohnt, nach einem Gegenstandpunkt zu suchen. Das garantiert im Internet Aufmerksamkeit und kann ruhig auch um den Preis inhaltlicher Unzulänglichkeiten geschehen. So wird Hoeneß vom gewöhnlichen Steuerhinterzieher zum Objekt einer nationalen Verfolgungsjagd.

Einen Versuch in diese Richtung hat Gideon Böss von der Welt gestartet: “Osama bin Laden kann froh sein, dass er nur das World Trade Center in die Luft sprengte und nicht als deutscher Staatsbürger Gelder in der Schweiz versteckte. Was Steuerflucht angeht, kennt Deutschland nämlich keine Gnade.”

Nanu, wurde Hoeneß bereits erschossen? Wie sieht das aus, wenn “Deutschland” 2013 “keine Gnade” kennt? So: “Irgendein SPDler aus Bayern (…) nannte Steuerhinterziehung ‘die schlimmste Form asozialen Verhaltens’. Das ist eine Ansage, schlimmer geht es nicht.” Nein, wirklich nicht. Der arme Hoeneß!

Böss selbst stellt die großen Fragen: “Was in der deutschen Steuerdebatte völlig fehlt, ist das Interesse am „Warum“. (…) Könnte es vielleicht Gründe geben, weswegen jemand das Risiko eingeht, sein Geld im Ausland zu verstecken, anstatt es ganz normal dem Finanzamt zu melden?” Ja, warum hinterzieht jemand Steuern? Warum ist mehr Geld in der eigenen Tasche besser als weniger? An der Frage, die jedes Kind, das das erste Mal Taschengeld erhalten hat, beantworten kann, scheitert der Weltkolumnist: “Keine Ahnung, was die genauen Gründe für Leute wie Uli Hoeneß sind, Teile ihres Vermögens ins Ausland zu schaffen (…)”

Eine Ahnung hat er da aber schon geäußert: “Ist womöglich das Steuersystem nicht so gerecht, wie es sein sollte?” Hat der Uli also sein Geld in der Schweiz versteckt, um ein Gerechtigkeitsdefizit auszugleichen? Und heißt das dann, dass er oder Böss oder sonst irgendwer eine plausible Idee davon hat, was eine gerechte Verteilung von Wohlstand ist? Was hier kurz davor ist, ausgesprochen zu werden, ist die Tatsache, dass Gerechtigkeit in einer Marktwirtschaft überhaupt kein Kriterium für die Verteilung von Gütern ist. Sie ist einfach nicht vorgesehen und erscheint in den Debatten bestenfalls als ihre eigene Karikatur, als die soziale Gerechtigkeit – als ob es auch eine andere geben könnte. Statt einer gerechten Verteilung wird von denen, denen es nützt, oft eine Art naturwüchsiger Verteilung behauptet, die allerdings durch Umverteilung gefährdet sein soll. Die wiederum ist dann, weil ja die alte Verteilung die richtige war, Diebstahl: “Für die Linke ist Sozialneid ohnehin das Fundament für alles weitere und die Grünen schielen ebenfalls auf das Geld der Reichen, weil sie ja auch gerne umverteilen. Ist dann natürlich ärgerlich, wenn das Geld weg ist, ehe man es den Leuten stehlen kann.”

Dabei ist natürlich diejenige Verteilung eine rein fiktive, die ohne staatliche Eingriffe zustande käme, weil das ganze System ohne den Staat gar nicht denkbar ist. Und schließlich wäre auch jede andere Verteilung eine gesellschaftlich vermittelte, gemachte. Sonst würden Weltjournalisten von Buchstaben leben müssen, während die VW-Arbeiter ab und zu ein neues Auto mit nach Hause nehmen könnten.

Gegen wen die sind, die für reiche Steuerhinterzieher in die Bresche springen, erfahren wir bei Böss auch, wenn er über den namenlosen SPD-Mann spottet: “Da kann man als Fußball-Hooligan Innenstädte zertrümmern, als Mutter das eigene Kind verwahrlosen lassen oder als Stalker anderen das Leben zur Hölle machen, alles kein Vergleich.” Und am Schlimmsten: “der Schwarzarbeiter, der für erheblich höhere Steuerausfälle verantwortlich ist”. Wer kennt ihn nicht, den Anstreicher, der auf seinen Millionen sitzt und über Ulis Spielgeld lacht? So gewinnt Böss im deutschen Volkssport gegen die Bayern-SPD: Er weiß noch besser als jene, wo die unschädlich zu machenden Asozialen sitzen.

Der Geist ist schwach

Wo Böss “Deutschland” am Werke sieht, ist es bei seinem Kollegen Richard Herzinger etwas spezifischer der “deutsche Volksgeist”, der Hoeneß ans Leder will. Da sind angeblich “die Gemüter der Republik bis zu Weißglut erregt”, Herzinger beschwört gar eine “ungeheure moralingesättigte Empörungswelle, die wegen Hoeneß über das Land hinwegbraust”. Wo er all das entdeckt haben will, bleibt sein Geheimnis. Der Mann schreibt zwar im Internet, verzichtet in diesem Artikel aber auf Links, und Zitate gibt es auch keine. Dafür steht das Wort “Staatsverbrechen” in Anführungszeichen, eine Google-Suche führt aber auch hier nur zu Herzinger zurück. Der hat sich offensichtlich einen schönen Strohmann gebaut, und die Hysterie, die er bei anderen behauptet, findet sich vor allem bei ihm selbst.

Die “kollektive deutsche Volksseele” wird im Weiteren beschworen, sie soll sich gegen den armen Wurstmann gewendet haben. Derweil glauben 37% der Deutschen, Hoeneß werde vorverurteilt. In der Zeit wurde die vermeintliche Hysterie bereits thematisiert. Kurz gesagt: Es gibt sie nicht. Für Herzinger, Springers Hauptstadtschreiber, sind aber nicht einmal die Medien die eigentlichen Träger der Debatte, er sieht hier die “tränenselige Anklagehaltung einer medial potenzierten Volksmeinung” durchscheinen. Wenn nun schon 37% eine Vorverurteilung beklagen, stellt sich die Frage, was wohl die “Volksmeinung” konstituiert. Ob Herzinger jemanden kennt, der ernsthaft die von ihm beschriebene “teils schäumende, teils kumpelhaft schmollende Vorwurfshaltung” an den Tag legt? Ob ich auf der Straße jemanden finden würde, der tatsächlich zu echten Emotionen bei diesem Thema in der Lage ist? Wo mag sie sein, “die ganze Republik”, die “wegen Hoeneß´ illegalen Extratouren so voll und ganz aus allen moralischen Wolken fällt”?

In Wirklichkeit ist alles halb so wild und hat mit Hoeneß nichts zu tun. Das erwähnte Ressentiment gegen die Spekulanten ist ein im Stillen gehegtes – selbst bei den “Blockupy”-Protesten gegen die Frankfurter Banken achten die verdrucksten Linken erstens peinlich genau auf ihre Wortwahl, zweitens haben derlei randständige Proteste mit der deutschen Mehrheitsgesellschaft und ihrem Volksgeist nichts zu tun. Dass der existiert, ist keine Frage. Herzinger irrt sich allerdings, wenn er meint, er würde sich gegen den schwerreichen Präsidenten des FC Bayern wenden. Wenn der deutsche Volksgeist sich tatsächlich regt, geht es gegen Leute, die sich nicht wehren können: Asylanten, Obdachlose, Asoziale. Deshalb muss sich keiner Sorgen um die Banker machen, um die Roma aber schon. Deshalb wurden hier Türken und Griechen erschossen, aber bis heute keine Regierung gestürzt. Und vor Fabrikbesitzern werfen sich die Deutschen sowieso jederzeit ehrfürchtig auf den Boden.

Extra time

Inzwischen hat Jörn Schulz in der Jungle World einen Kommentar geschrieben, der Böss erwähnt, (und nun auch online ist). Und Herzinger hat noch einmal nachgelegt. Die Tatsache, dass Hoeneß immer noch nicht vom Mob erschlagen wurde, erfordert anscheinend eine Erklärung, und Herzinger findet sie: “Indem sich Steuersünder Uli Hoeneß in einem Interview Erleichterung von seiner Seelenpein verschafft, ist der Weg zurück ins empfindsame Herz der Deutschen frei.” Um die Sätze, die er meint, so wachsweich und inhaltsleer in einem gut getimeten Interview zu formulieren, brauchen andere eine PR-Agentur, Hoeneß nicht. Es braucht aber schon einen echten Germanisten, um bei Hoeneß – “obwohl selbst Katholik” – eine “Reue im Sinne Martin Luthers” auszumachen. Natürlich kennen auch die Katholiken Reue, Gewissensprüfung und Beichte. Aber mit derlei Spitzfindigkeiten kann sich nicht aufhalten, wer solche Zwischenüberschriften dichtet: “Der Kapitalist muss vor dem Volk zu Kreuze kriechen”. Das ist so weit weg von der gesellschaftlichen Realität, dass man sich schon anderswo nach Herzingers Motiven umsehen muss. Seit es keine Kommunisten mehr gibt, seit es also keine “Freie Welt” mehr gibt, weil ihr ihr Gegenstück abhanden gekommen ist, muss der Kapitalismus vielleicht von anderer Seite bedroht werden. Aber das ist Spekulation. Ein paar Grundsätze, die auch Herzinger beim politischen Schreiben beachten sollte, kann man hier nachlesen.

Interessant ist, abseits von der Causa Hoeneß, wie Herzinger in einem anderen Blogeintrag seine Idealvorstellung von Gesellschaft formuliert:

Der Werbeslogan einer Bank lautet: “Unterm Strich zähle ich”. Das könnte als Motto einer Bürgergesellschaft gelten, in der sich autonome Individuen in ihre persönliche Lebensgestaltung von möglichst niemandem mehr hineinreden lassen wollen. Dass der Einzelne seinen Lebensweg individuell ausgestaltet und die staatlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen die Räume schaffen, um diese Selbstverwirklichung zu ermöglichen, gilt dieser Bürgergesellschaft als Ideal.

Das hat bezeichnenderweise viel mehr mit einer kommunistischen Utopie zu tun als mit jeder jemals existenten Marktwirtschaft.

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Besser als mit seinem gedankenlosen Blogeintrag kommt Gideon Böss übrigens hier weg, und lesenswert ist das auch noch.

Kehrtwenden

Es muss eine Kehrtwende geben. Und die muss 360° sein.
Hält nichts von Veränderungen: Ede Geyer.

Da müssen wir uns um 1000° drehen.
Ob das besser ist, Thomas Schaaf?

Im Gespräch mit der FAZ hat die Spitzenkandidatin der Grünen, Katrin Göring-Eckardt, ihre Marx-Interpretation dargelegt: “Das war ja bei Marx ein zentraler Impuls: Alle müssen gleich sein, und alle müssen das Gleiche machen.” Genau so hatte er sich das gedacht, der alte Karl. Da muss man kein Schlaufuchs wie KGE sein, um zu erkennen: Das klappt nicht. Wenn wir jetzt alle als Spitzenkandidaten der Grünen arbeiten würden, würden wir schnell verhungern. Gut also, dass manche Leute die Supermarktregale ein- und ausräumen, Klos putzen und Asphalt legen, während andere Leute darüber reden. Bei den Grünen heißt das dann, dass “sehr unterschiedliche Menschen gegenseitig von ihren Erfahrungen profitieren”, und nur so kann eine Gesellschaft “erfolgreich sein.”

Zu einer erfolgreichen Gesellschaft gehören unvermeidlich die sozialen Müllmänner, die sich offenbar in großer Zahl bei den Grünen finden: “Wir haben bei uns viele Sozialarbeiter oder Lehrer, die tagtäglich mit Armutsfragen zu tun haben.” Denn Gleichmacherei ist nicht nur für die grüne Protestantin keine Option, ein Ende der Armut also nicht in Planung. Aber auch wer arm ist, kann in Deutschland am Warenkreislauf teilnehmen. Er kann zum Beispiel seine Erfahrungen an Frau Göring-Eckardt verkaufen und dafür, quid pro quo, einen Teller Nudeln erhalten: “Entscheidend ist, dass man sich auf Augenhöhe begegnet. Das [die Hartz4-Empfänger] sind ja oft Menschen, von deren Erfahrungen ich viel lernen kann. Wenn ich jemanden um Rat frage, kann ich ihn auch einladen. Daran ist nichts Ehrenrühriges. Sonst sage ich einfach: Komm bei mir vorbei, ich koche ein paar Nudeln.” Es ist nichts Ehrenrühriges daran, sich von der erfolgreichen Politfunktionärin einladen zu lassen, denn es ist nichts Ehrenrühriges daran, dass sie reich ist und andere arm sind. You are okay, Katrin. Wichtig ist natürlich, dass die Betroffenen sich, nachdem sie ihre Erfahrungen an die Frau gebracht haben, wieder ordnungsgemäß von den von den Grünen engagierten Kettenhunden im Jobcenter beschimpfen lassen.

Not okay hingegen: “wirklich verfestigte Armut”. Die ist “neu”, früher hat es das nicht gegeben: “Nehmen Sie Leute wie Joschka Fischer oder Gerhard Schröder: Das waren lebende Beispiele für die Bildungsrevolution, die damals stattgefunden hat. So etwas brauchen wir heute wieder.” Joschka Fischer hat, so weiß Wikipedia, aber Katrin nicht, erst die Schule und dann die Ausbildung abgebrochen, und das ist vermutlich auch nicht die Art von Bildungsrevolution, die KGE vorschwebt. Bildung muss sich wieder lohnen. Denn was lohnt sich schon sonst noch, Katrin Göring-Eckardt? “Es lohnt sich, für den Kapitalismus in Form der Sozialen Marktwirtschaft zu streiten – und den kalten Kapitalismus zu bekämpfen, in dem es nur noch um den persönlichen Vorteil geht.” Es lohnt sich, für den Kapitalismus zu streiten. Gewiss.

Wer aus Essen kommt, sagt einer seiner beruehmteren Buerger, der notorische Amerikahasser und politische Kabarettist – das ist tatsaechlich ein Berufsstand – Hagen Rether, dem gefaellt es ueberall. Wer das nicht verstehen kann, war vermutlich noch nie hier und kann die Provinzialität dieser nur auf dem Papier so zu nennenden Grossstadt, die zu den zehn bevoelkerungsreichsten in Deutschland gehoert, wohl nicht nachvollziehen. Politische Veranstaltungen sind aehnlich selten zu finden wie sich in Betrieb befindliche Steinkohlebergwerke, da nimmt man jede Ausnahme von dieser Regel gerne wahr. An diesem nasskalten Mittwoch im November hat das Essener Friedensforum den fensterlosen Raum E11 in der lokalen Volkshochschule fuer eine Veranstaltung geblockt, zwei Stunden lang soll es um das erwartungsgemaess einzige Land auf der Welt gehen, fuer das sich deutsche Friedensaktivisten im Jahr 2012 interessieren, Israel.

Als Vortragenden hat man sich einen ausgewiesenen Experten fuer den Nahen Osten eingeladen. Puentklich um sieben Uhr faengt Norman Paech, ehemaliges Linksparteimitglied und Passagier der Mavi Marmara an, vor etwa 100 Interessierten zu sprechen. Das Publikum besteht zum ueberwiegenden Teil aus Menschen, denen man ohne weiteres Abnehmen wuerde, dass ihr letzter bezahlter Job der eines Statisten am Set der US-Fernsehserie Walking Dead war. Es ist derselbe Mittwoch, an dem erst tagsueber eine Bombe im Stadtzentrum von Tel Aviv explodiert ist und etwas spaeter am Abend eine vorlaeufige Waffenruhe zwischen Hamas und Israel verkuendet wurde. Paech weiss vermutlich von beidem, erwaehnen tut er nur Letzteres, seine Zuhoerer danken ihm diese Meldung mit Applaus.

Wer nicht einmal annaehernd eine Idee davon hat, was die politische Agenda des emeritierten Professors ist, bekommt sehr schnell einen Einblick in die Erfahrungs- und Erlebniswelt des 73-Jährigen: In der Mitte seines politischen Weltbilds steht das Völkerrecht, bei dem es sich auf den ersten Blick um eine Ansammlung von Worten zu handeln scheint, die aber in den Haenden aller moralischen Pazifisten der Welt, zu denen sich Paech ganz zweifellos zaehlt, obwohl er noch vor ein paar Jahren ein Schiff bestiegen hat, auf dem sich ganz und gar nicht friedliche Seelen zusammengerottet hatten, zu rhetorischer Munition transformieren. Es dauert nicht lange, da hat sich der Redner schon eindeutig positioniert, obwohl er eingangs noch versprochen hatte, nur objektive Fakten zu referieren, die man jederzeit ueberpruefen koenne.

Bei ausreichender Kenntnis des Jargons der Palaestina-Solidaritaet, die fuer den groessten Teil der Leserschaft dieses Blogs gegeben sein duerfte, wird man alles, worueber Paech in den naechsten eineinhalb Stunden redet, so oder so aehnlich schon einmal gehoert haben. Es ist die uebliche Melange: Zahlen, die irgendwann soviele werden, dass man sie sich ohne Audiomitschnitt der Veranstaltung unmoeglich merken kann. Stimmen und Meinungen, allesamt von anerkannten Fachleuten, einige von ihnen mit israelischem Pass, was in diesen Kreisen absurderweise meist wie ein zusaetzliches Guetezertifikat verwendet wird – denn antisemitisch koenne ein Jude selbst ja wohl kaum sein. Und Zitate, viele Zitate, soviele, dass Paech selbst irgendwann ein bisschen den Ueberblick zu verlieren scheint, wessen Worte er gerade wiedergibt. Diese Presseschau hat vor allem einen Zweck, naemlich den israelischen Staat und seine Institutionen anzuklagen – wir befinden uns auf einer Propagandaveranstaltung reinsten Wassers, und das mitten in einer staedtischen Raeumlichkeit. Mal redet er von einer der sicher fuenfstelligen Zahl unabhaengiger Menschenrechtsorganisationen, die sich merkwuerdigerweise allesamt nur mit dem Stand der Menschenrechte in Israel befassen, nie aber in einem seiner Anrainerstaaten, mal wird ein Urteil des israelischen Gerichtshofes zitiert, auch ein kurzer Exkurs ueber falschetikettierte Datteln ist dabei, woraus man ohne Zweifel schliessen kann, dass Paech, dessen eigene Texte in so unparteiischen Zeitungen wie der jungen Welt erscheinen, gern auch mal die FAZ liest.

Der ueberwiegende Teil des Publikums kann seine Zufriedenheit mit dem Dargebotenen nicht einmal bis zum Ende der Vortragszeit verhehlen; immer wieder wird der Redner von Beifallbekundungen fuer seine Statements unterbrochen. Etwa dann, wenn er das Wort Apartheid in den Mund nimmt, das einige gewiss nicht hoeren wollen. Ein zustimmendes Raunen geht durchs Publikum, drei Stuehle rechts vom Sitzplatz dieses Autors hat sich einer der aeusserst zahlreichen Claqueure eingenistet, aus dem es alle paar Minuten regelrecht herausbricht: Jawohl, ja, voellig richtig – endlich sagt einer mal das, was man seit 1968 in den Texten jeder Antiimp-Gruppe des Landes, einschliesslich denen der Roten Armee Fraktion, nachlesen kann. Ueberhaupt, die Geraeuschkulisse: Spoettisches und veraechtliches Lachen, wenn Paech ein Urteil israelischer Richter bezueglich der Mauer wiedergibt. Getuschel, als selbiger das Woertchen vom Antisemitismus im Munde fuehrt – selbstverstaendlich nur, um jeden seiner wohlfeilen Kronzeugen der Anklage aus diesen oder jenen Gruenden von jedem Verdacht desselbigen freizusprechen.

Paechs weiteres Elaborat arbeitet sich muehsam an den klassischen Themenbloecken ab: Es geht um die Militaerkaste, die Israel im Griff hat – so, als waere es das einzige Land auf der Welt, in dem die Armee eine ausgepraegte Macht innerhalb des Staates besitzt. Es geht um die Siedler, die den Friedensprozess blockieren, obwohl sie oft genug, darueber verliert er kein Wort, in offenen Konflikt mit dem Staat, den sie bewohnen, treten. Die rhetorische Schleife, die der Hobby-Seefahrer nun betritt, dreht sich weiter ueber die UNO-Vollversammlung, die, man ahnt es, von den USA jeder Machtfuelle beraubt wird. Wie eine Monstranz traegt Paech dabei das Voelkerrecht vor sich her, dass in seiner Wahrnehmung offenbar laengst materielle Form angenommen hat. Es scheint fast so, als haette der Jurist es irgendwo, vor vielen Jahren, aus dem Boden gegraben und sei nun bereit, diesen heiligen Gral im Sinne einer Messlatte zu benutzen: Man lege das Voelkerrecht an Sachverhalt x an und beurteile, inwiefern dieses x den Vorgaben des Pruefungsgegenstandes gerecht wird. Dass sich Paech dabei auch nicht zu bloed wird, sogar das osmanische Recht, das Recht eines imperialistischen Akteurs also, der seit einhundert Jahren aufgehoert hat zu existieren, ins Feld zu fuehren, kann eigentlich keinen mehr schockieren. Laengst geht es um Rassismus und die rechtsradikale Regierung des Staates Israel, der ideale Zeitpunkt, um die Wartezeit bis zum Beginn der Fragerunde mit dem Lesen des Flugblattes des Bundesausschusses Friedensratschlag, dass fuer alle Besucher zur Mitnahme ausliegt, zu ueberbruecken. Dieser Zusammenschluss friedensbewegter Deutscher liefert gleich eine besonders interessante Analyse der geopolitischen Verfasstheit des Nahen Ostens in Kombination mit einer historischen Neubewertung antiker Geschichte quasi als Begleittext zur heutigen Veranstaltung mit, setzt das Woertchen radikalislamisch vor Hamas in Anfuehrungszeichen und verbreitet eine steile These:

“Der Name der israelischen Operation ‘Wolkensaeule’ duerfte nicht zufaellig gewaehlt sein. Er verweist auf eine Episode aus dem Alten Testament, in der Gott sein auserwaehltes Volk vor den Aegyptern rettet. Die israelische Militaeraktion zielt offenbar ueber Hamas hinaus auf die neue Fuehrung in Aegypten, die sich bisher demonstrativ hinter ihre “Brueder” im Gazastreifen gestellt hat.”

Nun ist natuerlich das aegyptische Volk aus der Bibel ein sowohl ethnisch, sozial und religioes voellig anders verfasstes als die Einwohnerschaft des heutigen Aegyptens, und ob aegyptische Kopten etwa die Bewohner des Gazastreifens als ihre Brueder bezweifeln, sei dahingestellt. Das gesamte Flugblatt ist in all seiner inhaltlichen Unverdaulichkeit allerdings kaum mehr als ein geeigneter Vorgeschmack auf die nun folgende Publikumsrunde.

Wer schon einmal politische Vortraege und Podiumsdiskussionen besucht hat, weiss, dass es in den allermeisten Faellen noch viel schlimmer wird, sobald die Zuhoererschaft selbst das Wort ergreift, und das ist auch heute der Fall, denn nun hat jeder die Gelegenheit, seine Expertise vor Publikum vorzutragen. Es kommt nicht von ungefaehr, dass viele Diskutanten ihre Beitraege mit der Bitte beenden, Paech moege ihnen doch mitteilen, ob sie Recht haetten. Hier sind heute viele Menschen versammelt, die sich selbst vermutlich als einsame Rufer wahrnehmen. Wer schon einmal bei einer Veranstaltung von Verschwoerungstheoretikern war oder Videos davon im Internet gesehen hat, fuehlt sich schnell an die Atmosphaere, die dort herrscht, erinnert. Ein Mann, der waehrend des Vortrags neben Paech gesessen hat und in der Folge die Moderation der Diskussion uebernimmt, fragt unverbluemt, ob der Menschenrechtler seine Einschaetzung teile, dass ihn das Gehoerte sehr an die Lehren von Carl Schmitt erinnere. Das sei eine Seminarfrage, erwidert dieser, und erklaert, was er damit meint. Dafuer muesse man naemlich erst einmal sagen, wer dieser Schmitt gewesen sei: Es handele sich, so Paech, um den Chefideologen des Dritten Reiches, und man merkt, wie vorsichtig der Herr Professor nun wird: Es gebe solche Vergleiche, die Israel in die Naehe des Faschismus rueckten, er koenne das nun nicht soviel weiter ausfuehren, wuerde es aber nicht in dieser Deutlichkeit sagen wollen. Und dann ist es wieder da, jenes spoettische Raunen und dieses ekelhafte Geraeusch, wenn viele Menschen gleichzeitig besonders bestimmt durch die Nase einatmen: Es herrscht weitgehende Einigkeit.

Dieser Einstieg in die Diskussion ist deshalb so faszinierend, weil Paech ganz zu Recht erkennt, dass er vor einem Publikum, dessen Altersdurchschnitt an diesem Abend jenseits der 45 Jahre liegen duerfte, nicht vorraussetzen kann, dass der Grossteil weiss, wer Carl Schmitt war, wohl aber, dass jeder ein dezidiertes Bild von der Konfliktlage in Nahost hat. Das kann er deshalb, weil seine Zuhoererschaft vermutlich an jedem Abend, an dem er irgendwohin eingeladen wird, aus selbstgefaelligen Idioten besteht, die zwar die Geschichte israelischer Besatzungspolitik und us-amerikanischer Wirtschaftskriege en detail kennen, sonst aber von nichts eine Ahnung haben. Eine Frau leitet ihre Frage zur Zwei-Staaten-Loesung ein, in dem sie klarstellt, viele Texte zu dem Thema gelesen zu haben. Ein juengerer Herr moechte von Paech genauer wissen, wie es eigentlich um die Interessenlage der amerikanischen Oelindustrie bestellt sei, so, als ob der Gazastreifen wegen seines hohen Aufkommens an fossilen Brennstoffen in den Medien Erwaehnung faende. Der Referent spricht ueber seine Besuche im Gaza-Streifen, erwidert auf eine kritische Nachfrage zur Charta der Hamas, das sei nur Schriftwerk und solle nicht so grosse Beachtung finden, die Terrororganisation wolle in Wahrheit Frieden mit Israel. Es gibt kaum einen Widerspruch zu dieser Aeusserung, dabei hatte Paech sich zuvor in Fragen des Voelkerrechts noch auf der Seite der Buchstabengetreuen verortet. So geht die Runde weiter, es geht um Israels Existenzrecht und ob es so etwas ueberhaeupt gaebe, bis ein VHS-Angestellter um eine baldige Beendung des Ganzen bitten muss, und dann kommt sie endlich, als allerletzte, die Frage aller Fragen, so, als haette es dieser Steigerung noch bedurft: Was, fragt ein junger Mann von ganz hinten, hat das eigentlich alles mit Iran zu tun, dem Land also, dem Oelindustrie und Militaerkasten voellig fremd sind?

Paech wird jetzt nachdenklich. Er scheint zu merken, dass nun sehr salbungsvolle Worte folgen muessen, um dem Abend einen allerletzten Stempel aufzudruecken. Pakistan habe eine Atomwaffe, Indien auch, dies habe man hingenommen – was natuerlich Quatsch ist, denn vor allem Pakistan werden etliche Sanktionen von der internationalen Staatengemeinschaft auferlegt – warum es bei Iran, dass sowieso nur an einer zivilen Nutzung der Atomenergie interessiert sei, anders waere, das habe etwas mit geopolitischen Verwicklungen zu tun. Ohnehin ist Israel, soviel kann uns Paech zum Abschluss versichern, gefaehrlicher fuer den Weltfrieden als die islamische Republik. Wir haben das tatsaechlich alles schon einmal gehoert.

Wo allerdings Juergen Elsaesser heute abgeblieben war, wurde nicht mehr aufgeklaert.

Mit der neuen Eskalation in Israel und Gaza kommen die Antisemiten jeder Spielart wieder begeistert hervor und geilen sich an Bildern toter Kinder auf. Den bisherigen Höhepunkt der antisemitischen Agitation hat heute Jakob Augstein geliefert. Von Spiegel Online ist man einiges gewohnt, trotzdem ist es bemerkenswert, dass auch bei diesem Hasspamphlet niemand die Veröffentlichung verhindert hat.

Augstein bedient so ziemlich jedes antisemitische Ressentiment. Juden sind bei ihm stets rachsüchtig, er unterstellt ihnen “Lust” am Krieg, betont die grundsätzliche Andersartigkeit der Juden im Vergleich mit den Deutschen, er wirft den Juden vor, sich die Antisemiten vorsätzlich selbst zu schaffen, und er behauptet, dass sie das tun, weil sie Gewalt sinnstiftend finden. Das hat mit der Wirklichkeit selbstredend nichts zu tun. Wer so redet, ist davon überzeugt, dass die Juden schlecht sind, also ein überzeugter Antisemit.

Augstein ist heute angesichts der Reichweite von Spiegel Online vielleicht der einflussreichste Judenhasser in Deutschland. Er ist damit auch dafür zuständig, die Grenzen des Sagbaren weiter zu verschieben. Man darf gespannt sein, wo das endet und wo sich vielleicht Widerspruch regen wird.

Darauf hat die fussballinteressierte Oeffentlichkeit gewartet: Philipp Köster, der sich paradoxerweise gleichzeitig Chefredakteur eines Magazins fuer Fussballkultur und Sportjournalist des Jahres 2010 nennen lassen darf, geht auf Spurensuche. Wer sich an Kösters Volten gegen die tatsaechlich manchmal ziemlich nervigen Ultras erinnert, hat es schon geahnt: Es wird zuenftig, ein klein bisschen ironisch und vor allem unglaublich erhaben und souveraen – das ist der sprachliche Duktus, an den man sich bei Autoren, die ihren Lebensunterhalt mit der Inszenierung von Fussballkultur verdienen, laengst gewoehnt hat. Weil man im Tagesgeschaeft der Print- und Onlinemedien um eine griffige Schlagzeile gar nicht herumkommt, erklaeren schon die beiden fettgedruckten Saetzchen sofort, worum es geht: Das Gay-Interview, der Scoop des fluter-magazins, sieht aus wie ein Fake. Was sich hinter diesem zugegebenermassen ziemlich eindrucksvollen Denglisch verbirgt, erklaert uns der gebuertige Schwabe in zwoelf bissigen Absaetzen:

Dem vermeintlich echten Interview fehlt unter Umstaenden die Authentizitaet, das wichtigste Gut journalistischer Arbeit. Moeglich ist das durchaus, und das waere ziemlich unschoen, nicht nur, weil es journalistisch nicht gerade integer waere, sondern auch, weil es die Meinung all derer mit zusaetzlicher Munition beliefern wuerde, die das Thema “Homosexualitaet und Profifussball” ins Reich der Urban Legends verlegen – was genau genommen heisst, dass es gar keines ist. Zum Glueck gibt es die detektivische Spuernase Köster, die keine Muehen gescheut hat, das Interview von vorne bis hinten zu analysieren.

Da waeren zunaechst einmal die W-Fragen, deren Beantwortung der ueberforderte 11 Freunde-Leser dankenswerterweise abgenommen bekommt. Das Setting fuer den Scoop ist, ganz klar, eine Spur zu dramatisch, und der Interviewer ist gerade mal 25 Jahre alt und damit ganze fuenfzehn juenger als der designierte Sherlock (und im Uebrigen damit ziemlich genau so alt wie Köster es war, als die 11 Freunde das Licht der publizistischen Oeffentlichkeit erblickten). Was ebenfalls nicht passt: natuerlich ist der gefakte Fussballer ein echter Star – wie jeder Fussballer, der von den öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern interviewed wird, so wie etwa Christian Streich oder jeder andere Bundesliga-Trainer, dessen Statements man samstag abends im Aktuellen Sport-Studio zu hoeren bekommt.

In Zeiten religioeser Zwistigkeiten wird ein derart gesettetes Interview ziemlich schnell unkoscher, was in diesem Fall nichts anderes heisst, als dass es auf jahrelanger Recherche beruht und nicht in der 11 Freunde erscheint. Dass Kösters eigenes Heftchen zur Zeit mit Aufmachern wie Gassi gehen mit Lumpi und Bello um Leser buhlt und vom historischen Sieg Libanons ueber Iran – realpolitisch sieht es ein wenig anders aus – zu berichten weiss, geschenkt: Der Chefredakteur hat gerade ein groesseres Ganzes im Blick. Das Interview mit dem grossen schwulen Incognito-Sportler bestuende ausnahmslos aus Klischees und strotze vor eklatanten Widerspruechen, sowas ist man von Fussballern gar nicht gewohnt, elaborieren doch die Mainstream-Heteros in 11 Freunde, kicker und Sport-Bild zumeist ueber die ethischen Implikationen der Genom-Forschung und die geopolitischen Dimensionen des Drohnen-Kriegs in Pakistan. Weil sich die vermutlich ohnehin inexistente Schwuchtel dann auch gar nicht entscheiden kann, wovor sie mehr Angst hat, vorm enthemmten Mob in den Stadien oder vor den Medien (als sei das ein Widerspruch) – Köster ist da gluecklicherweise wunderbar exakt – und darueber hinaus auch noch erst reflektiert spricht, um dann das uebliche Fussballerlatein zu dreschen, also genau das tut, womit die 11 Freunde seit Jahren ihr Geld verdienen, muss die Story einen Haken haben.

Ob es diesen oder irgendeinen anderen schwulen Fussballer ueberhaupt gibt, spielt genau genommen laengst keine Rolle mehr. Wer eins und eins zusammenzaehlen kann, weiss, dass die Inexistenz eines solchen eigentlich ziemlich unrealistisch ist. Ronny Blaschke hat schon vor einigen Jahren ein Buch ueber Marcus Urban veroeffentlicht, einen Fussballer, der sich erst nach seiner Karriere oeffentlich zu seiner sexuellen Orientierung geaeussert hat und das von sovielen Klischees und unangenehmen Situationen erzaehlt, dass einem Angst und Bange werden kann. Nur, die oeffentliche Debatte hat eine Erwartungshaltung erzeugt, der vermutlich niemand mehr gerecht wird: Wortgewandt und nicht klischeeschwul – was auch immer das heisst, bei Heteros ist es auf jeden Fall in Ordnung – muesste dieser grosse Unbekannte sein, bitte auch kein Bankdruecker bei einem Mittelklasseclub oder gar Abstiegskandidaten – bloss kein ganz normaler Mensch. Weil es so jemanden nicht gibt und – darueber hat man irgendwie noch nie nachzudenken versucht – mancher Fussballer eventuell auch einfach lieber wegen seiner beruflichen Leistungen als durch seine sexuelle Orientierung in der Oeffentlichkeit stehen moechte, bleibt die Suche nach der Spinne in der Bananenkiste erfolglos. Vielleicht recherchieren die elf Freunde aber auch schon seit mehr als zwei Jahren und praesentieren uns bald ihr eigenes Exklusiv-Interview mit einem garantierten schwulen Sportler, der auch noch sein Gesicht und seinen Namen oben drauflegen wuerde – Transparenz ist unerlaesslich. Köster koennte sich vermutlich ueber eine ziemlich gut verkaufte Auflage freuen.

Einem der gescheiteren Politiker der letzten Dekaden bleibt es da, ein passendes Schlusswort zu liefern:

There are known knowns. These are things we know that we know. There are known unknowns. That is to say, there are things that we know we don’t know. But there are also unknown unknowns. There are things we don’t know we don’t know.

Der diesjährige Al-Quds-Marsch ist schon eine Woche her und deshalb auch längst verbloggt und abgekaspert. Aber noch nicht von allen, und ich hab doch auch Fotos gemacht, und überhaupt. Also bitte:

Anders als bei meinem letzten Besuch gab es diesmal keinen Frauenblock, jedenfalls fiel er mir nicht auf. Stattdessen wurde bunt gemischt, der Fortschritt ist nicht aufzuhalten.
Auf den vielen Schildern und Transparenten gab es wieder reichlich tote Kinder zu sehen, Kriegsszenen und auch sonst viel Blut. Dass die betont friedliche Demonstration eine derartige Faszination für zerfetzte Körper zeigt, verweist vielleicht auf die eigenen Absichten bei der “Befreiung” Jerusalems.

Wie im oben verlinkten Text schon vermerkt, war auch die Rapperin “Dee Ex” anwesend, wahrscheinlich auf einer Art PR-Tour mit eigenem Transpi.


Auf der Rückseite kann man in vier Sätzen die Weltanschauung einer deutschen Kleinbürgerfamilie nachlesen, auf der Vorderseite ist der für eine antisemitische Hass-Demo bemerkenswerte Hinweis zu finden, die Rapperin sei “gegen Feindbilder” – stimmt ja irgendwie.

Der ganze Aufmarsch war ein bisschen wie ein Lehrbuch-Beispiel für Antisemitismus, mit den vielen Bildern von Blut und toten Kindern, dem Verweis auf die Banken, die Korruption, die angeblich unfrei gemachten Völker und den Weltfrieden, der tatsächlich für die Zeit nach der Vernichtung Israels in Aussicht gestellt wurde. Dazu passt auch dieses etwas wirre Schild, das den “wahren Menschenfeind” im jüdischen Gemeinwesen erkannt haben will. Feind aller Völker, Feind aller Menschen – die ganz alte Schule.

In einer Paradedisziplin der Antisemiten, der Karikatur, wurde dieses Bild geboten, viel widerlicher geht es denn auch nicht mehr.

Auf einem Zwischenstop auf dem Kurfürstendamm las eine “Schwester” (ja, so reden die da) “das Gedicht” von SS-Grass vor, wobei sie sich große Mühe gab und wirklich alles herausholte, was aus der miesen Vorlage herauszuholen ist. Der Sprecher vom Dienst kündigte bei dieser Pause an, dass der anwesende Rabbi auch noch etwas sagen würde, “beziehungsweise wir werden es für ihn sagen, weil er samstags nicht sprechen darf.” Guten Tag, wir sind alle plemplem.

Auf der Gegenseite gab es eine hübsch anzuschauende Antifa-Demonstration, die am Adenauer-Platz recht engagiert gegen den Wahn anbrüllte und nach Beginn des Marsches immer wieder am Straßenrand mit Israel-Fahnen provozierte. Auf Seiten der Jerusalembefreier lief eine Handvoll jugendlicher deutscher Antiimps mit, die sich per Klamotte zum Maschinengewehr bekannten und zur Unterstützung der Intifada (welcher?) aufriefen. Sieht aber ganz lustig aus, wenn die sich dann das minutenlange Singen eines Vorbeters mit anhören. Leute, es ist 2012, hallo!!!!!!!!

Die eigene Demo der Antifaschisten ist eine super Idee, das bestätigt spätestens der Besuch der bürgerlichen Demo, an der man sonst hätte teilnehmen müssen. Auf einer solchen musste man vor Jahren noch mitansehen, wie ein liberaler deutscher Klapskalli staatstragend die Hände hinter dem Rücken verschränkte und Richtung Horizont blickte, während er die Hatikvah abspielte. Dieses Jahr fielen mir auf einer ansonsten langweiligen Veranstaltung vor allem diese Schilder auf:

Auf dem rechten steht “Europas Freiheit steht und fällt mit Israel“, auf dem linken steht ein Zitat von Alan Posener: “Sehen Beirut und Damaskus, Kairo und Gaza eines Tages aus wie Tel Aviv, ist Europas Freiheit sicher; sieht Tel Aviv aus wie Teheran oder gar Hiroshima – na, dann kaufen Sie Ihrer Frau schon mal eine Burka und melden Sie ihr Kind zur Koranschule an.”

Die schwierige Frage, wie man Deutsche zur Solidarität mit dem Judenstaat bringen kann, wird hier beantwortet: Man droht ihnen einfach damit, dass fremde Horden “ihre” Frauen unter die Burka zwingen werden. Natürlich spricht Posener nur männliche Leser an, und die haben anscheinend Verfügungsgewalt über “ihre” Frauen. So liberal geht’s hier zu, so lange noch nicht das grüne Banner überm Reichstag weht. Aber dann, aber dann!

“Europas Freiheit” ist eine Erfindung, die gerade jetzt skurril anmutet, wo sich in Athen die Selbstmorde häufen, in Spanien jeder zweite junge Mensch arbeitslos ist und in Deutschland Millionen Menschen in staatlicher Hartz-4-Zwangsverwaltung organisiert werden. Aber zugegeben: Das alles ist so deprimierend, dass geostrategische Überlegungen und die ideologische Abwehrschlacht gegen die Bärtigen die deutlich anziehenderen Themen sind.

Aber wie soll das gehen, wenn Deutschland besetzt wird? Wie sieht das aus? Das zeigt, und da schließt sich der Kreis, ein Flyer der Gegenseite:

Auf der Rückseite befindet sich unter der Überschrift “Karte besetzter Gebiete in Palästina” die bekannte Serie von Karten, deren völlige Unsinnigkeit Yaacov Lozowick kürzlich treffend beschrieb.

Während die beiden pro-israelischen Demonstranten also wollen, dass wir uns vor der vieldiskutierten Islamisierung des freien Vaterlands fürchten, wollen die Islamisten uns zu einem ähnlichen Gedankenexperiment anregen. Sie geben nicht an, wer denn die Besatzungsmacht wäre, und so darf man die Karte durchaus auch als akkurate Wiedergabe der Ängste der Posener-Fans betrachten.

Gemeint ist freilich eine Besetzung durch die Zionisten, und angesichts der manchmal geäußerten Forderung, den Judenstaat in Europa statt in der Levante aufzubauen, ist das auch ein interessanter Gedanke. Gerade für Antisemiten ist das natürlich eine Horrorvorstellung, erst recht weil es schon zahlenmäßig eine Vervielfachung der Judenheit gegeben haben müssten, um das gezeigte Ergebnis zu verwirklichen und 80 Millionen Deutschen ihre Scholle abzujagen.

Was würde ich tun? Nun, ich fühle mich nicht sonderlich betroffen, schließlich sind Bremen und augenscheinlich auch Berlin auf dieser Karte weiterhin frei. Oder deutsch, je nach Sichtweise.
Oder ist das nur Nord-Berlin? Neukölln ist schon längst gefallen, klar, nicht auszuhalten da. Wird eine Mauer gebaut werden? Und darf man in Wandlitz noch ohne Burka baden? Interessant auch, dass ausgerechnet Köln trotz Moscheemonsterbau deutsch bleiben kann. Da steckt doch irgendeine morgenländische List dahinter…

Und was würden die Deutschen tun? Nun, diese Frage stellt sich nicht mehr, weil die Angst vor “Verjudung” hier keine originelle Idee, sondern eine historische Tatsache ist. So gesehen müsste die Frage eigentlich lauten: “Was haben sie getan?” Die Antwort ist bekannt und verrät, wofür der Autor des Flyers hier um Verständnis wirbt.

Jan Fleischhauer konstatiert bei Spiegel Online: “Die Linke hat mal wieder Angst, das Ausland könnte die Deutschen nicht sympathisch genug finden.”

Das wirft zunächst einmal die Frage auf, wer oder was denn “die Linke” in diesem Fall ist, und man findet die Antwort im kurzen Bio-Text über den Autoren: “Redakteur beim SPIEGEL und Autor des Bestsellers ‘Unter Linken – Von einem, der aus Versehen konservativ wurde’ (im SPIEGEL-Shop…), in dem er den Aufstieg der Linken von einer Protestbewegung zur kulturell dominierenden Herrschaftsformation beschreibt.”

Zum Genießen noch einmal: Die Linke ist heute die kulturell dominierende Herrschaftsformation. Das Vokabular klingt ein bisschen wie aus einem herrschaftskritischen Gender-Seminar, wird hier aber von einem der derzeit erfolgreichsten antilinken Klickzahlengenerierer benutzt. Weniger noble Vertreter seiner Zunft sprechen lieber vom “Kulturbolschewismus”. Entscheidend für die Denkfigur ist jedenfalls, dass die Menschen beherrscht werden von linker Kultur. Was es für eine Herrschaftsformation bedeutet, die doch ohnehin schon, nunja, Herrschaft ausübt, wenn sie obendrein auch noch “dominierend” ist, lassen wir hier mal offen.

Bei Fleischhauer geht es weiter:

“Dabei sind die Deutschen im Ausland viel beliebter, als die meisten glauben.”

Was denn die meisten glauben, wie beliebt die Deutschen sind, und woher Fleischhauer das weiß, erfahren wir nicht. Dass die Deutschen überall recht beliebt sind, dürfte aber fast jeder erfahren haben, der mal mit seinem grünen Ausweis das Land verlassen hat. Macht aber nichts. Dass der SpOn-Kolumnist sich einen Mainstream erfindet, den es so nicht gibt, um dann dagegen anzuschreiben, ist sein Geschäftsmodell.

Noch hat niemand das deutsche Team aufgefordert, aus Rücksicht auf die allgemeine Meinung in Europa auf weitere Tore zu verzichten, aber der Gedanke liegt nahe: Was werden die anderen wohl von uns halten, wenn wir auch noch im Fußball unsere Dominanz unter Beweis stellen?

Hier dürfen wir auf engstem Raum erfahren, wie der Fußball-Nationalismus dem Individuum zum Glück verhilft: Erst ist es noch das “deutsche Team”, dann sind es auf einmal “wir”. Und was machen wir? Wir stellen unsere Dominanz unter Beweis. Wirtschaftlich haben wir das offenkundig schon getan, jetzt “auch noch im Fußball.” Wir.

Der nationale Wahn lässt Leute wie Fleischhauer und seine Leser tatsächlich glauben, sie persönlich würden Europa dominieren, obwohl sie doch nur, wie unzählige andere Leute in verschiedenen Staaten auch, jeden Tag irgendeine Arbeit machen. Man muss sie fast bewundern, diese Fähigkeit, sich angesichts eines undurchsichtigen Geschehens auf Märkten und in Staatshaushalten mit bestimmten Zahlen, in diesem Falle einigen Kennziffern für Wirtschaft in Deutschland, zu identifizieren und zu sagen: Das habe ich gemacht! Dass ich im globalen Kapitalismus so wenig für die deutschen oder griechischen Haushalte kann wie Jan Fleischhauer oder ein griechischer Altenpfleger, das wäre eine für Nationalisten durch und durch ernüchternde Erkenntnis.

Es ist eine besondere Eigenschaft der Deutschen, sich laufend den Kopf zu zerbrechen, was die anderen über sie denken. Das gilt insbesondere für die Viertel, in denen man sich traditionell für besonders weltgewandt hält und schon eine Kaffeetasse mit Bundesadler allgemeine Bestürzung auslösen kann.

Die erste Behauptung ist eben das, eine Behauptung. Die zweite ist eine Halluzination. Ganze Viertel werden so für gute deutsche Kaffeetrinker zur No-Go-Area, Deutschland am Abgrund. Schön wärs.

Vor allem bei Auslandsbesuchen ist das kosmopolitische Deutschland peinlich darauf bedacht, nirgendwo anzuecken.

Wer sich bei der Formulierung von der “kulturell dominierenden” Linken schon gefragt hat, wann denn wohl gegen die “Kosmopoliten” polemisiert werden würde, darf hier das Häkchen machen; Fleischhauer hat den Code raus.

Besser als (im Ausland) nett zu sein, ist es, “das Deutschtum auszuleben”:

Wenn der deutsche Tourist in der Fremde sein Deutschtum auslebt, dann beschränkt sich das in der Regel auf extra abgesperrte Areale (“Ballermann”), über die in der Presse dann entsprechend naserümpfend berichtet wird.

Nicht so vom Volksfreund aus Hamburg! Das Ausleben des Deutschtums ist auf abgesperrte Areale beschränkt, welch Schmach! Damit sollte man Schluss machen: Fanmeilen ohne Grenzen, oder zumindest von der Maas bis an die Memel.

Tatsächlich gibt es nicht wenige in Europa, die von den Deutschen jetzt erwarten, dass sie endlich die Führung übernehmen, so wie es ihrer Größe und wirtschaftlichen Macht entspricht.

Nota bene: Es ist nicht die Größe Deutschlands, womit die Einwohnerzahl oder das BIP oder auch die Fläche gemeint sein könnte, nein, es ist die Größe der Deutschen, die von ihnen verlangt, zu führen. Auch nichts Neues. Und sagen das nicht heute sogar die Polen?

“Ich bin wahrscheinlich der erste polnische Außenminister in der Geschichte, der das sagt”, erklärte Sikorski in Berlin: “Aber ich habe weniger Angst vor deutscher Macht, als ich anfange, mich vor deutscher Untätigkeit zu fürchten.”

Es braucht eine gewisse Chuzpe, um Sikorski in diesem Zusammenhang als Kronzeugen zu benennen. Schließlich schreibt Fleischhauer in seiner Kolumne gerne, Franzosen, Italiener, Spanier und Griechen seien prinzipiell selber schuld an der Misere und wollten nun illegitimerweise ans Geld der SpOn-Leser.
Sikorski hingegen will nicht, dass die Deutschen “endlich die Führung übernehmen”, wie Fleischhauer das behauptet; er will, dass sie die Lösung der Schuldenkrise nicht länger blockieren und einen Teil des Geldes, das sie dank des Euros verdient haben, jetzt hergeben, um die Währung zu retten:

“Sikorski sprach sich für eine wesentlich größere Rolle der Europäischen Zentralbank bei der Rettung angeschlagener Euro-Staaten, aber auch klar für die von Deutschland geforderten EU-Vertragsänderungen aus. Deutschland sei der größte Profiteuer des Euro und kein unschuldiges Opfer der derzeitigen Schuldenkrise, mahnte Sikorski.“

“Sikorski sprach gestern Abend bei einer Rede in Berlin laut Manuskript von einer drohenden ‘Krise apokalyptischen Ausmaßes’. Er drängte die Bundesregierung, sich stärker für die Rettung hoch verschuldeter Euro-Staaten zu engagieren. ”

So weit, so anstrengend. Dass unser Autor aber vollkommen dem Wahn erlegen, also wirklich kaum noch zurechnungsfähig ist, offenbart er gegen Ende seines Textes. Voila:

Die eigentliche Pointe der Deutschen-Angst auf der Linken ist, dass die enthusiastischsten Fahnenschwenker ausgerechnet unter den Ausländern anzutreffen sind, die man ins Land geholt hat, um den Deutschen das Deutschsein auszutreiben.

Hervorhebung von mir.

Ja: Man (!) hat Ausländer ins Land geholt, um den Deutschen das Deutschsein auszutreiben. Hat man auch Crack in die SpOn-Redaktion gebracht, um den Autoren das Gehirn zu auszutreiben?

Zum Abschluss darf Bushido sagen, worum es eigentlich geht. Die Deutschen sind nämlich in ihrer historischen Rolle angekommen. Die Deutschen sind, egal was Herr Sikorski sagt, schon wieder Opfer:

“Ich war immer stolz auf meine Deutsche Mark. Wir müssen aufpassen, dass wir uns für andere Länder nicht zu sehr aufopfern.”

Nach Informationen von verbrochenes.net ist Israel ein kleines Land am Mittelmeer. Gerüchte kursierten schon länger, jetzt konnten unsere Recherchen einen schrecklichen Verdacht bestätigen: In dem eigentlich ganz schnuckeligen Land leben überdurchschnittlich viele Juden. Kürzlich gemachte Aufnahmen legen gar den Verdacht nahe, dass auf der Landesflagge ein Davidstern abgebildet sein könnte. Auch soll das Land über eine eigene Armee verfügen und bei der Ausrüstung derselben mit anderen Staaten zusammenarbeiten. Mehrere Artikel der deutschsprachigen Wikipedia belegen, dass der “Judenstaat” bereits seit 1948 besteht.

Doch nicht alles an dieser Nachricht ist schlecht: Immerhin lässt sich die deutsche Konjunktur ein wenig mit dem Verkauf eines beliebten Magazins für Judengrusel ankurbeln. In den kommenden Ausgaben sind weitere Scoops zu erwarten:

AUFGEDECKT: ISRAEL KONTROLLIERT SEIT JAHREN WEITE TEILE DER WESTBANK

KEIN STRAND IN RAMALLAH – WIE LANGE GEHT DAS NOCH GUT?

EMO-TERROR: WIE DIE JÜDISCHE SCHLAGERSZENE EINE GANZE NATION FOLTERT

VIELE ERBSEN, KEINER KICHERT – KULINARIKER AN DER LEVANTE MACHEN ERNST

HIER WACHSEN NUR OLIVEN: HASS-ACKER VON JENIN.

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