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Woanders ist auch schön.

Eine Firma kann nur erfolgreich sein, wenn sie expandiert. Das ist egal, weil wir leider keine Firma haben. Eine andere Geschichte ist diese: Zwei unserer Autoren fotografieren seit einiger Zeit mehr als dass sie ihre durchaus vorhandenen Gedanken in blogbaren Texten zusammentragen. Da auch das manchmal ganz schön anzusehen ist, muss dafür ein Raum her. Und siehe da, es ist noch Platz im Internet, und den nehmen wir uns. Mit einem Klick auf diesen Link könnt ihr euch dort einmal umschauen, und wenn es euch gefällt, macht am besten gleich ein Lesezeichen oder abonniert den Feed. Wer glaubt, eh schon zu viele Blogs zu lesen, kann sich einfach einbilden, dass es ja kein neues Blog ist, indem er oder sie wie gewohnt zu verbrochenes.net kommt und dann rechts auf das entsprechende Banner klickt.

verbrochenes.net ruft zur Wahl von Wilko Zicht in die Bremer Bürgerschaft auf. Die Gründe dafür sind vielfältig. Einerseits werden wir dafür von den undurchsichtigen, sehr wohlhabenden Kreisen bezahlt, die hinter der Kandidatur von Wilko stehen. Andererseits ist Wilko einer der besten Menschen, die der Redaktion bis heute bekannt geworden sind. So ergibt sich ein Gesamtbild, das nur einen Schluss und eine Handlungsanweisung an alle Bremer zulässt: Wilko Zicht muss mit allen fünf Stimmen gewählt werden.

“Dieser Zicht”, wie er bei Werder zuweilen liebevoll genannt wird, vertritt durchweg vernünftige Positionen. Deretwegen könnte man ihn wählen, muss man aber nicht. Man muss ihn wählen, erstens weil ihm der wunderbare Arbeitsplatz, der die Bürgerschaft sicher ist, von Herzen zu gönnen ist, und zweitens, weil unbedingt ein richtiger Fußballfan in die Volksvertretung gewählt werden muss. Und drittens, weil Wilko der einzige ist, der groß, stark und entschlossen genug ist, um einem möglichen NPD-Vertreter eine kräftige Ohrfeige zu verpassen.

Da man als Wähler ein gewisses Erpressungspotential gegenüber wiederwahlorientierten Abgeordneten hat, können wir schon jetzt Forderungen für die Zukunft aufstellen. Konkret wäre da der Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Hamburg, sowie der Austritt aus der BRD. Die Verstaatlichung des Weserstadions, eine Werder-Steuer, Verbot von HSV-Fanartikeln, all das ließe sich mit einer absoluten Mehrheit für Wilko Zicht vielleicht irgendwann bewerkstelligen. Denn machen wir uns keine Illusionen: Ein Sitz für Wilko mag vorerst reichen, in der Zukunft allerdings sollte dieser Zicht schon in Fraktionsstärke einziehen. Bis dahin sollten wir ihn alle für seine weitsichtige Entscheidung, für die Grünen anzutreten, loben. Die boomende Bürgerpartei ist das perfekte Vehikel für die aktuelle Kampagne.

Um die dahinsiechende Bremer Demokratie zu übernehmen, braucht es nur wenige Wähler, die fünffach das Kreuz an der richtigen Stelle machen. Die ist in diesem Fall auf Liste 3, Platz 28.

ACHTUNG: Wer nicht wählen geht, unterstützt dabei statistisch gesehen die Landung von Außerirdischen, die unsere Gehirne auslöffeln und Florian Silbereisen zum König machen wollen. Es ist deshalb unbedingt nötig, dass Ihr alle zur Wahl geht. Wer fünf Freunde mit ins Wahllokal bringt, bekommt dort Stempel ins neue Bonusheft und darf nächstes Mal einen Abgeordneten für ein Jahr mit nach Hause nehmen. Na, wenn das nichts ist!

Wichtige Fragen:

Ist es wahr, dass Wilko Zicht in seiner Freizeit gerne Katzenbabies aus brennenden Bäumen rettet?

- Ja, das ist wahr, er macht aber keine große Sache draus.

Wird Wilko als Kriegssenator Hamburg den Krieg erklären?

- Nein, denn die Hamburger haben uns längst den Krieg erklärt. Wir werden uns allerdings wehren, wie es unser Recht ist.

Unterstützt Klaus-Dieter Fischer die Kandidatur von Wilko Zicht?

- Nein, das hat ihm seine Frau verboten.

Kann ich auch andere Politiker oder Parteien wählen?

- Nein. Wilko Zicht ist der einzige Politiker.

Sind die Grünen nicht ziemlich uncool?

- Pass mal auf, Du Klapskalli, jetzt auf die Grünen zu schimpfen, nur weil die gerade im Aufwind sind, macht Dich nicht zum kritisch und unabhängig denkenden Supertypen, sondern entlarvt Deine Profilneurose. Kapiert?

Auch im zehnten Jahr nach den Anschlägen vom 11. September bleibt völlig unklar, wer sie ausgeführt hat. Die offizielle Variante kann nicht stimmen, weil sie nicht stimmen kann. 2000 Jahre lang ist kein einziges Hochhaus eingestürzt, nur weil ein Flugzeug hineingeflogen ist. Aber jetzt auf einmal geht das, jedenfalls wollen sie uns das glauben machen. Das Pentagon hingegen ist nicht eingestürzt, obwohl angeblich ein ganz ähnliches Flugzeug hineingeflogen ist. Die offiziellen Erklärungen sind so abenteuerlich, dass man ihnen unmöglich glauben kann. Wer steckte also hinter den Anschlägen?

Die US-Regierung? Sie sollen alles fingiert haben, damit sie in den Irak und in Afghanistan einmarschieren können. Herzlichen Glückwunsch, möchte man da rufen, das wäre ja wirklich der dümmste Plan, von dem ich je gehört habe. Genau so gut könnte man eine Bank überfallen, um sich von dem Geld einen Tank voll Gülle zu kaufen und darin zu baden. Dafür waren Dick Cheney, immerhin der “Fürst der Finsternis”, und seine sinistre Runde dann doch zu clever.

Die Juden? Unmöglich. Ein Volk, das einen Großteil seiner internen Konflikte durch Hupen löst und für eine einfache Straßenbahntrasse mehr als fünf Jahre braucht, kann kaum hinter dem größten Terroranschlag der Weltgeschichte stecken. Mit Flugzeugen auch noch. Und ist Israel hinterher im Irak einmarschiert? Eben.

Außerirdische kommen nicht in Frage. Alle bisher gelandeten Exemplare sitzen in amerikanischen Militär-Einrichtungen ein. FACT!

Die gängigen Erklärungen sind also allesamt unglaubwürdig. Um die wirklichen Drahtzieher zu finden, muss man sich überlegen, wer tatsächlich von den Anschlägen profitiert hat. CUI BONO?

Wer hat finanziell von den Anschlägen profitiert? Wer hat Ansehen und Bedeutung gewonnen? Wer konnte ganze Karrieren auf die mörderischen Anschläge bauen? Wer hat die Anschläge oft zum eigenen Lebensinhalt gemacht und bezieht sein Selbstwertgefühl aus der Beschäftigung mit ihnen? Kurz: Wer sind die größten Profiteure des 11. September und damit die Top-Verdächtigen für seine Planung?

Die Truther-Bewegung. Filme wie “Loose Change” und “Zeitgeist”, zahllose Bücher und Zeitungsartikel haben den ein oder anderen Millionär gemacht und für Verlage viel Geld eingespielt. Viel wichtiger als das Geld könnte aber die Aufmerksamkeit sein, die ungezählte Internet-Nerds, Versager und orientierungslose Halbgebildete durch ihre Theorien zu den Anschlägen erhalten haben. Schwer vorstellbar, dass diejenigen, die behaupten, die wahren Hintergründe der Geschehnisse zu kennen, tatsächlich keine Ahnung haben. In Wirklichkeit wissen sie sehr wohl, wer dahintersteckt: sie selbst.

EVIDENCE:

Nahezu jeder Truther verfügt über einen Computer. Einen Computer, auf dem man durchaus einen Flugsimulator installieren könnte, um sich auf eine Terror-Tat vorzubereiten. Das ist noch kein Beweis, aber ein deutliches Indiz.

Viele Truther hielten sich am Morgen des 11. September in den USA auf. Andere in Europa, auch zum Beispiel in Hamburg, wo selbst nach offizieller Lesart die Attentäter sich lange Zeit aufgehalten haben sollen. Zufall? Wohl kaum.

Kaum eine Bewegung der letzten 20 Jahre hasst die USA so sehr, wie es die Truther tun, obwohl die Konkurrenz in dieser Beziehung nicht von Pappe ist. Neben den finanziellen und sozialen Vorteilen, die die Truther zu erwarten hatten, hatten sie also auch ein handfestes ideologisches Motiv.

Oft wird von Anhängern der offiziellen Theorie angeführt, dass es sich um eine gigantische Verschwörung handeln müsste, weil extrem viele Leute eingeweiht gewesen sein und anschließend geschwiegen haben müssten. Wer aber hat genug Leute, die eine im Wortsinne “verschworene” Gemeinschaft bilden? Genug Leute, um wie in Shanksville oder am Pentagon ein ganzes Flugzeug wegzuräumen, bevor die Behörden da sind? Genug Leute, um mit Nagelfeilen die tragenden Elemente des World Trade Centers anzusägen? Nur die Truther.

Und wer hat dank Internet und dem Niedergang der staatlichen Schulen die Möglichkeiten, um die Welt 10 Jahre lang von der Wahrheit abzulenken und mit den abstrusesten Theorien zu beschäftigen? Wer hat die Medienmacht, um das ganz subtil und klandestin durchzuziehen?

Wem es jetzt noch nicht wie Schuppen von den Augen fällt, dem kann ich auch nicht helfen. Ich fordere eine offizielle Untersuchung, die die Alibis der führenden 9/11-Verschwörungstheoretiker überprüft. Ich kenne jedenfalls niemanden, der beweisen kann, dass Bröckers, Wisnewski und Alex Jones nicht knietief mit drin stecken.

Übrigens, dieses Bild ist eine Fälschung. Das Flugzeug ist nur reinmontiert.

Wahrscheinlich, weil sie an einer bestimmten Zeitabfolge festhält – erst der Terrorakt, dann die Reaktion des Staates, schließlich die Berichterstattung der Medien. Demgegenüber definiere ich Terrorismus nicht nur als die terroristische Tat selbst. Neben den (Selbst-)Stilisierungen der Akteure wird das Phänomen durch strafrechtliche, politische und mediale Diskurse konstituiert. Dieses Verständnis von Terrorismus geht davon aus, dass das, was als Reaktion, als Maßnahme auf vorangegangene Terrorakte erscheint, maßgeblich daran beteiligt ist, den Terrorismus hervorzubringen.

Gerade den letzten Satz kann man ruhig öfter lesen, er wird mit der Zeit noch besser. Fragt sich nur, wer oder was bloß die “vorangegangenen Terrorakte” hervorgebracht hat – das Huhn oder das Ei?

Quelle

Es geht hier um Salat. Und um richtiges Essen. Und um Leute, die diese blöden Nurfleischistrichtigesessen-Witze leid sind. Mich zum Beispiel. Und es geht um Freunde. Man findet keine Freunde mit Salat. Man findet Freunde mit Blattgold, dem wundervollen Produkt, das ich hier gerade bewerbe. Ihr müsst es kaufen. Damit Ihr Freunde findet, Freunde und Freundinnen. Blattgold macht Menschen glücklich. Alle? Nein. Nur Folgende: Mütter, Väter, Kinder, Sportler, Angestellte, Astronauten, Doktoranden, Werber, Berliner, Spargelstecher, Vegetarier, Metzger, Jäger, Sammler, Feministen, Inder, Kinder, Blogger, Schuhverkäufer, Kommunisten, Malermeister, Stewardessen, Vera am Mittag, Islamisten, Staatsanwälte, Verteidigungsminister, Antiimperialisten, Sozialdemokraten, Sänger, Fernsehmoderatoren, Publizisten, Hippies, Yuppies, Pausenbrotschmierer und gelegentliche Passanten. Was mit dem Rest der Menschheit los ist, weiß ich nicht. Sie kaufen Blattgold nicht weil es sie glücklich macht, sondern weil es sie schön macht. Das ist legitim, finde ich.

Blattgold macht glücklich und schön, aber nicht reich. Bis jetzt. Das muss sich ändern. Wenn einer reich wird, müssen andere ihn bezahlt haben. In diesem Fall kommt Euch die etwas unangenehmere Rolle in dieser Transaktion zu. Das macht aber nichts, denn Ihr bekommt etwas dafür. Blattgold. War klar. Blattgold wird verkauft vom Haus der feinen Kost und ist das beste Salatdressing, das man bekommen kann, ohne bei Adam zum Abendessen eingeladen zu sein. Adam stellt jede Flasche Blattgold selbst her und behauptet, das Ergebnis schmecke nicht nur mit Salat, sondern mit Fleisch, Brot, Nudeln und diesem anderen da. Komm nicht drauf. Jedenfalls ist es lecker und wer für sich selbst kein Geld ausgeben will findet in Blattgold ein schönes Geschenk. Auf Wunsch auch ein sehr schönes und sehr teures Geschenk: Blattgold gibt es auch mit – Blattgold. Echtem jetzt. Das sieht geil aus. Echt. Und wenn Ihr wie ich gerade den Link zum Haus der feinen Kost weiterreichen könntet, wäre das eine gute Sache. Gibts natürlich auch bei Facebook.

Das Bemerkenswerteste am Skandal um Guttenbergs Doktorarbeit ist die öffentliche Debatte darum und wie seine freche Verteidigungsstrategie tatsächlich funktioniert hat. Es ist von Anfang an klar gewesen, dass absichtlich betrogen wurde, die Sachlage ist völlig eindeutig und für jeden öffentlich nachvollziehbar. Diesen Umstand haben Guttenberg und seine Verteidiger aber erstaunlicherweise verschleiern können. Die Sprachregelung von “fehlenden Fußnoten” verfängt und Angela Merkel hat die Chutzpe, zu verkünden, sie habe Guttenberg ja nicht als wissenschaftlichen Mitarbeiter angestellt, sondern als Verteidigungsminister. So wird allenthalben suggeriert, dass er bei seiner Doktorarbeit ein paar Fehler gemacht habe. Die Wahrheit ist, dass er betrogen hat. Die Wahrheit, in diesem Fall so eindeutig und offensichtlich wie selten, ist der Bevölkerung weder vermittelt worden, noch wollte sie sie hören.

Beeindruckend ist dabei, wie dreist gelogen wird und wie verkommen die Regierung und die Politik ist, dass sie den Betrug explizit oder implizit leugnet, obwohl er längst bewiesen ist. Dabei ist es in der Politik üblich, zu lügen. Es ist aber nicht üblich, über eine Wahrheit zu lügen, die längst bekannt ist, und damit dann durchzukommen. Dazu müssen die Unionspolitiker jetzt so tun, als ob sie tatsächlich genervt wären von der Debatte, die sich doch angeblich nur um Fußnoten und Fehler in einer Doktorarbeit dreht. Dieter Wedel sah bei Anne Will gar einen Pogrom gegen Guttenberg aufziehen und auch das ließ man ihm durchgehen. Jetzt wartet man darauf, dass die Uni Bayreuth erklärt, was längst alle wissen, und danach, warum Guttenberg trotzdem Doktor bleiben darf.

Ob er schließlich zurücktreten muss, darf gespannt erwartet werden. Angela Merkel musste ihn stützen, sonst hätte man ihr das politische Ende des bayrischen Messias vorgeworfen, der selbst jetzt noch Zustimmungswerte von über 70% hat. Da wartet Frau Merkel lieber einfach ab, langfristig ist Guttenberg sowieso erledigt. Die FAZ hat ihn längst fallengelassen, zu schmuddelig ist die ganze peinliche Affäre. Jetzt gerade hat Guttenberg erklärt, er wolle seinen Doktortitel dauerhaft nicht mehr führen, nachdem er zuletzt noch betont und wiederholt hatte, dass er ihn nur vorläufig ruhen lassen wolle. Dabei kann er einen Doktortitel gar nicht einfach ruhen lassen, er hat diesen Titel, bis die Universität ihn widerruft – wenn sie das denn tut, wovon jetzt um so mehr auszugehen ist. Seinen Betrug bezeichnet er jetzt als “Blödsinn”, den er geschrieben habe, und auch das ist wieder so verkommen, so dreist, dass kaum zu glauben ist, dass er damit durchkommen könnte.

Derweil wirft die Zuneigung zum Taugenichts Guttenberg ein grelles Schlaglicht auf die deutschen Befindlichkeiten. Der reich geborene Guttenberg war nie außerhalb der Politik beschäftigt, seine akademische Karriere endete mit einem massiven Betrug und seine politische Laufbahn ist frei von bemerkenswerten Taten. Trotzdem wird er gerade von den Kleinbürgern geliebt, die Hartz4-Empfänger für Schmarotzer halten und “Sozialbetrüger” am liebsten ins Gefängnis stecken würden. Gerade der Politiker, in dem sie große alte Werte erkannt haben wollen, erweist sich als dummdreister Betrüger mit Feudalherrenattitüde. Trotzdem und gerade deswegen lieben sie ihn weiter. Deshalb hält sich die Opposition weiter zurück, anstatt die wütenden Attacken zu reiten, die gerechtfertigt wären.

verbrochenes.net, das Fachmagazin für Initiationsriten und Segelschiffe, nimmt zur Lage der Welt wie folgt Stellung:


Der kleine Samstag
schafft es, das Weserstadion noch kleiner zu machen als es jetzt ohnehin schon ist. So kann man es in der Tasche mitnehmen und muss auch die Zumutungen der aktuellen Mannschaft nicht mehr hinnehmen. Der Große Samstag folgt morgen, wenn Werder gegen den wiederauferstandenen FC Hollywood spielt. Die Konstellation verspricht Spannung, mindestens bis zum 0:1.

Einen noch größeren Samstag plant die ägyptische Spaßgesellschaft, die gerade Medienjunkies und Polit-Experten in aller Welt Freude bereitet. Keiner ist dagegen, schließlich weiß man noch nicht so recht, was die eigentlich wollen, und Mubarak mag niemand. Ob der bald abtreten muss, ob dann sein Sohn, das Militär, die Muslim-Bruderschaft oder eine demokratische Regierung den ganzen Schlamassel übernehmen – das weiß leider keiner. Wenn es die Islamisten werden, sollen sie wenigstens endlich den Gazastreifen übernehmen, bitte.

Wenn Ihr den kleinen Samstag schon erworben habt und der Dispo immer noch 22 Euro hergibt, dann gibt es gar keine andere Wahl, als Wolfgang Pohrt zu kaufen, beziehungsweise sein Buch. Pohrt hat brilliant gedacht, noch brillianter geschrieben, und schon beim Lesen möchte man eigentlich nur eins: ihn ständig nur zitieren. Im Blog, im Gespräch, in Gedanken. Das schickt sich natürlich nicht, und es bringt auch niemanden weiter, das wiederzukauen, was schon längst gesagt wurde, aber anderswo oder gar besser ist es halt nicht zu haben. Leider schreibt Pohrt nicht mehr viel, und schon lange keine hasserfüllten Polemiken mehr. Das liegt auch daran, dass mit dem Ende der deutschen Linken, die sich schließlich im nationalen Brei aufgelöst hat, kein Bedarf mehr an derlei Textproduktion mehr da war. Nun sitzen wir hier fest und langweilen uns mit den anderen linken Autoren, deren Mittelmäßigkeit man erst richtig begreift, wenn man vorher Pohrt gelesen hat.

Zuletzt ist hinzuweisen auf Israelkritik in der Jungle World. Stefan Vogt bewirbt sich zum wiederholten Male für eine Stelle bei der taz, indem er ganz ausgewogen schildert, warum die Israelis das mit dem Frieden verpatzt haben und aus ihrem Parlament bestenfalls noch “Lebenszeichen” zu hören sind.

Es gibt viele Wege zur Besserlesbarmachung des Internets, und wir müssen sie alle ausprobieren. Spaß beiseite, es gibt nur einen.

Die Lösung: “Readability”, das praktische Plugin für die lustigen Leser des irren Internets. Einmal installiert, erhöht sich das persönliche Lesevergnügen um etwa 42 Prozent. Sogar längere Texte werden jetzt zu Späßen für die ganze Familie!

Das Problem: Webseiten sind, auch ohne Werbung noch, unübersichtlich und wirr. Das macht sie hässlich, aber damit können wir leben. Es macht sie aber auch schwer lesbar, weil unsere viel zu klein geratenen Gehirne ständig abgelenkt werden und unsere Augen kleine faule Arbeitsverweigerer sind.
Hier ein Beispiel, bei dem neben dem Text noch massenweise andere Elemente herumstehen. Wir sind aber nur am Text in der Mitte interessiert, alles andere brauchen wir nicht. Deshalb machen wir, Du und ich und alle unsere Freundinnen und Freunde, Folgendes: Wir drücken auf den kleinen Button von “Readability” und entledigen uns mit einem Klick aller Webseiten-Elemente, die nicht der Haupttext auf der angezeigten Seite sind. Dieser wird nun in gut lesbarer Größe und schön formatiert angezeigt, bis wir ihn fertig gelesen haben und wieder auf den Button klicken. Schon sehen wir wieder die originale Webseite und können weiteren Links folgen.

Und das sagen Menschen, die “Readability” schon länger benutzen:

Klaus: “Sehr praktisch!”

Marianne: “Eine tolle Sache; jetzt finde ich das Internet noch besser!”

Peter: “Danke, Readability!”

Ewald: “Das ist so toll, dafür mache ich kostenlose Werbung in meinem Blog!”

Und wo gibts das tolle Ding jetzt nochmal? Im Internet! Yaaay, Internet!

Während links im Bild die Israelis nur ans Surfen denken, taumelt in der Mitte die weiße Friedenstaube orientierungslos durch den makellosen Sand am Strand von Tel Aviv. Die Sonne scheint.

Hilfe bizarr?

Eben habe ich mein Ikea-Bett verkauft. Ich habe es über eBay-Kleinanzeigen für zwanzig Euro verkauft, das ist ziemlich günstig für ein Bett mit Lattenrost und Matratze in gutem Zustand. Nun war eben ein junger Mann da, der mir schon per Email mitgeteilt hatte, dass er für eine Jugendeinrichtung sammelt. Als er heute hereinkam, sagte er, dass mein Bett nun nach Tansania gehen werde. Vielleicht sagte er das, damit ich ihm die zwanzig Euro erlasse, was ich aber nicht getan habe. Trotzdem halte ich es für gut möglich, dass dieses Ikea-Bett jetzt nach Tansania geschafft wird.

Nachdem die Kritik an sinnloser Entwicklungshilfe in den letzten Jahren den Mainstream erreicht hat, frage auch ich mich jetzt, ob das nicht völliger Quatsch ist, ein Ikea-Bett nach Afrika zu verschicken, für das man hier schon zwanzig Euro bezahlt hat. In Tansania ist das BIP/Kopf bei 300 Euro, mein Bett kostet also 15% 6,7% dessen, was ein Tansaniaaninarer Bewohner von Tansania im Jahr an Geldwert produziert. Ob man mit dem Geld vielleicht etwas sinnvolleres machen könnte, vielleicht einen Zimmermann dort zwölf Betten bauen lassen?

Je länger ich darüber nachdenke, desto sicherer bin ich mir, dass er die Bemerkung nur des Geldes wegen gemacht hat. Schließlich sah er ziemlich vernünftig aus. Andererseits bin ich mir auch sicher, dass genau solche Dinge in der Entwicklungshilfe zumindest schon passiert sind, wenn sie nicht immer noch passieren.

eBay-Kleinanzeigen ist übrigens cool, cooler als Ikea allemal, selbst wenn man Ikea-Möbel kaufen will. Die Nützlichkeit steigt mit der Einwohnerzahl der Region, in der man wohnt.

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