Bremisches

Tourist-Information

Aufmacher

Wie ich soeben bemerkte, wird unter dieser Adresse heimlich gebloggt. Dem Betreiber, der uns als Protokonservativer bekannt ist, sei gesagt, dass sein Bild im Header, also in gewisser Weise sein Aufmacher, ein ausgelutschtes langweiliges Ding ist. Ein Haufen Zeitungen? Ich bitte Sie, Hein! Vielleicht doch noch was mit “Blätterwald”? Oder, ganz frech, eine Buchstabensuppe?

Nein, think out of the box! Also “Aufmacher”, naja, wir sind doch alle in der Kreativbranche, also warum nicht einen Flaschenöffner? Glauben Sie mir, das funktioniert, ein Wort aus der Zeitungswelt, ein Bild aus der Kneipenwelt. Text, Bild und Schere. Machen Sie es so oder anders. Und wenn das mit dem Bloggen losgeht, dann passen Sie auf Ihre Inhalte auf. Wir wollen keinen konservativen Scheiß lesen. Das hier ist das Internet, da geht es immer nur nach vorne. Weiter, immer weiter. Fortschritt wird gemacht, und zwar nicht von der CDU.

Kürzlich meldete die Bremer Linkspartei verstört, dass es “nun auch in Bremen” einen “antideutschen Spuk” gebe. Anlass war offenkundig, dass die eigenen antisemitischen Veranstaltungen von “fanatischen Pro-Israel-Kämpfern” besucht wurden, die sich dann an den Diskussionen beteiligten und für schlechte Laune sorgten.

Gestern nun erreichte uns eine eMail, in der die sofortige Veröffentlichung der folgenden Proklamation verlangt wurde. Das war zwar frech, aber wer auf den Seiten der Linkspartei als “antideutscher Spuk”, als “Avantgarde dieser fanatischen Pro-Israel-Kämpfer”, die “im Hinter- und Untergrund arbeitet”, bezeichnet wird, der darf hier natürlich gerne veröffentlichen. Zum besseren Verständnis empfiehlt sich auf jeden Fall die vorherige Lektüre des oben angeführten Links. Dass Antideutsche so schreiben, wie sie schreiben – dafür kann die Redaktion jetzt auch nichts.

Antideutsche Avantgarde, schon 3 1/2 Wochen

Tja, lieber Bonde, da wirst du jetzt große Augen machen: ganz gegen den aktuellen Trend hat sich in unserem Bundesländchen eine „Antideutsche Avantgarde“ etablieren können, und das nicht erst seit gestern.

Vom Fachverband für die anti-anti-, also deutsche Frage, genannt „Die Linke in Bremen“, im Vorfeld des „Mavi Marmara“-Zwischenfalls am 28. Mai offiziell enttarnt und unter Zuhilfenahme gefaketer Expertise schonungslos etikettiert bilden diese „Freunde Israels“ anscheinend das letzte Bollwerk, das der erträumten „gerechten Aufteilung des Landes“ noch im Wege steht. „Viele linke Gruppen“ distanzierten sich angeblich schon dankend. Falls daran auch nur ein Wort wahr sein sollte wird blanker Neid in dem einen oder anderen Fall die nicht eben geringste Rolle gespielt haben. Und Verbrochenes.net sehe ich gleich schon mit auf der Liste.

Du kannst hier ja so ein bißchen antideutscheln, so gut das eben gelingt, oder Passivfußball spielen mit deinen Freunden, alles ein Tun. Antideutsche Avantgarde geht anders. Am besten geht die nämlich immer noch praktisch wie von selbst. „Anti-deutsch“ – das will ja kein angestrengtes Wollen, bemühtes Wirken, tiefes Fühlen und Drängen vorstellen, sondern gerade ganz das Gegenteil. Die antideutsche Avantgardestellung ergibt sich demnach auch völlig unerwartet – oder eben gar nicht. Selbst ein Weblog wäre dabei nur hinderlich, und falls das jetzt zufällig ein Englisch-Zweitsprachler lesen sollte, wird er den Kalauer hoffentlich genießen, den ich mir darauf erlaube, dass ich mir so etwas auch gar nicht erst virtuell ans Bein binde.

Wie also ist es den Fanatikern unter den Pro-Israel-Kämpfern gelungen, sich so souverän durchzusetzen? Ich muss ein bisschen ausholen:

Als im alten Jahr der Winter seinen harschen Einzug hielt und der avantgardistische AD-Troll vorerst nur schlummerte und schnarchte, verkündete die kulturelle Parteilinke im Lande mit großem Tam-Tam, aber ohne besonderes Aufsehen die Gründung einer sog. „Kulturredaktion“. Diese würde nach eigenem Bekunden gerne „das Politische in der Kultur aufspüren und den regionalen Aspekt betonen“ bzw. „eine Informations- und Diskussionsplattform für das linke Spektrum in Bremen und umzu bieten“, wobei umzu und der regionale Aspekt in diesem Fall mindestens bis zum Jordan und auf den Golan reichen, der Aspekt Information und Diskussion hingegen nicht allzu hoch bewertet werden sollte.

Die Redaktion hat man sich auch nicht etwa als Verlautbarungsorgan der Partei Die Linke vorzustellen, die Stellungnahmen zu deren Veröffentlichungen bisher lieber vermied, sondern eher als eine Art zufällige Mitbewohnerin auf ein und derselben Internetadresse, die darüber hinaus ihren Autoren freie Hand lässt, ihr Geschreibsel ganz in eigener Verantwortung zu verbreiten. So versicherte es mir jedenfalls Sönke Hundt, der sich trotzdem irgendwie dafür zuständig zu fühlen scheint, auf Nachfrage. Und tatsächlich erschließt sich diese Politik ja vielfach schon durch einen Blick auf die Resultate, außer schwerwiegend Wahrnehmungsgestörten wie mir, versteht sich, denen ihre Umwelt ohnehin nur noch „komplett antisemitisch“ erscheint.

Als besonders verlässliches Trüffelschwein zur Aufspürung des Politischen in der Kultur wie auch für die zunehmende Regionalisierung eines altbekannten Konflikts erweist sich regelmäßig ein Arn Strohmeyer, der grundsätzlich nur noch als „der Bremer Journalist Arn Strohmeyer, der früher beim Weser-Kurier und den Bremer Nachrichten gearbeitet hat“ bezeichnet werden sollte, weil sonst kein durchschnittlich vernunftbegabter Mensch von selbst darauf käme. Die geistige Kapazität dieser Koryphäe im besonderen wie der „Kulturredaktion“ im allgemeinen erschließt sich am eingängigsten über ihren jüngsten gemeinsamen Geniestreich: die irre Behauptung, das Transparent, das den bärtigen Schlachterjuden zeigt, wie er den sympathischen Gaza-Hilfsdelfin auf den Haken nimmt, schächtet und ausbluten lässt, wäre auf der Demo am 5. Juni „von den meisten Teilnehmern vermutlich überhaupt nicht wahrgenommen worden“, mit dem Foto des Autors als Redner vor eben diesem Transparent zu illustrieren.

Strohmeyer legte in den vergangenen Monaten ein ganz erstaunliches Talent an den Tag, jedes Mal zugegen zu sein, wenn das Bremer Netzwerk für einen gerechten Frieden im Nahen Osten und andere Allmachtsphantasien und die „verschiedenen Friedens- und Nahostgruppen“, in denen er sich sonst noch tummelt, wieder mal einen „zumeist jüdischen oder israelischen Referenten“ aufgetrieben hatten, der ihnen erzählen sollte, dass die Juden in Israel eine „Holocaustreligion“ praktizieren bzw. dass dort seit nunmehr schon über 35 Jahren die Machtergreifung der jüdischen Nazis unmittelbar vor der Tür steht.

Dabei entging ihm auch nicht, dass in diesen Zirkeln von 15 Personen aufwärts mitunter Leute auftauchten, deren perfide Hinterlist, die propagierten Inhalte erst einmal ernst zu nehmen, um dann nachzuhaken, ob das denn tatsächlich ernst gemeint sein könnte, regelmäßig Abwehr und Unbehagen provozierte. So brachte z. B. dem Verfasser das irgendwo zwischen wohlwollend und naiv anzusiedelnde Manöver, in gutem Glauben erst einmal davon auszugehen, Reuven „Doc“ Moskowitz hätte tatsächlich jemals eine Dissertationsschrift verfasst, den Vorwurf ein, einen alten Mann „inquisitorisch nach seiner wissenschaftlichen Qualifikation befragt“ zu haben.

Die Darstellung hat mit der Wirklichkeit zwar nur etwa so viel zu tun wie die Analogien zwischen Reden im Reichstag 33-45 und in der Knesset 67-73, die der „Friedensabenteurer“ durch angestrengtes Suchen aufgedeckt haben will, schmerzt aber doch sehr, da sie vor dem geistigen Auge wieder und wieder das Schreckensbild eines Pontifikatsprätendenten wider Willen erweckt, der es auch unter der Folter ablehnt, sich zum Gegenstand zu äußern, und ungerührt fortfährt seinen Segen zu spenden. Immerhin: ein aufschlussreiches Indiz konnte dem Delinquenten abgepresst werden. Moskowitz` bahnbrechendes Grundlagenwerk „Deutsche und Juden zwischen der Macht des Geistes und der Ohnmacht der Gewalt“ scheint für die Menschheit tatsächlich noch nicht ganz verloren zu sein. Bei der Friedrich-Ebert-Stiftung soll möglicherweise noch eine vage Ideensammlung existieren. Allerdings hatten die antideutschen Kundschafter sich nun schon so weit aus der Deckung gewagt, dass sie selbst in den Fokus des Interesses geraten mussten. Ein professioneller Seelsorger, geschult an E. R. Carmins „Das schwarze Reich“, der schon Iris Hefets mit der Frage konfrontiert hatte, ob sie denn überhaupt „blutsmäßig“ Jüdin wäre, nahm spontan eine Blickanalyse an mir vor. Das Ergebnis konnte aber nicht überzeugen. Jedenfalls mich nicht.

Wie eigentlich sowieso alles geriet die Sache aber über Henryk Broders Achse des Guten so richtig ins Rollen, in diesem Fall aber ganz zufällig, indem dort ein auf das Notwendigste beschränkter Augenzeugenbericht aus der denkbar „israelkritischen“ Freakshow „Zionismus – seine Genesis, seine Gefahren, sein Untergang“ erschien, die im März in den Katakomben des Überseemuseums gastierte, wie ja Veranstaltungen zum Nahost-Konflikt, die sich nicht bloß empörend darstellen, beckmesserisch und unqualifiziert, sondern einfach nur noch grauenhaft, grundgruselig und grottig, geradezu zwanghaft auf dieses Haus abonniert zu sein scheinen. Sei es, dass dort Dr. Massarat lehrt, sich mit der iranischen Bombe anzufreunden, oder Iris who-the-fuck Hefets Angriffe türkischer Hooligans auf israelische Sportler als begrüßenswerte politische Aktion feiert.

Der selbstredend fruchtlose Versuch, die Direktorin dieses Museums zu überreden, wenigstens aus Rücksicht auf die Außenwirkung ihrer Einrichtung nach Hajo „Holocaustreligion“ Meyer nicht auch noch Iris „Schoah-Kult“ Hefets ein Forum zu bieten, tat ein übriges. Mitglieder der diversen „menschenrechtsbezogenen“ bzw. „zivilgesellschaftlichen“ Gruppen, die, teils in Personalunion, den Kampf gegen die jüdische Nationalbewegung zu dem ihren gemacht hatten, nahmen die getreue Wiedergabe ihrer Aktivitäten völlig zu recht als vollendeten Rufmord wahr und schlossen von dem Entsetzen, das sich ihrer daraufhin bemächtigte, fälschlich auf die Größe der unheimlichen Macht, die offenbar dahinter stecken musste, insofern Menschen nicht unähnlich, die jedes Mal aufs neue erschrecken, wenn sie im Spiegel ihren Schatten entdecken, weil sie sich nicht erklären können, wer ihnen das angehext haben mag und warum bloß.

Strohmeyer recherchierte jetzt noch ein bisschen sorgfältiger als sonst und stieß so auf den harten Kern einer eigentlich eher heterogenen Gruppe aus ca. zwei Bonvivants, die es sich zum schönen Brauch gemacht hatten, in ihrer Freizeit in loser Folge ein paar mehr oder auch weniger ersprießliche Vortragsveranstaltungen am Abend zu besuchen, um im Anschluss, so die Umstände das eben zuließen, eventuell noch einen heben zu gehen, aka „Sprengel“ (nein, das leitet sich nicht vom Naschwerk gleichen Namens ab), aka „Vorkämpfer“. Letzterer Nom-de-Guerre ist unverkennbar der schier verheerenden Wirkung geschuldet, die die pointierten Diskussionsbeiträge der pathologischen Philosemiten entfalteten, so sie denn überhaupt mal zu Wort kamen, die nur den Schluss zuließ, dass es sich bei ihnen wohl um die Schocktruppen handeln müsse, in deren Rücken das große anti-deutsche Aufräumen erbarmungslos seinen Lauf nehmen würde – „Zerstörung der deutschen Nation“ und Aufteilung der Bundesrepublik unter ihren Nachbarn inclusive, also recht genau das, was das Bremer Netzwerk für einen gerechten Frieden im Nahen Osten sich doch eigentlich für eine ganz andere Gegend ausgedacht hatte.

Diese „Avantgarde“, über die inzwischen schon eine Menge haarsträubender Unwahrheiten gestreut wurden, wobei die Behauptung, es handele sich um „junge Leute“ noch mit Abstand zu den schmeichelhafteren zählt, bin zuvorderst mal ich. Und über mich soll hier nicht mehr verraten werden, als ein Geistheiler, ein Möchtegern-Stasi-Agent und ein schludriger Kopist auch nicht herausgefunden haben, da es ja sonst nicht mehr spannend wäre.

Zweitens kommt da schon mein sporadischer Saufkumpan und unerschütterlicher Stil- und Politikberater JPH, eigentlich ein Kryptokonservativer reinsten Wassers, so links wie das Steuer an seinem chromblitzenden Bentley, der mich schon verflucht hat, bevor ich überhaupt die Zeit fand, mich hinzusetzen, um diese Erklärung schriftlich zu fixieren, und der jetzt mal schön selbst zusehen kann, wie er aus dieser Nummer wieder herauskommt. Ich gönne es ihm von ganzem Herzen! Ja, ganz vorn an der Spitze der Avantgarde, wo die Katjuschas pfeifen und das rotlackierte Ressentiment aus tausend Schlünden droht, kann es bekanntlich auch schnell einsam werden…

Was hier in Bremen sonst noch unter dem Label „antideutsch“ gehandelt wird, ganz gleich ob es sich dabei um eine Eigen- oder Fremdkreation handeln mag, wird über kurz oder lang gar keine andere Wahl haben, als sich in unsere Arrière-Garde einzureihen, oder aber für alle Zeit im Schmollwinkel der Geschichte zu versauern. Ich empfehle, rechtzeitig zu reservieren, die Bearbeitung der Mitgliedsanträge kann sich hinziehen. Eine Aufnahme wird selbstverständlich davon abhängig gemacht werden, ob gewisse Sätze antideutscher Ideologie unterschrieben werden oder eben auch nicht. Der Fragenkatalog ist erhältlich bei Arn Strohmeyer, dem früheren Weserkurier-Mitarbeiter, c/o Onlineredaktion bei Die Linke in Bremen. online-redaktion@dielinke-bremen.de

Good luck! Wir sehen uns dann am Donnerstag bei Inge Höger, der Heiligen Johanna der Frauendecks.

Diesmal auch ganz offiziell eingeladen von der Partei des deutschen Antizionismus. Sönke Hundt wird den Conférencier geben, Arn Strohmeyer wie gewohnt den interessierten Beobachter. So ein Zufall jetzt aber auch…

TL

Obacht!

In der Unteren Rathaushalle im malerisch an der Weser gelegenen Städtchen Bremen findet gerade die Ausstellung “Tatort Stadion 2 – Fußball und Diskriminierung” statt.

Die komplett überarbeitete Ausstellung Tatort Stadion 2 will informieren – sowohl über alltägliche Diskriminierung und Aktivitäten von Neonazis als auch darüber, was Fans dagegen tun.

Was sonst noch über die Ausstellung gewusst werden muss, erzählen Annika Hoffmann von BAFF und Thomas Janßen von der “AG Werderfans gegen Diskriminierung” im Interview mit Stadionwelt.

Soviel zur Veranstaltung, jetzt kommen wir zum Befehl. Da wir es als unseren Auftrag ansehen, unseren Lesern bei der Planung ihrer begrenzten Lebenszeit behilflich zu sein, befehlen wir, den unumgänglichen Besuch der Ausstellung zeitlich mit dem einer der beiden Abendveranstaltungen zu verbinden, die jeweils um 19 Uhr am gleichen Ort stattfinden und die thematisch ganz nach unserem (und somit auch eurem) Geschmack sind:

Am morgigen Montag, dem 19.04., findet im Rahmen der Ausstellung ein Vortrag von Alex Feuerherdt und Enno Wöhler über Antisemitismus beim Fußball statt. Dabei soll es um die verschiedenen Formen des Antisemitismus ebenso gehen wie um konkrete antisemitische Ausfälle beim Fußball; um den Antisemitismus der Nazis wie den des Mainstreams. Und natürlich wird es um Werder Bremen gehen, den sympathischen Verein aus dem Norden, dessen Fans in Hamburg schon einmal als gefährliche Heuschrecken und dessen Wappen in Hannover schon einmal als oranger Davidstern dargestellt wurden. In der anschließenden Diskussion darf dann der Frage nachgegangen werden, wie viele Baseballschläger bestellt werden müssen.

Im weiteren Verlauf des Abends berät die Redaktion von verbrochenes.net im privaten Rahmen alle Interessierten in Fragen der politischen Korrektheit und der korrekten Analyse der aktuellen Bundesligatabelle.

Eine Woche später, selbe Zeit und selber Ort, geht es um eine gelungene Intervention gegen Antisemitismus in unserer Stadt, nämlich die Befreiung durch die britische Armee vor 65 Jahren. Thema des Vortrags von Heinz-Gerd Hofschen (Historiker am Focke-Museum) soll aber auch sein, wieso es mit der Entnazifizierung dann doch nicht klappte.

In unserer Reihe “Wir fragen – jemand antwortet” haben wir uns mit Lizas Welt unterhalten. Sie haben wir gebeten, sich mal zu verbrochenes.net zu verhalten. Natürlich ging es dabei wie immer nur um Geld und das eigene berufliche Fortkommen, was wir, wenn auch nicht im Interview, so doch im Nachhinein einerseits als Abkehr von der reinen Lehre kritisieren und andererseits als individualistische Notwendigkeit loben wollen.

Außerdem ist zu betonen, dass die Redaktion sich grundsätzlich mit allen hier getroffenen Aussagen gemein macht und diese auch juristisch zu verantworten bereit ist. Zu weiteren theorisierenden Beiträgen lädt sowohl die Überschrift als auch Lizas Aussage über die Evolution ein.

Zur Person:
Lizas Welt ist eine geheimdienstlich ausgebildete Rennfahrerin aus dem Rheinland, die sich schon seit ihrer Jugend für Gerechtigkeit auf dem Fußballplatz und nicht daneben einsetzt. Dass die Welt schlecht eingerichtet ist, ist nicht ihre Schuld.

Unser Gespräch fand auf einem Erlebnisurlaub statt, den Lizas Stammelf auf Rechnung von Henryk Broder in Dubai machen konnte. Ein Reisebericht folgt an dieser Stelle im Sommer.

Frau Liza! Erstmal was anderes jetzt: verbrochenes.net, was ist das eigentlich?

Ein unersetzlicher Bestandteil meiner Stamm-Elf und damit der jüdischen Weltverschwörung. Sie haben ja gehört oder gelesen, was der Kollege Külbel neulich bei Dr. Seltsam enthüllt hat: Ich werde vom Mossad dafür bezahlt, dass meine Stammkräfte nachhaltige Kampagnen gegen unliebsame Subjekte anzetteln und sie zum Abschuss freigeben. „Die unteren Strukturen erledigen die Drecksarbeit“, meinte er sehr zu Recht. Verbrochenes.net ist also quasi der Torsten Frings im prozionistischen Mannschaftsgefüge.

Sehr interessant, aber wem hilft das weiter? Mir jedenfalls nicht, ich fühle mich davon eher gestört.

Das liegt daran, dass Sie Torsten Frings nicht mögen, obwohl der mittlerweile den „Nie wieder Deutschland“-Mob anführt, also längst einer von uns ist. Den braucht man nicht mehr zu entsozifizieren, das hat er nämlich bereits selbst besorgt.

Da haben Sie jetzt natürlich Recht, das muss ich schon zugeben. Aber Sie kennen sich auch mit anderen Dingen aus. Die Finanzkrise war schlimm, aber Werders Rückrundenstart auch. Welche Maßnahmen müssen ergriffen werden, um derartige Ereignisse in Zukunft zu verhindern?

Bomben auf Hamburg! Es braucht mehr Männer vom Schlage eines Sir Arthur Harris. Aus Krisen muss man sich schießen!

Da sollten die da oben wirklich mal drüber nachdenken! Aber reden wir auch über „die da unten“, die Kinder, unsere Zukunft. Was macht Kindern mehr Spaß, Dinosaurier oder Cowboys?

Dinosaurier, fürchte ich. Die Evolution ist ja fast allerorten auf dem Rückzug. Gehen Sie mal auf einen Kinderspielplatz Ihrer Wahl – da wird nur noch uncharmant herumgebrüllt, aber es will niemand mehr beherzt ballern, schon gar nicht auf Indianer. Ich glaube, das ist der Pazifismus schuld.

Liza, wir danken Ihnen für dieses Gespräch. Wollen Sie unseren Lesern noch etwas sagen?
Ja. Helene Hegemann ist die Vorratsdatenspeicherung der Literaturszene. Das musste mal raus.

Haha!

Nicht Matthias Horx sein, aber Trendforschung betreiben. Unser Vorteil: Wir sind am Puls der Zeit:

22:55:25 Joinsen: ich verweigere die party, sitze zu hause und höre das hier:
22:55:31 Joinsen: http://soundcloud.com/plemo/12-exzess-express
22:59:28 Bonde: so sehen heute eben exzesse aus
22:59:41 Bonde: setzt sich dann in ein paar jahren auch in berlin durch.
23:00:04 Joinsen: nur dass da dann irgendwelche werber noch ein wort dafür erfinden
23:00:12 Joinsen: und am ende berichtet spon
23:00:22 Bonde: saturchilling.
23:00:26 Bonde: wäre mein erster vorschlag.

Es ist Zeit, sich diesen Verein einmal genauer anzusehen. Der FC Bayern ist ein deutscher Sonderfall, so etwas gibt es nirgendwo sonst. Überall in Europa gibt es mindestens zwei etablierte große Vereine, nur in der DDR (Dynamo Berlin) und in der BRD gab und gibt es einen Vorzeigeklub. Heute spricht man oft vom “Branchenprimus” und meint das dann irgendwie bewundernd. Die Münchner sind hinter Bayer Leverkusen und dem VfL Wolfsburg der dritte Klub, der sich nicht nur sponsorn lässt, sondern bei dem ein Teil des ganzen Ladens gleich an die deutsche Industrie verkauft wurde, hier Adidas und Audi.

Das ist halt heute so, sagen die einen, das ist cleveres Management, sagen deren Freunde, und beide ignorieren, dass hier etwas gekippt ist: Von Vereinen, die für Geld Werbung machen, damit sie erfolgreich Fußball spielen können, zu Konzernen, die sich einen Verein kaufen, der dann für sie Werbung macht. Der Verein wird umgewidmet von einer Institution für Sport zu einer für Werbung und Marketing. Bayern ist dabei schon längst über die Grenze. Die ganz harten Fans, die seit Austria Salzburg kein Red Bull mehr trinken, können schonmal ihre Adidas-Jogger in den Spendencontainer für Haiti werfen.

Dabei ist beim Rekordmeister immer noch das alte Personal in den entscheidenden Positionen. Und was für ein Personal es ist! Hoeneß und Rummenigge repräsentieren reaktionäres Kleinbürgertum. Ab und zu bekennen sie sich diskret zur sozialdemokratischsten aller Nazi-Parteien, der CSU, denn das muss man machen, wenn man ein Großunternehmer in Bayern ist. Uli Hoeneß ist genau genommen zwei Großunternehmer, er verkauft nebenher noch Wurst, und das passt zu ihm.

Auch den Größten Fußballer Aller Zeiten verdanken wir den Bayern, Franz Beckenbauer beweist jeden Tag in den Medien, dass es nicht der Intellekt sein muss, der einen zum gefühlten zwölffachen Weltmeister als Spieler, Trainer und Busfahrer macht. Dieses völlig aus den Fugen geratene Selbstbewusstsein, dieser unerschütterliche Glaube, auf jede Frage eine Antwort zu wissen, die produziert der FC Bayern München bei allen seinen Angestellten.
Viele Bayern-Fans gefällt es heute, sich über Lothar Matthäus lustig zu machen, dabei übersehen sie in ihrem Wahn, dass der Mann ein Produkt des FCB-Establishments ist, deren Anhänger sie sind und merkwürdigerweise auch bleiben. Lothar Matthäus ist das, was die vielgerühmte “Mir san mir” Einstellung wirklich bedeutet.

Der erfolgreichste Trainer der letzten Jahre in München war Ottmar Hitzfeld, genannt “der General”. Nach ihm erfolgreich war der Disziplinfanatiker Felix Magath, der Bundesliga-Trainer, der wohl am meisten Wert auf die sogenannten deutschen Tugenden legt. Dazu ein Trainerstab mit Hermann Gerland, der geborenen Provinzialität und, das muss man sich erstmal klar machen: Chefscout ist Paul Breitner. Was für ein schrecklicher Mensch, mir fehlen die Worte.
Trainer Louis van Gaal lässt sich von seinen Töchtern siezen, und die Bayern-Fans beschmunzeln das, weil es für sie eine eigenartige Marotte ist, wenn es nicht ohnehin als vorbildlich empfunden wird. Liebhaber des Mittelalters fühlen sich wohl beim FC Bayern.

Irgendwie haben es die Müncher geschafft, in der Stadt selbst noch weniger beliebt zu sein als 1860 München, was über alle drei etwas aussagen könnte: den FCB, 1860 und München. Die Hauptstadt der Bewegung ist bald nur noch für die Schickeria zu bezahlen, aber nicht für die Münchner Ultras.
Die “Schickeria München” gibt sich gerne als linke Gegenbewegung, taugt aber vor allem als arrogante Prollbewegung. Mit Bremer Ultras engagierte man sich der Theorie nach zwar im Netzwerk “Alerta”, gleichzeitig ist es den Münchner Männern aber auch wichtig, den Genossen weiterhin auf die Fresse hauen zu können. Das überrascht, da es sich hier ja nicht nur um eine vermeintlich linke Gruppe handelt, sondern eines ihrer Mitglieder eben auch schon einmal eine Frau derart mit einer Flasche traf, dass sie heute auf einem Auge blind ist. Aber Ultras sind eben in erster Linie starke Männer oder Menschen, die sich dafür halten, erst recht in Bayern.

Überhaupt müssen sich aktive Fans in München fragen lassen, warum sie da überhaupt noch hingehen. In der Allianz Arena, einem abseits der Zivilisation gelegenen Event-Komplex aus der Zukunft, ist nichts erlaubt, was Fans gefällt. Die meisten haben das erkannt, weshalb konsequenterweise keine Fans mehr kommen, sondern Zuschauer, die schon jedes Musical gesehen haben und nun auch den Schweini mal live sehen wollen. Natürlich kann man auch das gut finden, man kann dann aber nicht mehr davon träumen, dass im Fußball und unter seinen Zuschauern irgendetwas zu erleben wäre, was es anderswo nicht gibt; und man muss sich auch vom Gedanken verabschieden, dass im Fußballumfeld vielleicht etwas gesellschaftlich Relevantes entstehen könnte.

Die schon erwähnte Allianz aus CSU und Vorstand kümmert sich rührend darum, allen Fremden den Besuch zu verleiden, dazu gehören brutale Polizeieinsätze ebenso wie simple Schikane. So durfte sich die Redaktion dort gemeinsam mit 60 anderen Businsaßen einmal zum Foto aufstellen, weil irgendwo in Stadionnähe eine Oma umgefallen war. Wer Bayern bejubelt, bejubelt Beckstein, und wer Staatsfeind, Liberaler oder Mensch ist, der fühlt sich in Bayern nicht wohl.

Wer den FC Bayern als liberalen Musterverein darstellt, bei dem erfrischend wenig Deutschtum zu sehen sei, der muss auch sagen, was denn stattdessen passiert. Wenn der FC Bayern internationale Stars verpflichtet und auf die Nationalität seiner Spieler wenig achtet, dann kann man das schön finden. Man kann darin aber auch die übliche Ausländerfreundlichkeit sehen, die heute Staatsideologie ist: Wenn er etwas für uns hat oder tun kann, dann ist er ein guter Ausländer. Und wenn er nur im Verdacht steht, das einst nicht mehr zu tun, dann ist er “ein Franzos” und “München is ihm wurscht”.

Wer sich die Spieler der Bayern genauer anguckt, wird nur wenig Bewundernswertes finden. Michael Rensing ist zur tragikomischen Gestalt geworden, im Traum war er schon Nationaltorhüter, nun muss er bald in die zweite Liga. Und wer kann ernsthaft einer Mannschaft zujubeln, in der Mark van Bommel Kapitän ist? Viele glauben, er sei ein harter Spieler, aber das ist nicht wahr. Van Bommel ist ein hinterhältiger Treter, der nicht aus Erfolgshunger, sondern aus Bösartigkeit seinen Gegenspielern weh tut. Dazu ein Ivica Olic, der letztes Jahr Per Mertesacker mutwillig aus dem Uefa-Cup trat, und Franck Ribery, die hässliche Diva. Philipp Lahm hat mit seinem Interview vor Wochen bewiesen, dass er den Bayern-Wahn, alles am besten zu wissen, schon tief verinnerlicht hat.
Es wird also nicht mehr lange dauern, bis er Kapitän werden kann, beim Branchenprimus.

Nachtrag:
Alles Quatsch und das Gegenteil ist richtig, sagt Lizas Welt.

Die Vorgänge in den zurückliegenden Tagen und Wochen mache eine Stellungnahme der Redaktion unausweichlich.


Jürgen Rieger

Selbstverständlich ist der Tod Riegers zu begrüßen. Wir hatten uns allerdings gewünscht, die Hinrichtung Riegers möge von einem Kampfhubschrauber aus durch Raketenbeschuss erfolgen. Diese Hoffnung hatten wir bereits mehrfach bei den zuständigen Stellen geäußert, offensichtlich ohne Erfolg. Nun gilt es bei der – soviel sei unseren Lesern verraten – bereits in Planung sich befindlichen Neutralisierung von Udo Pastörs ein erfolgversprechendes Konzept vorzulegen, das keinen Zweifel an der Entschlossenheit der antifaschistischen Kräfte in der BRD lässt.

Minarettverbot

Ungeachtet seines Gegenstandes ist ein Verbot an sich zunächst einmal ein sehr schönes Konzept. Die Redaktion hat kein Verständnis für die Einengung der Debatte auf Minarette. Es sind weitere Verbote nötig. Wir fordern exemplarisch ein Verbot der Polizei und anderer staatlicher Repressionsbehörden. Sie behindern zahlreiche sinnvolle Verbotsverfahren, wie zum Beispiel das der NPD oder das von Gewalt gegen Menschen. Weitere sinnvolle Verbote: Currywurst, Ruhrgebiet, Sternburg.

Das zweite Problem der Debatte ist, dass sie sich auf die Schweiz beschränkt. Wen interessiert denn, was da erlaubt ist und was nicht? Uns nicht, wir sind Weltmenschen.

Bei unseren linksliberalen Lesern wollen wir uns dennoch mit einem Kompromissvorschlag anbiedern: Man könnte Minarette erlauben und im Gegenzug Moscheen verbieten. Der wirklich schlimme Kram passiert schließlich in den Moscheen, nicht auf den Minaretten. Die könnten ihren Platz dann anderswo finden, beispielsweise an Kirchen, Bibliotheken oder Kneipen mit Kegelbahnen.


Bob Dylan / Weihnachten

Bob Dylan hat einen musikalischen Selbstmordversuch unternommen. Nun bleibt zuerst zu fragen, warum die Redaktion sich so fürchterlicher Beschreibungen wie “musikalischer XY” für ein Musikstück bedient. Die Antwort lässt auf sich warten. Zweitens ist festzustellen, dass Dylan gescheitert ist, zur musikalischen Untermalung dieses Beitrags läuft “Stuck inside a mobile with the Memphis Blues again“.
Wenn das schreckliche Machwerk dem Künstler nicht geschadet hat, dann ist auch verständlich, warum es seinem Gegenstand, dem Weihnachtsfest, nicht genützt hat. Das bleibt unpopulär wie eh und je. Bei uns zu Hause wurde es bereits abgesagt, nachdem nicht genug Karten verkauft werden konnten.

Derby

Die nächste öffentliche Demütigung der Hitleristen aus Hamburg findet am 20. Dezember statt. Schließlich hatten nicht einmal die Nazis einen schlechteren ‘Stürmer’ als der HSV. So weit, so bekannt. Was die wenigsten wissen, ist, dass bedeutende Teile der Redaktion noch ohne Karte sind und sich deshalb ein etwas anderes Programm überlegt haben. Wir werden völlig zugekokst vor der Arena stehen und Streit suchen.

Bullenschweine

Dieser Vorfall ruft Ekel hervor. Uniformierte Arschlöcher schwingen sich zum Herrenmenschen auf und erniedrigen andere mit Gewalt. Sie dürfen das, denn sie sind Polizisten, und sie haben sich unangreifbar gemacht. Was man da machen kann? Gute Frage, die eine wohlüberlegte Diskussion abseits von Empörungsgesten lohnen würde.

Die Situation im Iran konnte man im Sommer lange im Fernsehen verfolgen, dann kamen die Demonstrationen zu einem Ende, und das Thema verschwand wieder aus den Massenmedien. Derweil läuft aber in Deutschland eine Diskussion unter Linken, wie man denn als aufgeklärter fortschrittlicher Mensch zum Gottesstaat und der Bewegung, die da nach der Wahl so aufsehenerregend protestierte, zu stehen hat. Das ist interessant.

Ich outline kurz:
Iran wird regiert von Islamisten, mit allem was dazu gehört: Frauenunterdrückung, Schwulenverfolgung, Folter, Mord usw usf.

Iran sponsort Terrorgruppen wie Hamas und Hizbollah, die gegen Israel kämpfen. Irans Präsident kündigt regelmäßig die Vernichtung Israels an, und gleichzeitig wird im Land an der Atombombe gebaut.

Das wollen die westlichen Staaten ändern, allerdings ist ihr Engagement in dieser Richtung nur halbherzig, weshalb der Iran an seinen Plänen festhalten kann und damit endgültig zum großen Helden der deutschen Antiimperialisten wird. Das ist er wegen der Unterstützung für Palästina (heißt: dem Kampf gegen Juden) ohnehin schon.

In diesem Klima gab es einen massiven Wahlbetrug und große Proteste im Land, eine Art Freiheitsbewegung scheint sich entwickelt zu haben. Dass die nun wiederum auch gern “Gott ist groß!” über die Dächer ruft, macht klar, dass man es hier nun leider wieder nicht mit der kommunistischen Partei Persiens zu tun hat und dass das alles nicht so einfach ist.

Lange Rede, kurzer Sinn: In Bremen gibt es gerade eine Veranstaltungsreihe der Bremer “Gruppe in widersprüchlicher Gesellschaft” zum Thema. Was für ein schöner Name! Und so läuft das ab:

Zur aktuellen Situation im Iran
mit Stephan Grigat
Dienstag 15.09.09 um 20 Uhr in der Villa Ichon
(in Kooperation mit der Heinrich- Böll Stiftung)

Die Situation der Frau im Gottesstaat Iran
mit Fathiyeh Naghibzadeh
Dienstag 29.09.09 um 20 Uhr in der Villa Ichon

„Kopftuch als System“- Film von Fathiyeh Naghibzadeh
Dienstag 13.10.09 um 19.30 Uhr in der Mediencoop des Lagerhauses

Verschleierter Kulturalismus – westliche Intellektuelle und ihr Flirt mit dem Islam
mit Andreas Benl
Dienstag 27.10.09 um 19.30 Uhr im Infoladen

Wir finden es ganz zauberhaft, dass jemand solche Veranstaltungen in Bremen organisiert, und Ihr solltet alle hingehen. In das Thema Iran kann man sich zum Beispiel hier einlesen.

Nachtrag:
Mehr Infos gibt es hier, aber Achtung:
Die Termine auf der Seite sind falsch, die richtigen stehen hier.

Weltexklusiv auf verbrochenes.net. Oder so.

Ich habe heute eine eMail erhalten, in der ich gebeten werde, diese Richtigstellung hier zu veröffentlichen. Es geht dabei um das Ereignis, das hier und anderswo beschrieben wird.

Wichtig: Weder war ich zugegen, noch weiß ich mehr über die Auseinandersetzung, als im Internet darüber zu lesen ist.

“Richtigstellung bezüglich der Pressemeldungen zu einer Auseinandersetzung zwischen Bundeswehrsoldaten und Werderfans auf der Rastanlage Allertal am 30.8.2009″

Nach fälschlichen Verbreitungen der Presse auf Grundlage der verzerrten Sachverhaltsschilderung der Polizei, sehen wir uns gezwungen, eine Richtigstellung der Ereignisse, welche sich am Sonntag, den 30.8.2009 zugetragen haben, zu veröffentlichen.

Anders, als es teilweise durch die Medien und die Polizei vermittelt wurde, handelte es sich zwar um Soldaten der deutschen Bundeswehr, diese waren aber nicht uniformiert, sondern trugen “Freizeitkleidung”. Auch in ihrer Freizeit jedoch liessen sie es sich nicht nehmen, ihr menschenverachtendes Weltbild nach aussen zu tragen und stellten ihr faschistisches Gedankengut offen zur Schau: Neben einem T-Shirt mit dem Aufdruck “Auch ohne Sonne braun” und einem weiteren T-Shirt mit dem Aufdruck “88″ (der bekannten Abkürzung für den achten Buchstaben des Alphabets, der für “HH”, die Grußformel “Heil Hitler” steht) trug einer der Beteiligten ein Tattoo auf dem Ellbogen, welches eine “Schwarze Sonne” darstellt, ein in Neo-Nazi-Kreisen zur Wiedererkennung beliebtes Runen-Symbol, dessen Bedeutung für die Neo-Nazis auf eine Verwendung dieses Symbols durch die SS zurückzuführen ist.
Die Behauptung der Polizei, die vier Personen seien “irrtümlich” der rechten Szene zugeordnet worden, naht nicht nur an Naivität, sondern ist eine unzulässige Verzerrung der Tatsachen, welche die offensichtliche Zugehörigkeit und das Bekenntnis der Soldaten zur Nazi-Szene verschleiert. Dass dieses unreflektiert von den Medien übernommen wird, ist im “Copy+Paste”-Zeitalter des Internetjornalismus keine Überraschung, bei dem die eigenständige Recherche statt der unkritischen Übernahme einer Pressemitteilung auch zu der Frage hätte führen können, ob aus dem verfassungsfeindlich eingestuften Bekenntnis der Soldaten juristische und berufliche Konsequenzen gezogen werden.

Wir werden nicht wegschauen, wenn Menschen, ob im Dienste des deutschen Staates oder in ihrer Freizeit, menschenverachtende Propaganda verbreiten und NS-verherrlichende Kleidung tragen.

Ein paar Beteiligte

Nachtrag:

Artikel in der taz nord ein paar Monate danach.

Weiterer Nachtrag:

In einer allgemeinen Pressemitteilung lässt die Bremer Polizei folgenden Satz fallen:

Ein Stadionverbot wird wegen sicherheitsbeeinträchtigen Auftretens im Zusammenhang mit Fußballveranstaltungen nicht nur innerhalb oder außerhalb einer Platz- oder Hallenanlage geprüft, sondern auch vor, während oder nach einem Fußballspiel. So hat der DFB nach Einleitung eines polizeilichen Ermittlungsverfahrens wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung gegen vier Bremer Ultras ein überörtliches Stadionverbot gegen sie ausgesprochen. Die Bremer Fußballfans hatten im August 2009 nach einem Auswärtsspiel in Berlin auf einer Rastanlage an der Autobahn 1 Bundeswehrsoldaten angegriffen und diese zum Teil verletzt.

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