Eigenes

Meist bedeutungslos.

Man muss das auch mal andersherum sehen. Am Ende jedes Maschinengewehrs, das zufällig vorbeifahrende Menschen zerfetzt, da steht doch auch ein Mensch. Einer, der eine Entscheidung gefällt hat und dann danach gehandelt hat. Zweifellos ist es ein böser Mensch; aber derlei Zuschreibungen sind gemeinsam mit dem Gedanken, dass Menschen selbst entscheiden, was sie tun oder lassen, verloren gegangen. Heute ist jeder wahlweise von seinen Genen, seinem Hirn, seiner Geschichte oder der seiner Eltern, seiner Religion oder seiner Kultur, den Produktionsverhältnissen oder – noch besser – von seinem Gewissen in Haft genommen worden. Was Menschen so tun, tun sie, weil sie gar nicht anders können.

Palästinenser morden eben, weil die Besatzung so furchtbar ist, und dann ist es auch kein Mord, sondern eine Verzweiflungstat. Oder ein Torpedieren von Friedensverhandlungen. Man betrachtet das nur noch im Kontext und nicht mehr für sich: Jemand stoppt mit seinem Gewehr ein Auto, erschießt die vier Insaßen und fährt weiter. “Eine Tragödie”, sagt Obama dazu, als ob das Ereignis unausweichlich gewesen wäre. Die Umstände sind eben so, die Leute sind eben so, heißt das. Keine autonome Entscheidung der Täter und ihrer Auftraggeber wird anerkannt und kritisiert.

Und dann die Phrasen, hinter denen die schreckliche Wirklichkeit verschwindet: Man verurteilt die Tat. Aufs Schärfste. Ein Anschlag. Und dann kommt der Kontext hinterher, damit man die Tat auch verstehen kann. Dabei führt das alles dazu, dass man die Tat eben überhaupt nicht mehr verstehen kann, sie wird völlig ungreifbar: Eine Straße, nachts, ein Auto mit Menschen, ein anonymer Täter, der mit einem Maschinengewehr vier Fremde einfach umschießt, er schießt aus einem fahrenden Auto und Washington ist weit weg.

Guido Westerwelle lässt sein “aufs Schärfste” ins Englische so übersetzen: “in the strongest possible terms.” Mit den stärksten möglichen Ausdrücken also. Dabei bleiben diese dann aus: Er behauptet eine scharfe Verurteilung und unterlässt sie genau dadurch. Die stärksten möglichen Ausdrücke und Begriffe bleiben in der Schublade. Die Tat an sich nicht wahrzunehmen, sondern nur ihren Kontext, führt schließlich dazu, dass ein brutaler vierfacher Mord gemeinsam mit der Ankündigung von Bautätigkeiten abgeheftet wird.

Die Unfähigkeit, moralische Urteile zu fällen, also zum Beispiel einen Mord als einen Mord zu verurteilen, ist auch die Triebfeder der häufigen Nazivergleiche. Wie soll man Menschen klar machen, dass es dezidiert böse Menschen und Taten gibt, wenn nicht mit dem Hinweis auf Nationalsozialismus, Massenmord und millionenfaches beabsichtigtes Leiden? Dabei spielt es gar keine Rolle, ob es tatsächlich um schlimme Menschen und Taten geht oder ob es sich um Projektionen handelt. Auch Antisemiten sehen das Böse am Werk, deshalb ist ihnen der Nazivergleich so nah.

Es ist der Postmoderne geschuldet, dass nicht nur moralische Begriffe verschwinden, sondern auch eine objektive Beschreibung der Realität an sich für unmöglich gehalten wird. Wäre es common sense, dass ein Mord ein Mord ist und sonst gar nichts, dann wäre auch die Wahrnehmung des Nahostkonflikts eine andere, da man dann das Verhalten der Konfliktparteien objektiv bewerten würde. Da aber eine objektive Bewertung von postmodernen Beobachtern ganz explizit ausgeschlossen wird, ist ein Mord kein Mord mehr, sondern ein politisches Manöver wie viele andere auch.

Überhaupt, die Friedensgespräche: Wie sie enden werden, kann man bei den Nahost-Experten nachlesen. Wie sie begonnen haben, steht schon fest: Mit vier Toten.

Zum selben Thema:
The fine art of gernalism

Vor einigen Monaten brachte die taz einen antisemitischen Text von Iris Hefets, in dem die Autorin sich über das Gedenken an den Holocaust lustig machte. Anschließend gab es eine kurze Debatte, dann die groteske Verweigerung einer Debatte durch die Chefredakteurin der taz, Ines Pohl, und schließlich entschied die taz, dem Hass auf Israel eine Serie zu widmen.

Außerhalb dieser Serie beschäftigt die Zeitung eine antisemitische Bloggerin, die Studentin Kübra Yücel. Auf deren Konto geht der bisher heftigste rassistische und antisemitische Ausfall der Zeitung. Yücel präsentierte dummdreist die These, dass “die ethnische Herkunft von ‘weißen’ Israeliten” die Ursache der Probleme im Nahen Osten sei. Ironischerweise benennt sie das Problem als “rassistische Politik Israels”, nachdem sie sich gerade selbst explizit als Rassistin geoutet hat. Und während man noch fassungslos darauf guckt, was diese Zeitung alles veröffentlichen mag, legt alle paar Tage ein weiterer Kommentator nach. Heute ist es der Redakteur Stefan Reinecke.

Um gleich klarzumachen, dass es bei der Serie zur Israelkritik nicht darum geht, was tatsächlich im Nahen Osten passiert, also zum Beispiel um Israel, trägt sie den Titel “Unser Israel”. Da kann natürlich jeder ungeachtet der Fakten einfach was von seiner Oma erzählen, und so ähnlich kommt es dann auch. Der Autor, nicht ganz untalentiert, führt seine Tante in der Rolle der guten Deutschen ins Feld. Die gute Dame war ängstlich, versuchte, nichts falsch zu machen, und ihre Erkenntnisse passten in einen Satz. Die Tante, die hier für die Deutschen steht, war also herzensgut und dumm. Reinecke, Fuchs der er ist, ist dagegen schlau. Zwar bewundert er seine Tante für ihre “geradlinige Erkenntnis”, lehnt diese aber gleichweg ab. Schließlich meinte seine Tante, sie hätte kein Recht, über Israel zu urteilen. Reinecke dagegen will nicht nur das Recht haben, er sieht sich sogar in der Pflicht. Nur warum?

Er ist ein Deutschnationaler. Er benutzt dieselben Wörter und dieselbe Argumentation, die man so schon hunderte Male von denen gehört hat, die ihr Deutschsein nicht mehr mit den Verbrechen der Deutschen beschmutzt sehen wollen. “65 Jahre nach Kriegsende” sind es jetzt schließlich, und Stefan Reinecke ist nicht nur Deutscher, er ist gleich “Deutscher 2010″. Und überhaupt, die Deutschen, sie sind “in einem Schuld-Sühne-Komplex” gefangen, noch. Dass die NS-Vergangenheit historisiert wird und ferner rückt, ist “keine Gefahr, [...] sondern eine Chance”. Er beklagt eine gefühlte “Freundespflicht gegenüber Israel”.

Nicht Martin Walser, nicht die Junge Freiheit, keine Burschenschaft und kein Gast bei Opas Fünfundneunzigstem redet so, sondern ein Redakteur der sich links verstehenden taz. Wie kann das sein, wie kommt dieses originär rechte Gerede in eine linke Zeitung, was will der Redakteur?

Wenn die deutsche Geschichte so entsorgt wird, dann geht es im nächsten Schritt stets gegen die Juden. Der Parlamentskorrespondent der taz ist ein Antisemit, der sich erst selbst einen Berechtigungsschein ausstellen muss, bevor er loslegen kann. Er meint, er könne “gelassen und nüchtern” gegen Israel sein, womit er sich von denen absetzen will, die nicht gelassen sind, sondern ganz unlinks und untazig verkrampft. Mit einer ist-doch-alles-selbstverständlich-Haltung wirft er die altbekannten Lügen noch einmal neu auf: Apartheid, Araber als Bürger zweiter Klasse, blabla. “Man kann das nicht ignorieren, auch nicht aus vermeintlich guten Gründen” schwallt er daher und unterstellt denen, die an Israel nichts auszusetzen haben, sie würden die bösen Taten der Juden ignorieren. Das will er abstellen, stattdessen sollen die Deutschen endlich erwachen.

Vom Nahen Osten kann und will der Kommentator keine Ahnung haben, weil das nicht sein Thema ist – sein Thema ist seine Tante, ihr Judenknacks und Deutschlands Heilung davon. Also phantasiert er, Netanjahu und sein Außenminister Lieberman würde man ohne Scheu “rassistische Demagogen” nennen, wenn sie denn in Moldau oder Österreich regieren würden und nicht in Israel. Abgesehen davon, dass er sie damit gerade selbst so genannt hat, hat er natürlich recht: Die beiden sind jüdische Politiker, natürlich würden der “Kreuzberger Kinder-Stürmer” (Broder) und seine Kameraden sie als Demagogen beschimpfen, schließlich ist das ein bekanntes antisemitisches Ressentiment.
Dass Österreich und Moldawien nicht von Feinden umgeben sind, die immer wieder Krieg gegen sie angefangen haben und das auch für die Zukunft ankündigen – geschenkt. Schließlich kann man davon ausgehen, dass Lieberman und Netanjahu sowieso einfach jemand anders unterdrücken würden, wenn mal keine Araber da wären. Die autochthonen Österreicher unter der Fuchtel der rassistischen jüdischen Politiker, und “keiner hätte Scheu” das auch mal auszusprechen – so sehen deutschnationale feuchte Träume aus.

Eine “streng zionistisch erzogene Freundin” lässt der vermutlich streng deutsch erzogene Reinecke raunen, das Land verwandle sich in eine Diktatur. Das findet er selbst nicht haltlos und unsinnig, sondern “übertrieben” und redet dann, ganz nüchtern und gelassen, über “furchterregende Kampagnen gegen NGOs”. Gut zu wissen, was ein taz-Redakteur, der über Selbstmordattentate und Vernichtungsdrohungen kein Wort verliert, dann tatsächlich furchterregend findet: Gesetzesinitiativen, die von NGOs verlangen, ihre Finanzen transparenter zu gestalten.

Etwas bizarr wird das Geseier, wenn er “die Libertären, Weltoffenen” lobt, die Israel verlassen, weil der Judenstaat so furchtbar geworden ist. Die gehen natürlich, wohin denn sonst, nach Berlin. Und erfreuen sich an der libertären BRD, wo es kaum Steuer und noch weniger Staat gibt. Genau.

Das Beste kommt zum Schluss: Genüsslich Nüchtern und gelassen prophezeit der Autor den Untergang des jüdischen Staates. “Auszehrung und Ermüdung” werden die Juden heimsuchen, wenn sie ihr nationales Projekt nicht aufgeben und ihren Küstenstreifen zum nächsten Araberstaat umfunktionieren lassen, damit der taz-Fuchs zufrieden ist. Für ihn ist Israel keineswegs die sichere Heimstatt der Juden, kein Zufluchtsort für Millionen aus aller Welt, schon gar kein wirtschaftliches, kulturelles und religiöses Zentrum – für ihn ist Israel ein “Flugzeugträger der USA”, die wiederum sind ohnehin “im Abstieg” und so soll es bald auch mit Israel zuende sein.

Zuletzt hat Reinecke noch einen Wunsch an seine Landsleute und Volksgenossen.

In Israel deutet viel darauf hin, dass die systematische Unterdrückung auf die Dauer die eigene, offene Gesellschaft zerstört. Die Generation meiner Tante konnte das nicht sagen. Wir sollten es, ohne Hochmut und mit viel Selbstdistanz. Das können wir von uns verlangen.

Ein großes Opfer, dass das deutsche Volk von sich selbst verlangen kann, in der Tat: Israelkritik als letzte heroische Tat in einer postheroischen Gesellschaft.

Schon im Titel steckte die Feinderklärung ganz verschmitzt: “Feigheit vor dem Freund”. Und am Ende ist klar, was die taz nun fordert: Die Deutschen sollen den Juden gegenüber nicht mehr so feige sein. In Verbindung mit der Drohung, dass ihr Staat untergehen wird, wenn sie sich nicht endlich bessern, weckt diese Forderung genau die Erinnerungen, deren Ende Reinecke eingangs so vehement gefordert hat.

Kein Zufall.

Warum man eigentlich Partei für Israel ergreifen sollte, fragen sich manche. Dabei muss man gar nicht Partei für Israel ergreifen, man muss sich nur der Wahrheit verpflichtet fühlen.

Ich befinde mich in einem ständigen Staunen darüber, wie unglaublich die Lügen sind, die Antisemiten sich erst ausdenken, dann selbst glauben und schließlich auch noch publizieren. Fassungslos stieß ich heute auf diesen Eintrag bei CiFwatch, die sich mit dem Diskussionsbereich der Website des “Guardian” beschäftigen, wo sich linksliberale Antisemiten und ihre Freunde treffen.
Auf der Website der Zeitung war ein Foto erschienen, auf dem zu sehen ist, wie ein israelischer Soldat an einer Infusion für einen am Boden liegenden Mann arbeitet. Die Bildunterschrift jedoch behauptete das genaue Gegenteil: Der Mann am Boden würde total ignoriert.

Diese Leute schreiben unter ein Foto das Gegenteil von dem, was tatsächlich darauf zu sehen ist. Derlei antisemitische Lügen sind offenkundig. Man muss nicht politisch sein, um die Lüge und ihre Motivation zu erkennen.
“Jeder Evidenz ins Gesicht zu lügen,(…) das ist die Wahrheit der Antisemiten” formulierte die Bahamas ganz richtig und traf damit einen faszinierenden Punkt. Während man viel über die antisemitische Ideologie, ihre Rolle und ihre Geschichte lesen kann, wird eine wichtige Tatsache als selbstverständlich betrachtet und dabei beinah vergessen: Das, was Antisemiten gegen die Juden und ihren Staat sagen, ist unwahr. Es ist nicht etwa eine falsche Auslegung gewisser Tatsachen, es ist schlicht und ergreifend unwahr.

Natürlich ist das eine Binse, schließlich wäre der Antisemitismus berechtigt, wenn die Schauermärchen über Juden auch nur 1% Wahrheitsgehalt hätten. Aber die Auseinandersetzung mit den Feinden Israels muss da, wo sie nicht ohnehin mit Waffengewalt ausgetragen wird, eine um die Wahrheit sein. Das effektivste Argument gegen Antisemiten ist nicht, dass ihre Äußerungen antisemitisch sind – das bestreiten sie ohnehin mit großer Lässigkeit – sondern, dass sie unwahr ist.

Eigentlich ist das hier die Stelle, an der ein launiger und wie immer optimistischer Saisonausblick steht. Aber eben begab es sich, dass ich, nachdem ich die Überschrift schon ersPONnen hatte, auf eine sehr sehr traurige Nachricht gestoßen bin. Hugo Almeida möchte Werder verlassen und redet auch drüber. Im Worum übersetzt man ihn so:

… habe keine konkreten Angebote
… möchte noch einige Jahre im Ausland spielen, bevor ich zurück nach Portugal wechsle
… Ich behalte den Wunsch, in einer anderen Liga zu spielen, nicht für mich. Ich habe bereits mit den Verantwortlichen von Bremen darüber gesprochen.
… Also Abschied wahrscheinlich? Ich fühle mich gut hier, ich bin glücklich, aber ich muss in Ruhe warten, was da kommt und dann entscheiden was für mich und den Verein am Besten ist.
… Aber ich kann sagen, dass es am Wahrscheinlichsten ist, nicht mehr in der Bundesliga diese Saison aufzulaufen? Ja, lass uns sagen, dass das am Wahrscheinlichsten ist. Ich sehe da Gesprächsbereitschaft von Bremen (mich ziehen zu lassen). Zeit ist gekommen, aber bin ruhig. Wenn ich am Ende noch ein Jahr bei diesem Club bleiben müsste, würde ich mich wie immer reinhauen
… ich möchte gerne nach England oder Spanien, am Besten wäre für mich aktuell Spanien, in die Liga will ich wechseln.

Was für ein infamer Verrat! Dabei haben wir alle ihn geliebt. Das ist jetzt natürlich vorbei, ich will das Schwein nicht mehr sehen! Als ob es so wichtig wäre für einen jungen und talentierten Fußballer, auch zu spielen und als ob es auf Werder Bremens Bank nicht immer schön gewesen wäre! Als ob ein Kerl wie Hugo gut nach England passen würde! Aber gut, das muss er alles selber wissen. Bisher bietet leider nur Lazio Rom. “Rom oder Bremen, Hauptsache England” wird Hugo sagen und dem Wechsel hoffentlich zustimmen.

Wechsel! Dieses schäbige Spiel. Mein armes Herz wird ein weiteres Mal gebrochen werden, wenn Diego demnächst nach Wolfsburg wechselt. Wenn ich ihn nicht mehr haben kann, soll ihn auch kein anderer haben! Aber so läuft das im Fußball nicht. VW wird sich den kleinen Sympathieträger einiges kosten lassen, nachdem sie Ballack nicht bekommen haben. Irgendeinen Grund braucht man ja, um beim Wolfsburgspiel in der Sportschau nicht doch eben Bier holen zu gehen anstatt VW-Logos anzugucken.

“Ich hab Vertrag”, das bringt das ganze große Elend auf den Punkt. Mesut Özil gibt seit seinem Urlaub nur noch zu Protokoll, dass er hier sei, weil er einen Vertrag hat, den er respektiert. Lies: Er ist nur noch deshalb hier, sonst wäre er woanders, aber es geht halt nicht. Er hat Vertrag. Er würde das nicht sagen, wenn ein Wechsel in den nächsten Tagen nicht mehr möglich wäre. Dann würde er nämlich sagen: Ich habe noch große Ziele mit Werder Bremen und freue mich auf die neue Saison. Tut er aber nicht. Derweil wird ein Wechsel immer unwahrscheinlicher. Für Werder wäre beides zu verkraften, also ein Wechsel oder ein Bleiben. Allerdings sollte Özil dann bis zum ersten Heimspiel irgendwas nettes über Werder sagen, sonst werde ich nämlich grantig. Und eine ziemlich gute Saison sollte er spielen, sonst wird er nämlich ausgepfiffen. Der gemeine Fan versteht auch nicht, dass Özil 85 Minuten rumstehen kann, bis er dann die beiden entscheidenden und brillanten Pässe spielt. Der gemeine Fan pfeift dann nach der 50., mit Özils aktueller Vertragssituation eher nach der 15. Minute.

Auf der Habenseite können wir vielleicht demnächst einen neuen Brasilianer verbuchen, jedenfalls wenn es nach Per Mertesacker geht. Der hat in der BILD bereits verkündet, dass Allofs Wesley erstens für nötig hält und zweitens auch sagt, dass der Wechsel tatsächlich passieren wird. (“Er sagt, dass Wesley kommen wird und wir diesen Spieler brauchen.”) Da jubelt natürlich das Managerherz, wenn der Gegenseite in den Verhandlungen klar gemacht wird, dass man den Spieler wirklich dringend braucht und den Wechsel auf jeden Fall machen wird. Vielleicht muss Mertesacker ja jetzt die Million, die Santos nach dem Interview mehr verlangen sollte, selbst zahlen. Merte, der Experte. Auch kluge Fußballspieler sind eben sehr dumm. Vielleicht ist aber Mertesacker auch nur sauer, weil er bei Werder Bremen bleiben muss. Anscheinend ist das schließlich ein sehr hartes Los.

Vielleicht hat die BILD die Informationen aber auch aus ihm rausgepresst und damit gedroht, sonst eine ähnliche Kampagne gegen ihn zu fahren wie gegen Marko Arnautovic. Der muss sich inzwischen täglich beschimpfen lassen, unter anderem von Mario Basler. Der warf ihm ganz sinnbefreit schonmal “null Pflichtspiele, null Tore” vor, was zu diesem Zeitpunkt wirklich triftig ist. Dabei bin ich davon überzeugt, dass der Mann ein Zuckerstück ist, eine Granate, ein Supermann. Ihr werdet es erleben.

Aber was wird denn nun mit der Saison?

Das weiß doch jetzt noch keiner! Außer mir. Werder wird unter den ersten Fünf landen. Bisher gibt es keine Abgänge, dafür aber einen vielversprechenden Neuzugang. Die jungen Spieler sind wieder ein bisschen besser geworden, allen voran Aaron Aaron Hunt. Marko Marin wird eine gute Saison spielen, er ist ehrgeizig. Pizarro und Frings werden älter, aber eine gute Saison haben beide noch in den Knochen. Borowski wird schwerlich eine noch schlechtere Saison hinlegen können als die letzte, und sein Potenzial ist bekanntermaßen in der Kategorie “Interesse von Bayern”. Vermutlich deshalb (und wegen Wesley) durfte Niemeyer nun auch endlich gehen. In der Abwehr fehlt Naldo, das könnte ein richtiges Problem werden, wird es aber nicht. Alles wird gut mit Naldo. Noch im August steigt er wieder ins Mannschaftstraining ein und dann wird alles immer besser.
Auf den Außenpositionen sind wir mit Fritz sehr gut, mit Boenisch hoffnungsvoll und mit Pasanen gut besetzt. Wer da ständig rummeckert soll sich mal bei den anderen Bundesligavereinen umgucken. Und für Boenisch gilt auch, dass die nächste Saison auf jeden Fall besser wird als die letzte. Und in der sind wir bekanntlich Dritter geworden.

Die Konkurrenz schläft auch nicht, in Wolfsburg und Schalke wird wieder mit den Millionen geworfen. Wenn ich in Gelsenkirchen wohnen würde, würde ich übrigens mal nachfragen, warum die Stadt den Verein mit 20 Millionen rettet, damit der dann ein paar Monate später 30 Millionen in neue Fußballspieler investiert. Das Fußballgeschäft ist ein ungerechtes, aber wir sind trotzdem besser als alle anderen. Hamburg hat eine schlechte Mannschaft und kann unter der Woche auch noch ausschlafen. Warten wir mal ab, ob die dieses Jahr wirklich wieder gegen uns antreten wollen. Ich teile da diese Prognose.

Leider hängt bei uns doch viel davon ab, ob Özil bleibt und wenn ja, in welcher Verfassung er das tut. Wenn er bleibt, spielt er um einen neuen, großen Vertrag. Das wäre ganz gut, auch wenn ich dann in den nächsten zwei Monaten erstmal wenig von ihm erwarte. Kommt es so, spielen wir ganz oben mit um die CL-Plätze. Wichtig ist auch, dass wir die CL-Quali gegen Genua schaffen, damit wir nicht wieder tausend Spiele in der Europa League machen müssen, die dann die Kraft für die Bundesliga rauben. Geht Özil und kommen wir in der EL weit, wird es in der Bundesliga zum Kampf um Platz 5, vielleicht Platz 4. Viel tiefer wird es nicht gehen, weil wir eine eingespielte Mannschaft mit guten und ehrgeizigen Spielern haben, vom Trainer gar nicht zu reden. Meister wird sowieso Bayern, Quell ewiger Langeweile.

Gespannt bin ich auf Wolfsburg, wo Hoeneß hilflos Geld verprasst. Der Trainer spricht kein Deutsch, Dzeko hat keinen Bock und wie Diego in ein rasantes 4-3-3 passen soll, wie McClaren es in Enschede spielen ließ, weiß keiner. Wenn die Einkaufspolitik des Managers dem Trainer die Taktik diktiert, geht das meistens schief. Wenn Leute wie Diego und Dzeko in einer Mannschaft spielen, geht das meistens gut. Wir werden sehen.

Dortmund wird Sechster und dann wundern sich da alle, weil sie schon wieder im Größenwahn delirieren. Aber bald ist ja der CL-Sieg von vor 13 Jahren abbezahlt.

Genua. Seit der Auslosung habe ich schreckliche Angst vor Sampdoria Genua. Das ist ziemlich irrational, weil ich nichts über sie weiß, außer dass sie Vierter in Italien waren und Cassano irgendwie ein berühmter Stürmer ist. Dazu habe ich Angst vor Merte-Prödl, die bis Dienstag vielleicht noch keine gute Abwehr bilden können. Und wie bitter wäre das nach dem Endspurt in der vergangenen Saison, jetzt zu scheitern. Die anderen Male waren es Basel und Zagreb, Genua ist mindestens eine Nummer größer. Andererseits ist der italienische Fußball auch nicht mehr das, was er mal war (nämlich: gut). So langsam weicht meine Angst einer vorsichtigen Zuversicht.

Für die Zukunft des Vereins wäre die Qualifikation unglaublich wichtig, denn wenn sie verpasst wird und wir dieses Jahr nicht die direkte Qualifikation für das nächste Jahr schaffen, dann sind die fetten Jahre hier erstmal vorbei. Wie die fetten Jahre aussahen und wie teuer der Kader geworden ist, lässt ein Blick auf die Bilanzen deutlich werden. Wiederum im Worum hat jemand das aufgelistet. Damit diese Entwicklung jetzt nicht abrupt zurück gedreht wird, muss Werder in die Champions League kommen.

Im Sommerloch starren die Medien in die große Leere, und die Leere starrt zurück in die Medien. Nicht so bei verbrochenes.net. Hier die drei großen Sommertipps für Spiel, Spaß und Stress.

1. Die ganz abgefuckte Tour: Pfandbons bei Kaiser’s liegenlassen.

2. Im Bekanntenkreis fragen, wer denn eigentlich der bekannteste deutsche Kanzler war. Im Regelfall lautet die Antwort ‘Helmut Kohl’ und ist falsch. Anschließend kann den Befragten Geschichtsvergessenheit und den Deutschen allgemein ein verlogener Umgang mit der eigenen Vergangenheit vorgeworfen werden. Auf den sehr richtigen Einwand, Hitler habe die Demokratie schließlich umgehend abgeschafft und damit auch der demokratischen Institution Kanzlerschaft faktisch ein Ende gesetzt, weshalb er völlig zu Recht heute nicht als Kanzler bekannt ist, sollte man mit höhnischem Gelächter reagieren und das Thema wechseln.

3. Als neues Thema bietet sich dann die Planung eines Mordes an. Spielt das ruhig mal durch. Zunächst braucht Ihr ein Opfer. Emotional ist es am einfachsten, wenn es sich um jemanden aus dem entfernteren Bekanntenkreis handelt, der oder die Ihr nicht besonders mögt. Desto entfernter die Bekanntschaft ist, umso weniger wahrscheinlich ist es, dass Ihr in den Fokus der Ermittlungen geraten werdet. Falls Ihr tatsächlich ein Mordmotiv gegen die Person hättet, spielt das am Ende auch der Polizei in die Karten.

Ist die Person nun ausgesucht, muss das genaue Vorgehen geplant werden. Ein Giftmord erscheint zunächst sehr attraktiv, schließlich vermeidet man so das unmittelbare Morden und muss im Idealfall gar nicht mehr anwesend sein, wenn es mit der bemitleidenswerten Zielperson zuende geht. Dabei ergeben sich aber weitere Probleme, nämlich die Beschaffung des Gifts und schließlich die Zuführung in den Körper des Feindes. Schön wäre natürlich, wenn das Gift in der Nahrung ohne Geschmack und Geruch untergeht und eine geringe Menge reicht. Ob man derlei Gift aber bekommen oder herstellen kann, das bleibt zu ermitteln. Hat man es erst einmal, kann man die vergiftete Nahrung per Post schicken und hoffen, dass der Empfänger es probiert. Mir schwebt da aus irgendeinem Grund Honig vor.
Aber da tut sich selbst für hartgesottene Mörder und solche, die es werden wollen, ein moralisches Dilemma auf: Was, wenn dritte Personen davon essen oder trinken? Wohl dem, dem das ganz egal ist. Ihm würde ich die Postvariante ans Herz legen, das ist eine schöne saubere Lösung. Wer ohnehin oft nah an seinem Opfer ist, kann es auch direkt vergiften, aber wie gesagt: Nähe zum Opfer ist der direkte Weg in die Ermittlungsakten. Und gerade als Ersttäter unterlaufen einem noch so einige Fehler, an denen man dann scheitern könnte. Fünfzehn Jahre sind eine lange Zeit.

Gift ist gut, aber der Königsweg zum Menschenmord bleibt die Schusswaffe. Da besteht das Problem der Beschaffung freilich auch. Es wird noch vergrößert dadurch, dass man bei der Beschaffung mit anderen Menschen sprechen muss, ein Treffen vereinbaren und so weiter und so fort. Und wo findet man Waffenhändlerinnen, denen man vertrauen kann? Es ist schwierig. Spricht man eine vergebens an, gibt es wieder eine Person mehr, die weiß, dass man selbst eine Waffe kaufen wollte. Vom Wissen bis zur Aussage ist es oft nur ein kleiner Schritt. Der Weg ins Ausland zum Waffenkauf scheint attraktiv, ist aber mit weiteren Risiken behaftet. Trotzdem ist die Beschaffung einer Schusswaffe sicher möglich und auch erstrebenswert.

Hat man nun das Schießgewehr, geht die Suche nach einem geeigneten Tatort los. Hier ist man natürlich vollständig von den Gewohnheiten des Opfers abhängig. Ein verlassener Ort ist am besten. Aber man sollte auch vor dem direkten Weg nicht zurückschrecken. Einfach mal nachts um halb fünf (im Winter) die Wohnungstür eintreten, die Sache erledigen, und dann schnell verschwinden. Es ist nachts, es ist dunkel und man vermummt sich natürlich. So ist das Risiko, erkannt oder gar gefasst zu werden, geringer als man denkt. Bei manchen Wohnorten geht das besser als bei anderen, das muss man dann sehen. Die Flucht könnte erst durch unbesiedeltes Gebiet, vielleicht einen Wald, führen, sodass man erst weit weg vom Tatort überhaupt erst wieder sichtbar wird. Falls ein solches Gebiet sogar als Tatort in Frage kommt – umso besser. Wichtig ist, dass kein irgendwie dokumentierbarer Kontakt zum Opfer aufgenommen wird. Man sollte also darauf verzichten, es irgendwohin zu locken oder anderen eitlen Blödsinn zu veranstalten. Man muss aus dem Nichts in den Alltag des Opfers stürmen und genauso schnell wieder daraus verschwinden.

Nun gut, es ist widerlich, aber wir müssen auch darüber nachdenken: Stichwaffen. Sie sind sehr leicht und unverdächtig zu bekommen und erledigen ihre Aufgabe bei fachgerechter Benutzung in Sekundenschnelle und sehr leise. Im Endeffekt läuft der Rest (Ort, Zeit, Flucht) ähnlich wie bei einer Schusswaffe, ausgenommen das Schießen auf große Entfernung. Wer das beherrscht und das nötige Gewehr dazu besitzt, wird aber bei entsprechender Tat ohnehin bald befragt und eingelocht. Den Mord mit einem Messer aber muss man sich auch zutrauen, hier tritt das größte Problem beim Morden offen zu Tage: Kann ich das überhaupt? Das muss jeder mit sich selbst ausmachen, in den meisten Fällen dürfte die ehrliche Antwort ein klares Nein sein.

Die schönsten Morde sind die mit unkonventionellen Lösungen, zum Beispiel ein manipulierter Fallschirm. Aber auch mit einem geklauten Auto kann man einiges machen, besonders wenn das Opfer Fußgängerin oder Fahrradfahrer ist. Wenn es am Ende nach Fahrerflucht aussieht, gibt es vielleicht gar keine Mordkommission. Wenn die körperlichen Verhältnisse stimmen, ist auch ein Ersticken oder ein Erdrosseln gut machbar. Gewissen Charme hat ein Fenstersturz, keinen Stil hat hingegen das Erschlagen. Wer bei der Planung eines Mordes ein Erschlagen in Erwägung zieht, der sollte gar nicht erst planen, sondern sich direkt im Gefängnis melden. So bleibt auch das Opfer am Leben.

Die Planung eines Mordes ist ein faszinierender Spaß. Für Begriffsstutze und Strafverfolger sei erklärt, dass die Planung etwas anderes ist als die Durchführung. Die Planung macht morbide Freude, die Durchführung ist ein schreckliches Verbrechen.

Aufmacher

Wie ich soeben bemerkte, wird unter dieser Adresse heimlich gebloggt. Dem Betreiber, der uns als Protokonservativer bekannt ist, sei gesagt, dass sein Bild im Header, also in gewisser Weise sein Aufmacher, ein ausgelutschtes langweiliges Ding ist. Ein Haufen Zeitungen? Ich bitte Sie, Hein! Vielleicht doch noch was mit “Blätterwald”? Oder, ganz frech, eine Buchstabensuppe?

Nein, think out of the box! Also “Aufmacher”, naja, wir sind doch alle in der Kreativbranche, also warum nicht einen Flaschenöffner? Glauben Sie mir, das funktioniert, ein Wort aus der Zeitungswelt, ein Bild aus der Kneipenwelt. Text, Bild und Schere. Machen Sie es so oder anders. Und wenn das mit dem Bloggen losgeht, dann passen Sie auf Ihre Inhalte auf. Wir wollen keinen konservativen Scheiß lesen. Das hier ist das Internet, da geht es immer nur nach vorne. Weiter, immer weiter. Fortschritt wird gemacht, und zwar nicht von der CDU.

Jemand muss auch mal mit gutem Beispiel voran gehen. In irgendeiner Sache mit irgendeinem guten Beispiel vorangehen, das ist schon so ein Ziel von mir, aber es bleibt auch alles sehr vage. Der Markt für Vorangeher ist aber, da bin ich sicher, deutlich unterversorgt. Man geniert sich eben, diesen Job zu übernehmen. Das liegt zum einen an der Terminologie, die hier oft vom Führen statt vom Vorangehen spricht. Das will ich ändern, eben mit dem Marketingkniff, einen neuen Begriff einzuführen. Also gut, die Entscheidung ist gefällt, wir wollen vorangehen. Aber mit was? Zunächst einmal vielleicht damit, einen Eintrag auf Verbrochenes.net zu machen. Ich will ein leuchtendes Beispiel sein! Ein leuchtendes Beispiel für all die Joinsens und Hepes, die jHs und phlos und all die ungeborenen Menschen, die Menschen, die hier noch gar nicht posten können.

Zuletzt kam die Fragen auf, was der verehrte Joinsen wohl macht. Ich muss gestehen: ich weiß es nicht. Aber ich kann dies und das vermuten.

1. Joinsen arbeitet als Schiedsrichter bei einer “Fußball-Weltmeisterschaft”, die offenbar in diesen Tagen in Südafrika stattfindet.

2. Joinsen schreibt an seiner Doktorarbeit über den fehlenden Zusammenhang von diesem und jenem.

3. Joinsen ist untergetaucht und trainiert in einer paramilitärischen Gruppe für die Befreiung eines asiatischen Landes von seiner Regierung.

Die kumulierte Wahrscheinlichkeit dieser drei Szenarien liegt bei etwa 45 Prozent.

Hauptsache ist doch, dass es ihm gut geht. Finanziell. Darum habe ich auch darüber nachgedacht, Flattr auszuprobieren. Das ist eine ziemlich gute Idee, die uns aber leider nicht nützen wird. Man überweist eine bestimmte Summe an Flattr, und Flattr überweist es dann anteilig an die Blogger, bei denen man auf den Flattr-Button am Ende eines Eintrags geklickt hat. So kann sich die Blogosphäre gegenseitig Geld zukommen lassen. Bei einigen großen Blogs funktioniert das offensichtlich schon ganz gut mit dreistelligen Euro-Beträgen im Monat. Dementsprechend könnte man damit rechnen, dass sich die Redaktion hier auch immerhin ein Bier im Monat refinanzieren könnte. Allerdings befürchte ich, dass Flattr überwiegend von der sozialdemokratischen Blogosphäre genutzt wird, denen also, die zu jedem Spiegel-Artikel eine Meinung haben und sich vier Jahre lang darüber streiten können, ob sie SPD oder Grüne wählen sollen. Die lesen uns hier nicht und deshalb ist Flattr wohl überflüssig.

Na, das ist jetzt aber Quatsch. Natürlich sind nicht diejenigen, die Flattr nutzen, dafür verantwortlich, dass unsere Leserinnen das nicht tun. Ihr seid schuld. Du und Du. Macht aber nichts. Verbrochenes.net ist durch Erbschaft reich geworden und tut das alles nur für Spaß und Fame. Unsere Zugriffszahlen hängen ohnehin an der Situation im Nahen Osten. Wir profitieren vom Krieg, und natürlich schreiben wir ihn deshalb auch herbei. Es handelt sich hier um interessengeleitete Publizistik, und das hat auch was mit Kapitalismus zu tun. Wundert Euch nicht, wenn Ihr nach einer ruhigeren Phase in der taz lesen könnt, dass es einen Mord in Beirut gegeben hat, in den womöglich Blogger aus Deutschland verwickelt waren, die mehr Besucher für Ihr Blog haben wollten. Natürlich schreiben wir nicht über unsere eigene Tat, wir schreiben dann über die Debatte darüber. So läuft das Geschäft.

Und beruflich? Naja. Eigentlich wollte ich entweder Fanbeauftragter bei Werder oder Bundespräsident werden. Beides hat jetzt nicht geklappt, Stichwort “überqualifiziert”. Nachdem eine neue Fanbeauftragte eingestellt worden war, hatten viele gehofft, dass der bei Werder degradierte Dieter Zeiffer jetzt Bundespräsident werden würde, aber auch er hat es nicht geschafft. Dabei wäre Dieter der “Präsident aller Deutschen” gewesen, den das Amt erfordert. Schade drum.

verbrochenes.net ist das Blog aller Deutschen

Wasser ist das Getränk aller Deutschen

Atmen ist das Hobby aller Deutschen

Die Tagesschau ist die Sendung aller Deutschen

Bäuche sind die Körperteile aller Deutschen

Wow, diese ganz subtile Kritik, die man gar nicht so richtig bemerkt, echt gut versteckt und so, fast wie ein Gedicht oder so. Gleich muss ich kotzen.

Am Samstag habe ich Geburtstag. Komm doch vorbei!

Vorhin rief mich ein Freund an und teilte mir mit, dass die WM völlig in die Binsen gegangen sei. Ich machte mich dann im Internet schlau und sah, dass er die Wahrheit gesagt hatte. Sei es drum. Natürlich liegt es nahe, dieses Ereignis, nun als es nicht den vorhergesagten und gewünschten Verlauf genommen hat, als Ganzes zu kritisieren. Aber wem hilft denn das weiter, und wer soll das glauben, wenn nebenher doch deutlich hörbar Japan – Paraguay läuft.

Fußball ist geschichtsvergessen, wenn nicht gar offen revisionistisch. Es interessiert ihn nicht, was vor siebzig Jahren war. Es interessiert aber auch nicht, ob ein Ball hinter der Linie ist, ob jemand im Abseits steht oder ob es einen harmlosen Schubser gab. Der Sport ist beliebig, wenn die Schiedsrichterentscheidungen beliebig sind. Fußball ist Hättehätte Lichterkette, und das ist das was mich so ärgert. Günther Netzer findet das gut und meint, das sei das Tolle am Spiel, dass man hinterher raten kann, was passiert wäre, wenn die Regeln was wert wären. Anstatt das hinterher zu erraten könnte man es auch einfach während des Spiels sehen, das wäre irgendwie interessanter, aber nicht für Netzer.

Es ist müßig, über die Gründe für Fehlentscheidungen zu spekulieren, von Bestechung bis menschlichem Versagen ist alles drin. Und wer erlebt hat, wie Gastgeber Korea 2002 ins Halbfinale gepfiffen wurde,der darf eigentlich keinen Zweifel mehr daran haben, dass bei derlei Turnieren auch manipuliert wird, wo es nötig ist. Warum und wieso – darüber darf spekuliert werden, Verschwörungstheoretiker nach vorn. Ich tippe bei Uruguay gegen Ghana jedenfalls auf Ghana, obwohl ich Uruguay für stärker halte.

Der Kommentator sagt gerade, im Achtelfinale seien die 16 besten Teams der Welt, das ist natürlich Quatsch. Die Nationalmannschaften zum Beispiel von Bosnien, Kroatien, Russland und sicher einige Südamerikaner sind besser als Truppen wie Neuseeland, Honduras oder Nordkorea. Aber damit es eine Weltmeisterschaft ist und kein Gehege im Völkerzoo leer bleibt, muss auch aus jeder Ecke einer mitmachen. Schlecht ist das nicht, aber man sollte das zumindest wissen, wenn man anderen Leuten beruflich etwas über die WM erzählt. Das Niveau ist nach wie vor unterirdisch, was bei einer WM aber auch selten anders war. Ein Drittel der Mannschaften würde in Deutschland in die zweite Liga gehören, und was man in der Bundesliga sonst so zu sehen kriegt, ist ja auch nicht sonderlich unterhaltsam, habe ich gehört. Auch das kann man vorher wissen. Länder wie England oder Italien spielten dagegen einen Scheiß, über den man sich wundern muss. Andererseits haben die Italiener schon vorher mit ihrem Kader klar gemacht, dass sie von vorgestern sind. England – meine Güte! Alt und müde und ängstlich, in jedem Spiel. Zumindest an ersterem könnte man was ändern, aber ich weiß nicht, ob das wirklich helfen würde. Gemein mit den Franzosen ist den Stars der irre Glaube, sie seien auch ohne Leistung echte Helden beziehungsweise ihre Leistung sei immer groß, auch wenn sie klein war. Unglaublich, der Realitätsverlust bei Franzosen und John Terry, die nach unterirdischen Leistungen sich in der Position wähnten, gegen den Trainer vorgehen zu können.

Das Elfmeterschießen fängt an. Ihr wisst: JAPAN NAZIS MUST DIE. Mal gucken. Ich will, dass Nelson schießt. Nelson ist “ein guter Junge.” Da isser. Ist das spannend. Hach, ein toller Elfmeter! So, nun ist es aus mit Japan. Mehr als Achtelfinale wäre auch frech gewesen.

Nun also die Frage, wer im Viertelfinale nun zu unterstützen ist, da England und die USA ausgeschieden sind. Das ist eine einfache Frage. Hier die Reihenfolge:

1. Argentinien (Hier übernimmt das Primat des Sportlichen.)

2. Ghana (Kevin-Prince! Hoffentlich kann er überhaupt weitermachen.)

3. Holland (Spielt hässlich und gewinnt, die Deutschen hassen sie. Passt.)

4. Brasilien (Wird Weltmeister, joine das winning team!)

5. Spanien (Ist doch echt egal, wer die Deutschen rauswirft, Hautpsache jemand tut es. Spanien kann es zur Not im Halbfinale.)

6. Paraguay

7. Uruguay

8. Deutschland (Toller Fußball!)

Ja, es stimmt: Portugal fliegt nachher raus.

Was fast mehr nervt als der Flaggenwahn draußen, ist die Kriegsberichterstattung in den Medien. Dass es beim Fußball keinen kritischen Journalismus mehr gibt, war klar, aber das Ausmaß des Burgfriedens ist beeindruckend. Kritik an Manuel Neuer findet nicht statt, egal wie tapsig der knuddelige Manu durch seinen Fünfmeterraum irrt und springt. Mertesacker wird, anstatt ihn für seine Leistungen zu kritisieren, an seine früheren Taten erinnert, und Joachim Löw ist längst ein Nationalheld, weil Deutschland im Viertelfinale ist. Jeder Gegner wird vorher in den Boulevardzeitungen beschimpft und in der Qualitätspresse werden seine Schwächen analysiert. Die Einheit von Volk und Mannschaft ist perfekt, was jetzt noch stört sind diejenigen, die nicht mitmachen wollen. Man muss das Pack noch nicht einmal beschimpfen, es reicht wenn man an Deutschlandfans nach einem Sieg nur vorbeigeht, damit die fragen, warum man denn nicht feiere und ob man sich nicht einfach mal freuen dürfe.

Zeit für den Erlöser.

Gruppe G

Bei der WM-Auslosung ist es zu einem kleinen Fehler gekommen. Gruppe G müsste eigentlich Gruppe F sein. Bei uns erscheinen die Gruppen in ihrer richtigen Reihenfolge; um Missverständnisse zu vermeiden bleiben wir aber bei der offiziellen Bezeichnung der Fifa. Hier also Gruppe G vom wunderbaren Hepe.
Bonde

Gruppe G

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Brasilien

1. Wenn es irgendetwas gibt, für das man Brasilien schätzt, dann ist es die Fußballbegabung seiner Einwohner. Weit abgeschlagen folgen weiße Strände, Tropenwälder und der Karneval in Rio, bekannt aus den jährlich wiederkehrenden Tagesschau-Clips, in denen hemmungslose Frauen dem geerdeten Germanen nackt ins Wohnzimmer tanzen und ihm von ausschweifenden Orgien und leicht zu habender Liebe erzählen. Ganz blanco sind die Frauen zwar nicht, und vielfach finden deutsche Männer, man hätte an der Copacabana einen zu dicken Boppes. Trotzdem, die Fantasie wird angeregt, und der ein oder andere wird allein wegen des Karnevals insgeheim ein kleiner Brasilienfan.

Den Rest des Jahres übt man sich aber in Skepsis – zu sehr wird bewusst, dass auch Brasilien nicht mit dem Grad unserer Zivilisiertheit mithalten kann. Was den Südamerikanern nämlich immer noch abgeht: pünktlich zum Trainingsauftakt auf dem Platz stehen! Im Winter ohne Handschuhe spielen! Mal diese ganze Jesus-Kacke nachlassen! Abstiegskampf! Man kennt Ailton, einer zum Lachen und Gernhaben, aber eben mit wenig Gehirn und ziemlich dämlich. Typisch auch, dass er wie alle brasilianischen Fußballer kein Gefühl für Geld hat und seine Milliönchen darauf verwendet, zuhause riesige Sippschaften zu versorgen. In deutschen Kleingartenkolonien wird darüber nur mit dem Kopf geschüttelt. Festzuhalten ist aber, und darum geht es ja, dass man mit aufrichtiger Bewunderung rechnen muss, wenn Brasilien tollen Fußball spielt. Die Deutschen haben die Jungs vom Zuckerhut auf dem Zettel, gönnen ihnen die ein oder andere Niederlage. Etwas in ihnen will, dass Brasilien sich dennoch für die Ausscheidungsphase qualifiziert. Das gehört einfach zu einer anständigen WM. Deshalb: Übermäßiges Bejubeln brasilianischer Tore bringt keine Topwerte auf der Schadenfreude-Skala.

2. Einzelkönner haben sich in Brasiliens WM-Kader rar gemacht. Keine Ronaldos, Ronaldinhos und Rivaldos: Der einzig echte Popstar ist Kaká. Der hat eine maue Saison bei Real hinter sich und gibt formschwach den Hoffnungsträger. Weltklasse ist in der Offensive noch Luis Fabiano (Sevilla). Der Rest, aus dem neben Fabiano vermutlich noch Citys Ex-Millionen-Onkel Robinho herausstechen wird, kann guten Fußball spielen (abgesehen von Julio Baptista und abgesehen auch von Robinho, dem alten Blender), Grafite und Jo-Sue aus der Autostadt werden trotzdem kaum zu WM-Helden aufsteigen. Insgesamt also relativ mäßiges Torpotenzial.

Und doch wird Brasilien Weltmeister! Man konnte sich das irgendwie schon denken, als Naldo nicht nominiert wurde. Hinten stehen Dani Alves, einer Hyäne nicht unähnlich, Maicon (2*4 Meter), Lucio, Cesar (die letzten drei von Inter Mailand) und noch einige mehr. Krasse Verteidung. Besonders Alves: Schießt wie Anderbrügge, kämpft wie Daun, rennt wie Overmars! Er spielt normalerweise rechts hinten (so wie auch Maicon), läuft und flankt und schießt aber quer durch alle Verbände. Maicon hat das nicht nötig, macht bloß “Buh”. Meine Prognose: Wenn das hinten läuft, kriegt die Albicel.. Selecao kein einziges Gegentor.

3. Fazit:
Brasilien als Weltmeister? Die Mehrheit der Deutschen kennt das schon und wäre nicht überrascht geschweige denn empört, wenn es wieder passieren würde. Keine gute Wahl!

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Elfenbeinküste

1. Afrika halt, und damit in Deutschland als Exot geführt. Nicht auszuschließen, dass weite Teile mit der Elfenbeinküste sympathisieren würden, wenn Erfolg in Aussicht steht. Das ist natürlich nur eine rein oberflächliche Zuneigung, reicht aber aus, um die Côte d’Ivoire als potentiellen anti-deutschen Liebling von der Liste zu streichen. Stars wie Drogba & Co. dürften dafür gesorgt haben, dass man die Elfenbeinküste hierzulande als zivilisiertere Gegend von Afrika wahrnimmt. Was das Land selbst betrifft, weiß ich von nichts. Man munkelt, es wird auch heute noch viel Elfenbein abgebaut. Ich persönlich finde das in Ordnung. Bemerkenswert, dass im Land die Benutzung einer anderen als der offiziellen Bezeichnung “Côte d’Ivoire” unter Strafe verboten ist. Auch damit gehe ich d’accord, ist schließlich ein schöner Name.

2. Die Elfenbeinküste gehört gefühlt seit 1876 zu den WM-Geheimfavoriten. Mit Geheimfavoriten verhält sich das so wie mit den ewigen Talenten: Für gewöhnlich scheitern sie kläglich beim Versuch, die an sie gestellten Erwartungen zu erfüllen. Die Elfenbeinküste wird da dieses Jahr keine Ausnahme machen. Zugegeben, unter den afrikanischen Teams haben sie die namhafteste Abwehrreihe, darin inbegriffen Kolo Touré (City) und Emannuel Eboué (Arsenal). Im Mittelfeld sind Yaya Touré (Barca) und Romaric (Sevilla) bekannt, im Sturm Gervinho (Lille), Drogba und Kalou (beide Chelsea). Zumindest Eboué, Yaya Touré und Kalou sind bei ihren Vereinen jedoch meistens – Obacht – Edelreservisten, also nicht allzu überragend. Drogba ist mangels Anspielen wesentlich ungefährlicher als bei Chelsea, sodass es für Nordkorea, nicht aber für Portugal und Brasilien reichen wird.

3. Fazit:
Überschätzt, fliegt in der Vorrunde raus. Daumen drücken bringt nix!

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Nordkorea

1. Nordkorea ist Kim Jong-il, und Kim Jong-il ist eine coole Socke. Er trägt die Sonnenbrille so, wie sie Ultras erst in Jahren tragen. Er sorgt für fette Choreos und ist Ehrenbürger der Provinz Los Lios in Ecuador, was von uns, so meine ich, noch keiner geschafft hat. Dass seine vierte Olle Kim Ok heißt, verstärkt den Eindruck, dass unser Kimmi ein echter Pfundskerl zu sein scheint.

Zugegeben, Nordkorea könnte mal ein bisschen Tino Polster gebrauchen. Ein neuer Anstrich würde gerade den verstaubten Atombomben gut zu Gesicht stehen und Nordkorea dabei behilflich sein, sich des Graue-Maus-Images zu entledigen. Auch hier muss man aber feststellen: Kim sieht das anders, und wenn er das anders sieht, geht der Trend mit ihm. Keine aufgesetzte Marketingkampagne, die Nordkorea mit Papagei III zu einer hippen Marke macht. Stattdessen setzt Kim Jong-il auf Taepodong-2, einem ehrlichen Produkt aus eigenem Hause. Ist ihm mit dieser grundsoliden Einstellung die Sympathie der deutschen Bevölkerung sicher? Ich meine: Ja, denn Nordkorea bietet als Weltaußenseiter ein aufregendes Gegenmodell zum herkömmlichen Westprinzip. Viele werden sich deshalb ins Fäustchen lachen, wenn es in der Vorrunde gelingt, einen oder mehrere fest eingeplante Punkte der Favoriten zu stibitzen.

2. Tja. Ahnt man nicht! Fast alle spielen daheim, bei Spaßtruppen wie der “Sporttruppe 25. April” oder lustigen Terrorzellen wie der “Sportgruppe Amrokgang”. Wikipedia weiß außerdem, dass drei Spieler des aktuellen Kaders im Ausland spielen: einer in Russland, zwei in Japan (einer davon bei Kawasaki Frontale! Zeit, mal wieder eine Ultragruppe zu gründen, diese Namen lassen einem ja das Wasser im Mund zusammen laufen).

Trikots gibt es nicht zu kaufen, weswegen man auf den mitteleuropäischen Straßen auch kein Gefühl dafür bekommt, wer der Star der Mannschaft sein könnte. Mein Gefühl sagt mir: Hong Yong-jo (der Russe) ist ein gefährlicher Flügelspieler, kann aber leicht Abseits gestellt werden. Er neigt dazu, in der Halbzeit ein Nickerchen zu halten, ist deshalb in den ersten fünf Minuten der zweiten Halbzeit leicht zu verteidigen, danach allerdings ein steter Unruheherd. Pak Nam-chol ist die Schwachstelle der löchrigen Abwehr und leistet sich auf der linken Innenverteidigerposition immer wieder leichte Abspielfehler. Ihm zur Seite steht Pak Nam-chol, von dessen fußballerischen Qualitäten wenig bekannt ist, da eine Personensuche bei Google nur Berichte und Bilder von den riskanten Querpässen seines Partners in der Innenverteidigung liefert. Ebenso gespannt darf man auf Pak Chol-jin sein, der die linke Außenbahn beackert und es versteht, technische Defizite durch taktische Stellungsfehler auszumerzen. Pak Chol-jin heißt übersetzt “Hau die Flanke rein”. Seit nunmehr zwölf Jahren lässt Werder Bremen ihn beobachten, nachdem ihn Pierre Littbarski, ein Kenner der Szene, wärmstens empfohlen hatte. Nam Song-chol komplettiert die Viererkette auf der rechten Seite. Er ist ein harter Hund und liebt besonders das Spiel ohne Ball. Insgesamt ist Nordkoreas Abwehr, abgesehen von den schludrigen Eskapaden eines Pak Nam-chol, eine Bank. Schaffen es Mittelfeld und Sturm aus dem großen Unbekannten über die Mittellinie, liegt eine realistische Platzierung im Bereich des Möglichen.

3. Fazit:
Keine Chance, aufgrund des Außenseitermodus viel zu beliebt.

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Portugal

1. Geht pleite und wird entsprechend bald den Zorn der BILD auf sich ziehen, wenn nicht ohnehin schon geschehen. Die südeuropäische Einstellung zu Arbeit ist hier hinlänglich bekannt. Ich würde behaupten, der gemeine Deutsche wähnt den Portugiesen irgendwo zwischen Armut und Strand, sprich in einem eigens verschuldeten Dilemma. Ressentiments sind aufgrund der großen Entfernung ansonsten eher spärlich gesät, was eher an Unwissenheit und Ignoranz denn an Wohlwollen liegt. Stoßen kann man sich höchstens an Christiano Ronaldo, den mehr als 75% der hiesigen Bevölkerung getrost als “Lackaffen” bezeichnen würden. Das macht Portugal zu einem interessanten WM-Teilnehmer. Schließlich geht es um Dinge, die der deutsche Fußballfan so gar nicht abkann. Christiano Ronaldo gehört definitiv dazu.

2. Auch wenn ich das selbst ungern zugebe (siehe oben, 75%), ist _CR9_ Weltklasse. Er ist schnell, robust, hat eine perfekte Technik, einen bemerkenswerten Abschluss und enormen Drang zum gegnerischen Tor. Seine Neigung zum fußballerischen Egoismus teilt er normalerweise mit Nani (ManU), der verletzt ausfällt, und Liedson (Sporting Lissabon). Letzterer ist übrigens Hugos erster Konkurrent im Sturm. Apropros Hugo: Ich glaube nicht, dass er irgendwann einmal Spuren von Bedeutung hinterlassen wird. Vermutlich wird er bei dieser WM zwei Tore als Einwechselspieler schießen, für ihn ein kleiner Erfolg. Bei Portugal noch zu nennen sind Simao (Atletico), für den das Wort “filigran” überhaupt erst erfunden wurde, Deco, Carvalho (beide Chelsea) und Pepe (Real), den ich bei Gelegenheit gerne nochmal ein paar Sachen fragen würde. Sportliches Abschneiden auf den Punkt gebracht: Hält die Abwehr, Viertelfinale, höchstens Halbfinale!

3.Fazit:
Kommt drauf an, wie gerne ihr Ronaldo mögt. Kann man machen.

Die immer weiter steigenden Mieten in den Berliner Innenstadtbezirken führen jetzt zu einem neuen Trend. Nachdem auch die in Amerika üblichen Trailer Parks für Wohnwagen vielen Menschen zu teuer sind, nimmt das städtische Wohnen ganz neue Formen an:

Zynischerweise heißt dieses Modell der neuartigen Wohndecken auch noch “Villa”, der blanke Hohn für die Menschen, die ihre schnucklige Wohnung im Prenzlberg gegen eine solche Decke eintauschen mussten und von einer echten Villa nur träumen können. Mit einem Quadratmeterpreis von knapp 10 Euro bewegt sich die Wohndecke zumal auch preislich im Bereich der aufgewerteten Bezirke, sie ist halt nur viel kleiner.

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