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Woanders ist auch schön.

Gott hilft denen, die sich selbst helfen. Das sage ich als Atheist.

Sagt Norman Finkelstein und hält sich dabei offenbar noch für besonders intelligent und überzeugend. Alles weitere bei Liza.

jol

tagesschau.de hat völlig den Faden verloren.

Führende Vertreter waren von Papst Benedikt XVI. wieder in die Kirche aufgenommen worden, obwohl sie, wie der Geistliche Richard Williamson, den Antisemitismus geleugnet hatten.

Angesichts Knoblochs fahrigen Auftretens kann man dann fast die Angst vor der eiskalten, allmächtigen und zutiefst bösartigen Israel-Lobby verlieren.

Nachtrag:

Und wie man Zitate fälscht lernt man bei Spiegel Online in einer Agenturmeldung.

In der ARD wurde Knobloch noch deutlicher: “Es ist ein Graben zwischen den Juden und dem Vatikan”, sagte sie.

Sie antwortete damit nur auf die Frage “Wie tief ist der Graben zwischen den Juden und dem Papst?”. Und die Betonung lag insofern auf Vatikan, nicht auf Graben. Siehe Video.

An seiner Dienststelle in Frankfurt am Main sagte ein Mitarbeiter, man glaube nicht, dass der Polizist als sogenannter Agent provocateur eingesetzt gewesen sei, um Autonome zu Straftaten anzustacheln. “Für solche Aufgaben gibt es andere Dienste in der Bundesrepublik”, sagte ein Beamter.

SZ Bericht

Stellt sich natürlich die Frage, welche Dienste solche Aufgaben erledigen. Wobei sie das Geld am 1. Mai wahrscheinlich auch sparen können.

Seit jeher ist es uns ein Anliegen gewesen, Euch auf bestimmte Veranstaltungen hinzuweisen. Seit jeher haben wir überprüft, ob jemand hingeht, und fast immer sind wir enttäuscht worden. Das hindert uns aber keineswegs, weiterhin gute Veranstaltungen zu empfehlen. Weil wir aber doch etwas faul sind, wird das in Zukuft standardmäßig in Form eines Links geschehen, den ihr unter den ganzen anderen Links rechts findet.

Dabei wären die beiden Veranstaltungen, die da den Anfang machen, durchaus ein paar Worte wert, also schreibe ich sie auf: Heute und morgen tritt Gerd Dembowski in Bremen auf. Er ist Aktivist im Kampfgebiet Fußball und setzt sich dort auf verschiedenen und häufig sehr hohen Ebenen für eine bessere Fußballwelt ein: Weniger Rassismus, weniger Dummheit, weniger Repression. Das ist bei dem, was man sonst so erlebt in diesem Gebiet ausgesprochen erquickend und ist für mich einer der Gründe, warum ich noch nicht in den Fanruhestand gegangen bin.

Manch einer mag sich jetzt fragen, wieso ich ausgerechnet auf werder.de verlinke, obwohl Fanprojekt und Heinrich-Böll-Stiftung doch auch Werbung machen. Tja, die Heinrich-Böll-Stiftung erwähnt die Veranstaltung morgen nicht, und die Internetpräsenz des Fanprojekts leidet unter einem Technologiedefizit: sie lässt es schlichtweg nicht zu, zielgenau auf einen bestimmten Beitrag zu deuten.

Warum die neue Kategorie so einen seltsamen Namen hat? Das hat mit dem Alphabet zu tun, und einer Unzulänglichkeit von WordPress, sonst würde es natürlich einfach “Veranstaltungshinweise” heißen. Falls uns jemand helfen kann, möge er oder sie einfach Bescheid sagen.

Im November haben wir hier auf den Rechtsstreit zwischen Theo Zwanziger, dem Präsidenten des DFB, und Jens Weinreich, einem Sportjournalisten, hingewiesen. Das wollen wir nun wieder tun. Denn Weinreich ist durch die Auseinandersetzung mit dem DFB inzwischen in massive finanzielle Schwierigkeiten geraten. Im fünfstelligen Bereich sind seine Kosten schon angekommen, obwohl er bisher in sämtlichen Gerichtsentscheidungen recht bekommen hat. Bis zu siebzigtausend Euro könnten es am Ende sein. Nun bittet Weinreich um Spenden.

Man kann Jens Weinreich aus verschiedenen Gründen helfen. Zum Beispiel, weil da ein freischaffender Autor von einem mächtigen Verband bedrängt wird, der darauf besteht, die Kommunikationsherrschaft zu erlangen. Oder, weil es um das Recht auf freie Meinungsäußerung geht. Oder, weil man den DFB grundsätzlich nicht leiden kann und Weinreich ihm sehr erfolgreich und zu Recht ans Bein gepisst hat. Oder, weil man Blogs gerne hat und ihre Position in der Medienlandschaft stärken möchte. Oder, weil man einfach mal das schöne Gefühl haben will, etwas Gutes getan zu haben.

Jens Weinreich selbst schildert seinen Fall hier noch einmal und erklärt, warum er nun um Spenden bittet. Ich selbst bin bei Stefan Niggemeier im Blog auf den Spendenaufruf aufmerksam geworden.

In Bremen gibt es eine recht interessante Diskussionsreihe. Leider ist sie bereits am kommenden Dienstag zu Ende, und wer jetzt das erste Mal davon hört, hat schon Infos und Diskussionen zu den hochbrisanten Themen Mode und politischer Veganismus verpasst. Am spannensten dürfte aber ohnehin die abschließende Veranstaltung werden: Es geht um die Frage, was eine Vergewaltigung ist.

In den autonomen linksradikalen Szenen wird vielerorts das Konzept der Definitionsmacht praktiziert und auch für größere Zusammenhänge eingefordert. Das bedeutet, die betroffene Frau entscheidet, was als Vergewaltigung gilt. Gedacht als ein Verfahren, bei dem dem Opfer möglichst jegliches weitere Leid durch peinliche Befragungen erspart bleiben soll, treibt diese Praxis mitunter seltsame Blüten. Nicht nur, dass die Unschuldsvermutung außer Kraft gesetzt wird, auch wird das Leid wirklicher Vergewaltigungsopfer relativiert, wenn bereits ein offensiver Flirt als Vergewaltigung definiert und entsprechend geahndet werden kann. Zudem stellt sich die Frage, zu was für einem Bild von Sexualität diese Praxis führt und inwiefern sich das Ergebnis mit dem Anspruch emanzipatorischer Theorie vereinbaren lässt. All das steht in der Veranstaltung mit Les madeleines zur Diskussion.

Das gefällt selbsternannten Fuckin´ Feminists gar nicht, und so überklebten sie im und um den geplanten Veranstaltungsort Buchte sämtliche Hinweise auf die Veranstaltung. Schließlich wollte man sich dort offenbar doch nicht mehr mit dem Thema befassen, und so findet der Abend nun in der Villa Ichon* statt. Einerseits ist das schade, weil begründter Widerspruch sicher interessant wäre. Andererseits kann man auch ganz gut auf Leute verzichten, die außer ein paar Aufklebern und einer ignoranten Blockadehaltung nichts zur (schon in wenigen Zeilen) recht gut begründeten Kritik ihres Konzepts vorbringen.

*Dort gibt es übrigens schon zwei Tage später einen weiteren potentiell interessanten Vortrag zur Geschichte der Bremer Räterepublik.

In der Tagesschau (Video) vor eineinhalb Stunden hieß es, dass zwei UNO-Arbeiter, die heute Mittag getötet wurden, israelischem Beschuss zum Opfer fielen. Aktuell ist auf tagesschau.de zu lesen, dass der Hilfskonvoi “offenbar” mit (israelischen) Panzergranaten beschossen wurde. Bei der Jerusalem Post steht seit 16:22h deutscher Zeit, dass Unsicherheit über die Art und Herkunft des Beschusses herrscht, der ein Palästinenser zum Opfer fiel.

Heute (Samstag) abend um halb elf auf Phoenix:

Sharon

Damit hatte keiner gerechnet: Ausgerechnet unter dem israelischen Premierminister Ariel Sharon wurde ein Friedensplan beschlossen, der auf den Abriss von 21 jüdischen Siedlungen im Westjordanland und im Gazastreifen hinauslief.

Filmemacher Dror Moreh hatte den Staatschef Jahre lang während seiner Wahlkämpfe mit der Kamera begleiten dürfen. In seinem Porträt versucht er den Gründen für diesen Sinneswandel auf die Spur zu kommen. Dabei reflektiert er die Geschichte Israels mit ihren Krisen, Kriegen und geplatzten Friedenshoffnungen, aber auch die Familiengeschichte Sharons.

Dokumentation von Dror Moreh (2008)

Vergeltung

Wenn man derzeit die Reaktionen auf den Krieg in Israel und Gaza liest, fällt ein grundsätzliches Problem in der Wahrnehmung der israelischen Militäraktionen auf. Nicolas Sarkozy wird mit der Äußerung übersetzt, die Aktionen seien “disproportionate”, also frei übersetzt etwa unangemessen oder übertrieben. Die New York Times hält die Angriffe in Gaza für “retaliation”, also Vergeltung oder auch Heimzahlung.

Dabei orientieren sie sich an den Raketenangriffen auf Israel, die für den ständigen Kriegszustand gesorgt haben, der nun notwendigerweise eskaliert. Das ist schon einmal besser als die Ansicht vieler Leute, Israel mache das aus purer Bösartigkeit und mit vorgeschobenen Gründen. Aber falsch ist es trotzdem. Israel hat ein klares und gerechtes Ziel, nämlich die Beendigung der Angriffe auf seine Bürger. Militärische Aktionen sind Mittel zu diesem Zweck. Sie haben nichts damit zu tun, etwas zu vergelten oder heimzuzahlen. Somit können sie auch nicht “disproportionate” sein, weil sie sich eben nicht an den Aktionen der anderen Seite und deren Zerstörungskraft orientieren, sondern an den militärischen Notwendigkeiten. Wie das Ziel erreicht werden kann, ist derzeit noch unklar. Reicht es, die Hamas militärisch zu schwächen und für Abschreckung zu sorgen? Oder muss ihre Herrschaft in Gaza gänzlich beendet werden? Die Antwort auf diese Fragen ist auch die Antwort darauf, ob die Lage weiter eskalieren wird.

Leider handelt es sich bei oben genanntem Problem nicht etwa um ein Mißverständnis, das sich aufklären ließe. Dem jüdischen Staat ein alttestamentarisches “Auge um Auge” zu unterstellen ist die moderne Variante eines antijüdischen Ressentiments, das sich – wir kennen das Muster – nicht mehr auf einzelne Juden sondern auf Israel richtet.

Um die Frage der Rechtmäßigkeit von Rache und Vergeltung dreht es sich auch in Yaacov Lozowicks Buch “Israels Existenzkampf”, das hier erneut empfohlen sei. Um die aktuelle (englischsprachige) Berichterstattung zum Krieg geht es in seinem exzellenten Blog. Aktuelle Nachrichten, die die in deutschen Medien geflissentlich vernachlässigten Gründe und Ziele der Israelis beleuchten, lese ich bei der Jerusalem Post. Andere englischsprachige israelische Medien sind Ynet und Haaretz.

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